Sonntag, 24. Oktober 2010

"Wolfsjagd - die dunklen Fälle des Harry Dresden" von Jim Butcher (Bd.2)


Bei diesem Buch handelt es sich ebenso um eine Leihgabe von Irina - DANKE! -, wie Band 1 "Sturmnacht" der Harry Dresden-Fälle von Jim Butcher :)

Worum geht es?
Chicago wird von einer Mordserie in Angst und Schrecken versetzt - alle vier Wochen, wenn der Vollmond fahl am Himmel steht, sterben in den Straßen der Stadt unzählige Menschen. Fallen sie einem Psychopathen zum Opfer? Einer Gang? Oder etwas ganz anderem? Harry Dresden, Privatermittler mit besonderen Fähigkeiten und Polizeiinformant wider Willen, wird schneller, als ihm lieb ist, in diesen dunklen Fall verwickelt. Immer wieder kreuzen dabei Männer und Frauen seinen Weg, die ein Geheimnis haben: Im Schutz der Dunkelheit verwandeln sie sich - und jagen ...


Nachlese
Harry Dresden befindet sich auf einer Durststrecke: Er hat kaum Geld verdient, ernährt sich von billigen Nudeln und Suppen. Die in "Sturmnacht" geschilderten Ereignisse, die ca. vor einem halben Jahr stattfanden, hatten für ihn Konsequenzen: Er hat Murphys Vertrauen verloren, weil er ihr nicht alles Relevante des damaligen Falles enthüllen konnte. Und den vom Gangsterboß Marcone gestreuten Gerüchte, daß Harry für ihn gearbeitet habe, war er nicht entgegengetreten, was sich erneut auf Murphy auswirkte, da die Dienstaufsicht sie ins Visier nahm. Außerdem wird Harry in Polizeikreisen weiterhin eher als Scharlatan, denn als Magier angesehen.

In diesem Roman wird Harry zunächst von einer alten Bekannten um Rat zu einem dreiteiligen Schutzkreis - der später noch Bedeutung haben wird - gebeten, aber auch hier kann er nicht alles preisgeben. Kurz darauf wird er von Murphy zu einem Tatort gerufen: Spike, Leibwächter des Gangterbosses Marcone, wurde zerfleischt und angekaut gefunden. Es ist die Zeit um Vollmond herum, die Bissspuren deuten auf Wölfe. Da es nicht der erste Mord dieser Art ist und sich der Tatort außerhalb Chicagos befindet, läuft das FBI in Gestalt von vier Agenten auf, aber irgendetwas verbirgt der leitende Agent Denton. Murphy und Harry werden durch das FBI vom Tatort verwiesen und dann auch noch auf der Rückfahrt verfolgt. Und obwohl Harry Murphy versprochen hat, daß er dieses Mal keine Geheimnisse vor ihr hat (er legt ihr auch ein Dossier über verschiedene Wolfsarten, die mit Magie zu tun haben, vor) nimmt er die Ermittlungen auf, sobald er allein ist ...

Wow! Ich bin Dresdens Abenteuern Seite um Seite beinahe atemlos gefolgt.

Jim Butcher greift Fäden des früheren Romans auf, entwickelt und konzentriert sich hier aber von Anfang an auf einen Fall. Hierdurch wird der Spannungsbogen deutlich erhöht. Ich hatte keine Neigung, das Buch länger aus der Hand zu legen :) Streckenweise waren mir die Beschreibungen der Vorfälle zwar fast zu plastisch, aber sympathischerweise geht es nicht nur dem Leser, sondern auch dem Protagonisten so. Dresden kämpft mit seinen dunklen Trieben, wie auch dieser Roman wieder zeigt. Nicht nur sein Zwiespalt, welches Wissen er mit Murphy oder seinen Bekannten teilen kann und darf, macht Dresden für den Leser greifbar, sondern auch, daß er neugierig, impulsiv ist, von dunkler Macht verführt werden kann und sich zugleich deswegen schäbig fühlt, daß er lachen und weinen kann.

Und Jim Butchers Schreibstil trägt sein übriges dazu bei. Ich hatte das Gefühl, ich sitze mit Harry zusammen in McAnally's Pub, wir trinken Bier und er erzählt mir von diesem Fall.  Er schaut mich an und sagt, wenn ich fragend oder zweifelnd schaue, etwas in der Art: "Heute weiß ich, wie bescheuert das war, aber damals schien es ok".

Mir gefällt übrigens auch, wie Jim Butcher nebenbei Informationen einfließen läßt und so Dresdens Welt gestaltet: Wo die weiße oder die dunkle Magie herkommt, wie manche Magier Edelsteine und Silber und andere nur Kreide und Holz brauchen, daß es Verhaltensregeln gibt, die nicht nur der Beschwörer, sondern auch der Beschwörte einhält etc.

Band 1 hat mir ja schon gefallen, Band 2 war straffer und rasanter. Man erfährt wieder etwas über Harry und sowohl er, als auch der Leser bekommen ein Appetithäppchen in Richtung Harrys Mutter. Murphy ist zwar nicht farblos, bleibt allerdings am Rande. Alles in allem fand ich Band 2 deutlich besser als den ersten Band... und ich will mehr ;)

Nachbemerkung
Für diejenigen, die die Bücher kennen und sich fragen, ob dieser Band auch in der TV-Serie auftaucht: Ja, das tut er, allerdings spürbar anders. Wer den Roman kennt, weiß, daß der so kenntnisreiche im Schädel wohnende Bob beinahe genervt darauf hinweist, daß es keine Werwölfe wie im TV gibt, daß man also nicht per Biß "infiziert" werden könne. Sonst würden die Werwölfe ja schon die Welt regieren. Ironischerweise wird in der Dresden-TV-Folge genau auf diese Art - nämlich per Biß - die Werwolfeigenschaft weitergegeben. Aber dies soll auch das einzige Detail sein, daß ich verrate. Wie gesagt, die TV-Folge ist... sagen wir mal inspiriert von diesem Roman.

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