Samstag, 11. September 2010

gehört: "Eine Strumpfbandnatter" von Donna Tartt, gelesen von Paul Herwig


Die liebe Sayuri hat mir dieses Hörbuch vor einiger Zeit geliehen n - DANKE! Ich hatte im Februar dieses Jahres darüber nachgedacht, ob ich dieses Hörbuch während des Februar-Read-a-Thons höre, bin aber davon abgekommen. Als ich letzte Woche mit meinem Peddy zur Arbeit gefahren bin, habe ich es endlich geschafft :)

Die Kurzgeschichte wird gelesen von dem deutschen Schauspieler Paul Herwig, der in etlichen TV-Produktionen mitwirkte und z.B. auf den Theaterbühnen in Berlin und München zu Hause ist. Es handelt sich um eine vollständige Lesung, Laufzeit ca. 40 Minuten.

Worum es geht und Nachlese/Nach-Klang
Der halbstarke Tom hält sich für den Größten. Er terrorisiert seinen jüngeren 9jährigen Cousin Marty, erzählt davon, wie er Hunde gequält und Schlangen geköpft hat. Marty dagegen ist tierlieb, die Geschichten seines Cousins quälen ihn. Damit Tom nicht noch eine weitere "Waffe" erhält, ist Marty eifrig bemüht, sein größtes Geheimnis vor ihm zu bewahren: Marty hat Angst vor Schlangen. Dabei ist es egal, ob sie giftig ist oder nicht, groß oder klein, sich leibhaftig vor ihm befindet oder als Bild in einem Buch. Und dann behauptet Tom auch noch, eine Schlange gefangen zu haben, die er im Keller von Martys Haus erst füttern und dann köpfen will. Marty ist gefangen zwischen Angst und Tierliebe ...

Ich kann Sayuri nur zustimmen: Es ist ein reizende Kurzgeschichte, die dem Hörer/Leser von Marty aus Ich-Perspektive erzählt wird. Die Sprache ist wundervoll in ihrer Schlichtheit und Klarheit. Die erzählte Story wirkt aus dem Leben gegriffen, vielleicht wurde sie so oder ähnlich z.B. von Donna Tartt erlebt.

Die geschriebene Fassung kenne ich nicht und kann daher nicht beurteilen, wie diese auf mich wirken würde. In dieser Hörbuchausgabe jedenfalls wurde Marty lebendig: Ich befand mich mit ihm in seinem Elternhaus, stieg halb fasziniert, halb ängstlich die Treppen in den Keller hinab, lauschte der Großmutter, verwünschte Tom, ängstigte mich bei der Vorstellung, die im Keller gefangengehaltene Schlange könne entkommen oder Tom würde meine Schlangenphobie bemerken. Paul Herwig verleiht dem erzählenden Marty eine jungenhaft frische Stimme. Zitiert Marty Tom oder andere größere Jungs, moduliert Paul Herwig die Stimme, man erahnt z.B. die bemühte Coolness Toms oder dessen Großspurigkeit.

Das Vergnügen, "Eine Strumpfbandnatter" zu hören, hätte ich mir ruhig schon früher gönnen können ;)

Kommentare:

  1. Hallo Natira,
    klingt interessant aber auch ziemlich gruselig. (Vor allem, weil ich mich vor Schlangen ekle. Ich selber höre nicht oft Hörbücher als Kind waren es umso mehr Hörspiele und -bücher.
    Ich wollte mir das Hörbuch von "Die Intelligenz des Igels" von Muriel Barbery schon seit längerem kaufen. Vor allem weil Katharina Thalbach die Sprecherin ist und die Hörprobe mir sehr gefallen hat. Hörst du öfter Hörbücher? LG und Gute Nacht, Tanja!

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  2. Hallo Tanja!
    Die Geschichte war spannend und ich kann mir schon vorstellen, daß für Dich mit einer Schlangenphobie so ein Hörbuch nicht gerade reizvoll erscheint. Dennoch denke ich, daß Dir das Hörbuch gefallen könnte.

    Hörbücher sind bislang noch nicht wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Früher, als ich noch 4 bis 6 Stunden im Auto unterwegs war, um meine Eltern zu besuchen, habe ich allerdings viel lieber ein Hörbuch als Radio gehört. Damals funktionierte mein CD-Player im Auto auch nocht *hmpf*. Daheim habe ich eher das Buch in der Hand, obwohl ich in der Winterzeit häufiger mal puzzle und dann schon mal ein Hörbuch im Player landet :) Aktuell höre ich die Hörbucher, wenn ich mit dem Peddy zur Arbeit radle, das dauert dann ca. 15-20 min :)

    Lg und noch einen schönen Sonntag!

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  3. Dein Wort in Gottes Ohr... :O) was meine Phobie angeht. Ich fahre ja auch immer mit der S-Bahn zur Arbeit... -weil es mit dem Auto in Hamburg oftmals kein Durchkommen gibt, aber auf die Idee ein Hörbuch mal während der Fahrt zu hören ist mir ( warum auch immer ) nicht in den Kopf gekommen. Bei einer dreizig minütlichen Fahrzeit würde sich das allerdings auch bei mir lohnen.
    Ich war ja auf der Suche nach ein paar interessanten Hörbüchern und da kommt mir dein Tip ganz recht. Hab es mir aufgeschrieben. Damals hab ich auch öfter gepuzzelt, aber jetzt.... fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit, die Lust und auch die Geduld. LG u. Danke für deine lieben Zeilen. Ich wünsch dir eine Gute Nacht! :O)

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  4. Das ist ja klasse, daß Du auch mit der S-Bahn gut zur Arbeit und zurück kommst. Und warum nicht mal ein Hörbuch auf der Fahrt ;) Die Strumpfbandnatter hättest Du auf einem Weg fast vollständig gehört. Wie gesagt, soooo viel Hörbücher habe ich bislang auch nicht gehört, aber sehr gefallen hat mir zuletzt auch die "Alice-im-Wunderland" Fassung gelesen von Nana Spier (knapp 3 Stunden).

    Eine deutlich längere Laufzeit haben dagegen die vollständigen Lesungen von Jane Austens "Verstand und Gefühl" sowie "Stolz und Vorurteil" aus dem Argon-Verlag, gelesen von Eva Matthes (beide Lesungen sind schön, ich würde mir aber S&V "aufheben" ;)), falls Du Austen magst.

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  5. Liebe Natira,
    wie schon am Wochenende gesagt: ich freue mich, dass die Strumpfbandnatter Dir auch so gut gefallen hat wie mir damals. Es war ein Zufallskauf: der Einkaufswagen bei Ama*on war nur mit einer DVD bestückt und ich brauchte noch ein Buch, um versandkostenfrei zu werden - darum wandelte ich in den Sonderangeboten der Hörbücher rum und fand dieses mini-Audiobook für 1,99. Und nach der "geheimen Geschichte" von Donna Tartt war es nur ein kleines Risiko ;) Solche Stolpereien über kleine Schätze liebe ich :)

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  6. "Und nach der "geheimen Geschichte" von Donna Tartt war es nur ein kleines Risiko ;) Solche Stolpereien über kleine Schätze liebe ich"

    stimmt und ich auch :)

    Ganz liebe Grüße!

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