Sonntag, 1. August 2010

"Makellose Morde to go" von Susanne Henke


Die Autorin Susanne Henke und der Books-on-Demand-Verlag haben mir ein Exemplar des Buches "Makellose Morde to go" als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

Worum geht es?
„Mit ihren weißen Fluffhaaren sehen sie aus wie ein Löwenzahnstrauß. Einmal pusten, und sie lösen sich in Luft auf. Wenn es doch nur so einfach wäre.“ Aufgeben? Niemals. Henkes Helden sind der Traum eines jeden Arbeitgebers: engagiert, flexibel und lösungsorientiert. Kein Einsatz ist ihnen zu hoch für Quote oder Kundenglück, den Platz in der ersten Reihe, das Lächeln der Liebsten oder die ungestörte Ruhe ihres Refugiums. Menschen wie du und ich, scharfzüngig seziert und pointiert in den Abgrund gestoßen. Ein giftig-guter Cocktail garstiger Geschichten, der (schaden-) freudigen Genuss verspricht. 

Nachlese
"Makellose Morde to go" in der Edition BoD präsentiert - eingeleitet von einem Vorwort des Herausgebers Vito von Eichborn - 24 Kurzgeschichten der Hamburger Autorin Susanne Henke. Dabei ist der Titel "Makellose Morde to go"  durchaus griffig, aber ein wenig irreführend, geht es doch nicht in jeder Kurzgeschichte um einen Mord. Der Untertitel "Erlesene Verbrechen und herzerfrischende Gemeinheiten" charakterisiert die versammelten Kurzgeschichten schon eher.

Die Short-Stories sind knackig, makaber und häufig tödlich. Wie eine Schnellzeichnerin skizziert die Autorin ihre Figuren charaktervoll in Kürze und läßt sie in verschiedenen Settings agieren. So liest man z.B., wie ein Arbeitsloser nach etlichen DNA-Proben und Tests für die nächsten 15 Jahre ein recht gesichertes Auskommen haben wird oder unter welchen Voraussetzungen ein Callcenter-Unternehmer seine Prämien verteilt (böse!). Neben Geschichten mit tödlichem Ausgang sind auch bissig-gemeine Stories, wie z.B. "WM-Baby" oder "Rolle seines Lebens" veröffentlicht sowie einige, die sich mehr auf das Verbrechen konzentrieren, wie z.B. "Der Stellvertreter". 

Aus meiner Sicht passen "Notwehr" und "Treibgut" nicht ganz in die Riege der hier veröffentlichten Geschichten, wenngleich auch in ihnen Verbrechen strafrechtlicher und moralischer Natur beschrieben sind: In ersterer ist die Stimmung zwar düster, ein Verbrechen wird begangen ... Weshalb diese Geschichte aber in der erzählten Form in diesen Rahmen passen soll, erschließt sich mir nicht (bei "Pas de deux" dagegen schon). "Treibgut" finde ich weder bösartig noch gemein noch in diesem Sinne herzerfrischend, wenngleich ich mich über den Ausgang gefreut habe; ihr Grundton paßt für mich nicht in diesen Kanon. Aus diesem Grunde hätte ich sie - obwohl sie interessant geschrieben sind - in diese Kurzgeschichtensammlung nicht aufgenommen.

Unabhängig davon finde ich, daß Susanne Henke nicht nur ein Auge, sondern auch eine Feder dafür hat, Alltagsmomente aufzugreifen und weiterzuspinnen. Ob ihre Protagonisten nun aktiv oder passiv einen Beitrag leisten oder selbst zum Opfer werden, ob ein Mord geschieht oder nicht, die Situationen sind dem Leser vertraut. Wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, übergangen worden zu sein oder hat sich über den nervenden Kollegen oder Nachbarn aufgeregt? Diese Alltagsbezogenheit hilft dem Leser auch, zu den auftretenden Personen zügig eine Verbindung aufzubauen. Natürlich ist diese nicht so intensiv wie zu einem wiederkehrend auftauchenden Charakter oder einer Romanfigur, was bei zwei bis acht Seiten pro Geschichte aus meiner Sicht so aber auch nicht erwartet werden kann.

Keine Frage: In der Edition BoD "Makellose Morde to go" von Susanne Henke werden größtenteils schwarzhumorige, makabere Kurzgeschichten präsentiert, die Appetit auf mehr machen.

Kommentare:

  1. Das hört sich sehr reizvoll an. Eigentlich lese ich ja kaum noch Kurzgeschichten(sammlungen), aber "knackig, makaber und häufig tödlich" klingt sehr verlockend! :D

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  2. Um Dir einen persönlichen Eindruck zu erleichtern, könnte ich das Taschenbuch auf den WZS legen ;)

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  3. Ohje, wann kommt denn dann der Umzugswagen mit all den Stapelsachen? ;) Aber neugierig bin ich schon! Der Katzen-Nickname war wohl passender als ich letztes Jahr selber wissen konnte ...

    Sag mal, wann hast du denn deinen Header geändert? Bin ich in letzter Zeit zu schnell bei dir vorbeigeflitzt oder ist das so neu, dass ich das noch gar nicht sehen konnte?

    Verwirrte Grüße von der Winterkatze ;)

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  4. Den Stapel "darf" ich ja noch nicht herausschicken ;) Ich kann ja dann nichts dafür, daß er wächst *g* ...

    Das Headerbild habe ich im Verlauf des Sonntags neu eingestellt. Offenbar fügt es sich ganz gut in das Template ein; Du bist die erste, die es im Blog kommentiert ;)

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  5. Ich sage Bescheid, wenn ich die aktuellen Leihbücher durch habe, dann darfst du - bevor doch noch ein Umzugswagen notwendig wird! ;)

    Das Headerbild ist mir gleich ins Auge gesprungen als ich hochgescrollt habe. Normalerweise lasse ich mir ja nur deine neuen Beiträge aufrufen und dann sehe ich nicht so viel vom Gesamtblog. Aber optische Veränderungen springen mir immer recht schnell ins Auge - und dann brauche ich manchmal sehr lange, um mich umzugewöhnen. ;) Aber das Bild gefällt mir sehr gut! :)

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