Donnerstag, 22. Juli 2010

Star Trek 1 - 10 DVD-Box Remastered - X - "Nemesis"

An dem heutigen heißen und schwülwarmen Mittwoch-Nachmittag habe ich mir Star Trek "Nemesis" angeschaut, den zehnten der Star-Trek-Filme. Die Box habe ich FILM-mäßig damit geschaut, aber es wird noch einen weiteren Post für die Specials geben :)

Aber hier geht es um den Film. Wie hier (klick) erwähnt, handelt es sich bei den Filmen dieser Box um die Kino-Versionen. Zum kompletten Inhalt und der Besetzung verweise ich auch heute wieder auf die deutsche Wikipedia (klick).
Also los:

Der Film beginnt mit den Star-Trek-typischen Fanfaren, die jedoch parallel zur rasanten Kamerafahrt an Remus vorbei nach Romulus in den dortigen Senat in einen härteren Sound, militaristisch, übergeht. Erneut gibt es keinen Vorspann, der nur die Schauspieler und einige Verantwortliche nennt, sondern es geht nach der Titelsequenz direkt mit dem Film los.

Ich finde es schon seltsam, daß niemand die den Senat verlassene Senatorin Tal'Aura an ihr kleines rotes elektrisches Teil erinnert. Es ist so auffallend und liegt so offen auf dem Tisch vor den Senatore, wo im übriens kaum etwas, jedenfalls nichts farbiges liegt. Man könnte man doch auf die Idee kommen und fragen: "Senatorin, haben Sie nicht etwas vergessen?" oder "Senatorin, was ist das?" *grübelt* Davon abgesehen ist die Gestaltung der sich entfaltenden Partikel - ähnlich einer Doppelhelix - wirklich wunderschön gelungen.

Ich meine, daß ich im Kino Wil Wheaton als Wesley Crusher nicht beim Bankett wahrgenommen habe, auf der DVD - es mag an der Bildschirmauflösung liegen - ist er jetzt zu sehen. Und zwar in einer Starfleet-Galauniform. Ich habe weniger ein Problem damit, daß er überhaupt da ist ... Er mag mit seiner Mutter Kontakt halten und von der Hochzeit erfahren haben. Daß er aber die Sternenflottenuniform trägt, finde ich schon seltsam. Denn zu dieser gehört er nun wirklich nicht mehr.

Das ist cool, daß B-4 bereits so aussieht, wie Date, als er ihn findet. Ein Kind, ein Prototyp, den Dr. Soong bereits so geschaffen hat, wie Data "heute" ausschaut. Das hätte bestimmt lustig ausgesehen, wenn Data während der Serie B-4 statt Lore gefunden hätte (ich weiß, ich weiß ...aber laßt mir mein Herumgezupfe an der Story. Wirklich, ich liebe die Figur des Data).

Schade, daß sich die Autoren nicht dazu durchgerungen haben, Geordi seine natürlichen Augen zu lassen. Die Strahlung im Briar-Patch ("Insurrection") hatte ja bekanntlich regenerative Wirkung auf seine Sehnerven. Dummerweise sind sie nach vollständiger Regeneration (er konnte ja einen Sonnenaufgang genießen) wieder vollständig degeneriert, denn in diesem Film hat er wieder Implantate.

Soso, Erkundungsfahrzeuge sind offen und brauchen auch keinerlei Schutzschilde, weder wegen möglicher atmosphärischer Gegebenheiten auf dem Planeten, noch wegen möglicher Angriffe.

Die Remaner sind schon cool. Das MakeUp erinnert an Vampire, Nosferatu ("Nemesis" erschien bekanntlich 2002). Und Ron Perlmann als Vizekönig Shinzons mit so wenig Text und soviel MakeUp ist erstaunlich präsent. In dem zeitnahen Vergleich mit der Wirkung des von F.Murray Abraham in dem Film "Insurrection" gespielten Charakters Ru'afo hinterläßt Perlman auf mich einen stärker andauernden Eindruck.

Die Remanerwache bei Picard ist erfreulicherweise ziemlich dumm ... Sie glaubt tatsächlich, daß ein debiler Android von Shinzon beauftragt wurde, Captain Picard zu holen! Dafür ist Captain Picard ein Sprachgenie, der die komplexe remanische Sprach aus "Piktogrammen mit Verbwurzelstrukturen" durch bloßes Ansehen und einer Erklärung Datas (Antrieb) so gut lernt, daß er den Skorpion-Antriebsgleiter perfekt fliegen kann. Ob sich die Sternenflotte wohl darüber freut, solch einen hoch entwickelten romulanischen Antriebsgleiter studieren zu können? Vielleicht kann man sogar etwas über die Tarnung der Scimitar erfahren ...Irgendwie kam das aber im Film nicht mehr zur Sprache ;)

Hm... Admiral Janeway und Defense-Modus "Kirk-Epsilon" :)

Oh und ich mag das neue Design der romulanischen Warbirds mit diesen ausgeprägten Strukturen (obwohl ich das alte aus der TNGS-Serie weiterhin fantastisch finde). Die Warbirds gleiten dadurch wirklich wie Vögel durch den Weltraum ...

uuiii Deanna benutzt Worfs Hand wie auf einem Quija-Brett (Sternenkarte), um Shinzons Schiff zu finden, spooky

Irgendwie sollte Shinzon seine Taktik auch noch mal überdenken: Er feuert direkt auf die Brücke, dadurch wird sie dem Weltall ausgesetzt und ein paar Mitglieder der Brückencrew werden ins All hinausgeschleudert. Wie leicht hätte Captain Picard darunter sein können, den Shinzon zumindest zu diesem Zeitpunkt doch noch unbedingt lebend haben möchte.

Die Szene, in der die Enterprise die Scimitar rammt und auch danach, wenn sich die Scimitar von der Enterprise löst, finde ich genial. Wunderbar umgesetzt, ich knirschte fast mit den Zähnen mit ;)

Hm.. Riker gibt den Vizemann Shinzons nicht die Chance, die Kirk Kruge in Star Trek III gegeben hat (den Arm), Riker entledigt sich seines Angreifers gleich. Was sagt das über die beiden Charaktere nun aus...

Und hier gibt es erneut ein angeblich emotionsloses bzw. emotionsarmes Crewmitglied, welches die Aufgabe unter Einsatz seines Lebens vollendet und eine Enterprise vor der Zerstörung bewahrt...

Specials
 
(Denkt noch jemand, das auf dem Foto die Voyager abgebildet ist?)

Der Kommentar wird von Michael und Denise Okuda geliefert. Die beiden sprechen u.a. über das Produktionsdesign von Herman Zimmerman. Ich mußte erst auf die Skulptur des romulanischen Warbirds im Senat aufmerksam gemacht werden, der die Zwillingsplaneten Romulus und Remus in seinen Krallen hat. Cool, die Empfangszene der Hochzeit wurde auf der Bühne gedreht, auf der in den 60ern die meisten Planetenszenen der Originalserie gedreht wurden. Der "neue" Captain Riker startet also im übertragenen Sinne auch von dieser Bühne *g*

Die Okudas führen auch die Geschichte der Remaner an sowie die Arbeit der Maskenbildner, insbesondere Michael Westmores. Es geht weiter um digitale Effekte, Modell-Arbeiten, Set und Musik. Ich fand den Kommentar recht informativ.

Bei den Specials fand sich auch der vierte und letzte Teil des Interviews mit Brent Spiner, der bei diesem Film auch an der Story beteiligt war. In einem weiteren Clip kommen die "Rikers" zu Wort, also Marina Sirtis und Jonathan Frakes, die sich u.a. über den Dreh äußern und darüber philosophieren, wie eine TV-Show "The Rikers" wohl aussehen könnte ;)

Interessant war der "Trek-Stammtisch" mit Larry Nemecek (Star-Trek-Writer), Anthony Pascale (Betreiber von "trekmovie.com"), Charlene Anderson (Associate Director "The Planetary Society") und Jeff Bond (Herausgeber bei "Geek Monthly"), weil Charlene Anderson etwas ansprach, was mir gar nicht auffiel: Die Parallelen zwischen Picard/Shinzon und Artus/Mordred.Obwohl Shinzon nicht der Sohn Picards ist, ist er ihm nahe genug für den Vergleich. Shinzon wie Mordred wollen ihre "Väter" töten, um aus ihrem Schatten zu treten, beide werden durch die Hand ihrer Väter tödlich verletzt, beide versuchen selbst dann noch, ihre Väter zu töten: Artus wird selbst tödlich verletzt und "schläft" auf Avalon. Picard steht so starr und geschockt mit Shinzons Händen an seiner Kehle, daß er nur durch Datas Eingriff gerettet wird ...Der Stammtisch war wirklich erhellend dieses Mal.

Der Film war ... ja, was war er eigentlich? Er war der letzte Film der Next-Generation-Crew und diese hätte einen besseren Abschied von der Leinwand verdient. Es wurde Unterdrückung und Rassismus (Remaner/Romulaner), persönliche Entfaltung (Shinzon, B-4) , Identität und zur Familie (Riker & Troi, Data & B-4, Picard & Shinzon, die Crew der Enterprise an sich) angerissen, die Themen wurden aber nicht weiter vertieft mit Ausnahme von Shinzon und Picard. Riker & Troi bekamen noch eine eheliche Nachtszene, Data und B-4 konnten ihre "Verbindung" und B-4's Herkunft nicht erforschen, die politischen Fragen Remaner/Romulaner wurden nicht weiter erörtert. Letztlich konzentrierte sich der Film darauf, daß Shinzon Picard vernichten will. Und warum? Weil Shinzons Leben angeblich nur dann eine Bedeutung, einen Wert erhalte, wenn Picard tot ist?! Wie das? Hat Shinzon nichts erreicht, ist er nicht der neue Prätor der Romulaner und Remaner? Der von Shinzon gelieferte "Grund", gegen Picard vorzugehen und ihn zu töten, ist schlichtweg nicht nachvollziehbar im Sinne von nicht vorhanden. Er hat - zumindest wurde es mir nicht im Film nicht vermittelt - keinen persönlichen Grund, gegen Picard _tödlich_ vorzugehen, Bluttransfusionen kann er sichlicher erhalten, ohne daß Picard dabei stirbt. Es gibt auch keinen Grund für einen gegen Picard gerichteten Zorn, gegen die Romulaner allerdings schon. Als lebender agierender Bösewicht (er ist schließlich keine von außen kommende mechanische Bedrohung wie V'ger) sollte er doch ein greifbares Motiv haben: Khan in Star-Trek II wollte sich rächen, die Borg wollten assimilieren und die Borgqueen sucht ein Pendant, die Son'a sich rächen und wieder verjüngen ... aber Shinzon? Warum Picard töten, warum die Föderation in einen Krieg verwickeln, was würde dies "für die Remaner und ihn" bringen?

Der Film läßt mich eher hilflos zurück. er hat Action, er hat auch Humor, angemessenes special-effects, Kostüme und MakeUp. Und trotzdem sprang der Funke kaum über. Ich kann mit nich so guten Effekten/MakeUp etc. leben, wenn die Story und der Humor stimmt. Das war leider nicht der Fall. "Nemesis" entfaltete für mich nicht die Magie der Filme II, IV, VI, VIII (und XI). Schade....

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