Dienstag, 13. Juli 2010

Star Trek 1 - 10 DVD-Box Remastered - IX- "Insurrection"

"Der Aufstand" ("Insurrection") ist inzwischen im Player gelandet. Ich fröne derzeit wieder ausgiebig meiner Trek-Leidenschaft *lach*.

Zur Erinnerung: Wie hier (klick) erwähnt, handelt es sich bei den Filmen dieser Box um die Kino-Versionen. Zum kompletten Inhalt und der Besetzung verweise ich auch heute wieder auf die deutsche Wikipedia (klick).

Die TNG-Fanfare ... und ein weiterer Jonathan Frakes Film ....die Musik geht über in das sanfte Ba'ku-Theme und - das ist neu - die Namen der Schauspieler und der Verantwortlichen sind über die ersten "echten" Filmszenen - das Ba'ku-Dorf mit Leben - gelegt. Bislang begannen die Filme erst nach dem Namens-Vorspann und ich zähle auch "Treffen der Generationen" dazu. Dort waren zwar die Schauspieler und Verantwortlichen zusammen mit der schwebenden Champagnerflasche im Bild. Der Film startete aber erst richtig in Bezug auf lebendige Szenen nach der "Taufe", die wiederum den Vorspann beendete (Ich frage mich auch machmal, warum ich auf so etwas achte, aber Soundtracks häufig weniger Beachtung schenke *lach*).

Ist es nun beruhigend oder nicht, daß sich die Überwachungstechnologie seit "Der Gott der Mintakaner" ("Who watches the Watchers") weiterentwickelt hat...

Mir kommt der kleine Arjm, ein Junge von ca. 8 -10 Jahren, der Data später die Schönheit des Spielens und Kind sein nahebringt, total bekannt vor. Nun muß ich sagen, daß ich "Insurrection" nach dem Kinobesuch (1998) noch ein- oder zweimal geschaut habe, das ist aber schon etwas her :) Jedenfalls: Ich sah "Arjim" und dachte als erstes an Stargate (die verjüngte Version von O'Neal) und als zweites an Twilight. Und richtig: Wie ein genauerer Blick in die Wikipedia zeigte, spielte Michael Welch sowohl in Stargate "Der falsche Klon", als auch in "Twilight", dort den Charakter Mike Newton. Ha!

Die neuen Galauniformen sehen gut aus und ich finde es ebenso erheiternd wie Dr. Crusher, daß sich Picards Kragenweite seit seiner Akademiezeit nicht geändert haben soll.

Ich frage mich, wo genau sich die Enterprise E zu Beginn des Films befindet. Nicht nur Captain Picard fragt sich nämlich, wo Worf auf einmal herkommt, die Erklärung geht im Hintergrund bequemerweise unter. Natürlich wollte man Worf in dem NextGen-Film dabei haben, aber man fragt sich dennoch unwillkürlich, aus welchem Grund Worf wie zur Enterprise geflogen ist ...

Ich frage mich auch, ob der asiatisch aussehende weibliche Fähnrich eine bestimmte wichtige Funktion hat, der zunächst vor dem Saaleingang steht und dann Geordi zügig und bestimmt zum Captain folgt. Sie steht etwas versetzt, aber für Picard gut sichtbar, hinter Geordi und hört interessiert zu, als Geordi mit gesenkter Stimme Picard darüber unterrichtet, daß Datas Baupläne angefordert werden. Als Picard und Geordi ihr Gespräch hiezu beim Gehen fortsetzen, folgt sie diesen beiden ebenfalls nach bis Picard von dem Bolianer angesprochen wird und Geordi weitergeht, um die Verbindung zu Admiral Dougherty herzustellen. Es wirkt auf mich so, als begleite sie weiterhin Geordi. Sie bleibt auch weiterhin in der Nähe - wenn auch durch eine Tür getrennt -, während Picard das Gespräch mit Dougherty führt Sie könnte natürlich zum Sicherheitspersonal gehören...Aber so wie Geordi die Stimme senkte, um Picard von dem "Problem" Data zu berichten, wird dieses Thema als vertrauchlich eingestuft. Das macht Sinn, ist Data auf der Enterprise doch Senior-Offizier. hm... Außerdem schickt Picard sie dann zum Küchenchef, damit kein Fisch serviert wird, was angesichts der Gäste Sinn macht.

Sehr befremdlich finde ich es übrigens, daß die Sternenflotte nur ein so vages Dossier von neu aufzunehmenden Völkern haben soll, daß sie nicht einmal weiß, ob es Vegetarier sind oder nicht. Dies sorgt zwar für ein paar erheiternde Kommentare (Chrysanthemen, Fischgang), erscheint aber nicht sehr glaubwürdig.

Oh ich mag die Kamera in den Empfangsszenen auf der Enterprise. Man ist direkt am Geschehen, im Hintergrund gibt es diverse Geräusche, manche Gespräche gehen unter, es wirkt alles sehr rege und "normal".

Offenbar konnte die in "Generations" erfolgte Verschmelzung von Datas Emotionschip mit seinem neuralen Netz "behoben" werden. In "First Contakt" schaltet Data seinen Chip aus, die Borg-Queen ihn wieder an, in "Insurrection" hat er laut Geordi den Emotions-Chip gar nicht mitgenommen.

Sind die Son'a nicht eklig! Sie lassen sich ihre Gesichtshaut straffen und an den Kopf festtackern. Also bitte *würg* ! Ich habe weiterhin in den Eindruck, daß bei Star Trek ein oder mehre Verantwortliche ein Statement zu Gesichts-Schönheitsoperationen abgeben wollte ..."Nip/Tuck" im Weltraum, aber die Serie "Nip/Tuck" wurde ja erst ab 2003 ausgestrahlt

Mit der Hintergrundgeschichte der Son'a habe ich übrigens auch so meine Probleme: Sojef, der Ba'ku-Anführer, erläutert in der Gefangenenszene auf dem Son'a-Schiff, daß vor einem Jahrhundert eine Gruppe "jüngerer"Ba'ku sich gegen die bestehende Führung wandte und lieber den Weg der Außenweltler folgen wollte... Diese "Wege" waren ja nur aus den Erzählungen der Ba'ku bekannt, schließlich lebten sie ja so zurückgezogen. Ich bin schon mal beeindruckt, daß sie ihr geschichtliches Erbe insofern nicht vernachlässigt haben. Nur, wo kommen wohl die Schiffe und Waffen her bzw. wo kommt die Technologie her, um die Schiffe in die Umlaufbahn zu bringen. Die Ba'ku sind ja vor 309 Jahren auf diesem Planeten gelandet, aktuell sieht man keinerlei Technologie mehr und ich vermute mal ganz stark, daß vor 100 Jahre auch keine, zumindest aber kaum noch funktionierende Technologie vorhanden war bei der Lebenseinstellung der Ba'ku. Beachtenswert ist auch, daß "eine Gruppe", die scheinbar nicht sehr groß war, nicht nur zwei verschiedene Rassen unterwerfen konnte (mit welchen Waffen?), sondern auch Technologie weiterentwickelte. Zu erwähnen ist dabei nicht nur die Genetik und Schönheits-Chirurgie, sondern auf jeden Fall die Produktion des eigentlich nicht reproduzierbaren Ketracel-White für die Jem 'Hadar des Dominion. DAS ist eine ganz schöne Leistung. Ich finde den Hintergrund der Son'a ehrlich gesagt ziemlich an den Haaren herbeizogen und löchrig.

Wie bitte?! Data soll sofort zerstört werden? Setzt einen Menschen an seine Stelle, der einen Nervenzusammenbruch oder was auch immer erleidet, die Beobachtungsstation enttarnt (der Schaden ist also auf dem Planeten schon angerichtet) und dann das Son'a-Schiff mit einem Gleiter (!) attackiert, er würde gefangengesetzt und vor ein Kriegsgericht gestellt, vermute ich mal. Und Data, dem ja auch alle Rechte in der TNG-Serie zugebilligt wurden ("Wem gehört Data"/"The Measure of a Man") wird von Admiral Dougherty sofort und ohne Anhörung zum "Tod" verurteilt? Und Picard fällt nichts anderes dazu ein, als zu sagen: Ok, wenn wir ihn nicht beim ersten Versuch gefangensetzen können, terminiere ich ihn? Picard hat sich doch immer für Datas Rechte eingesetzt, sind diese nicht nur dem Admiral, sondern auch Picard entfallen?. . Also diese Szenen bereiten mir richtig Bauchschmerzen!

Witzig ist Worfs leicht panisches Kopfschütteln auf Picards Anweisung,zu singen, auch wenn er später einstimmt. Michael Dorn kann man leider nicht solo in dieser Szene hören, aber Patrick Stewart und Brent Spiner singen richtig gut Und dann dieses Karaoke-Design ?!

Die Crew des Beobachtungspostens - Föderation und Son'a - sitzen ja bei einem Garten"picknick" mit den Ba'ku, als der Rettungstrupp der Enterprise unter Captain Picard erscheint. Bei dieser Gelegenheit erkennt Anij offenbar noch keinen aus der Son'a-Gruppe, auch nicht Gallatin. Offenbar kann sich auch Gallatin gut verstellen... Was wäre nur passiert, wenn seine Mutter bei diesem Picknick dabeigewesen wäre?

Ein kurzes Gespräch mit dem Captain Picard, es dauert nicht einmal eine Minute, und schon weiß Picard, daß die Ba'ku warpfähig sind und nicht so eine rückständige Gesellschaft, wie die Föderation, nun zumindest die Crew der Enterprise, angenommen hat. Die Son'a wissen es ja besser, ich frage mich nur, wie weit Admiral Dougherty unterrichtet ist ...

Blufft Dougherty oder handelt er - besonders zur Zwangsumsiedlung - tatsächlich auf Weisung des Föderationsrates?! Ich will nur hoffen, daß der Rat aufgrund von gefälschten Berichten von einer freiwilligen Umsiedlung ausgeht und dies jetzt - durch die Enterprise. Auch wenn das "saubere" Bild der Sternenflotte und der Föderation durch die in "Star Trek: Deep Space Nine" geschilderten Ereignisse um Sektion 31 bereits gelitten hat, möchte man doch davon ausgehen, daß solche Aktionen, wie sie mit den Ba'ku geplant sind, nicht vom Rat authorisiert werden.

Armer Gordi, der doppelte Arbeit leisten muß: Er ist mehrfach am Steuer zu finden und zusätzlich im Maschinenraum ...Ich habe übrigens zuerst überlegt, warum Geordi weiterhin seine richtigen Augen statt der Implantate benutzen kann, während die Enterprise E sich vom Planeten entfernt, um mit der Sternenflotte Kontakt aufzunehmen. Aber... die ersten Auswirkungen der regenerierenden Strahlung zeigten sich ja auch wohl schon auf der Enterprise, als sie in den Briar-Patch hineinflog (Troi/Riker, Worfs Verschlafen). Die Strahlung wird also im gesamten Briar-Patch vorhanden sein, nur vermutlich nicht mehr so konzentriert wie am Planeten.

Ich erinnere mich noch deutlich, daß mir im Kino bei der Ausfuhr der manuellen Steuerkontrolle ein Kommentar rausrutschte. Vermutlich war es etwas wie: "Nein, das ist jetzt nicht wahr" oder so. Ein Joystick auf der Enterprise , die modernisierte Version eines Steuerrades Also ich weiß nicht ...

Es ist schon etwas seltsam, daß der Film zu Ende ist und hier nichts über F. Murray Abraham steht. Was soll ich sagen ... Er hat Rua'fo, den Anführer der Son'a, gut gespielt, soweit ich das beurteilen "darf" und kann: ungeduldig, verletzt, wütend. Für mich war es auch kein Problem, ihn unter seiner Maske zu erkennen. Dennoch habe ich den Eindruck, daß Donna Murphy als Anij viel präsenter in dem Film war als F.Murray Abraham. Als "Bösewicht" hat er in "Insurrection" auf mich nicht den Eindruck gemacht wie als Salieri in "Amadeus". Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Abraham mit der Rolle des Rua'fo auch unterfordert war.

Was die Specials angeht


Jonathan Frakes (Schauspieler und Regisseur dieses Films) und Marina Sirtis sind dieses Mal die Kommentatoren. J. Frakes sprach u.a. über Michael Piller Screenplay und daß die Szenen, in denen es um das Ablegen der Waffen und die Zurückweisung der Waffung durch die Ba'ku ging, auf Pillers Einstellung beruhten, der Pazifist war. Auch sei der Joystick eine Idee Pillers gewesen, der damit die Jugendlichen ansprechen wollte. Ich denke mal, diese Idee ging nach hinten los ... Ansonsten war der Kommentar für mich kaum interessant, da die beiden Kommentatoren mehr die Szenen "nacherzählten".

Außerdem gab es beim Bonusmaterial noch den dritten Interview-Teil mit Brent Spiner, in dem es u.a. um sein Verhältnis zu Star-Trek-Fans und zu Conventions geht, sowie ein Special mit Marina Sirtis, die sich zu allen vier NextGen-Filmen äußert. Ich fand diese beiden Clips ganz interessant.

Mit "Insurrection" wurde ich auch beim neuerlichen Sehen nicht warm. Die Son'a als Bösewichte überzeugten mich nicht. Zum einen fand ich ihre Geschichte unglaubwürdig, zum anderen erinnert mich die Maske ständig an schief gelaufene Chirurgie-Experimente.Die ethischen Fragen in diesem Film - Eingreifen in natürliche Entwicklung, Zwangsumsiedlung,  - sind ohne Frage Star-Trek-Themen, aber eine weitere, nämlich die betreffend Datas Status - wurde völlig ignoriert. F.Murray Abraham war als Bösewicht nicht wirklich präsent. Die Flucht auf dem Planeten war nicht sooo aufregend und das Weltraumgefecht mit der Enterprise war zwar nicht schlecht, wurde aber in meinen Augen durch den Joystick ins Lächerliche gezogen. Auch die humoristischen Elemente (Flirt,Worf) konnten den Film für mich nicht mehr "retten".Alles in allem ein Star-Trek-Film, den ich mir alle Jubeljahre mal ansehen werde, mehr aber auch nicht ...

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