Sonntag, 25. Juli 2010

"Eine Frau - ein Bus" von Doreen Orion


Dieses Buch ist irgendwann im Verlauf dieses Jahres auf meinem TuB gelandet. Und ich habe es im Rahmen meiner TuB-Abbau-Challenge II/2010 "Weltreise - 5 Länder - 5 Bücher" gelesen. Ich bin also in den USA gestartet und mit diesem Buch auch gleich etwas herumgekommen.

Worum geht es?
Doreen und Tim Orion führen eine wunderbare Ehe, auch wenn die beiden unterschiedlicher kaum sein könnten. Bis Tim eine Idee hat: Er will in einem umgebauten Bus durch die USA reisen ... Bis heute weiß Doreen nicht, wie Tim – ein echter Naturliebhaber – sie zu diesem Abenteuer überredet hat. Wahrscheinlich mit einem Trick – wie damals bei ihrem ersten Date. Schon bald jedenfalls sitzt die kapriziöse Shopping-Prinzessin mit Schuhtick in einem zum Camper umgebauten Bus und reist mit ihrem Mann kreuz und quer durch die USA. Mit an Bord: ein Riesenpudel und zwei eigenwillige Katzen.

Nachlese
Die Tour durch die Staaten der USA, z.B. New Mexiko, North Carolina, Louisiana, Texas,  Alaska  etc. beschreibt Doreen Orion locker-flockig mit Humor und Selbstironie. Doreen und Tim Orion sind beide Psychiater, er betreibt eine Praxis, sie arbeitet für Versicherungen etc. zu Hause und bezeichnet sich selbst als verwöhnte Long-Island-Prinzessin mit Vorliebe für geschlossene Räume. Dennoch schafft es ihr Ehemann, sie zu der einjährigen Auszeit zu überreden, die sie durch diverse Staaten der USA zu Sehenswürdigkeiten, Verwandte und Freunde führen wird. Dabei lernt die Autorin nicht nur, Gewohnheiten abzulegen und ihren Lebensinhalt neu zu bewerten, sondern das Ehepaar frischt die Beziehungen zu Verwandten und Freunden auf und vertieft sie.

Obwohl das Buch diverse Orte erwähnt, die Autorin über Probleme mit dem Bus, die Erfahrungen mit den Buscampingplätzen, Wanderungen durch Naturparks, Vogelbeobachtungen etc. berichtet und im Anhang sogar Adressen und Telefonnummern genannt werden, ist es kein Reiseführer. Dafür sind die Betrachtungen zu subjektiv (Long-Island-Prinzessin) und nicht umfassend genug. Schließlich handelt es sich um ein Buch von nur 384 Seiten. Und auf diesen Seiten erzählt die Autorin auch darüber, wie sie ihren Mann kennengelernt hat, wie die Abschiedsparty daheim verlief, wie die Tiere - keine gekauften Zuchttiere - bei den Orions einzogen, was bei den Verwandten und Freunden passierte, welche neuen interessanten Bekanntschaften gemacht wurden etc. Und - wie bereits angesprochen - legt die Autorin ihre Gedanken dazu dar, wie sich ihre Wahrnehmungen und ihre zu Beginn der Reise bestehenden Bedürfnisse im Verlauf des Jahres ändern.

Die Autorin stellt sich vordergründig oberflächlich dar... Diese Eigendarstellung verbunden mit dem vom Leser natürlich subjektiv empfundene Sprach- und Wortwitz ist bestimmt verkaufsfördernd, was wohl nicht von ungefähr kommt. Schließlich ist die Autorin langjährige Psychiaterin ;) Und obwohl sie auf ihre veränderten Werte eingeht und Verhaltensmuster schildert (teilweise wiederholend), wird dieser Aspekt im Buch nicht weiter vertieft; ich vermute, um die gewisse Leichtigkeit und Spritzigkeit des Textes zu erhalten.Im Gegensatz zu dem gerade von mir gelesenen "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling hat mich dieses fehlende Vertiefen hier etwas ... nicht wirklich gestört, aber irritiert, gerade weil die Autorin Psychiaterin ist. 

Ich fand "Eine Frau - ein Bus" amüsant und leicht, mehr aber auch nicht.

Kommentare:

  1. "amüsant und leicht, mehr aber auch nicht"

    Also ein Buch, das okay war, das man aber wohl nicht noch einmal lesen würde - und welches irgendwann sogar aus der Erinnerung schwindet?

    Das hört sich zwar nett an, aber zum Glück nicht so, als ob es mich reizen könnte. :D

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  2. ... Ok, falls ich mal dazu kommen sollte, irgendwie durch die USA-Staaten zu touren, würde ich es vielleicht noch einmal herausholen .. Aber Du hast es richtig erfaßt, Winterkatze, nochmal lesen muß nicht sein ;)

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