Freitag, 23. Juli 2010

"Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu" von Hideo Okuda



Über dieses Buch bin ich gestolpert, weil ich aktuell bei Buchneuerscheinungen eine Ankündigung für "weitere Fälle" gefunden hatte. Und da dachte ich, ich fange am Anfang an, zumal ich es auch als preisreduziertes Mängelexemplar bekam.

Worum geht es? 
Zum Beispiel der Bandenboss, der an einer Phobie vor spitzen Gegenständen leidet oder der Baseballspieler, der die Kontrolle über den Ball verloren hat, landen in der Praxis des Psychiaters Dr. Irabu. Und sind sofort irritiert. Ist Dr. Irabu wirklich ein Psychiater oder ein Patient? Sein Auftreten und seine Methoden sind sehr merkwürdig ...

Nachlese
In diesem Taschenbuch berichtet Hideo Okuda in fünf Geschichten von den Methoden seines Dr. Irabu. "Das Trapez" handelt von einem Artisten, welcher der Meinung ist, sein Fänger lasse ihn absichtlich abstürzen. In "Der Igel" geht es um den eingangs erwähnten Bandenboss, der nicht einmal mehr den Anblick einer spitzen Eckkante erträgt. Ein Kollege sucht Dr. Irabu in "Die Perücke" auf, weil er inzwischen nicht mehr seine Bewegungen kontrollieren kann: Sieht der seinen Schwiegervater mit Perücke, will er sich auf ihn "stürzen" und ihm diese herunterreißen. In "Hot Corner" dagegen kann ein Profi-Baseballspieler den Ball nicht mehr werfen, während in "Die Schriftstellerin" eine Autorin mit Erbrechen und ständiger Recherche in ihrer eigenen Werken zu kämpfen hat.

Okuda schildert aus Drittperspektive die aktuelle Situation der zukünftigen Patienten. Diese stehen natürlich im Mittelpunkt der Kurzgeschichte, so daß ihre eigene Sicht und ihre eigenen Überlegungen den Hauptbestandteil der Story bilden, insbesondere, sobald sie erstmals mit Dr. Irabu zusammengetroffen sind. Letzterer hat offensichtlich einen Spritzenfetisch (Vitamine für alle) und bespricht die Fälle weniger in seiner Praxis. Vielmehr besucht er z.B. den Trapezkünstler im Zirkus und versucht selbst, am freischwingenden Trapez zu turnen. Bei anderer Gelegenheit spielt er spitzbübische Streiche gemeinsam mit dem Patienten ... Ob dies nun sooo ungewöhnlich ist, wie der Autor es darstellt, kann ich nicht beurteilen. Ich habe keine Kenntnisse darüber, wie es in neurologischen Praxen zugeht und Therapien umgesetzt werden. Bei Phobien ist es z.B. wohl nicht so seltsam, daß man mit ihnen konfrontiert wird.

Dennoch, die Geschichten waren kurzweilig und unterhaltsam, ab und an schmunzelte ich sogar. Überbordende Komik habe ich allerdings nicht gefunden ... Nun, Humor ist aber auch sehr persönlich. Dafür schafft es der Autor aber, den zukünftigen Patienten trotz Kurzgeschichtenform Präsenz zu verleihen, während Dr. Irabu seine Konturen über die Wahrnehmung durch die Patienten erhält. Das fand ich schon gelungen.

Im Ergebnis kann ich auf einen KAUF der "weiteren Fälle" verzichten; in der Form einer Leihgabe würde ich sie allerding mit Neugierde lesen :)

Kommentare:

  1. Nach deiner Beschreibung würde ich das Buch auch eher in die "irgendwann mal leihen, weil es seltsam zu sein scheint"-Kategorie stecken und nicht auf die "irgendwann unbedingt kaufen, weil es sich so gut anhört". ;) Ich glabue, ich hätte auch ein Problem die erzählten Szenen in dem Umfeld richtig einzuordnen. Aber immerhin hat dich das Buch ab und an zum Schmunzeln gebracht, und das ist doch auch schon mal was. ;)

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  2. Deine Einschätzung paßt schon, Winterkatze :) Also die Geschichte mit dem Bandenchef und der Spitzenphobie (Tischecken!) war schon skurril und zum Schmunzeln geeignet *g*

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