Freitag, 11. Juni 2010

"Star Trek Vanguard Bd. 2 - Rufe den Donner" von Dayton Ward und Kevin Dilmore


Ach ja, Star Trek :) Den Roman habe ich übrigens schon im Mai gelesen, aber es fehlt ja noch die Nachlese.

Vorab aber eine kleine Spoilerwarnung

Bei diesem Roman handelt es sich um die Fortsetzung von "Der Vorbote" (klick). Wer also diesen ersten Band noch nicht gelesen hat, sollte möglicherweise gar nicht oder nicht so genau den nachfolgenden Text durchgehen ...

Worum geht es: 
Bekanntlich wird die Raumstation Vanguard, die sich in der Taurus-Region zwischen dem klingonischen und dem tholianischen Reich befindet, von Commodore Reyes kommandiert. Die Spannungen zwischen diesen beiden Reichen nehmen zu, besonders, weil deren Schiffe von einem ominösen Feind angegriffen werden. Die generell mißtrauischen Klingonen verdächtigen die Tholianer, die xenophoben Tholianer die Klingonen... Oder ist es vielleicht die Föderation? ... Kann die Vanguard-Crew verhindern, dass die Taurus-Region zu einem Kriegsgebiet wird? Daneben bemühen sich die Wissenschaftler der Sternenflotte weiter, hinter das Geheimins der Taurus-Region zu kommen. Während der Forschungen auf dem Planeten Erilon an dem dort unterirdisch verborgenen Artefakt erscheint ein außerirdisches Wesen ...

Nachlese
Bei Band 1 habe ich ja etwas darüber gemurrt, daß sich die Story durch die ganzen liebgemeinten, aber die Handlung nicht vorantreibenden, Querverweise auf die Classic-Serie verlangsamte. Die Autoren Ward und Dilmore - beide bereits erfahren im Trek-Autoren-Universum - erzählen straffer. Die Handlung wird effektiver vorangetrieben, obwohl es Rückblenden auf "Der Vorbote" gibt. Hilfreich ist natürlich, daß Gefechte auf dem Planeten und im All stattfinden, die Shedai-Wanderin aktiver wird und auch wissenschaftlichen Erkenntnisse gewonnen werden :) Außerdem taucht ein neuer Mitspieler auf und beäugt mißtrauisch die Aktivitäten der Förderation, der Klingonen und der Tholianer.

In der Nachlese zu Band 1 habe ich auch erwähnt, daß mich das Grund-Setting stark an Deep Space Nine erinnert. Dies stimmt zwar, aber mit diesem Teil (und jedem weiteren) wird deutlich, daß Vanguard eine eigenständige Serie ist. Die Akteure, der größere Handlungsbogen um die Shedai, natürlich auch die Zeit, in der die Romanserie angesiedelt ist, nehmen spürbar einen anderen Raum im Star-Trek-Universum ein.

Ich muß aber auch sagen, daß mich einige Dinge in "Rufe den Donner" gestört haben. Zwar reiten diese beiden Autoren nicht mehr ganz sooo ausgiebig auf den neuen Uniformen für die weiblichen Mitglieder der Sternenflotte herum wie es in Band 1 geschah, aber erwähnenswert sind sie allemal. Und daß z.B. Reyes Beziehung zu Desai auf "die Frau, mit der er die Nächte verbringt" beschränkt wird, ist in meinen Augen auch nicht gerade glücklich formuliert, davon abgesehen, daß die Beziehung gerade nicht nur auf sexueller Ebene existiert. Eine ähnliche "Reduzierung" findet später auch hinsichtlich der Beziehung des Reporters Pennington zu Oriana statt, was dieser Beziehung ebenfalls nicht gerecht wird. Daß mir das etwas aufstößt, mag daran liegen, daß ich eine Frau bin, aber es ist ja schließlich auch meine Nachlese, nicht wahr :)

Dann gibt es da noch diese kleinen, hm Widersprüchlichkeiten.
- ein Fähnrich, der seltsamerweise von den Artefakten weiß bei der ganzen extremen Geheimhaltungspolitik
- Pennington, der zunächst NICHT wegen Orianas Tod weitere Nachforschungen zur USS Bombay anstellt, sondern wegen der Vertuschungsaktion der Sternenflotte, dann aber DOCH nur wegen Orianas Tod, den er aufklären will, weiter recherchiert (hätte man nicht einfach sagen können, daß ihn beides motiviert ?)

- ein Tellarit, der offenbar einen sehr guten Mediator abgibt *grübelt*
- Tholianer, die meinen, daß die Region generell nicht kolonisiert werden sollte, aber nur eine der kolonisierenden Mächte attackieren
...
Und daneben das Gewimmel von Rechtschreib- und Grammatikfehlern *stöhnt* Manche Sätze waren ohne zwei Mal lesen und zusätzliches Einsetzen von Pronomen ohne Sinn. Es ist wirklich schade, wenn man während der Lektüre regelmäßig die Augen verdreht und denkt: "Himmel, das hätte man doch sehen müssen!" Ich kann nur hoffen, daß diese Fehler in einer zukünftigen Auflage ausgemerzt werden...

Abgesehen von diesem offensichtlichen Lektoratsproblem war "Rufe den Donner" recht spannend und unterhaltsam. Und die Autoren haben genug lose Enden für den nächsten Band hinterlassen, dessen Nachlese demnächst folgt ...

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