Sonntag, 13. Juni 2010

"Star Trek Vanguard Bd. 4 - Offene Geheimnisse" von Dayton Ward


Dies ist der vierte Roman, der in der Star-Trek-Vanguard-Serie erschienen ist, gelesen habe ich dieses Buch bereits im Mai 2010. Auch hier gibt es erneut eine

Spoilerwarnung. 

Ich bin weiterhin der Meinung, daß man die ersten drei Romane der Serie "Der Vorbote"(klick) und "Rufe den Donner" (klick) sowie "Ernte den Sturm"(klick) vorher gelesen haben sollte. Man kann auch diesen Roman als Einzelband lesen, aber ... es entgeht Euch doch recht viel ;)

Worum geht es?
Auf der Sternenbasis Vanguard übernimmt ein neuer Kommandant die Führung, während sich sein Vorgänger Commodore Reyes vor Gericht verantworten muß. Daß er einen Bericht des Reporters Tim Pennington lancierte, bleibt natürlich nicht ohne Folgen für ihn. Unterdessen kämpft die Geheimdienstoffizierin T'Prynn um ihr Leben und ihren Verstand, geht die Erforschung der Taurus-Region voran und eskalieren die Spannungen mit den Klingonen.

Nachlese
Dayton Ward wird bei der mir vorliegenden Ausgabe allein als Autor auf dem Cover genannt. Auf dem Vorblatt wird jedoch angedeutet - und in Wards Nachwort auch bestätigt, daß der Roman auf einem von Dayton Ward und Kevin Dilmore konzipierten Entwurf beruht. Offenbar sind auch einige Kapitel von Kevin Dilmore geschrieben worden, bevor er aus privaten Gründen diese Arbeit abbrechen mußte.

Keine Ahnung, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, daß insbesondere die ersten Kapitel von K. Dilmore stammen. Es wäre aber eine Erklärung dafür, daß dort gehäuft ...hm... verwinkeltere Satzkonstruktionen im Gegensatz zum weiteren Roman auftauchen ...

Davon abgesehen, ist dieser Roman ruhiger als sein Vorgänger, was aber kein Manko ist. Dayton Ward konzentriert sich zum einen auf die Vorbereitung und Durchführung des Militärverfahrens gegen Commodore Reyes. Ich bin ein Laie in militärischer Gerichtsbarkeit. Die paar Folgen aus der Serie "JAG", die ich vor ein paar Jahren gesehen und fast schon wieder vergessen habe, dürften mich wohl kaum für eine entsprechende Bewertung qualifizieren. Aber für mich war der geschilderte Ablauf zumindest so schlüssig, daß ich ihn Dayton Ward abgenommen habe. Daneben geht es auch um die politischen Auswirkungen, die die Reportage Tim Penningtons für die Region hat: Die Spannungen mit den Klingonen verstärken sich, es gibt einige Gefechte und ... Klingonen machen durchaus Gefangene, wenn sie von Nutzen für sie sind, z.B. für eigene Forschungen hinsichtlich der Shedai-Artefakte. Denn auch auf wissenschaftlichen Gebiet werden neue Erkenntnisse gewonnen, aber natürlich auch wieder neue Fragen aufgeworfen. Interessant wird es zudem, weil die die wissenschaftliche Station auf Vanguard erneut einen neuen Mitarbeiter erhält ...

Daneben führt Dayton Ward der Handlungsbogen um T'Prynn fort, die im letzten Band zusammengebrochen ist und seitdem im Koma liegt. Dies ist auch der Handlungsbogen, mit dem ich meine größten Probleme hatte, obwohl er durch den Bezug zu Vulkan eigentlich fesselnd geschrieben ist. Der Autor läßt nämlich den Arzt Dr. M'Benga nicht nur T'Prynns Zustand gegenüber Tim Pennington erläutern, sondern läßt Pennington den Arzt auch noch nach Vulkan begleiten ... Das finde ich total unglaubwürdig. Aus meiner Sicht verstößt Dr.M'Benga zunächst einmal gegen seine ärztliche Schweigepflicht. Dann ist T'Prynn Geheimdienstoffizierin und soll nach Erwachen aus dem Koma angeklagt werden, vermutlich gibt es also auch noch Interessen der Sternenflotte. Außerdem sind die Vulkanier als eine Rasse eingeführt, die sowieso schon sehr ...hm... ihre Privatsphäre schützen, was auf TPrynn noch besonders zutrifft, wie der Leser aus den Vorbänden erfährt. Und da soll ich glauben, daß Pennington nicht nur die privaten Informationen betreffend T'Prynn und Sten erhält, sondern zudem mit in diese vulkanische Enklave darf, um den dortigen Heilungsversuchen zuzuschauen? Ähm...nein.

Ich habe über Penningtons Teilnahme nur den Kopf geschüttelt, diesen Charakter hätte der Autor besser in dem Handlungsbogen weglassen sollen. Das hat mich schon geärgert. Kein Schnitzer, aber psychologisch unglücklich habe ich auch den Prolog empfunden. Wer die Classic-TV-Serie kennt, weiß nämlich nach dem Prolog bereits, wie ein Erzählstrang im Roman ausgeht, die Spannung ist insofern natürlich sofort bei zero angelangt.

Der Autor hat sich meiner Auffassung nach erfolgreich selbst Beine gestellt. Das ist schade, denn der vierte Band ist grundsätzlich interessant geschrieben.

Nachbemerkung
Ich mußte während einer Szene an einen gewissen Shakespeare zitierenden Klingonen aus dem Film "Das unentdeckte Land" denken, fand ich nett ;)

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