Dienstag, 29. Juni 2010

"Das Wolkenvolk Bd 3 v 3 - Drache und Diamant" von Kai Meyer



Nachdem ich in zwei weiteren privaten Theme-Partys eher redete, als las :), habe ich die letzten 100 Seiten von Band 3 der Wolkenvolk-Trilogie am nächsten Tag allein zu Ende gelesen. Die Nachlese zu Band 1 - Seide und Schwert - findet Ihr hier (klick), diejenige zu Band 2 - Lanze und Licht - hier (klick).

Auch Band 3 habe ich mir übrigens aus der Bibliothek ausgeliehen.

Da hier jetzt die Nachlese für den dritten und letzten Band der Wolkenvolk-Geschichte handelt, gibt es auch an dieser Stelle eine

Spoilerwarnung.

Wie schon zu Band zwei angemerkt: "Drache und Diamant" setzt die Geschichte um Niccolo, Alessia, Nugua, Feiqing, Wisperwind, Li und Mondkind fort. Bevor Ihr Euch also weiter in diese Nachlese vertieft, sollten vielleicht die Vorbände gelesen werden :)

Worum geht es:
Band zwei endete damit, daß sich im Grunde alle Charaktere auf der Erde zu den Heiligen Höhlen im Himmelsgebirge begeben, sofern sie nicht schon da sind, wie Nugua, die Drachen, Mondkind und Niccolo. Mondkind wird von den Drachen in einen Heilschlaf versetzt, der sie aus der Sucht nach dem reinen Mondlicht und damit aus der Gewalt des Äthers, der Mondkind süchtig gemacht hatte, befreien soll. Nugua und die Drachen wissen aber nicht, daß sich auch Niccolo dem reinen Mondlicht ausgesetzt hat. Daß dies nur von kurzer Dauer war, ist nicht etwa Niccolos Entscheidung gewesen, sondern dem eingreifenden letzten Xian Guo Lao zu verdanken. Die Drachen bewachen und verteidigen derweil in den Heiligen Höhlen einen ganz besonderen Schatz, auf den es der Äther abgesehen hat. Es ist ein Dilemma, denn mit den Drachen, die den Äther ausatmen, weiß letzter nunmehr auch, wo dieser Schatz zu finden ist. Und er hat Verbündete, in den Höhlen und auch außerhalb. Dazu kommt noch die Ungewißheit, ob Niccolo, der niemanden etwas von seinem Bad im Mondlicht erzählt hat, nun ebenfalls den Einflüsterungen des Äthers unterliegt ...
Wisperwind und Feiqing dagegen sind mit den chinesischen Geheimen Händlern unterwegs und entdecken ein Wrack. Während dessen Untersuchung werden sie von Jurus angegriffen, den bereits aus Teil 2 bekannten Felsenwesen. Unterdessen tauchen in der Luft verfeindete russische Geheime Händler auf ...
Alessia stellt nach ihrer Befreiung fest, daß die Wolkeninsel wieder steigt und sich bewegt: Der Schattendeuter Carpi soll dieses Wunder bewirkt haben. Der Äther fließt!. Alessia sucht noch einmal die Pumpenstation auf in der Hoffnung, daß sich das Ätherfragment nicht verändert hat und ihr sagen kann, was der Äther plant ...

Nachlese:
Mit diesem dritten Band wird die Geschichte um den Äther, das Wolkenvolk, die Drachen, Nugua, Wisperwind und Feiqing zu einem Ende gebracht ...

Wenn ich ehrlich bin, war ich froh, als ich das letzte Wort dieses Buches gelesen hatte. Nach meinem Empfinden hat der Autor zu viel Füllmaterial verwendet, um den Höhepunkt der Geschichte herauszuzögern. Ok, er ist Geschichtenerzähler, er muß, soll und darf den Spannungsbogen seiner Geschichte aufbauen. Aber ich darf mich trotzdem fragen

- neuerliche Spoilerwarnung! 
Ich gehe auf Handlungsdetails, auch zum Romanende, ein! - 

warum ich sich ständig wiederholende Kampfbeschreibungen lesen durfte. Ich weiß inzwischen, wie Wisperwind und Mondkind im allgemeinen kämpfen, hier hätte aus meiner Sicht die Geschichte häufig gestrafft werden können. Die Beschreibung der Drachenkämpfe war dagegen durchaus interessant. Aber die Drachen waren nicht die einzigen, die gegen Jurus kämpften, und ähnliche Schlachtbeschreibungen verlängerten nur die Handlungsbögen anderer Charaktere. Ich habe mich auch gefragt, was das in Band zwei erwachte Volk der Riesen denn nun eigentlich mit der Geschichte zu tun hatte und warum es kapitelweise Schlachtengetümmel gibt, aber nur ein zwei- oder dreiseitiges Gespräch zwischen Alessia und dem Ätherfragment dazu,was der Äther will, ob das Ätherfragment etwas tun könne und ob bzw.wie es zur Aktion überzeugt werden kann. Das fand ich recht ... unbefriedigend.

Mich störten auch andere Kleinigkeiten. Mondkind, zum Beispiel, gerät nach einem längeren Heilschlaf sehr schnell und dann so vollständig unter dem Einfluß des Äthers, daß nicht einmal Niccolo sie mehr erreichen kann. Niccolo dagegen widersteht den Einflüsterungen des Äthers die ganze Zeit. Ok, er war nur kurz dem Mondlicht ausgesetzt, aber dafür war er in der "Herzkammer" mit Massen an Äther ausatmenden Drachen und in den mit Äther übersättigten Höhlen. Oder der Handlungsbogen mit dem Ätherfragment:  Wenn der Äther doch wieder floß, sollte sich doch wenigstens eine kleine Vermischung ergeben haben? Schließlich waren sie mal eins, kann sich einer von dem anderen wirklich so vollständig abgrenzen,daß eine Vermischung vermieden wird?

Aber im dritten Band hat Kai Meyer es noch einmal geschafft, mir eine deutliche Reaktion auf eine Figur zu entlocken (im ersten Band hatte ich ja Yaozi sofort ins Herz geschlossen, die übrigen Charaktere waren ... naja, sie waren da. Auch im zweiten Band hatte sich daran nichts geändert). Als ich im dritten Band jedoch zu der Szene kam, in der Nugua Niccolo von der Wirkung des Heilschlafes erzählt und dies dann in einen Streit ausartet, empfand ich Niccolo als arrogant und regelrecht bösartig. Ab diesem Moment wurde Niccolo nicht nur "lebendig" für mich, sondern hatte sofort sämtliche möglichen Sympathien meinerseits verloren. Auch der Fortgang der Geschichte änderte hieran nichts ;)
Wenn ich mir das Ende so anschaue, hat Kai Meyer sich Raum für für Fortsetzungen gelasssen. Möglicherweise wird Herr Meyer zukünftig noch erzählen, wie die Geschichte einiger Charaktere weitergeht (Wisperwind- ich hatte schon während des zweiten Bandes überlegt, ob Wisperwind eine Xian werden könnte, aber die Götter sind ja irgendwo hin entschwunden -, Drachen, Äther? *lach*). Und möglicherweise wird er auch noch eine Vorgeschichte darüber schreiben, wie und warum das Wolkenvolk auf die Wolkeninsel kam und was es mit dem Zeitwind auf sich hat...

Mit Blick auf die drei Bände muß ich sagen, daß der erste Band mich sehr fasziniert hat und Band zwei und drei dagegen abfielen. Es ist wirklich eine fantastische Welt, die Kai Meyer hier erschafft, voller Magie, Abenteuer, Liebe, Freundschaft ... Ich denke nur, die Geschichte hätte straffer in zwei Bänden erzählt werden können.

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