Samstag, 8. Mai 2010

"Kennen wir uns nicht" von Sophie Kinsella



Dieses Buch fiel mir heute im örtlichen Weltbildladen in die Hände. Ok, ich gebe es zu: Ich habe für das Regebogen-Lesen ganz gezielt nach einem Buch mit einem gelben Cover geschaut und dachte dann, als ich dieses Taschenbuch sah: Ok, es ist gelb und Du kannst mal austesten, ob Dir die "Kinsella"-Romane zusagen.

Worum geht es:
Als Lexi Smart nach einem Unfall im Krankenhaus aufwacht, erleidet sie einen Schock: Die letzten drei Jahre sind komplett aus ihrer Erinnerung gelöscht und sie erkennt sich selbst nicht wieder. Die junge Frau mit dem Mercedes, dem Chefposten und dem schwerreichen Ehemann soll sie sein? Offenbar führt sie ein tolles Leben. Seltsam nur, daß sie mit ihren alten Kolleginnen im Streit liegt und ihre neue beste Freundin ein Hohlkopf ist. Und dann taucht auch noch ein höchst attraktiver Mann auf, der etwas Unglaublichen behauptet. Wie soll Lexi dieses Chaos in Ordnung bringen? Und wird sie je wieder herausfinden, wer sie wirklich ist?

Nachlese
Gelesen habe ich die Taschenbuchausgabe aus dem Goldmann-Verlag in der Übersetzung von Jörn Ingwersen.

Die Geschichte wird aus Lexis Sicht erzählt und beginnt 2004, als Lexi mit ihren drei Freundinnen vor einem Karaoke-Club auf ein Taxi wartet und ausrutscht. Break. Lexi wacht, wie sie feststellt, im Krankenhaus auf und bemerkt, daß ihr die letzten drei Jahre fehlen. Locker flockig aus Sicht der Protagonistin geht es jetzt weiter: ihr Ehemann erscheint, Bekannte und Freunde, es geht in ihr Heim, zu ihrer Arbeitsstelle ...

Wie gesagt: Die Autorin schreibt bzw. bzw. die Übersetzung ist locker flockig. Der Roman ist leichtgängig. Ich habe das 410 Seiten umfassende Taschenbuch an einem Nachmittag durchgelesen. Ein Schmunzeln stahl sich bei ein paar Kommentaren von Lexis Schwester Amy auf mein Gesicht und auch, als ich erfuhr, was es mit dem "Montblanc" auf sich hat. Lexi ist zwangsläufig charakterlich besser ausgearbeitet und ja, man kann zu den übrigen Figuren sagen, daß der Leser sie mit Lexi "neu" kennenlernen muß. Das wäre eine Erklärung für deren schwachen Background, jedoch nicht für die stereotypischen Verhaltensweisen der "love interests", Kollegen und selbst der Freundinnen. Amy fand ich in ihrer jugendlichen Direktheit zumindest erfrischend.

Hm, die Autorin wird als "Königin der romantischen Komödie" angepriesen. Ich muß alledings sagen, daß ich diesen Roman weder besonders romantisch noch witzig fand. Er war durchschnittlich unterhaltsam und vorhersagbar: Letzteres liegt möglicherweise einfach am Genre und dessen "Spielregeln". Das kann ich nicht beurteilen, da ich kaum etwas aus dem Chick-Lit-Genre gelesen habe, jedenfalls erinnere ich mich momentan an kein entsprechendes Buch ... Ich glaube aber, es gibt noch eines in meinem TuB, was allerdings auch gern noch etwas dort bleiben darf ;)

Kommentare:

  1. Soso, du fandest das also nicht so toll...
    Ich kenns noch nicht, steht aber auf meiner Wunschliste, weil ich auch erst kürzlich meinen ersten Kinsella ("Sag´s nicht weiter, Liebling") gelesen habe, nachdem ich ja jahrelang einen großen Bogen um die Bücher gemacht habe. Im Gegensatz zu dir war ich von dem Buch allerdings nicht nur positiv überrascht, sondern sogar voll begeistert, obwohl ich eigentlich auch kein Chick-Lit-Leser bin.
    LG, Evi

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  2. Möglicherweise habe ich einfach den "falschen" Kinsella erwischt. Es mag ja einer ihrer schwächeren gewesen sein, wer weiß :) Bei Amazon hat mehr positive Kritiken erhalten, vielleicht liegt es also auch an mir ;)

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  3. Kinsella liest sich im Allgemeinen auf Englisch wesentlich amüsanter als auf Deutsch, vielleicht solltest du es mal im Original versuchen? Weit amüsanter (und das sage ich, als Kinsella-Vielleserin) sind ihre Romane aus der Shopaholic-Serie. Wenn du mal in Stimmung bist, kannst du ja da mal den ersten Band versuchen :)
    lg Chil

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  4. Ja, ich kann mir gut vorstellen, daß der "Witz" durch die Übersetzung leidet. Vielleicht komme ich auf Deine Anregung zurück und besorge mir mal den ersten Shopaholic-Band gebraucht auf englisch, so testweise :)

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  5. Hi Süße,

    ich bin absoluter Kinsella Fan. Allerdings muss ich sagen, das dieser mir bis jetzt am schlechtesten von allen gefallen hat. Die Shopaholic Serie ist einfach göttlich und auch "Sag´s nicht weiter, Liebling" sind meine absoluten Favoriten von ihr. Habe sie alle auf Deutsch und schon mehrmals gelesen. Vielleicht solltest du denen noch eine Chance geben ;-)

    Lg
    Melli

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  6. Also bei Kinsella scheint es sehr geteilte Meinungen zu geben. Die einen finden die Shopaholic-Serie gut, die anderen gar nicht, denen gefallen dann dafür die Einzel-Bücher besser. Hmm.
    Ich könnte jetzt ehrlich gesagt von der Thematik her eher nicht zu den Shopaholic-Fans gehören, denke ich. Werde es aber irgendwann vielleicht auch mal versuchen, falls ich eines günstig gebraucht kriege.

    Was den Stil und den Witz betrifft, muss ich direkt auch mal eins auf englisch lesen, am besten, das, das ich bereits gelesen habe, so habe ich den direkten Vergleich. Ich fand die Sprache nämlich toll, und den Witz auch, hab fast die ganze Zeit gegrinst.

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  7. Ich denke, ich werde meinen aktuellen Eindruck erst einmal sacken lassen ... Wie schon gesagt, vielleicht mal eine gebrauchte Ausgabe in englisch so als 2. Chance ... ;)

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  8. Die Shopaholic-Reihe finde ich spitze.
    Meine Ma hat Teil 1 mal von einer Kollegin geborgt bekommen, doch sie hat das Buch irgendwie nur in der Küche rumliegen lassen.
    Eines Nachmittags kam ich von der Schule, habe mich an den Tisch gesetzt und das Buch dann in einem Zug durchgelesen.
    Ich glaube, da war ich etwa 13 Jahre alt :D
    Mein erster 'richtiger Frauenroman', sozusagen.
    Becky ist einfach herrlich.
    Wenngleich auch gewiss kein Vorbild.
    LG

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  9. Ich merke schon, der erste Band der Shopaholic-Reihe wird mir wärmstens ans Herz gelegt :D

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