Dienstag, 11. Mai 2010

"Die Meisterin" - Die Gilde der schwarzen Magier 03 von Trudi Canavan


Im Rahmen einer privaten Leserunde habe ich nach Teil 1 und Teil 2 nun auch Teil 3 der Gilden-Magier-Reihe gelesen. Ich bin der Meinung, daß man diese beiden Teile auch vorher lesen sollte. Teil 1 und Teil 2 sind jeweils noch allein verständlich. Teil 3 fügt vieles zusammen, wiederholt aber auch etliches aus den Vorbänden, was ein gewisser Reizfaktor war ... Aber hierzu später. Vorab wollte ich noch sagen, daß inzwischen Teil 4 existiert und ein Teil 0 (TB erscheint im Oktober 2010), wenn man so will.

Wer also Teil 1 und 2 noch nicht kennt, erhält hiermit eine

SPOILERWARNUNG!

Worum geht es:
Sonea hat viel gelernt, seit sie in die Gilde aufgenommen wurde. Sie hat sich den Respekt der anderen Novizen verschafft und sie bereitet sich vor, ihre Ausbildung zu beeenden, um einen Platz unter den Magiern der Gilde einzunehmen. Sie absolviert weiterhin ihre Ausbildung unter den wachsamen Augen des Hohen Lords Akkarin, von dem sie weiß, daß er die Gesetze der Gilde gebrochen hat. Um ihre Lieben zu schützen und weil sie nicht weiß, wie stark Akkarin wirklich ist, schweigt sie. Dann aber erfährt sie von Akkarin, daß eine große Gefahr Kyralia bedroht. Spricht er die Wahrheit? Und was ist Sonea bereit zu tun, falls Akkarin recht hat?

Nachlese:
Wie Teil 1 und Teil 2 handelt es sich bei "Die Meisterin" um eine broschierte Taschenbuchausgabe des cbt-Verlages, erneut in der Übersetzung von Michaela Link. Entsprechend den Vorbänden gibt es Einschlaghilfen, auf denen das Königreich Kyralia mit den angrenzenden Ländern Elyne, Sachaka abgebildet ist ergänzt um eine eingeschobene Karte zu den Vin-Inseln und Lan. Außerdem gibt es auch auf den Vorblättern zwei weitere Pläne (die Stadt Imardin und die Übersichtskarte der Magiergilde zu Kyralia). Und erneut ist die im Cover abgebildete Gestalt jedem Buchteil und jedem Kapitel vorangestellt und auch diesem Romantext schließt sich ein informatives Glossar an.

Natürlich behält die Autorin ihren grundsätzlichen Erzählstil bei. Auch in diesem Band werden die Ereignisse aus der Sicht verschiedener Akteure geschildert: Sonea, Rothen, Lorlen, Dannyl und Cery.

Mich hat es ja gefreut, daß Cery wieder mehr in den Blickpunkt rückte, nachdem er - in meinen Augen - von T.Canavan im  zweiten Teil sehr vernachlässigt wurde. Er spielte in Teil 1 eine wichtige Rolle, tauchte in Teil 2 nur ein- oder zweimal auf und ist in Teil 3 sehr präsent. Schade, daß seine Figur so ein "Auf" und "Ab" erfährt.

Die Autorin beantwortet in Bd. 3 die Fragen, die bezüglich höherer Magie, Akkarin,Takan, Dannyl und Tayend aufgeworfen wurden und der Leser erfährt auch mehr über Sachaka und die dort existierenden Strukturen. Cery erhält eine interessante Unterstützung. Die Story wurde nur leider durch häufige Wiederholungen immer wieder verlangsamt. Soweit die Autorin die Vorgänge aus den Vorbänden aufgreift und kurz zusammenfassend als Erinnerung einfließen läßt, ist das auch völlig in Ordnung. Schließlich lagen zwischen den ursprünglichen Veröffentlichungen ja nicht nur ein paar Wochen. Aber daß auch die Ereignisse des dritten Bandes mehrfach gegenüber verschiedenen Figuren wiederholt werden, war nervtötend. Zwar mußte die Autorin diesen Romancharakteren die Information zugänglich machen, aber die "Übermittlung" wäre auch anders möglich gewesen.

Auch weitere Dinge, von denen ich ein paar nach der folgenden Spoilerwarnung nenne, störten mich bei diesem Band. Dennoch: Alles in allem war dieser Roman gut zu lesen, unterhaltsam und durchaus spannend. Ob ich mir Bd. 0 und 4 kaufen würde (zumal Bd. 4 "Sonea" offenbar einen neuen Mehrteiler einleitet), um die Serie zu vervollständigen, mag ich noch nicht entscheiden. Es wird unter anderem davon abhängen, ob ich die Teile 1 bis 3 dauerhaft bei mir behalte. Mal sehen ... :)

Ach, wen es interessiert: Die Zählung des Wortes "kichern" in Band drei wurde von mir bei Nr. 29 beendet. Ich denke, ich habe alle "erwischt", gefühlsmäßig waren es aber mehr

SPOILERWARNUNG ZU BAND 3



Mal abgesehen von den Wiederholungen störte mich u.a. folgendes:

Teil der Verteidigung Imardins ist die Zusammenarbeit mit den Dieben. In einer einzigen Versammlung wird nicht nur vorbehaltlos die Zusammenarbeit beschlossen, sondern auch gleich eine recht gute Ausgangsstrategie entwickelt. Nein wie praktisch und realitätsnah!

Daß Tayend in Imardin auftaucht war vom Plot her aus meiner Sicht schlicht überflüssig. Dieses "Füllmaterial" hat mich geärgert. Um diesen Storybogen zu Ende zu bringen, hätte es des Einschubes nicht bedurft.

Sonea, die sich selbst davon überzeugt, höhere Magie zu erlernen, weil sie dann Kyralia schützen kann, stellt sich in der Anhörung neben Akkarin und folgt ihm freiwillig in die Verbannung. Klasse Idee, da sie so Kyralia natürlich gerade nicht helfen kann in einer Angriffsituation (letztere wird nicht nur von Akkarin vorausgesehen, sondern tritt natürlich auch alsbald ein) Ihre im Zeitpunkt der Anhörung Loyalität zu Akkarin ist ja unglaublich schnell gewachsen, so schnell, wie sie ihre "edlen" Motive über Bord wirft und Kyralia sich selbst überläßt. Dabei hatte sie sich ihre Gründe doch so schön überlegt...

Und warum diskutieren Akkarin und Sonea die Möglichkeit, die Kuppelmagie anzuzapfen, um es dann doch nicht zu tun, als es soweit ist?

Wie gut, daß die Bewohner Imardins geholfen haben bei der Verteidigung und so sehen konnten, daß zwei schwarze Magier mit ihnen und den Dieben zusammenarbeiten. Ich hatte während der Lektüre von Bd. 1 gedacht, daß Sonea aufgrund ihrer Herkunft sicher eine besondere Sicht auf die Gilde haben werde und einiges für das Hüttenviertel wird tun können. Ok, sie kämpfen zusammen, aber während der drei Bände fand - glaube ich - nur einmal ein sozialer Kontakt zwischen Sonea und ihrer Familie mit Hilfsleistungen statt. Mir hat etwas die Auswirkung dieses Hintergrundes auf Soneas Aktivitäten gefehlt, und zwar über alle Bände hinweg. Zwar wird immer wieder erwähnt, daß sie aus den Hüttenvierteln kommt und entsprechenden Vorurteilen begegnet, aber ansonsten werden die Probleme der Hüttenviertelbewohner nur zwei-oder dreimal am Rande angesprochen (mit Darrien z.B.). Erst zum Schluß wird dieses Thema wieder aufgegriffen. Hier hätte die Autorin ruhig mehr erzählen können. Nun ja, möglicherweise erfolgt das in Bd. 4...

Kommentare:

  1. Oh, cool, das mit dem 4. Band wusste ich noch gar nicht! DANKE für den tollen Tipp! Da muss ich ja die anderen Bände auch nochmal lesen, ist bei mir schon länger her :o)))

    GRÜßE!!!

    JED

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  2. Gern geschehen, Jed :)!
    Liebe Grüße zurück und viel Spaß beim re-read!

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