Samstag, 3. April 2010

"Der Seelenbrecher" von Sebastian Fitzek

Im Rahmen einer privaten Leserunde habe ich im März 2010 diesen Thriller gelesen.


Nachlese
Oh, Thriller-Nachlesen sind schwierig, was soll man sagen, was nicht? Zum Inhalt werde ich mich daher einfach einmal auf die Angaben des Taschenbuches beschränken, die ja einem potentiellen Leser ja sowieso zur Verfügung stehen würden:

"Drei Frauen - alle jung, schön und lebenslustig - verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den "Seelenbrecher" nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie spychisch gebrochen - wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik." (Quelle: Taschenbuch knaur, Ausgabe Oktober 2008).  Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, daß der Täter unter ihnen ist. Und die Klinik ist durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten ...

Das erste Kapitel wirft den Leser in Fitzeks Psychothriller, ab und an gibt es zu Beginn kleinere Erholungsphasen (Professor). Aber mit fortschreitender Seitenzahl wird man von Kapitel zu Kapitel gezogen, rätselt ob der Identität und des Figurengeflechtes. Das Ende ist nicht ohne ...

Keine Frage, der Thriller las sich rasant weg. Es entsteht Dringlichkeit beim Lesen, schon durch die immer wieder bei jedem Kapitel erfolgende Zeitangabe. Dennoch empfand ich ein, zwei Wendungen konstruiert und arg zufällig (z.B. Spritze). Aber geschenkt: Es war ein mitreißendes kurzweiliges Buch! 
4,5*

Kommentare:

  1. Ich fand den Thriller ziemlich seelenlos. Ohne Frage ist er mitreißend und Hochspannung pur, man wird quasi von einer Seite zur nächsten getrieben, aber neben der arg konstruierten Handlung - wie kann es sein, dass in der heutigen Zeit, eine Klinik mitten in Berlin in einem Mobilfunkloch liegt? - hat mich vor allem die Schablonenhaftigkeit der Charaktere gestört. Sie schienen mir wie aus einem Hollywoodfilm und sehr klischeehaft. Ich wurde zu keinem Zeitpunkt mit ihnen warm. Ein spannendes Buch muss nicht unbedingt in die Tiefe gehen, was seine Charakterzeichnungen angeht, aber ein wenig mehr hätte ich mir doch gewünscht. Das Buch schreit geradezu danach, verfilmt zu werden - und wird es bestimmt irgendwann auch werden, dann kommt bestimmt so eine Sat1 oder Pro Sieben Eigenproduktion heraus ...

    Ich fand es schade, dass gerade das Anfangskapitel sehr gut und detailiert geschrieben war (deswegen habe ich mir das Buch gekauft), aber dann ging es leider kurz angebunden weiter, ohne dass die Tiefe der Eingangszeilen irgendwann noch mal aufgegriffen wurde. Für mich ein Buch für den Strand oder eine langweilige Zugfahrt, aber mehr nicht, schade.

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  2. Also ich hab den Roman ja auch erst vor kurzem gelesen und fand ihn einfach super. Das Thema an sich, das Locked-In-Syndrom, find ich wirklich ein sehr interessantes Thema und ich find super eingebaut.

    Klar, das mit dem Funkloch fand ich auch etwas weit her geholt aber egal... find das tut dem ganzen keinen Abbruch ;)

    Ich freu mich auf das nächste von ihm.

    Wünsch dir noch ein schönes Ostern.

    Alexandra

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  3. Hallo Kirsten!

    Was die Charakterzeichnung angeht, habe ich am Anfang gedacht: Praktisch, Caspar hat Amnesie :) und auch weitere Charaktere fallen weg... Ich finde trotzdem, daß der Autor versucht hat, in dem recht kurzen Thriller z.B. dem Sani u. dem Hausmeister eine Motivationsbasis für ihr jeweiliges Handeln zu geben. Das "Treiben" des Lesers durch die Kapitel empfand ich zwar auch, allerdings nicht so stark bzw. mit etwas negativem Beigeschmack.

    Hätte sich Fitzek mehr Zeit und Papier gelassen, wäre vermutlich die Charakterzeichnung intensiver, der "Hetzeffekt" abgeschwächt, aber wer weiß: Der "Thril" hätte dann vielleicht gelitten. Ich weiß es nicht ;)

    Wie schon gesagt: ein kurzweiliger, rasanter und schnell zu konsumierender Thriller :)

    Ich wünsch Dir und Deinem Männe noch ein wunderschönes Osterfest und einen fleißigen Ostermümmelhasen!

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  4. @Kirsten u. Alexandra
    Stimmt, das Funkloch:
    Ich hatte eigentlich kein Problem, ihm das abzukaufen: Z.B. kann es es einen bewußt in der Klinik installierten Störsender geben. Naja, und wenn dann Sturm und Eis dazu kommt (denkt an einen bestimmten November hier in NRW)

    Übrigens, in dem örtlichen blau-gelben Möbelriesen geht z.B. gar nichts, überhaupt kein Netzempfang, egal, ob oben oder unten ;)

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  5. Ok, das mit dem Funkloch, kanns schon geben, schliesslich hat man ja die Festnetztelefone, und du hast recht, meine Freundin hat auch schon erzählt dass sie vor Jahren 3 Tage völlig abgeschnitten war als der Winter so zugeschlagen hat...Die wohnt oberhalb von Berlin.

    Also... nicht ganz so abwägig *ggg*

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