Samstag, 3. April 2010

"Das große Hans Christian Andersen Buch" von Wolfgang Mönninghoff

Diese Buch hatte ich mir letztes Jahr kurz vor Weihnachten gekauft, um es über Weihnachten zu lesen :) Nun, zwar ist jetzt Ostern, aber dafür war gestern der 205. Geburtstag von Hans Christian Andersen, worauf u.a. auch Wörterkatze in einem Post hinwies. Das war doch ein guter Anlaß, das Buch aus dem TuB zu ziehen.

Worum geht es? 
Ich zitiere den Umschlagtext, denn er gibt den groben Abriß gut wieder:
"Vm schüchternen Außenseiter zum viel gepriesenen Klassiker der Weltliteratur - bereits zu Lebzeiten begann, vor allem im Ausland, Andersens ruhmreicher Aufstieg. In Texten, Bildern und Kommentaren zeichnet "Das große hans Christian Andersen Buch" ein umfassendes Porträt des vielseitigen Autors, geboren am 2. April 1805 in Odense, gestorben am 4. August 1875 in Kopenhagen. In zehn thematischen Kapiteln durchschreitet Wolfgang Mönninghoff die verschiedenen Lebensstationen des berühmten Märchendichters, Reiseschriftstellers und Autobiografen, widmet sich Andersens ausgeprägter Reiselust, seiner Leidenschaft für Fortschritt und Technik, der Liebe und natürlich besonders der Welt seiner Märchen."
(Quelle: Artemis & Winkler, Ausgabe 2005)

Nachlese
Diese gebundene Artemis & Winkler Ausgabe ist schön! Sie hat zwar keine Leinen-, aber trotzdem eine wunderbare tiefdunkle feste Bindung. Ein Lesebändchen ist dabei, das Papier griffig und fest. Der Inneneinband ist in gelb gehalten, vorn und hinten findet sich ein Scherenschnitt in weiß. Wie man im Buch erfährt, ist der Scherenschnitt von HC Andersen selbst und stellt Harlekin, Engel und Ballerina dar. Es sind weitere Scherenschnitte in blau zu finden, diverse Bilder von Andersen und Personen seiner Zeit, Örtlichkeiten und Illustrationen zu seinen Texten. Mönninghoff läßt u.a. Andersen selbst zu Wort kommen, im laufenden Text werden diese Passagen durch einen kleinen blauen Schwan kenntlich gemacht. Das Layout ist dreifarbig: Der Haupttext in schwarz, ergänzende Informationen werden in grau an der Seite wiedergegeben, Kapitel- oder Textüberschriften (udn auch -unterschriften) erscheinen in blau.
 

Der Autor läßt, wie gesagt, Hans Christian Andersen zu Wort kommen und zitiert aus Briefen, Reiseberichten, aus seinen (drei) Autobiographien. Dabei kann man feststellen, daß HC Andersen auch außerhalb seiner Märchenlyrik wunderbar und lebendig formuliert. Auch einige seiner Märchen sind abgedruckt, u.a. "Der Schatten" und "Die kleine Meerjungfrau". Andersen, der aus ärmlichen Verhältnissen kam und nur rudimentär Orthographie und Grammatik beherrschte, suchte Zeit seines Lebens nach Anerkennung. Nicht überall wurde sie ihm gewährt. Seine dänischen Schriftstellerkollegen und Kritiker kommen zu Wort, außerdem erfährt der Leser, was z.B. Dickens von Andersen hielt. Das ganze Buch ist für mich eine einzige Liebeserklärung an Hans Christian Andersen und sein Werk. Zauberhaft.

Zur Abwechslung mal Zitate mitten aus dem Buch:

"Endlich wurde ich zu der Tänzerin eingelassen ... Ich sprach auf meine Art von der großen Lust, die mich erfüllte, ans Theater zu kommen ... Ich wollte ihr eine Probe davon geben, und da sie Tänzerin war, meinte ich, es müsse für sie am intressantesten sein, wenn sie die Szene sähe, in der Cendrillon tanzt, (...) Meine seltsamen Gebärden, meine ganz erstaunliche Beweglichkeit hatten zur Folge, dass die Tänzerin, wie sie mir selbst lange Zeit später erzählte", meinte, ich sei verrückt und sich beeilte, mich wieder loszuwerden (HC Andersen, S. 71 dieses Buches, Andersen kommt14jährig nach Kopenhagen und will zum Theater).

"Andersen - und das unterscheidet ihn von nahezu allen anderen Märchenautoren - macht die Wirklichkeit zum Märchen, er sieht sie mit nur vorgeblich kindlichem Blick... Während die Gebrüder Grimm der Volkssprache mir archäologischem Eifer nachspüren, greift Andersen als Künstler die Kindersprache auf und macht aus ihr ein stilbildendes Element" (Wolfgang Mönninghoff, S. 157 dieses Buches)

"Weil nämlich Andersen ein so großer Dichter war, dass er sogar von Kindern verstanden wird, glauben die Erwachsenen, er sei für sie nicht gescheit genug" (Egon Friedell, zitiert auf S. 22 dieses Buches).

5,0 *

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