Sonntag, 28. März 2010

"Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte" von Michael Maar

Eigentlich wollte ich ja in meinem Sub-Wettbewerb-Buch "Die kurze Geschichte eines Prinzen" weiterlesen. Aber dieses Leihgabe von Sayuri - DANKE! - funkelte mich so an, daß ich nicht widerstehen konnte.

Nachlese
"Wer kennt ihn nicht, den berühmten Zauberlehrling? Harry Potter ist einer der größten Bucherfolge der Geschichte. Und diese Bücher haben es verdient! Das sagt Michael Maar, der, geschult an Autoren wie Vladimir Nabokov und Thomas Mann, die Bücher von Joanne K. Rowling als literarische Kunstwerke ernst nimmt. Wie die Autorin ihren Helden Harry, so führt Maar den Leser durch die verwinkelten Flure und Spiegelsäle, die Geheimnisse und Verliese der Zaubergeschichten. Was verbirgt sich hinter dem Namen von Harrys großem Gegenspieler Voldemort? In welcher der Figuren hat sich die Autorin selbst verewigt? Maar gibt Antworten, erklärt und deutet und wagt einen Ausblick auf die noch verbleibenden Bände." (Quelle: Berlinverlag)

Michael Maar ist ein deutscher Germanist, Schriftsteller und Literturkritiker. Ich gebe zu: Bis gestern, als mir Sayuri dieses 199seitige Taschenbuch aus dem Berlinverlag gab, war mit der Name Michael Maar kein Begriff. Offenbar mag er Nabokov und Rowling ... und sicherlich noch einige andere Autoren und Autorinnen ;). Von Nabokov habe ich "Das wahre Leben des Sebastian Knight" gelesen, "Lushins Verteidigung" steht hier bei mir (ersteinmal abgebrochen); so recht habe ich zu Wladimir Nabikov noch keinen Zugang gefunden. Zu Joanne Rowling allerdings schon. Die Harry-Potter-Bücher habe ich in der deutschen Übersetzung  mehr als einmal gelesen, die bislang produzierten Filme kenne ich alle.

Pro Kapitel führt M. Maar inhaltlich durch die Harry-Potter-Bücher 1 bis 4, kommentiert Szenen und Charaktere, verknüpft sie mit Mythen, Popkultur, ein Kapitel ist Spekulationen über die Entwicklung des Plots gewidmet, ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Bd. 5 der HP-Reihe, der offenbar kurz vor Erscheinen dieses Sachbuches veröffentlicht wurde. Abgerundet wird die Ausgabe von Anmerkungen, einer Tafel über Figuren, Orte und magischen Hilfsmittel.

Michael Maar spürt kleinen Fährten aus den Bücher 1 bis 4 nach, spricht über Stilmittel, die die Autorin verwendet. In der Ausgabe werden Ähnlichkeiten zwischen Joanne Rowling und einem ihrer Lieblingsautoren, Wladimir Nabokov, herausgearbeitet und auch ihre Verbundenheit zu Jane Austen aufgezeigt. Ein Loblied auf Frau Rowling? Ja, durchaus, aber ein realistisches. So, wie M. Maar einerseits ihre Fähigkeit der Story- und Charakterentwicklung hervorhebt, spricht er auch logische Fehler und Kunstgriffe in der Handlung an; ich empfand die Auseinandersetzung ausgewogen.

Und durch  Michael Maar's Buch habe ich gerade wieder wahnsinnig Lust bekommen, mal wieder die Harry-Potter-Bücher zu lesen ...

5,0 *
- Hm, schon wieder ;) -

Kommentare:

  1. Na, um so besser das Du dann den Philosopher's Stone in greifbarer Nähe hast ;)
    Schön, dass es so gut gefallen hat...
    Die Spekulationen waren sicher lustig zu lesen, wo Du ja das Ende schon kennst...

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  2. Ja, es war interessant zu sehen, wohin Maars Erwartungen gingen, die ja durchaus abgeleitet waren.

    Das war bestimmt von Dir so geplant: Du wußtest sicher, daß ich mir erst den deutschen Maar greifen und dann richtig Lust auf HP bekommen würde :D Eine gute Gelegenheit, den englischsprachichen ersten Band in die Hand zu nehmen ...
    Lg Natira

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