Freitag, 19. März 2010

"Smoerrebroed in Napoli" von Sebastian Schnoy

Das Buch ist mir letztes Jahr in die Hände "gefallen", ganz zufällig bei meinem örtlichen Buchhändler :)


Worum geht es:
Sebastian Schnoy unternimmt, wie es im Untertitel heißt, einen Streifzug durch Europa. Die Kurzbeschreibung bei Amazon.de lautet wie folgt: "Warum ist Norwegen das Saudi Arabien des Nordens? Und Schweden das Weinland der Zukunft? Warum geben Weißrussland, die Ukraine und Ex-Jugoslawien Deutschland so wenig Punkte beim Eurovision Song Contest? Sebastian Schnoy erklärt temporeich die Geschichte und Macken der europäischen Völker und ihr ganz spezielles Verhältnis zu Deutschland. Wo Europa draufsteht ist Lebenskultur drin."

3,5* Nachlese
Sebastian Schnoy wurde nach seinem Studium der Geschichte Kabarettist und arbeitet auch als Moderator, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Sein Geschichtshintergrund ist erkennbar in diesem Streifzug durch Europa, wirkt aber nie aufdringtlich. Nicht nur die ungewöhnliche Vergleiche - Tick, Trick und Track an der Ostsee (die baltischen Republiken) - halten den Leser bei Laune, sondern auch die interessanten Anekdoten, die herrlich erzählt werden. So manches Mal habe ich laut gelacht oder auch gekichert (Pub-Erlebnis in Irland, Olymp), manchmal bin ich einfach still geblieben (Jugoslawien). Das Buch ist mit knapp 283 Seiten natürlich tatsächlich nur ein Streifzug und reißt die europäischen Länder und ihren Bezug zueinander nur an. Trotz dieser Knappheit fand ich die einzelnen Kapitel interessant und regelmäßig mit guten Pointen versetzt (Kulturcrash Deutschland/Frankreich in Hamburg).

In einigen Amazon-Rezensionen werden inhaltliche Fehler angesprochen (z.B. zu Belgien), ich kann hierzu nichts sagen, da ich es einfach nicht besser weiß *rotwird*. Allerdings habe ich meiner Ansicht nach auch einen Fehler entdeckt, der sich jedoch mehr auf die mittig im Buch befindlichen Fotoseiten bezieht. Ich bin der Meinung, daß das dortige Bild "Strandkörbe am Strand" nicht den zugeordneten Ostseeort zeigen.Daß es sich um ein subjektives Buch handelt, was ein Amazon-Rezensent fast tadelnd erwähnt, sollte eigentlich klar sein: Der Autor beansprucht auch gar keine Objektivität, legt keine soziale oder geschichtliche Abhandlung vor sondern schildert seiner Reiseerlebnisse und leitet kabarettistisch Zusammenhänge ab.

Ich empfand das Buch als unterhaltsam und durchaus informativ. Allerdings bin ich überzeugt, daß ich bei den Bildern einen Fehler "entdeckt" habe, der mir unsorgfältige Recherche bzw. Nachprüfung an dieser Stelle vermittelt und mich befürchten läßt, daß auch andere Bereiche nicht sorgfältig oder vollständig recherchiert wurden. Das ist schade und kostet bei der Wertung: insgesamt 3,5 Sterne.

Kommentare:

  1. Ah, Fehler in einem Buch zu finden ist arg ärgerlich! Ich würde es auch manchmal eher bevorzugen einfach weiter vertrauensvoll zu bleiben und davon ausgehen zu können, dass der Autor schon weiß, wovon er schreibt. ;)

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  2. ... denn genau mit diesem Vertrauensvorschuß für den Autor gehe ich in an die Lektüre eines neuen Buches auch heran. Der Vorschuß wird dann durch die Fehlerentdeckung dann meist nicht nur aufgehoben, sondern auch gleich ins Gegenteil verkehrt.

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  3. Da hast du recht, wenn man erst einmal misstrauisch wird, dann hat der Autor schon verloren. Auch wenn ich ein oder zwei "Flüchtigkeitsfehler" schon verzeihen kann. ;)

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  4. hm... Was sind denn für Dich Flüchtigkeitsfehler?

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  5. Da musste ich doch glatt etwas drüber nachdenken. Flüchtigkeitsfehler sind für mich kleine Unstimmigkeiten, die auf gegensätzliche Rechercheergebnissen basieren können oder Zahlendreher oder Punkte, bei denen man genau sieht, dass das Lektorat was übersehen hat. All das ist verzeihlich, solange es nur in einem sehr geringen Maß vorkommt und bei mir nicht den Eindruck von Gleichgültigkeit gegenüber dem Gesamtwerk erweckt. ;)

    P.S.: Deine Ausgabe vom Frühstück bei Tiffany gefällt mir auch. :)

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  6. Also ich glaube nicht, daß das Werk S. Schnoy egal ist. Möglicherweise war die Fotozuordnung auch ein Fehler des Fotografen und/oder des Lektors, aber er ist halt - für mich - da. Wenn ich dann auch noch bei Amazon von weiteren kleineren Fehlern lese, dann bin ich halt verwirrt und am zweifeln ...

    Die Tiffany-Ausgabe ist allerdings aus dem Jokers-Laden und als ME gekennzeichnet, womit ich aber leben kann ;)

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