Sonntag, 7. März 2010

"Katzenspuren - vom Weg der Katze durch die Welt" von Detlef Bluhm

Dieses Taschenbuch konnte ich reduziert ergattern, als ich mich mit Seychella und Melli im Januar in Lübeck getroffen habe. Detlef Bluhm ist mir bereits durch sein Buch "Die Katze, die Anchovis liebte" bekannt
("...in diesem Buch überrascht uns der Autor mit viel Wissenswertem, witzigen Anekdoten und verblüffenden Raritäten aus der Welt der Katzen, die im wahrsten Sinne des Wortes Schlagzeilen machen. So wird etwa berichtet, wie Katzen Erdbeben und Tornados vorausahnen oder dringend eine Diät benötigen und warum sie sich dennoch nicht für Süßes erwärmen können ... Detlef Bluhm hat die hier ausgesuchten Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und dabei oft erstaunliche Entdeckungen gemacht - wie etwa von der Katze auf dem Dach, die ein regelrechter "Fall-Künstler" sein kann..." , Quelle: amazon.de Die-Katze-die-Anchovis-liebt) Eine eigene Nachlese gibt es zu diesem Sachbuch von mir nicht (vor-Blogger-Zeit), aber ich habe es genossen: Interessante Informationen und gute Unterhaltung, leichtgängig und liebevoll geschrieben. Es war also kein Wunder, daß ich ohne viel Nachzudenken sofort zugegriffen habe, als ich "Katzenspuren" sah. 

Warum geht es?
Ich zitiere vom "Klappentext":
"Eine wahre Schatzkiste an Wissen, Anekdoten und Kuriositäten für alle Katzenfreunde und solche, die es werden wollen. Wie die Katze sich vom Mäusefänger zum Haustier mauserte, wie sie im Laufe der Geschichte abwechselnd vergöttert und verteufelt wurde oder wie sie die schönen Künste für sich eroberte, all das findet man in dieser liebevoll ausgestatteten Kulturgeschichte. Mit Fotografien von Isolde Ohlbaum". 

5,0 * Nachlese
Erneut wollte ich gerade schreiben ... und auf mich trifft es zumindest zu, denn für mich ist es ja das zweite Buch von Detlef Bluhm. Wie ich dem Klappentext der von mir gelesenen Taschenbuchausgabe aus dem Lübbe-Verlag entnehme, ist "Katzenspuren" aber das erste Buch von Detlef Bluhm. Der Autor selbst ist Jahrgang 1954, war Buchhändler, freier Handelsvertreter, Mitbegründer und -inhaber eines kleinen Verlags und Geschäftsführer  im Börsenverein des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg. Er hat lt. Angaben bei Amazon seit 1989 knapp 20 Romaneund Sachbücher herausgegeben. Und er lebt seit 1975 mit Katzen zusammen :), anders wäre u.a. dieses Buch vermutlich auch nicht erklärlich. Unglaublich viele Informationen aus verschiedenen Bereichen des Lebens hat Detlef Bluhm zusammengetragen und legt in diesem Buch einen informativen und unterhaltsamen Abriß, auf die nicht immer vorhandene Objektivität des Autors weist er selbst hin ;).

Das Sachbuch untergliedert sich in folgende Kapitel:

- Die historische Katze (von ihrer Herkunft, Dignität, Verfolgung und Rehabilitation"
- Die inspirierende Katze (von ihrer Nähe zur Kunst, ihrer Sprachbegabung und Musikalität)
- Die erstaunliche Katze (vom Meisterwerk der Natur)
- Die autonome Katze (von ihrem Zusammenleben mit dem Menschen)
- Die überlegene Katze (von ihren großen udn kleinen Gegenspielern im Tierreich)
- Die reisende Katze (von ihrer ungeahnten Mobilität)
- Die berufstätige Katze (von ihrer vielseitigen Nützlichkeit)
- Die vergängliche Katze (von ihrer letzten Stunde)

So erfährt man in diesem Buch z.B. den vermutlichen Ursprung der Redewendung "Die Katze darf dem König in die Augen schauen": Warum sich Katzen und Narren nahe sind und wie eine Katze Symbol sowohl der Freiheit, als auch der Tyrannei sei kann, wird anhand einiger Beispiele erläutert. Die soziale Kompetenz und das Revierverhalten der Katze kommen ebenso zur Sprache wie ihr Jagdtrieb, wobei der Autor mehrfach darauf hinweist, daß sich die Katze evolutionsmäßig optimal für den Mäusefang entwickelt ist und nicht etwa,zum Vogel- oder Fischfang (wie letzteres erfolgt, beschreibt er auch in einer Anekdote, für mich ganz neu: eine fischfangende Katze habe ich noch nie gesehen).

Äußerst interssant fand ich natürlich das Kapitel zu den inspirierenden Katzen und mußte insbesondere über die Sekräterin Chandlers schmunzeln, die sich anläßlich eines Fototermins einfach auf seinen Schoß setzte. Auch die Verbindung Poe - Katze - Baudelaire ist spannend.


Die Tigerkatzenfotos sind ausgewählt, den Kapiteln sind Zitate vorangestellt und das Buch endet mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis, außerdem gibt es eine Musikbibliographie und eine Filmographie sowie ein Verzeichnis der erwähnten Personen und Katzennamen!


An einigen Stellen mußte ich schlucken, an manchen schmunzeln, auch Tränen sind geflossen: ein liebevolles Buch mit persönlichen Anmerkungen des Autors. Es wirkt mit leichter Hand geschrieben, flüssig und unterhaltsam. Ich bewundere - erneut - die geleistete Recherchearbeit. Keine Frage aus meiner Sicht: 5,0*

Erwähnenswert ist vielleicht am Rande, daß sich Zuwachs für meinen TuB abzeichnet :)
Ich konnte mir als gebrauchte Ausgaben die u.a. von D.Bluhm in "Katzenspuren" erwähnten Bücher
"Working Cats" von Terr deRoy Gruber (in englisch) und
"Ti Puss - Mit einer Katze in Indien" von Ella Maillart
sichern. Natsumes "Ich, der Kater" stand zwar auch auf meiner Liste, allerdings ist mir dieses Buch derzeit doch ein wenig zu teuer..

Kommentare:

  1. Das Buch klingt sehr interessant.
    Vielleicht lege ich mir das auch mal zu.
    Vielen Dank für die Vorstellung!

    AntwortenLöschen
  2. gern doch :)
    Vielleicht hast Du ja mal Gelegenheit, in einer Biblio/Buchladen/Antiquariat darin zu blättern und Dir selbst einen Eindruck zu verschaffen ...

    AntwortenLöschen

Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)