Sonntag, 28. März 2010

"Die kurze Geschichte eines Prinzen" von Jane Hamilton

Dieses Buch habe ich im Rahmen von Mellis SuB-Wettbewerb I/2010 gelesen, denn es enthält das kleine, aber entscheidende Wort "Geschichte".

Worum geht es?
Der junge Protagonist Walter will Ballettänzer werden Seine Tante Sue bestärkt ihn in seinen künstlerischen Ambitionen. Er besucht zusammen mit seinen Freunden Susan und Mitch die Ballettschule, aber er ist nicht so talentiert wie sie. Versunken in die Musik, den Tanz, verliebt in Mitch, realisiert er sehr spät, daß sein Bruder Daniel im Sterben liegt. Dreiundzwanzig Jahre später ist nimmt Walter in der Nähe seiner Heimatstadt eine Stelle als Englischlehrer an. Zu Lucy, seiner jüngere Schwester, die nach Daniels Tod geboren wurde,findet er kaum Zugang, seiner Familie hat er seine Homosexualität nicht bislang nicht offenbart. Als seine Tante Sue das Familienanwesen am Lake Margaret, das für ihn immer eine Zuflucht darstellte, veräußern will, scheint sich die Reihe von Verlusten fortzusetzen. Was will Walter heute wirklich?

Nachlese
Ich fange mal wieder mit etwas einfachem an: Gelesen habe ich die gebundene Ausgabe aus dem Rowohlt Verlag, Ausgabe 1999 mit 480 Seiten, die ein Lesebändchen, eine sehr gute feste Papierqualität und eine ordentliche Bindung aufweist. Der Schutzumschlag zeigt, daß es um Ballett geht, auf der Innenseite sind kurze Ausführungen zum Buch zu finden, ansonsten gibt es nur noch ein Bild und ganz rudimentäre Angaben zur Autorin. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen erfolgte durch Frau Marion Sattler Charnitzky. Ohne den Originaltext zu kennen kann ich nur sagen, daß mir beim Lesen keine Brüche, auffällige Wortwiederholungen oder ähnliches aufgefallen sind.

Was den Roman selbst angeht, sitze ich etwas unentschlossen vor der Tastatur.

Natürlich ist man als Leser neugierig: Wie wird es dem verliebten Walter ergehen, wird Mitch erfahren, daß Walter in ihn verliebt ist? Wie erklärt sich der Buchtitel ? Wie verkrafet Walter den Tod seines Bruders und wird er mit seiner Schwester klarkommen? Woher kommt die Einsamkeit des erwachsenen Walters, erfüllt ihn seiner Lehrberuf?

Die Autorin hat einen sehr ruhigen Roman geschrieben, der aus meiner Sicht keinen Spannungsbogen aufweist. So mußte denn auch meine Neugierde reichen, um das Buch durchzulesen. Aber ich habe lange für die Geschichte gebraucht und häufig der Versuchung nachgegeben, etwas anderes nebenher zu lesen.Wirklich gefesselt hat mich der Roman nicht. Zwar wird Walter von Jane Hamilton sehr intensiv beschrieben - er ist sensibel, künstlerisch, voller Sehnsucht -, aber das "reicht" mir nicht. Daniel, Mitch und Susan, Walters Eltern und Lucy erscheinen mir im Vergleich zu Walter farblos. Und auch wenn die Autorin ein weites Spektrum musikalischer und literarischer Kenntnisse (oder Recherche) offenbart, plätscherte die Geschichte so dahin und gewann erst auf den letzten 150 Seiten für mich an Fahrt. Dort erzählt J. Hamilton davon, wie Walter bewußt wird, daß Daniel im Sterben liegt und löst den Plot zum Familienanwesen auf.

Die durchaus anspruchsvollere Sprache rettete mich nicht vor Langeweile: 2,5 *

Kommentare:

  1. Hallo Natira,

    du hast ja wieder dein Outfit hier umgestellt. Cool. Welche Farbe morgen?

    Ich wünsch dir einen schönen Tag noch :-)

    Lg

    Siobhan

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  2. Hey Siobhan!
    Das Blau auf meinem Blog wurde mir jetzt doch zu anstrengend für meine Augen ;) Und außerdem geht es ja mit den Farben draußen los, da bin ich ganz leise zu meinen Originalfarben zurückgekommen :) Ich denke, so bleibt es jetzt wohl wieder eine Weile...
    Lg Natira

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