Dienstag, 16. Februar 2010

"Mieses Karma" von David Safier

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Leihgabe meiner Kollegin an mich. Ich hatte schon von mehreren Seiten gehört, daß es sich um ein witziges Buch handelt ...

Worum geht es?
Kim Lange ist eine attrative Fernsehmoderatorin. Der Roman beginnt damit, daß sie sich bei ihrer Tochter Lilly entschuldigt, weil sie an deren 5 Geburtstag nicht da sein kann: Sie muß erst noch von Potsdam nach Köln und dort am Abend zur Fernsehpreisverleihung. Ihr Mann Alex ist der betreuende Teil in ihrer Familie, der Hausmann, der sich um Lilly kümmert. Die Ehe zwichen Alex und Kim ist ziemlich am Ende. Auf dem Weg bis zum Tisch der Fernsehverleidung lernt der Leser Kim weiter kennen: Sie ist ehrgeizig, rücksichtslos, liebt ihre Tochter - aber nicht genug, um zu Hause zu bleiben -. Sie empfindet auch noch was für Alex, was sie aber nicht hindert, mit anderen zu flirten. Ihr schlechtes Gewissen kann sie gut ausblenden.Und dann passiert es: In der Nacht der Fernsehpreisverleihung wird sie von einem Waschbeckenstück einer russischen Raumstation erschlagen ... und wacht als Ameise auf  naütrlich mit menschlichem Bewußtsein und Erinnerung an ihr Leben. Die Sprache der Ameisen versteht sie übrigens genauso wie die der Menschen, nur umgekehrt - Mensch--> Ameise - funktioniert es nicht. In ihrer ersten Ameisenexistenz kann sie einen Blick auf ihre Familie werfen und erfährt, daß Nina, ihre ehemals beste Freundin, beginnt, sich um Alex zu kümmern. In ihrer zweiten Existenz lernt sie den"Karma"-Geschichte. Ansammeln von guten Karma bedeutet, als höheres Tier wiedergeboren zu werden, schlechtes Karma bedeutet Rückstufung. Beseelt von dem Wunsch, ihrer Tochter nahe zu sein, aber auch Nina davon abzuhalten, ihre - Kims - Familie zu vereinnahmen, beginnt Kim, gutes Karma zu sammeln ...

4,0 * Nachlese
Ich habe die Taschenbuchausgabe aus dem rororo-Verlag gelesen, der Roman wurde lt. dt. Wiki-Eintrag zu David Safier im Mai 2008 erstveröffentlicht. Ich mußte einfach nachschauen und auch, wann "Dead like me" produziert (2003 - 2004) und erstmals ausgetrahlt wurde (in Deutschland April - Mai 2008, in den Staaten Juni 2003, Quelle auch hier jeweils immer die dt. Wikipedia). Der Tod der Protagonisti war mir einfach so vertraut ... Dennoch, falls Safier die amerikanische Serie nicht vor der dt. TV-Erstausstrahlung gesehen hat, ist es einfach ein Zufall, daß beide Protagonistinnen von einem Trümmerstück einer russischen Raumstation sehenden Auges erschlagen werden. Während Kim wiedergeboren wird, um ihr Karma aufzubessern - ihre Familie "loszulassen, erhält Georgia einen anderen menschlichen Körper, muß Seelen sammeln und kann versuchen, ihre Familie loszulassen ...

Die Sprache des deutschen Drehbuchautors und Schriftstellers hat mir sehr zugesagt. Sie ist klar und alltäglich, was nicht abwertend gemeint ist. Das Buch mit seinen 283 Seiten, aufgeteilt in 58 recht kurze Kapitel, habe ich flott an zusammengefaßt einem Tag weggelesen und mich dabei auch gut unterhalten gefühlt. Es gab etliche Lacher auf meiner Seite. Die meisten allerdings wurden nicht von der Protagonistin Kim und ihren Aktionen hervorgerufen, sondern eher durch die Beschreibung, das Benehmen und die Kommentare der Nebenpersonen: Angefangen bei den Fußnoten-Erinnerungen Casanova über Krxx, die Meerschweinchenmama bis hin zu Buddha ... Kims Benehmen, ihre Überlegungen und Aktionen sind gleichfalls mit leichter Hand beschrieben und erheiterten mich durchaus auch.


Ich muß allerdings noch fix etwas ergänzen: In der Meerschweinchen-Passage - insbesondere mit Stromschlägen - gefror mir doch das Lächeln und dem Assistenten Bodo habe ich das "Ergebnis" von Herzen gegönnt! Also nicht immer nur lustig ...
"Mieses Karma" ist ein locker geschriebenes Buch. Es war für mich eine willkommene Abwechslung zu meiner letzten Lektüre. Ich empfand den Roman als "frisch", unterhaltsam und schnell lesbar, wurde allerdings irritiert durch die vorstehend geschilderte Ähnlichkeit mit "Dead like me". Insgesamt bekommt das Büchlein daher von mir 4,0 *

Kommentare:

  1. Vielleicht hast du mir gerade eine Erklärung geliefert, warum ich das Buch so wenig leiden konnte, dass ich es abgebrochen habe: Ich bin nie soweit gekommen, dass ich mich mit den Nebencharakteren und Fußnoten beschäftigen musste. ;)

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  2. Kann durchaus sein ;) Ich habe übrigens den Post noch kurz ergänzt...
    Lg Natira

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  3. Hmmh.. klingt einerseits so "vertraut" (Jesus liebt mich), andererseits bin ich doch neugierig, ob es mir nicht doch gefallen würde... gibt es irgendwo eine Leseprobe? Ich geh da grad mal nach suchen...

    In Jesus liebt mich fand ich den Hauptcharakter, Marie, einfach nur doof. Habe mich gefragt, warum Frauen so oft genau SO dargestellt werden. Ich persönlich kenne keine, die so dämlich ist.

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  4. @Taytom: Genauso ging es mir mit "Mieses Karma" und ich hatte an dem Tag einfach keine Geduld mit einer solchen Hauptfigur!

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  5. Natürlich ist Kim Lange auch überzeichnet. Aus meiner Warte "paßt" das aber, da die Story auch im übrigen nicht wirlich in der Realität verwurzelt ist ... ;)

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  6. Ich hab " Mieses Karma" letztes Jahr gelesen und hab geschrien vor lachen.Ich fand das Buch wirklich amüsant.Gigantisch überzogen, wie die komplette Story eben.War aber damals vielleicht auch das richtige Buch zur richtigen Zeit.Gerade versuche ich mich aber auch mühsam an " Jesus liebt mich", kann da aber nicht wirklich was mit anfangen.Ist ein wenig ein müder Abklatsch vom ersten Buch, wie ich finde. Ich werds wohl erstmal wieder weglegen, bis vielleicht die richtige Zeit gekommen ist.

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  7. Na, da bin ich ja mal gespannt - bei mir liegt es ja schon bereit und ich frag mich, wie es für mich sein wird :) Danke für die Rezension!

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