Freitag, 5. Februar 2010

"Der Maskenmörder" von Nina Blazon

Meinen ersten Roman von Nina Blazon habe ich bereits im Januar ausgelesen. Ich habe ihn auch brav bei meiner Januarstatistik mitgezählt. Nur mit der Nachlese hinke ich etwas hinterher :)


Worum geht es:
London im 18. Jahrhundert. Der Opernsänger Giacomo Amorelli zieht die Fans in Scharen an. Während  einer Opernpremiere, die u.a. von Lady Isobel Burlington und ihrem Neffen Lucius Gildare besucht wird, reißt eine Führungsleine und der Sänger Ferrante stürzt zu Boden. Als Lucius im Auftrag seiner Tante dem Sänger Amorelli während der Pause eine Einladung übermitteln will und sich hinter die Bühne begibt, erfährt er, daß Ferrante tödlich verunglückt ist. Lucius bemerkt zudem das sauber durchschnittene Führungsseil. Auch eine maskierte Dame, die mit einem Theaterdiener tuschelt, weckt seine Aufmerksamkeit. Sie verschwindet jedoch, bevor Lucius mehr erfahren. Am nächsten Morgen brodelt es in London: Ferrante und Amorelli haben sich lautstark vor der Aufführung gestritten und nun ist Ferrante tot! Lucius ist sicher, daß Ferrante ermordet wurde. Als dann auch noch ein Theaterdiener stirbt, will Lucius die Wahrheit ermitteln. Hat wirklich Amorelli seinen Konkurrenten beseitigt oder will ihm jemand einen Mord anhängen?

4,5* Nachlese
Von mir  gelesen wurde die - wie ich finde günstige - Taschenbuchausgabe des Ravensburger Buchverlages (6,95 EUR). Das Cover fängt die Atmosphäre der dunklen Londoner Gassen schön ein. Erwähnenswert ist auch die Auflistung der agierenden Personen am Ende des Romans, die an die Einführung in Bühnenstücken erinnert. Der historische Krimi wird aus Drittperspektive erzählt und zur Abwechslung muß ich mal keine Vermutungen zur Qualität der Übersetzung anstellen. Die Autorin Nina Blazon, Jahrgang 1969, lebt in Stuttgart. Es ist mein erster Roman dieser Autorin und mir gefällt ihr Schreibstil. Sie benutzt eine klare Sprache, die auch für Jugendliche leichtgängig zu lesen sein dürfte.

Wie einige andere Bücher im Januar handelt es sich auch bei diesem Roman um ein Jugendbuch, das von Verlagsseite für Leser ab 12 Jahren freigegeben wurde. Für einen "Krimi" ist die Story auch erfreulich gewaltarm. So kommt zwar zu Todesfällen, die jedoch nicht ins kleines Detail beschrieben werden. Das Augenmerk der Geschichte liegt ganz deutlich auf der "Ermittlungsarbeit", die Lucius und seine Helfer/innen leisten. Trotzdem denke ich, daß das Buch Leser ab 12 Jahren möglicherweise überfordert. Die Story ist mit einigen Wendungen versehen, es gibt naturgemäß mehrere Verdächtige, dazu Intrigen und einiges für Lucius zu demaskieren. Die Autorin läßt den Leser diese Ermittlungen an Lucius' Seite miterleben und gesteht ihm keinen Vorteil zu. Zugleich mit Lucius habe ich mich durch die Gassen Londons begeben, Geheimnisse aufgedeckt und Antworten gefunden und neue Frage entdeckt. Grundsätzlich ist es eine Kriminalgeschichte -kein Thriller! -, die den Leser in den Bann zieht, es ist also eine andere Art von Spannung. Auf einer anderen Ebene kann man mehr entdecken: konkurrierende Theater, Kastraten, gesellschaftliches Leben. Vielleicht traue ich 12-Jährigen auch einfach zu wenig zu; ich lasse mich gerne belehren.

4,5 *

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