Montag, 8. Februar 2010

"Der Canyon" von Douglas Preston

Das Buch habe ich bei einer 4 für 10 EUR Aktion bei Weltbild vor etwas längerer Zeit erstanden. Der Klappentext klang ganz gut und von dem Autorenduo Douglas Preston/Lincoln Child hatte ich bereits den Thriller "Mount Dragon" begeistert gelesen. Als dann der read-a-thon 2/2010  näherrückte, habe ich das Buch auf den Stapel potentieller Bücher gelegt. Strategie: Wenn es in die Nacht geht und man müder wird, hält mich ein - hoffentlich - guter Thriller fest und wach.

Worum geht es:
Es sollte nichts weiter werden als ein abendlicher Ausritt. doch dann zerreißen Schüsse die Steille des Canyons. Wenig später findet Tom Broadbent einen tödlich verwundeten Archäologen. Mit letzter Kraft vertraut ihm dieser ein Notizbuch an, das mit verschlüsselten Informationen gefüllt ist. Was bedeuten sie - und wer wäre bereit, dafür über Leichen zu gehen? Tom beginnt zu recherchieren - und ahnt nicht, daß er sich damit in tödliche Gefahr bringt. Denn der Canyon hütet seit Jahrhunderten ein erschütterndes Geheimnis ... (Zitat "Klappentext" des mir vorliegenden Taschenbuches).

1,5 * Nachlese: 
Zunächst einmal habe ich das Weltbild-Taschenbuch aus dem Jahr 2005 gelesen, nicht das oben abgebildete. Übersetzt wurde der Roman von Katharina Volk. Mir sind beim Lesen keine sprachlichen "Brüche" aufgefallen. Ich gehe davon aus, daß dies das Verdienst der Übersetzerin ist und nicht etwa an meiner Müdigkeit lag *g*.

Heute gibt es mal ein kurzes Fazit vorweg und ein wenig mehr Details unterhalb der Spoilerwarnung :)

Klingt der Klappentext nicht verheißungsvoll? Ärchaologie? Jahrhundertealtes vergrabenes Geheimnis? Verschlüsselte Informationen? Es kribbelte in meinen Fingern und ich war so neugierig. Und dann ... Enttäuschung!Ja, ich wollte wissen, welches Geheimnis nun der Canyon barg ... Aber echte Spannung, wie ich sie von einem Thriller (Beispiel: "Cupido") erwarte, fand ich nicht. Ich habe gefühlte Ewigkeiten für dieses ach so spannende Taschenbuch gebraucht und mich dabei ertappt, daß ich während des read-a-thons lieber auf anderen Blogseiten surfte bzw. meine Katzen beobachtete, als zu lesen. Sobald ich mich dann wieder dem Roman widmete, war ich schneckenmäßig langsam, weil mich die Story eher abtörnte ... Beendet habe ich den "Thriller" trotzdem: Diese Gelegenheit war so gut wie jede andere.

ICH kann also den super Kritiken, die dieser Thriller bei Amazon bekommen hat, nicht zustimmen und folgen. Daß ich "Der Canyon" während des read-a-thons ab ca. 02.00 Uhr gelesen habe, sollte auch  nicht der Grund für diese Einschätzung sein. Ich war nicht (mehr) müde; dieser Grund scheidet für nach sich ziehende Genervtheit und Ungnädigkeit zur Lektüre aus. Trotz der Wiederholungen im  2,0 * Roman "Das verlorene Symbol" von Dan Brown fand ICH letzteres noch unterhaltsamer als "Der Canyon". Daher: 1,5 *
 
SPOILER-WARNUNG





Es ist für uns Leser doch immer irgendwie ein Glücksspiel, ob die Angaben im Klappentext oder vom Verlag /Amazon nun stimmen oder nicht. In diesem Fall mußte ich im nachhinein nicht nur über den Archäologen (TB-Angabe) schmunzeln, sondern auch über den "Abenteurer", der bei Amazon erwähnt wird.

Der Protagonist hat gemeinsam mit seinem Partner eine Tierarztpraxis und auch eine Pferdefarm. Der Ärchaologe entpuppt sich als Schatzsucher, illegal natürlich ;). Es geht übrigens auch eher um Paläontologie und Biologie, als um Ärchaologie.

Der Roman beginnt mit einer Probentnahme auf dem Mond während einer Apollo-Mission , wechselt dann auf die Erde in unsere Zeit zum besagten Schatzsucher, der von einem Dritten erschossen wird. Bevor der Dritte den Schatzsucher erreichen kann (Bergabstieg), versucht Tom, den Schatzsucher vergeblich wiederzubeleben, der ihm dann seine Notizbuch mit Reihen von Zahlen in die Hand drückt und erklärt, er möge das Buch seiner Tochter geben. Tom verspricht ihm das und mutmaßt - clever wie er ist - , daß der Mörder noch in der Nähe ist. Also verschwindet er, alarmiert die Polizei und kehrt mit dieser später zurück: Die Leiche ist verschwunden, zunächst keine Spuren und Tom erwähnt das Notizbuch nicht. Da er, wie die Polizei, nicht weiß, wer der Schatzsucher war, muß er erst desssen Identität klären, bevor er die Tochter ermitteln kann. Er hofft, daß ihm das Notizbuch weiterhilft, das aber erst entschlüsselt werden muß. Im Verlauf des Romanes habe ich dann miterlebt, wer Tom wie beim Notizbuch hilft, wer den Schatzsucher erschossen hat, wer dessen Auftraggeber war - aber nicht wirklich, warum letzterer diesen Auftrag erteilt hat -, was das "Geheimnis" des Canyons ist und was das alles mit dem Prolog zu tun hat. Ach, ja Toms Frau taucht auch noch auf und die Polizei ermittelt - natürlich - zunächst in die falsche Richtung. Gut, daß Tom da ist! ARGH!

Ok, kurze Kapitel, klare Sprache, aber Spannungsaufbau? Sorry, nein. Kapitel für Kapitel wird geschildert, was an der jeweiligen "Front" passiert, aber ich suchte das Warum? Wenn der Auftraggeber Geld hat, warum Diebstahl/Mord? Und die eigentliche Entdeckung, die auch zum Auftritt des Geheimdienstes führt) ist auch  nicht soooo überwältigend ungewöhnlich (vielleicht wäre sie es vor 20 - 50 Jahren gewesen, aber zu dieser Zeit spielt der Roman nicht. Heute ist der Gedanke, daß sich Lebensformen durch Meteoriten im Wall verbreiten, noch nicht unüblich, oder?). Als ich die Szene im Labor auf S. 433 las, dachte ich: Oh, jetzt passiert was wirklich Interessantes! Und dann zerstört der Autor diese Spannung! Es mag ja sein, daß er genau das beschrieben hat, was jeder verantwortungsbewußte Labortechniker tun würde, aber hallo?! Thriller?! Die Spannungsspitze auf S. 433 verlief sich also alsbald und auf S. 473 endete der Roman. Für mich hat auch der "show down" den Roman nicht gerettet: Auch hier begann der Spannungsbogen (Mine) und lief dann mit ein paar Zuckungen nach oben hin aus. Schade!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)