Samstag, 23. Januar 2010

Wiki-Artikel #1

Ich schaue gern bei Wikipedia hinein. Wie bereits früher gesagt, finde ich dort immer wieder interessante Artikel zu überraschenden Themen. Aktuelles Beispiel: Der finnische Maler Hugo Simberg, ein Vertreter des Symbolismus, ist gerade mal 44 Jahre alt geworden, dessen Bild "Der Garten des Todes" Thema eines Wiki-Artikels ist (Quelle: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Januar 2010, 10:38 UTC. (Abgerufen: 23. Januar 2010, 15:21 UTC):




 "Im Garten des Todes" ist weitgehend eine Umsetzung von Hans Christian Andersens Märchen "Die Geschichte einer Mutter": 


"Und dann gingen sie in das grosse Treibhaus des Todes, wo Blumen und Bäume wunderbar durcheinander wuchsen. Da standen feine Hyazinthen unter Glasglocken, und dort standen grosse baumstarke Pfingstrosen; da wuchsen Wasserpflanzen, einige ganz frisch, andere halb krank. Da standen herrliche Palmen, Eichen und Platanen, dort stand Petersilie und blühender Thymian. Alle Bäume und Blumen hatten ihre Namen; sie waren jeder ein Menschenleben und wurden vom Tod gepflegt; die Menschen lebten noch, der eine in China, der andere in Grünland, rundumher in der Welt. Die Mutter beugte sich über die Pflanzen und hörte in jeder das Menschenherz schlagen. - Viele Blumen und Bäume sind diese Nacht verwelkt, der Tod wird bald kommen, sie umzupflanzen. - Ich tue nur, das was der liebe Gott will, sagte der Tod. Ich bin sein Gärtner. Ich nehme alle seine Blumen und Bäumen und verpflanze sie in den grossen Paradiesgarten, in das unbekannte Land".
Hans Christian Andersen (1805-1875): Andersens Märchen: Die Geschichte einer Mutter. 


Der Tod kommt zu uns allen. Er nimmt fort. Ich habe damit schon gehadert (steckt in "hadern" auch "Hades" = griechischer Gott der Unterwelt?), wegen ihm geweint, getrauert.  Aber ich habe auch gelernt, daß er Erlösung sein kann und willkommen ist. Interessanterweise habe ich als (Über)Lebende den Tod und seine Auswirkungen immer gleich und zugleich immer anders empfunden.

Die Vorstellung eines personifizierten Todes, der uns pflanzengleich so gut es ihm möglich ist hegt und pflegt und nach unserem irdischen Leben in ein neues Beet verpflanzt, berührt mich auf einer Ebene, die ich gar nicht genau fassen kann. Unabhäng davon, ob ich diese Vorstellung teile: Sie gefällt mir und mit einem ganz leichten Lächeln schaue ich mir auf dem Bild den Tod an, wie er ein Blume sanft an sich nimmt und hält. 

Als Atheistin macht mir die Vorstellung angst, daß es nach dem Tod nichts gibt, mein Bewußtsein, mein Ich abgeschaltet wird wie ein Lampe. Weiß die Lampe, ob sie wieder angemacht wird? Vielleicht bringt mich diese Angst irgendwann zu einem Glauben, wer weiß ...

Als naturwissenschaftlich zumindst Interessierte habe ich die Hoffnung, daß Materie Energie ist und Energie nicht vergeht, ob es nun der Körper ist oder geistige Energie. Aber was wird mit dieser geistigen Energie? Gibt es eine Art universale Energie (manche würden Seele sagen), in die das eigene Ich eingeht, und wenn ja: Verliere ich mich dort?

Ein anderer Ansatz: We are star-stuff (Zitat Delenn von den Minbari aus der Serie Babylon5, Schöpfer: J. Michael Straczynski;  manche von Euch haben dieses Satz entweder in der Serie, von mir oder von jemand anderen (Philosophen) schon einmal gehört. Die Philosophie ist nicht neu, der Satz ist nur so schön "griffig"). Die Vorstellung, daß wir aus den gleichen Komponenten bestehen, die auch die Sterne, die das Universum, bilden, ist überwältigend. Jeder Mensch, jedes Lebewesen, jedes Nichtlebenwesen, ist im Grunde ein Universum, oder? Wir lernen uns und die Welt um uns herum kennen, wir erforschen mehr oder weniger... Erforscht sich das Universum selbst, durch uns und andere Entitäten? Gibt es doch eine treibende schöpferische Kraft?

Und so führt mich der kleine Klick auf die Wikipedia-Homepage letztlich zu philosophischen Grundfragen...

Kommentare:

  1. Hallo Natira,

    ich hab beim lesen deiner Wiki - links das interessante Bild von dem finnischen Maler Hugo Simberg "Der Garten des Todes" gesehen.Mir ist spontan dazu der Maler Felix Nussbaum eingefallen.Wie du ja weißt,waren L. und ich letzten Donnerstag in dessen Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus in O.und da hab ich folgendes Bild entdeckt.Es heißt "Triumph des Todes"(Die Gerippe spielen zu Tanz).Sehr eindrucksvoll.Ich hab lange davor gesessen

    http://www.felix-nussbaum.de/werkverzeichnis/archiv.php?lang=de&

    Bin sehr gespannt,was du davon hälst.Das Felix_Nussbaum-Museum ist übrigens sehr lohnenswert,wie ich finde.Und momentan für den halben Preis,da einige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.

    Lg

    Siobhan!!

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  2. Du bist bereits die zweite, Siobhan, von der ich höre, daß das Museum und insbesondere dieses Gemälde äußerst beeindruckend sind ( http://sayuris-exile.blogspot.com/2009/10/nachtrag-osnabruck-tag-felix-nussbaum.html) Es wird Zeit, daß ich mir das Felix-Nussbaum-Haus anschaue...

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  3. Hey Natira,

    ich stimme Sayuri zu.Triumph des Todes hat mich auch sehr bewegt.Ich fand es allerdings nicht am Schlimmsten,weil es nicht die Angst und Bedrückung dieser schrecklichen Zeit wiederspiegelt.Mich haben da eher die Selbstbildnisse aus Felix Nussbaums Schaffen zwischen 1942 u.-1944 am meisten bewegt und tief berührt.
    Ansonsten kann ich dir wirklich nur empfehlen,mal in dem Museum vorbeizuschauen.Das Sayuri ja immer wieder auf der Suche nach potenziellen Mitgängern in dieses Museum ist...........hm?Lg

    Siobhan!!

    Hab das Bild übrigens in meinen Blog (du weißt schon ;-))hineingestellt,mit einer kleinen Anmerkung.

    Machs gut!!!!!

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