Dienstag, 19. Januar 2010

"Kismet Knight - Vampirpsychologin" von Lynda Hilburn

Als ich am Wochenende in Lübeck war, habe ich mir dieses Buch von Melli ausgeliehen.

Worum geht es:
Die Protagonistin Dr. Kismet Knight ist Psychologin. Sie hat eine gewisse Sensibilität, die an Empathie erinnert, und früher bereits einmal an einem Wicca-Ritual teilgenommen. Unerklärliche Energien sind ihr also nicht fremd. Eines Tages wird sie von einem 19jährigen Mädchen namens Midnight aufgesucht, welches (gedrängt von ihren Eltern) mit Dr. Knight über ihren Wunsch, ein Vampir zu werden, spricht und insbesondere von zwei Vampiren berichtet: Devereux und Bryce. Seltsame Energien hin oder her: Selbstverständlich glaubt Dr. Knight nicht eine Sekunde daran, daß es um echte Vampire geht. Aber diese psychische Störung könnte ihr ja zu einer Veröffentlichung verhelfen und überhaupt: Offensichtlich gibt es eine große Gemeinschaft von Möchtegernvampiren, die einer therapeutischen Behandlung bedürfen. Dann aber erscheinen in ihrer Praxis Devereux (ritterhaft), Bryce (beängstigend), erneut Midnight mit einer blutarmen verletzten Freundin und schließlich ein FBI-Agent, der eine Mordserie untersucht, in der es um blutleere Leichen mit Bißmarken geht ... Der erste Satz:

"Meine Beziehung zu Vampiren begann in aller Unschuld."

2,5 * Nachlese
Erneut bin ich in das Romance-Mystery-Genre (ist das die richtige Bezeichnung?) eingestiegen. Und um es kurz zu machen, so recht ist es nicht mein Genre.

Das Taschenbuch des Pan-Verlages ist, wie ich finde, schön gestaltet, sowohl Cover - mit Einschlagseiten vorn und hinten -, als auch Kapitelgestaltung. Da mir keine Brüche in Sprache und Syntax aufgefallen sind, gehe ich von einer adäquaten Übersetzung durch Christine Gaspard aus.

Die Autorin läßt die Geschichte aus Sicht der Protagonistin erzählen, also Ich-Perspektive. Wie bereits bei anderer Gelegenheit erwähnt, wird es dadurch für den Autor schwieriger, das Innenleben der weiteren Charaktere dem Leser nah zu bringen. Mir geht es auch bei diesem Roman so: Während Dr. Kismet Knight zwangsläufig charakterlich gut gestaltet wird, fehlten mir die Motivationen z.B. bei Bryce und Luna. Alan und Devereux bekamen im Laufe des Romans etwas Tiefe, aber auch hier kann L. Hilburn noch ausbauen. Nun ja, möglicherweise gibt es hier mehr im zweiten Band.

Der Schreibstil der Autorin selbst ist leichtgängig.

Positiv ist insbesondere zu erwähnen, daß die Autorin ihrer Protagonistin eine gesunde Portion Humor, Selbstironie und auch Sarkasmus zubilligt, die Dr. Knight lebendig werden lassen. An "Vampirbüchern" habe ich bislang ja nur die Biss-Reihe gelesen, daher waren zumindest für mich auch einige Aspekte neu (Dimension). Was mich im Laufe des Romans aber mehr und mehr nervte waren die körperlichen Vampirklischees und die ständig präsente Sexualität (dazu unter der Spoilerwarnung für die, die es interessiert, mehr).

Meine persönliche Wertung liegt bei 2,0 (identisch mit Jacob, Schattenwandler ).

Achtung! Spoilergefahr beim Weiterlesen!




Sexualität und erotische Szenen gut und schön. Aber die Protagonistin konnte sich nach dem Termin mit Midnight und zweijähriger Abstinenz auf einmal vor seelenvollen Augen, göttergleichen Männern, seidigen Haaren, knappsitzenden Klamotten, Augen mit und ohne Möglichkeit zum Bannen und erotischen Stimmen ja nicht mehr retten oder (fast) nicht mehr entscheiden. Ob der Ex, ein Arzt, ein Vampir, ein Polizist, Rituale und Träume mit und ohne Reißzähne - in jedem Kapitel war in irgendeiner Form - zum Guten oder Bösen - von Erregung und/oder Erektionen und Verführung die Rede, und zwar nicht unbedingt als Phantasie. Für mich persönlich war das einfach zu viel des Guten. Für andere Leser/innen mag es vielleicht sogar zu wenig sein... Leben und leben lassen ...

Kommentare:

  1. :D
    Bei der "Weiterlesen"-Sektion musste ich sehr schmunzeln... So geht es mir ja auch immer bei einigen historischen Romanen - wobei sich das hier nach noch mehr anhört...

    Respekt, dass Du auch bei solchen Genres nicht aufgibst :)

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  2. Hi Natira ;)

    Etwas wartet auf dich bei mir aufm Blog.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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  3. Hier steckt deine Rezension also. ;) Du hast dein Blog auf meiner Seite nie verlinkt, deswegen musste ich mich erstmal auf die Suche machen.

    Deine Rezension werde ich sehr wahrscheinlich genau so unterschreiben können, wenn ich mit dem Buch durch bin.
    Irgendwie das aber auch wohl auch einfach nicht mein Genre. Und so detaillierte Liebesszenen brauche ich auch nicht.

    Liebe Grüße,
    Nina

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  4. Bislang endeten meine Ausflüge in dieses Genre auch immer irgendwie unbefriedigend (*g*, das mußte jetzt sein), aber vermutlich werde ich trotzdem ab und an hineinlesen ...
    Liebe Grüße und noch ein schönes Restwochenende! Natira

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  5. Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und fand es sehr schlecht. Bitte glaube nicht, dass das am Genre liegt!! Ich lese da ja gerne mal, aber so schlechte Bücher gibt es da selten.
    Einfach weiter versuchen!

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  6. @soleil
    Ja, das werde ich immer mal wieder :)
    Lg und noch einen schönen Sonntag!
    Natira

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