Dienstag, 26. Januar 2010

"Die Rebellin - Die Gilde der schwarzen Magier 01" von Trudi Canavan

Im Monat Januar 2010 habe ich im Rahmen einer privaten Leserunde "Die Rebellin" von Trudi Canavan gelesen (mit Bd. 2 wird die Runde im Februar dann fortgesetzt).

Worum geht es: 
Sonea, die Protagonistin, kommt in die Stadt Imardin: Sie und ihre Zieheltern müssen eine neue Bleibe finden, da ein königlicher Erlaß zur Räumung ihres aktuellen Bleibehauses führte. Entsprechend wütend ist Sonea und so ist es auch kein Wunder, daß sie auf die "Hohen Häuser" incl. Magiergilde und die Garde nicht gut zu sprechen ist. Während sie die Stadt betritt, erfährt sie zufällig von einer Falle für Harrins Bande. Sonea war früher viel mit Harrin, Cery und den übrigen Mitgliedern unterwegs und macht sich auf den Weg, sie zu warnen. Als dann die jährige Säuberung der Stadt von Bettlern und Vagabunden durch die Gilde der Magier beginnt, wirft Sonea mit Harrins Bande aus Protest hiergegen Steine gegen die Magier. Natürlich dringen diese Steine nicht durch den Schutzschild der Magier. In ihren zweiten Wurf legt Sonea dann ihre ganze Wut und ihren Frust ... Und dieser Stein durchdringt den Schutzschild, verletzt einen der Magier. Die Gildenmitglieder sind beunruhigt. Wie kann dieses ärmliche Mädchen diese Fähigkeit haben? Sie muß unbedingt gefunden werden! Die Suche beginnt ... Sonea vermutet, daß sie bestraft, vermutlich getötet werden soll und flieht vor der Gilde, wobei ihr Harrin und Cery helfen: Sie begeben sich in die Unterstadt, in das Gebiet der Diebe ... Aber wem kann man trauen?

Der erste Satz:

"In Imardin, so heißt es, habe der Wind eine Seele und pfeiffe heulend durch die schmalen Straßen der Stadt, weil das, was er dort findet, ihn mit Trauer erfülle."

4,5 * Nachlese
Gelesen habe ich die broschierte Taschenbuchausgabe des cbt-Verlages in der Übersetzung von Michaela Link. Die Ausgabe kommt sehr schön gestaltet daher: Das Cover gefällt mir, der "Buchumschlag" wird vorn und hinten zu Einschlaghilfen - mir fällt kein anderes Wort ein, sorry - verlängert. Auf ihnen ist jeweils das Königreich Kyralia abgebildet. Dem Romantext vorangestellt ist außerdem ein Lageplan der Stadt Imardin. Die im Cover abgebildete Gestalt steht jedem Buchteil und  jedem Kapitel vor.

Textlich gesehen fiel mir zum Ende hin immer mehr - wie auch schon Sayuri - der exzessive Gebrauch des Wortes "kichern" (Lord Rothen) auf. Da ich den Originaltext nicht kenne, weiß ich nicht, ob dies an einem Verbmangel der Autorin selbst oder der Übersetzerin lag. Im Zusammenhang mit dem Text fiel mir ansonsten nichts gravierendes auf. Die Sätze und die Sprache sind leichtgängig: Es gibt kaum Bandwurmsätze, direkte Sprache kommt zur Anwendung und vermittelt dadurch Lebendigkeit.

Der Roman wird aus Drittperspektive geschildert. Ich konnte mich leicht in die Geschichte und das Innenleben der Hauptaktuere hineinfinden. Natürlich habe ich noch Fragen, insbesondere zu einigen Mitgliedern der Magiergilde. T. Canavan hat jedoch bereits jetzt, wie ich finde, auch diese Figuren schon schön umrissen und eingeführt: sei es nun Lord Fergun oder Lord Akkarin. Ich hoffe, in den weiteren Teilen auch mehr über Soneas Zieheltern, Harrin und weitere Nebenfiguren zu erfahren, die ich hier spoilerbedingt nicht aufführen möchte. Ähnlich spoilerbedingt kann ich hier auch auf einige Aspekte der Handlung nicht eingehen: Trudi Canavan hat mich mit einigen Fragen zur Vorgeschichte und der weiteren Entwicklung am Ende von Band 1 alleingelassen. Das gestehe ich ihr - da die Geschichte als Mehrteiler angelegt ist - , aber auch zu.

Mich hat der erste Teil gefesselt, ich bin sehr zügig vorangekommen. Dabei wird die Handlung zwar durchaus durch die Suche nach Sonea bzw. ihrer Flucht vorangebracht. sie artet jedoch nicht einen "Thriller" aus (was das Buch ja auch nicht sein will). Vielmehr zeichnet T.C. die Figuren und Sets sorgfältig und weckte auch insofern meine Neugierde und Bereitschaft zum Weiterlesen.

Neben der vorstehend erwähnten Verbwahl störten mich nur Kleinigkeiten (kryptisch erwähne ich hier nur Zeitfenster, Gorin/Faren, Fluchtrichtung), für die die Autorin logische Erklärungen hätte liefern können, es aber nicht tat. Nur aus diesen Gründen gibt es für diesen magischen Einstand von Frau Trudi Canavan einen halben Stern Abzug: 4,5 *

Was mir noch aufgefallen ist:

Mal wieder der deutsche Buchtitel. Ich spreche nicht von "Die Rebellin", sondern von dem Nachsatz "Die Gilder der schwarzen Magier". Bereits in diesem ersten Teil wird klargemacht, daß es in der Gilde drei große Gruppen gibt: die Heiler (Roben sind grün), die Krieger (Roben sind rot) und die Alchimisten (Roben sind purpur) Nur ein einziger Magier trägt eine schwarze Robe und daß ist der Hohe Lord Akkarin. Spoilerbedingt soll dies genügen: Es geht um die Gilde der Magier, nicht die der grünen, der roten, der purpurnen oder schwarzen...

Kommentare:

  1. ja, das mit dem kichern ist ein knaller, gelle? ;)

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  2. Ich fand das Kichern nett.. hat die Magier irgendwie "menschlich" gemacht. Pöh!
    War aber wirklich ein tolles Buch!

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  3. Mich hat auch nicht gestört, daß Rothen und die anderen Magier Spaß hatten bzw. schadenfroh waren. Das habe ich so wie Du, Tine, empfunden, es macht die Magier lebendig und menschlich. Es ist wirklich eher die sprachliche Seite, die unkreative wiederholende Verbwahl, die ich nicht gelungen fand ...

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  4. das war auch eher mein kritikpunkt - dass es einfach irgendwann nervte, weil es sich dauernd wiederholte. ab und zu hätte man ja mal schmunzeln oder "seine mundwinkel verzogen sich zu einem lächeln" o.ä. schreiben können. stimme dir da voll zu, natira - das war unkreativ von der übersetzerin (vermutlich).
    das die alten herren ihren spass haben sollen - dagegen hat ja niemand was.

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  5. Diese Bücher stehen auch auf meiner Wunschliste, seit mir meine Kollegin mal davon vorgeschwärmt hat.

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  6. Ich stecke noch mitten in Band 2, leider muss ich noch warten mit dem Weiterlesen.
    Der erste Teil hat mir aber ebenso gut gefallen wie dir. Das mit dem Kichern ist mir nicht aufgefallen. An manchen Stellen fand ich die Sprache jedoch etwas holprig. Aber für ein Erstlingswerk - so meine Info - fand ich das nicht schlimm und die ansonsten sehr ansprechende Handlung reißt einen schon mit und macht diese Kleinigkeiten wieder wett. Mich hatte zunächst auch das Cover angesprochen und so hatte ich mir Band 1 gekauft, 2 und 3 habe ich gebraucht erstanden und warten nun aufs Weiterlesen, wobei Band 3 gerade verliehen ist, meine Nichte liest derzeit schneller als ich :)
    Ich bin schon gespannt wie es weiter geht.
    Liebe Grüße
    Heike

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  7. @he.ute
    Es war irgendwie ein runnig-gag mit dem Wort "kichern". Ich war irgendwann nur nicht mehr in der Lage, es zu überlesen ;)

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Spaß mit den Folgebänden, Heike!

    Lg Natira

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