Freitag, 1. Januar 2010

"Die Marsfrau" von Alexander Kröger

Ich habe es versucht. Doch wirklich... Aber von Anfang an.

Worum geht es:
Sylvester Reim ("Syl"), der jüngste Mitarbeiter am Institut für resistente Flora, soll bei dem wiederaufgenommenen Projekt "Faunella" mitarbeiten. Faunella ist eine Alge, die es Haustieren ermöglichen soll, durch in die Haut abgelagertes Chlorophyll die Energie des Sonnenlichts zu nutzen. Warum wurde das Projekt vor Jahren eingestellt? Was passierte mit der Biologin Anne Müller? Warum kündigte der Genetiker Allan Nagy? Die Fragen führen Sylvester letztlich auf den Mars ...

0 Sterne - Nachlese

Bei diesem Buch handelt es sich um einen "wissenschaftlich-phantastischer" Roman, Band 161 der Reihe "Spannend erzählt" des Verlages Neues Leben Berlin, 2. Auflage 1981, früher hat der Roman 7,00 Mark (Ostmark) gekostet. Als Teenager habe ich diesen Roman gelesen und fand ihn toll. Als ich das Buch günstig bei Booklooker gesehen habe, griff ich zu. Gestern wurde es geliefert und es sah aus, wie mein Buch von früher. Ich wurde ganz nostalgisch und habe mir den Roman heute morgen - zusammen mit meinem Sekt zum Neujahrsfrühstück :) - geschnappt.

Wie gesagt, ich habe es versucht. Aber auf Seite 65 habe ich abgebrochen. Was ich als 12/13jährige spannend erzählt empfand, ist heute fade. Und worüber ich früher hinweglas, lenkt heute meinen Blick auf sich Zum Beispiel: Wenn "Syl" der jüngste Mitarbeiter des Instituts ist und bislang Pflanzen kontrolliert, weshalb wird er überhaupt zum dem geheimnisumwitterten Faunella-Projekt versetzt? Und die Sprache: Wildfremde werden mit Kollege und Nachname angesprochen, aber geduzt. Sätze wie "Die Alte war hinter ihrem Leittisch hervorgekommen und hatte Sylvester einen Platz unter einer großen Zimmerpalme in der Sesselecke angeboten, wodurch sie ihm sofort entgegen aller Voreingenommenheit sympathisch wurde. Leiter, die stur hinter ihrem Leittisch sitzen bleiben, konnte Sylvester nicht ausstehen." tauchen ermüdend immer wieder auf, auch mir heute auffallenden ideologischen Bemerkungen.

Ich will nicht sagen, daß es nicht aktuelle Bezüge in diesem 30 Jahre alten Roman gibt. Der Genetiker Nagy prangert in einem Gespräch an, daß die Gesellschaft Doubles züchtet, Tiere weiterhin zur Ernährung der Menschen benutzt werden: Doubles, die durch die Faunella demnächst noch einen effizienteren Stoffwechsel haben und noch umweltfreundlicher sind, die aufgezogen werden bis sie messer-reif sind...

Aber das Buch zu lesen, nervt mich. Und das ist etwas, worauf ich ganz hervorragend verzichten kann, wenn ich die Wahl - wie hier - habe. Es gibt soviele Bücher, die mich reizen, mich interessieren und hoffentlich nicht nerven, daß ich lieber jetzt aufhöre.

Da ich das Buch abgebrochen habe: Keine Bewertung.

Kommentare:

  1. oh, das kann ich gut verstehen. das ist das klügste was man machen kann, wenn man merkt, das buch nervt nur noch...
    ich kenn das auch, das jugendbücher ihren zauber irgendwann irgendwo verlieren. ich hoffe, bei anne of green gables wird mir das nie passieren - aber man weiss ja nie...

    auf jeden fall glückwunsch, dass du so konsequent aufgehört hast - das muss man auch erstmal umsetzen (ich z.B. lese gerade einen krimi, der mich eigentlich auch nur nervt... aber das ist im moment nicht so schlimm, weil ich ja eh nicht viel zeit zum lesen hab ;) )

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  2. Würde ich das Buch nicht kennen, KÖNNTE es sein, daß ich "quer" weiterlese bis zum Ende. So aber: nö, die Zeit nutze ich lieber anders ;)

    Was Deinen Krimi angeht: Lege ihn weg, sobald wir mit der "Rebellin" anfangen, damit Du in Deiner aktuell leider so knappen Just-for-Fun-Lesezeit ein Buch liest, welches Du magst :)

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