Sonntag, 24. Januar 2010

"Das verlorene Symbol" von Dan Brown

Meine Freundin C. hat sich dieses Buch sozusagen zu Nikolaus 2009 selbst geschenkt und mir netterweise geliehen :)

Worum geht es:
Robert Langdon, Dan-Brown-Fans bereits aus Sakrileg und Illuminati bekannt, wird von seinem Freund und auch Mentor Peter Salomon gebeten, als Ersatz für eine ausgefallene Referentin einzuspringen und einen Vortrag in Washington D.C. zu halten, Thema Symbole in der Architektur der Hauptstadt mit freimaurerischen Anklängen. Robert macht sich auf den Weg... Gleichzeitig experimentiert und forscht Katherine Salomon - Peters Schwester und Wissenschaftlerin - in einem Labor des Smithsonian Museum Support Center im Bereich der Noetik (inneres Wissen, inneres Bewußtsein).  Dann gibt es noch einen mysteriösen tätowierten Mann namens Mal'akh, der die 33 Ränge des Freimaurerordens durchlaufen hat mit eigennützigen Plänen: Er will Wissen und sich dadurch transformieren. Peter, Kathrin und Robert sollen ihm dabei helfen, ob sie wollen oder nicht. Und Mal'akh hat seine Pläne bereits in Gang gesetzt ...

Die ersten zwei Sätze des Prologs:

"Das Geheimnis liegt darin, wie man stirbt. So ist es seit Anbeginn der Zeit."

2,0 * Nachlese
Ich habe die gebundene 765seitige Ausgabe des Lübbe-Verlages in der "übersetzten und entschlüsselten" Form des "Bonner Kreises" gelesen. Bitte fragt mich nicht, wer zum Bonner Kreis gehört; es ergibt sich nicht aus dem Buch. Da mir C. das Buch ohne Schutzumschlag geliehen hat, kann ich zu diesem nicht sagen. Das Buch selbst ist schwarz, auf dem Buchrücken ist der Autor und der Titel aufgeführt und ein Siegel in rot eingeprägt. Die Papierqualität ist so, wie es sich für ein Hardcover gehört, die Umschlagseiten sind mit grau-weißen Siegeln gestaltet.

Dan Brown ist Dan Brown und schreibt so, wie man es aus Illuminati und Sakrileg kennt. Um die Figur des Robert Langdon kennenzulernen, kann man diese Romane vorab zu lesen. Man muß sie aber nicht vorab lesen, auch wenn der Autor kurz - aber nicht vertieft - auf die Geschehnisse aus Illuminati eingeht.

Grundsätzlich ist die Sprache klar, der Satzbau nachvollziehbar - wenngleich mit einigen Bandwurmsätzen, die ich nicht so schätze -. Gedanken und Überlegungen werden kursiv vom Text abgehoben. Die Geschichte wird aus Drittperspektive erzählt, sie ist erzählennd und nutzt die lebendige direkte Sprache.

Wer diesen Roman von Dan Brown kauf oder liest und insbesondere auch Illuminati und Sakrileg kennt - wie ich -, weiß, worauf er sich einläßt: Robert Langdon ist Harvard-Professor und Experte für die Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole. Es geht um Symbole, ihre Deutung, ihre Geschichte und ihren Kontext: eine mysteriöse Schnitzeljagd, dieses Mal in der Loge der Freimaurer und in Washington D.C. Der Name ist Programm, allerdings ist auch die Lesbarkeit des Buch durch dieses Thema erschwert, meiner Ansicht nach. Matrizes, Rätsel, Symbole, lateinische Worte, Riten...Da sich der Autor mit Geheimbünden und Geheimnissen beschäftigt, muß er zwangsläufig auch nebulös fabulieren. Wer diese Art des Geschichtenerzählens mag, wird vermutlich auch an diesem Dan Brown Gefallen finden. Ein wenig hineinlesen kann man in den Roman über die Verlagsseite bei Lübbe oder direkt hier: Lesen Sie im Buch: Brown, Dan - Das verlorene Symbol

Für mich dagegen ist das Thema "okkultische und esoterische Schnitzeljagd" nach zwei ähnlichen Romanen Dan Browns ausgereizt, mehr dazu nach der Spoilerwarnung. An dieser Stelle

Da ich 2,5 * "Kismet Knight Vampirpsychologin" trotz dort beschriebenen Nervfaktors vom Plot her origineller und frischer fand, bleiben für diesen Dan-Brown nur magere 2,0 *


Übrigens:
In den Chor der begeisterten Stimmen auf der Lübbe-Homepage zu diesem Roman will ich offensichtlich nicht einstimmen :) Ganz bestimmt sehe ich Dan Brown nicht als den "Shakespeare der Thriller" wie ihn die Bild, Berlin (Bundesausgabe) auf dieser Lübbe-Seite beschreibt. Ich sage nur: Sakrileg!

Für zukünftige Verlorene-Symbol-Leser: Ich verrate keine Plotdetails, auch keine Twists, erwähne aber, was mich störte.  

Daher rein vorsorglich: Spoilergefahr beim Weiterlesen!



Wie in den zwei vorhergehenden Romanen geht es wieder um aufzudeckende Geheimnisse und Rätsel. Es gibt auch wieder eine Person, die in höchster Gefahr ist. Robert Langdon hat erneut einer weibliche Person an seiner Seite. Und auch der Staat und die Ermittlungsbehörden mischen wieder mit, genauso wie Drittpersonen, die Langdon weiterhelfen oder auch nicht. Es war mir alles so vertraut...

Als ich dann auch noch recht früh voraussah, welche Beziehungen die Charaktere untereinander hatten bzw. wo sich diese hinentwickelten und wo sich das örtliche Ende des Romans abspielt, war ich mit jeder weiteren Bestätigung enttäuscht und fühlte mich insgesamt um die Geheimnisse betrogen.

Kommentare:

  1. Ich lese dieses Buch gerade, aus diesem Grund habe ich Deine Rezension hier auch noch nicht komplett gelesen :-)
    Was ich aber bisher auch so sehe: Überraschend ist der Inhalt dieses Buches wirklich nicht, was mich aber bisher noch nicht enttäuscht aufstöhnen lässt. Noch finde ich es relativ spannend (wobei Illuminati einfach nicht zu toppen ist). Ich komme im Moment nicht so oft zum Lesen, wie ich es gern hätte, bin aber gespannt, was Du nach der Spoilerwarnung geschrieben hast - doch das werde ich erst lesen, wenn ich fertig gelesen und mir meine endgültige Meinung gebildet habe.. freu mich schon :)

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  2. Ich wünsch Dir auf jeden Fall noch viel Freude mit Buch!

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  3. Mich wundert die Rezi nicht, da ich schon sehr Ähnliches gelesen habe (als es gerade auf dem Markt kam, wurde es in allen Zeitungen, die ich in die Hand bekam, ziemlich zerlegt)
    Und ich hatte es auch daher erwarte, weil schon das Sakrileg genauso ist, wie Illuminati - nur halt in Paris.
    Aber Danke für die Rezi - dann weiss ich, dass ich es echt nicht lesen muss ... gibt ja noch so viel Anderes und ausserdem les ich dann lieber noch mal Illuminati - den fand ich nämlich auch echt spannend und gut.

    Ausserdem: die Kamera scheint eine gute Investition zu sein und ich freue mich auch schon auf morgen :)

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  4. Aus meiner Sicht war es wirklich gut, daß es sich um eine Leihgabe handelte.

    Bis morgen :)

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