Montag, 30. November 2009

"Percy Jackson in Diebe im Olymp" von Rick Riordan

Das Buch habe ich mir aufgrund eines Filmtrailers geordert. Moviepilot hatte ihn in meinen google-reader gebeamt, der Film kommt nächstes Jahr in die Kinos. Und als ich las, daß der Film auf dem Buch von Rick Riordan beruhte, habe ich mich bei Amazon mal eingeklickt und auch prompt bestellt. Es handelt sich um ein Jugendbuch - und das war mir auch egal :). Der erste Satz:


"Echt, ich habe nicht darum gebeten, als Halbblut auf die Welt zu kommen".

Worum geht es:
Percy Jackson ist 12 Jahre alt, der nach Ansicht seiner Lehrer nicht nur eine Lese-/Schreibschwäche hat, sondern auch an dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leidet. Percy ist inzwischen von etlichen Schulen geflogen, sein Stiefvater trinkt, seinen leiblichen Vater kennt er nicht. Ein Problemkind, also!? Ja, aber anders, als erwartet. Denn als sich auf einer Klassenfahrt  seine Klassenlehrerin Mrs Dodds wortwörtlich in eine stinkende Furie verwandelt und fauchend über ihn herfällt und auch später seltsame Dinge in seiner Gegenwart geschehen, merkt Percy, daß ADHS nicht wirklich ein Problem ist. Offensichtlich ist er einfach unterfordert, versteht problemlos altgriechisch und ist ein Halbblut, ein Heroe, ein Held, ein Kind einer Sterblichen und eines griechischen Gottes. Im Halbblut-Camp erfährt er nicht nur, wer sein Vater ist. Er muß auch - wie frühere griechische Helden - eine Aufgabe erfüllen: Wer hat den Blitz des Zeus gestohlen? Gemeinsam mit der Heldin Annabeth (Athenes Tochter) und dem Satyr Grover macht Percy sich auf die Suche. Doch sie müssen eine Frist einhalten, sonst droht ein göttlicher Krieg. Und die seltsamen Andeutungen des Orakels bringen Percy natürlich ins Grübeln...

**** Nachlese
Mir lag die Carlsen-TB-Ausgabe in der Übersetzung von Gabriele Haefs vor und letztere ich, wie ich glaube, gut gelungen. Der Roman ist aus Percys Perspektive geschrieben und beginnt im ersten Kapitel mit der besagten Klassenfahrt. Rick Riordan schreibt flüssig, in Jugendsprache, alltagstauglich und machmal flapsig. (kleines Beispiel: "Der Mann hatte wirklich Radarohren").

Ok, es ist ein Jugendbuch und ich bin keine 12jährige mehr :) Sorry, wenn Ihr wissen möchtet, ob das Buch für 12-13 Jährige gut lesbar ist ... fragt eine/n 12-13 Jährige/n. Und zugegebenermaßen war ich unterfordert als Leserin (mir war sehr z.B. schnell klar, wer Percys Vater ist). Auch Sprache und Syntax sind auf eine andere Zielgruppe abgestimmt. Aber ich wurde trotzdem gut unterhalten:

Als Kind habe ich die griechischen Sagen - gesammelt von Gustav Schwab - geliebt. Ich war begeistert von den griechischen Mythen, von Uranos und Gäa, Rhea und Chronos, Zeus, Poseidon, Hades, Hera, Hestia und Demeter und den weiteren griechischen Göttern. Jason und die Argonauten, Odysseus, der trojanische Krieg, Theseus, Perseus, Herakles, Ödipus, Philemon und Bauchis, Orpheus und Eyridike und noch viele weitere Sagen habe ich wieder und wieder gelesen. Die Sagen liegen mir noch immer "am Herzen". Und so ist es nicht wirklich ein Wunder, daß Rick Riordan bei mir schon punktete angesichts des gewählten Hintergrundes.

Das Buch enthält im übrigen am Ende ein Glossar mit den wichtigsten griechischen Götter- und Sagengestalten. Gerade für Leser, die sich in der griechischen Mythologie (noch) nicht auskennen, ist dies natürlich hilfreich. In diesem Zusammehang sei erwähnt, daß auch im Verlauf des Romans die Götter und ihre Beziehungen "nebenher" vorgestellt werden.

Einen Vergleich mit Harry Potter möchte ich nicht starten, zu unterschiedlich sind die Ansätze und die Erzählform.

Ein Rezensent bei Amazon meinte "American Gods" für Jugendliche. Dieser Auffassung möchte ich auch nicht zustimmen. Zugegeben geht es auch hier um Götter, die sich in Amerika aufhalten. Und ich würde lügen, wenn mir nicht während der Lektüre dieses Buches auch Neil Gaiman durch den Kopf ging. Ich habe keine Ahnung, ob Rick Riordan "American Gods" gelesen hat und vielleicht hiervon inspiriert wurde. Aber wo ich bei Gaiman einen Kampf der Götter um das Überleben sehe, um den Glauben der Menschen an sie, sind die griechischen Götter bei Percy unsterblich - unabhängig vom Glauben -. Percy ist ein griechischer Heldentyp, er hat Aufgaben zu erfüllen, wie Herakles, Theseus oder Perseus.

Alles in allem empfand ich das Jugendbuch als eine entspannende unterhaltsame Lektüre, die eine schöne Abwechslung darstellte. Da ich Harry Potter persönlich noch reizvoller finde, gibt es für Percys erstes Abenteuer 4 Sterne.

Sonntag, 29. November 2009

"Die Schattenkönigin" von Assia Djebar

Während meines Ausfluges am 1. Adventswochenende nach Lübeck zu Melli habe ich versucht,dieses Buch zu lesen. Der erste Satz:

"Schatten und Sultanin; Schatten hinter der Sultanin"

Bei Amazon wird erklärt:

"Erzählt wird die Geschichte von Isma, die Hajilas Weg nachzeichnet, sich die Außenwelt anzueignen und dabei selbst zu entdecken. Zudem erinnert sich Isma an die Liebesnächte mit ihrem Mann sowie an ihre Kindheit in der abgeschlossenen Frauenwelt des Hauses und die Schicksale einzelner Frauen, wie der »Ausgestoßenen«, die aufgrund des vagen Gerüchts einer verbotenen Kontaktaufnahme mit einem Mann verbannt wurde und später im Unabhängigkeitskrieg Gefangene besuchte. Eingewoben in die kunstvoll komponierte Handlung ist zudem das Geschick von Scheherazade aus den Märchen aus Tausendundeiner Nacht, die nicht nur dank ihres Erzähltalents, sondern auch der Wachsamkeit ihrer Schwester überlebt. Solch weibliche Solidarität erscheint als Zielpunkt, als Chance für die Frauen auf dem Weg ihrer Befreiung."

Nachlese
Obwohl ich auf während der Bahnfahrt nach Lübeck am 28.11.09 gut 3 Stunden Zeit zum Lesen hatte, kam ich nur bis Seite 38. Und ich mochte auch nicht weiterlesen, zu blumig ist die Sprache der Autorin, zu verworren für mich der Aufbau der Geschichte, der Kapitel, der Sätze. Hajilas Geschichte war für mich schon nachvollziehbar.

Die Unterbrechungen, die offenbar zu Isma gehörten, verwirrten mich, denn ich wußte nie, ob es Ismas Geschichte mit dem "Ex-Mann" (jetzt Hajlas Mann) ist, oder mit einem Fremden, ob es Vergangenheit oder Gegenwart ist. Das "große" Bild war mir nur deshalb klar, weil ich die Inhaltsangabe bei Amazon gelesen hatte. Was die Rezensenten auf der Amazonseite bewundern und positiv erwähnen -  die bilderreiche Sprache - bereitet gerade mir keinen Lesegenuß und verführt mich nicht dazu, das Buch "vernünftig" zu lesen. Ich habe auf der Rückfahrt das Buch noch einmal hervorgeholt und durchblättert, immer wieder in die Seiten gelesen und mit einem gedanklichen Nein dann doch zur Seite gelegt. Bei diesem Buch hat sich für mich mal wieder bewahrheitet, daß man in Bücher vor dem Kauf doch einmal hineinlesen sollte. Da ich das Buch gebraucht gekauft habe, empfinde ich es nicht so schlimm, daß "Die Schattenkönigin" keine Heimat bei mir finden wird

Ergebnis: 
dauerhaft abgebrochen, keine Wertung

Lübeck

Gestern mittag habe ich mich per Bahn zunächst nach Hamburg begeben und mich dort zunächst einmal mit Seychella getroffen. Gemeinsam ging es dann mit der Regionalbahn  nach Lübeck, wo uns Melli mit ihren beiden Kids abgeholt hat.
Petrus hatte uns in Lübeck ja zunächst einmal nicht so glücklich empfangen. Aber man sagt ja auch, daß der Himmel weint, wenn Engel reisen. Allerdings war unsere "Reise" ja um 16.00 Uhr in Lübeck zu Ende: Für das Trocknen der Tränen haben die Engel leider gut 2 Stunden benötigt. Es ging vom Bahnhof direkt am Holstentor vorbei in die Stadt. Durch den Regen und die Dunkelheit war es mir leider nicht möglich, ein Foto zu schießen. Also müßt Ihr mir schon glauben, wenn ich Euch sage, daß das Holstentor und auch die Marienkirche imposant aussehen, die Bäume und die Straßen schön geschmückt und erleuchtet aussahen.

Es ging alsbald auf den Weihnachtsmarkt und wir spazierten - wenn auch angeregnet - zwischen einigen Hütten umher, schauten in das Verkaufshaus von Niederegger Marzipan hinein (wo ich eine Kleinigkeit für meine Freundin C. als Dankeschön für den Fahrservice kaufte) und landeten fast automatisch im ersten Buchladen :) Nun, was Wunder bei drei erwachsenen Leseratten. Bereits dort gingen die Augen hungrig über diverse Bücher und nicht nur in dem Taschenbuch "Samuel und die Liebe zu kleinen Dingen" habe ich geblättert, gekauft habe ich allerdings nichts.

Als wir dort wieder herauskamen, hatte der Regen bereits ein wenig nachgelassen. Irgendwie schafften wir es, direkt zur nächsten Buchhandlung zu flanieren ... und natürlich blieben wir nicht draußen stehen. Ich habe dann diese Gelegenheit genutzt, um mir nun doch folgendes Buch zu kaufen:



Die Geschichte hatte mich mein Durchblättern und Anlesen gereizt und so wanderte es in meinen "Seesack". Vorher hatte ich von diesem Roman noch nichts gehört. Ich habe übrigens auf der Bahnrückfahrt bereits mit dem Lesen dieses Romans begonnen :)

Aus dem Buchladen heraus ... und es war trocken!

Wir schlenderten weiter, aßen etwas und im Bereich des historischen Weihnachtsmarktes nahe der mit Puppen nachgestellten Märchen haben wir dann auch etwas Heißes getrunken. Ich war die einzige, die sich einen Glühwein einschenken ließ, und zwar mit Schuß, Rum. OH HIMMEL! DAS war eine Mischung, vermutlich 1:1.Durch diesen Glühwein mit Schuß wurden garantiert etliche Bakterien abgetötet und mein Rachen desiinfiziert. Als Gegengewicht habe ich mir dann auf dem Weg zu Melli nach Hause doch noch eine Portion Pommes gegönnt. Vor dem Heimweg habe ich mir allerdings noch etwas zur Erinnerung an den Lübecker Weihnachtsmarkt gekauft:



Katzenfamilie aus Zinn - Ich finde sie wunderschön :)

Melli hat Seychella und mir Gastfreundschaft gewährt. Wir haben einen wunderbaren Abend zusammen verbracht und viel über unsere gemeinsame Leidenschaft, das Lesen, geredet. Mellis Tochter hat sowohl Seychella und mir ein Bild gefertigt, meins seht ihr hier:



Heute morgen endete Seychellas und mein Besuch bei Melli mit einem gemeinsamen Frühstück. Wir werden uns im Januar 2010 erneut in Lübeck treffen


Da sowohl Seychella, als auch ich in Hamburg Aufenthalt hatten, sind wir dort noch einmal durch die Buchläden am Bahnhof gewandert  "Arena" von Stephen King flüsterte mir auch dort noch einmal zu "Nimm mich mit", aber ich habe - noch - widerstanden. Lange werde ich aber wohl nicht mehr durchhalten. "Resistance ist futile" sozusagen :)

Ganz ohne Buchkauf bin ich aber auch aus Hamburg nicht weggekommen. Bereits bei meinem Aufenthalt während der Hinreise hatte ich ein Taschenbuch in der Hand, auf dem Rückweg habe ich es dann eingesagt. Es handelt sich um


"Die achte Karte" von Kate Mosse

as Buch habe als Leserunden-Buch November 2009 in Mellis Buchforum gelesen. Diesen Sonntag endete die Runde, ich habe das Buch am Dienstag abend beendet.

Vorweg etwas zur Leserunde:
Es war ja meine erste Leserunde. Ich brauchte in der ersten Woche etwas Zeit, meinen Leserhythmus zu finden, schließlich sollte ja in einer Woche möglichst ein bestimmter Umfang gelesen werden. Das etappenweise Lesen und Posten zusammen mit anderen Leserundenmitgliedern ist wirklich sehr reizvoll und bereitete mir Freude. Es ist interessant zu lesen, wie andere den Schreibstil wahrnehmen, Aspekte der Geschichte ggf. anders interpretieren, das Augenmerk auf andere Geschehnisse vielleicht stärker richten, die Mutmaßungen zum Fortgang der Geschichte zu lesen. Bei diesem Buch hatte ich damit nun keine Probleme, aber sicherlich sind Leserunden auch für die Motivation hilfreich: Stellt man persönlich nach Anlesen fest, daß man sich vor dem Leserundenbuch lieber verstecken möchte, kommt die Neugierde oder der Wille zum Durchhalten in einer Leserunde wohl eher zurück. Ich habe es nur als schwierig empfunden, diese Nach-Lese zu verfassen :) Der Lese-Eindruck verändert sich durch das etappenweise Lesen, nicht so sehr - wie ich finde - durch den Austausch mit den anderen Teilnehmern.

Jetzt aber zum Buch. Worum geht es:
Der Roman beginnt in Paris 1891 mit einer Beerdigung und macht den Leser mit den Geschwistern Leonie und Antaloge Vernier bekannt. Das Buch erzählt auf einer Zeitebene die Geschichte der Verniers. Die Geschwister  fahren auf das Gut ihres verstorbenen Onkels in der Nähe von Rennes les Bains, eingeladen von dessen Witwe. Doch warum ist Anatole so heimlichtuerisch, was hat es mit der alten Grabkapelle auf der Besitzung auf sich und den Tarotkarten, die ihr Onkel gefertigt hat? Auf einer weiteren Zeitebene im Roman lernt der Leser Meredith kennen, eine junge Amerikanerin, die in Frankreich für ein Buch über Debussy recherchiert - und nebenbei auch auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln ist. Auf ihren Streifzügen durch Paris werden ihr die Tarotkarten gelegt und gedeutet, das benutzte Kartendeck enthält eine Karte - La Justice - , die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Meredith hat. Ihre Suche nach ihren eigenen Wurzel führt sie nach Rennes les Bains ...

3 und 1/2 Stern - Nachlese
Ich habe vor kurzem von Kate Mosse den Roman  Das verlorene Labyrinth gelesen. Dort habe ich angemerkt, daß mir der ständige Wechsel zwischen den Zeiten und das Umorientieren bei den Figuren Mühe bereitete. Bei diesem Buch habe ich das das nicht so empfunden. Einerseits war "Das verlorene Labyrinth" sicherlich ein "Übungsplatz". Ich habe aber auch das Gefühl gehabt, daß die Autorin sich hier auf weniger Hauptcharaktere, dafür aber stärker, konzentriert hat, und zwar in beiden Zeitebenen. Was mich dagegen in diesem Roman störte - wenn es auch nicht allzu häufig vorkam -: Die Autorin ließ französische Phrasen einfließen. Solange es um Eigennamen geht, ok. Ansonsten hätte ich gerne in irgendeiner Form eine Übersetzung (im  "Labyrinth" hatte K.M. das gut gelöst).

Ich habe den Roman als Belletristik mit leichtem Anklang zu Mystery und Krimi empfunden. Einen historischen Roman würde ich ihn nicht nennen, dafür waren die Passagen um 1891 herum zu persönlich.

Auch in diesen Roman bin ich sehr leicht hineingekommen, K.M. schreibt für mich "lesefreundlich" :) Durch die verstreuten Andeutungen in den einzelnen Kapiteln und den Aufbau des Buches an sich, blieb ich neugierig und motiviert, weiterzulesen. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen war regelmäßig so gewählt, daß mein Interesse aufrechterhalten blieb. Ich habe auch den Eindruck, daß die Autorin weiß - geographisch, geschichtlich, sprachlich und wohl auch zum Tarot -, wovon sie schreibt, entweder aus eigener Kenntnis oder halt gut recherchiert.

Die Übersetzung wirkt auf mich auch flüssig, auch hier gilt aber, daß ich den Roman in Originalsprache nicht kenne.


Alles in allem war es ein unterhaltsamer Roman.


Angesichts der Maximalpunktezahl von 5 für z.B. "Dshamilja", 4 für "Die eiserne Welt" und 3 für "Das verlorene Labyrinth" habe ich mich bei diesem Buch für 3,5 Punkte entschieden.

Donnerstag, 26. November 2009

Erstes Adventswochenende 2009

:)

aus meinem Online-Ticket der Deutsche Bahn
Gültigkeit: 28.11.2009 - 27.12.2009 Hinfahrt bis 29.11.2009
Rückfahrt an 2 aufeinander folgenden Tagen innerhalb der Gültigkeit
Hinfahrt: Osnabrück Lübeck+City
Rückfahrt: Lübeck+City Osnabrück


Am Wochenende fahre ich nach Lübeck, eine wirklich und wahrhaftig sehr spontane Aktion von Melli, Seychella und mir. Ich freue mich darauf, die beiden netten Leseratten aus Bücherblogs und Melli's Bücherforum persönlich kennenzulernen.

Und den Lübecker Weihnachtsmarkt gibt es noch dazu ...

Ich bin aufgereg und voller Vorfreude :)

Dienstag, 24. November 2009

"Der Leinwand-Philosoph" von Mark Rowlands

In einem Katalog hatte ich etwas über dieses Buch gelesen. Danach sollte der Autor - der Philosoph Mark Rowlands - philosophische Themen anhand einzelner Scince-Fiction Filme erläutern - und das auch noch unterhaltsam. Als habe ich es vor kurzem bestellt und - inzwischen - auch gelesen.

Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe von Rogner & Bernhard, Übersetzung von Yamin von Rauch, kräftiges griffiges Papier, Leseband und - erfreulicherweise -ein Glossar zu den im Buch erwähnten philosophischen Grundthesen und Philosophen.

Der Autor stellt in jedem Kapitel einen Sci-Fi-Film vor und redet über die in diesem Film von ihm gesehenen philosophischen Grundfragen. Er betreibt "Sci-Phi". Konkreter:

1) Frankenstein (Kenneth Brannagh-Verfilmung) - Philosophie und der Sinn des Lebens
2) Matrix - Können wir uns überhaupt über irgendetwas sicher sein?
3) Terminator I & II - Das Körper-Geist-Problem
4) Total Recall & The 6th Day - Das Problem mit der personalen Identätit
5) Minorty Report - Das Problem des freien Willens
6) Hollow Man  - Warum moralisch sein?
7) Independence Day & Alien - Die Reichweite von Moral
8) Star Wars - Gut und Böse
9) Blade Runner - Tod und Sinn des Lebens

***** Nach-Lese

Natürlich sind philosophische Bücher nicht im Vorbeigehen zu lesen. Aber es gibt Bücher, in welchen bestimmte Thesen und Fragen klarer - bzw. unterhaltsamer - dargestellt und erläutert werden als in anderen. Letzteres trifft in diesem Buch - zumindest für mich - zu. Ich fand den "Leinwandphilosophen" unterhaltsam und habe an einigen Stellen nicht nur geschmunzelt, sondern losgelacht. Da sich diese Passagen fast ausschließlich aus dem Kontext ergeben, sind Zitate schwierig. Naturgemäß gibt es trockenere Passagen und Gedankenexperimente. Der Grundton variiert auch hier von ernst (Vergleich der moralischen Handlungen des Alien in "Alien" und des Menschen gegenüber Tieren) bis humorvoll (Ist die personelle Identität weiterhin gegeben, wenn sich der Seriengeschmack von Buffy zu Heartbeat ändert? Auch: die Abschweifungen des Autors zu Verhoeven bzw. Starship Troopers), unterhält aber auf die eine oder andere Weise. Der Autor weiß um seine Sci-Fi-Leidenschaft und auch den seltsam anmutenden Weg, Philosophie hierüber zu transportieren. Im Vorwort heißt es:

"Dieses Buch enthält Material, das manche Leser vielleicht als anstößig empfinden werden. Oder zumindest hoffe ich das. Und das betrifft nur den philosophischen Teil. Einige werden vielleicht denken, dass es streng genommen kein wirklich seriöses buch ist. Und sie haben recht. Aber machen Sie nicht den Fehler ...anzunehmen, dass das, was gut für einen ist,immer ... auch todernst sein muss.... warum geht es dann um Filme, die die meisten Filmkritiker als schlecht bezeichnen würden? Das liegt natürlich teilweise an meinen eigenen Vorlieben ...Mein spezieller Filmgeschmack geht hauptsächlich in die Richtung, die gewisse Leute als geistig anspruchslos bezeichnen würden. Also geht es in diesem Buch nicht über Arthouse-Filme oder Sachen mit Untertiteln. Ich könnte über solchen Kram schreiben ... aber es würde mich zu Tode langweilen..."

Mir scheint - die Originaltexte kenne ich ja nicht -, daß auch die Übersetzung sehr gelungen ist und den Grundton von Mark Rowland gut überträgt.

Mit gut 310 Seiten ist "Der Leinwandphilosoph" natürlich kein philosophisches Lehrbuch. Es sind Streifzüge durch philosophische Grundthemen, die - wie ich finde - auch Lust machen, darüber und über seine Umwelt nachzudenken, sich weiter mit ihnen oder der Philosophie zu beschäftigen. Aus meiner Sicht: Empfehlenswert.

ps
@Mark Rowlands: Danke für die wunderbare Definition von Nietzsches Übermenschen im StarWars-Kapitel :)

Sonntag, 22. November 2009

"Into the Wild" - Der Sean-Penn-Film

Der Film "Into the Wild"  aus dem Jahr 2007, Regie Sean Penn, Drehbuch Sean Penn und Jon Krakauer (Buch)  schildert - wie das Buch In die Wildnis (meine Nach-Lese) von Jon Krakauer - die Geschichte der Wanderung Christopher Mc Candless' durch die Staaten, Mexiko und letztlich nach Alaska. In der Wikipedia.de findet sich natürlich zu diesem Film auch etwas: Wiki: In_die_Wildnis


Nach-Sehen:
Der Film beginnt mit Chris Mutter, die einen Hilferuf  ihres Sohnes räumt, und wechselt dann zu Chris, der "in die Wildnis" Alaskas startet und natürlich den Bus findet. Von dort - dem Bus - geht es erzähltechnisch immer wieder in die Vergangenheit: seine Geburt, Kindheit, seine Jugend, das Erwachsenwerden, die Familie, und zwar einerseits seines realen Lebens, andererseits im übertragenen Sinne auch die Geburt, Kindheit, das Aufwachsen und der Familie seines alter Ego "Alex Supertramp".

Chris wird von Emile Hirsch gespielt und ich finde ihn fantastisch darin. Schauspielerisch hatte er mich in dem Moment - am Anfang des Films - als seine Augen vor Ehrfurcht glitzerten, ein Hauch von hochgestiegenen aber ungeweinten Tränen im Angesichts der Weite Alaskas.  Überraschend gut empfand ich Vince Vaugh als Wayne Westerberg, den Schauspieler "mag" ich nämlich nicht. Der Film erzählt in ruhigen Bildern, viel Landschaft, langesame Kamerafahrten und Slow-Motion überwiegen dann. Bei anderen Gelegenheiten - Erinnerungsfetzen, Stadtleben - ist die Kamera häufig unruhig, wacklig. Der Film lebt - auch - von der Stille. Dabei meine ich die Dialog-Stille, der Soundtrack ist fast ständig präsent. Mich hat das nicht gestört, daß die Bilder statt mit Sprache und Ton mit Musik untermalt wurden, da mir der Soundtrack auch fantastisch gefällt. Die Musik stammt von Michael Brook, Kaki King, Eddie Vedder und Claude Chalhoub.

Gelungen fand ich z.B. Umsetzung, als Chris aus Mexiko zurückkommt und in L.A. landet. Als ich diese Szenen sah, wurden in mir folgende Empfindungen hervorgerufen: Chris muß sich eingeengt gefühlt haben von den Hochhäusern, der Lärm auf den Straßen muß ihn extrem gestört haben und die Hektik, die Menschen um ihn herum ließen ihn dort am hellichten Tag einsamer wirken als allein als Tramp in der Wüste, auf der Straße oder auf dem Weg hinein in die Wildnis.
 
Was ich bei Jon Krakauer und auch beim Film emfpunden habe, ist, daß Chris letztlich in der Wildnis Alaskas sich selbst gefunden hat und daß, was er wollte und daß dies auch ein Leben außerhalb der Einsamkeit der Wildnis beinhaltete. Möglicherweise hätte er sich bei seinen realen Eltern nie gemeldet, aber die Familienmitglieder von Alex - Jen & Rainer, Wayne,Ron  hätte er sicher wieder aufgesucht. Daher empfinde ich sein Schicksal auch so tragisch: Als Chris/Alex seinen Frieden gefunden hatte und aus Alaskas Wildnis heraus wollte, war er dazu aufgrund eigener Fehleinschätzungen (mangelde Vorbereitung etc., siehe meine Nach-Lese) verbunden mit den Umweltbedingungen und schlicht Pech nicht mehr in der Lage. Im Gegensatz zum Buch ist mir Caris/Alex nach dem Film aber sympathischer.

Wie mir Sayuri im Kommentar der Nachlese mitgeteilt hat, gibt es noch einen Dokumentarfilm The Call of the Wild  von Ron Lamonthe - leider ist nicht viel über dies Doku zu finden, auch nicht bei amazon.co.uk. Das ist schade, da mich diese Doku echt interessiert hätte. Allerdings hat mir Sayouri auch einen Bloglink geschickt - danke nochmal - und hier ist er: Terrain-Cognita-Films - Wild Calls

Das Buch von Jon Krakauer zu lesen, bevor ich den Film geschaut habe, war  ein Fehler - und irgendwie auch doch nicht.

Warnung!

Wer das Buch Jon Krakauers bislang nicht gelesen hat und den Film noch schauen will, sollte an dieser Stelle  darüber nachdenken, ob er hier weiterlesen möchte. Es geht jetzt nämlich darum, wie das vorherige Lesen des Buches mich beim Schauen beeinflußt hat.

Freitag, 20. November 2009

Blogsicherung u. Wikipedia

Ach, zwei Wochen sind schon wieder vorbei: Es ist Zeit für eine erneute Blogsicherung. Also ehrlich: Wo sind denn bitte diese zwei Wochen geblieben?

Die deutsche Wikipedia wartet ja regelmäßig mit interesesenten Meldungen auf. Heute findet man dort u.a. einen - recht kurzen - Artikel über den Einsatz von Schein-Bushaltestellen in Rahmen der Betreuung demenzkranker Patienten. Interessant.

Post allgemein und "Simon's Cat" von Simon Tofield insbesondere

Meine Amazon-Bestellungen (egal ob aus Deutschland oder Großbritannien) lasse ich mir ja immer ins Büro liefern, ebenso Bestellungen von Zweitausendeins. Als der Postbote heute kam, war gerade auch mein Chef bei mir im Büro. Da sich auch letzterer seine Bestellungen - beider Unternehmen - u.a. ins Büro liefern läßt, schaute er mich erwartungsvoll an ....

Nichts da, meins!

Als erstes habe ich das Päckchen von Zweitausendeins geöffnet und dort - wie erwartet - meine Nachlieferung von Georges Perec "Das Leben Gebrauchsanweisung" vorgefunden. Zitat bei Amazon.de zu diesem Buch:

"Georges Perecs Roman bereitet Glücksgefühle. Sie werden sich nicht langweilen.
 ... Man nehme ein Haus mit 99 Zimmern, jedes Zimmer hat eine Geschichte. In den 99 Zimmern wohn(t)en viele Leute und die sind gut für über 100 Geschichten, die zusammen eine Geschichte ergeben, Geschichten mit Titeln wie:Geschichte vom Akrobaten, der nicht mehr von seinem Trapez herunter wollte; Geschichte vom Schauspieler, der seinen Tod simulierte; Geschichte vom ehemaligen Tierarzt, der sich in eine schnurrbärtige Marseillerin verliebt hatte; Geschichte vom Archäologen, der zu sehr auf die Sagen vertraute; Geschichte vom Juwelier, der dreimal ermordet wurde; Geschichte vom schwarzen Boxer, der nicht einen einzigen Boxkampf gewann; Geschichte vom Hauptlagerverwalter, der die Beweise für ein Weiterleben Hitlers sammelte; Geschichte der Dame, die sich Nichten erfand; Geschichte des Innenarchitekten, der die Küche wieder abreißen ließ, auf die er so stolz war. Und viele, viele mehr..."

Chef meinte, er hätte bislang nur von dem Autor gehört, aber noch nichts gelesen. Er und ich stimmen überein, daß das schon ein recht anspruchsvolles Buch sein dürfte. Mal sehen, wie lange er in meinem TuB bleibt :)

Ich habe meinem Chef dann gesagt, daß ich per Amazon.co.uk. bereits für entsprechenden Ausgleich gesorgt hätte, was ihn veranlaßte, der Öffnung des zweiten Päckchens beizuwohnen:

:)

Als erstes kam meine Star-Trek-Bluray - "XI" - zum Vorschein (Chef rollte leicht mit den Augen, ich kann damit gut leben). Dann erschien die manchmals als Halbstaffel 4.1, manchmal als Staffel 4 bezeichnete Box von Battlestar Galactica. Die gab es in UK gerade günstig, da habe ich zugegriffen (natürlich OHNE dt. Untertitel bzw. Tonspur). Jetzt fehlt mir nur noch die letzte Staffel, egal ob man jetzt 4.2 oder 5 dazu sagt ... Und dann das:

Simon's Cat.


Ich habe ja in UK bestellt und die englische Ausgabe. Da es jedoch keinen Text gibt, ist das so etwas von egal :) Wer ein wenig ins Buch schauen möchte, der sollte diesem Link amazon.co.uk-simon's cat
folgen.

Nachlese
Dieses Büchlein ist natürlich gar nicht est im TuB gelandet. Es ist SO WITZIG. Ich erkenne Merlin und Marlowe - und mich übrigens auch - wieder. :)

Positiv überrascht wurde ich auch. Ich war ja von der Lieferung eines kleinen Büchleins mit vielleicht 30 Seiten ausgegangen. Es sind aber sage und schreibe über 100 Blatt, feste Blattqualität, beidseitig mit Zeichnungen - teilweise richtige Geschichten - versehen. Manche Zeichnungen sind den Simon's-Cat-Clip-Sehern auch bekannt, aber Simon Tofield hat so viele andere Begebenheiten des kätzischen Lebens und dasjenige des zur Katze gehörenden Menschen gezeichnet wie

- Katzenklo
- andere Kater im Revier,
- Vögel, Gartenzwerge, Schnee- und Garten-Erfahrungen,
- Hundebesuch und Kommunikationsprobleme,
- Vorbereitung eines Tierarztbesuches etc.

Ok, manche Szenen spielen nicht das REALE kätzische Alltagsleben wieder (z.B. die Geschichten mit den Igeln bzw. Vögeln), aber sie sind trotzdem sehr erheiternd... Ich habe schon wieder soviel gekichert und laut gelacht, daß ich in meiner Mittagspause im Café mehrfach irritierte Blicke zugeworfen bekam... Übrigens: Auch die Schutz- und sonstige Umschlaggestaltung ist schön anzusehen. *freu* Für mich gilt: gute Investition!

Donnerstag, 19. November 2009

"Nuhr unterwegs" von Dieter Nuhr

Ja .... Wer jetzt denkt, daß es sich bei diesem Buch um Texte Dieter Nuhrs zum Thema besuchte Länder handelt, der liegt zu, hm, 30 % richtig.

Eigentlich - und zwar hauptsächlich - ist es ein "Bilderbuch", die Fotografien wurden von Dieter Nuhr gemacht. Das Land, zu welchem die jeweiligen Fotos gehören, wird kurz von Dieter Nuhr "eingeführt", die Kommentare sind gewohnt ironisch bis spitzfindig, durchaus mit ernstem Hintergrund gepaart. Beispiel gefällig (es geht um die Schweiz und die dort befindlichen Alpen)

"Berge sind mächtig und massiv...die Berge (der Schweiz) wollen dem Besucher um jeden Preis mitteilen, dass sie etwas besonders Großartiges sind....Die Alpen sind Angeber. Sie protzen rum. Und so ein Verhalten lässt immer nur auf mangelndes Selbstbewusstsein schließen...Natürlich haben die Berge Jahrmillionen hinter sich, in denen ihre Existenz kaum bemerkt wurde, nur um dann im 19. Jahrhundert plötzlich als Naturereignis gefeiert zu werden. Ein solch abrupter Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung des eigenen Charakters wird nur selten verkraftet... Haben Sie also Verständnis, behandeln Sie die Berge gut, hinterlassen Sie keinen Müll und pflücken Sie keine seltenen Pflanzen!Selbstverständlichkeit im Umgang wird auch unser Gebirgskettten irgendwann wieder auf den Pfad geistiger Gesundheit zurückbringen." 

 (Quelle - natürlich - Dieter Nuhr im vorgenannten "Nuhr unterwegs").

Es wird bereits im Vorwort darauf hingewiesen, daß Hauptanliegen dieser Veröffentlichung die Fotos - und nicht die Texte - sind. Nach eigener Angabe hat Dieter Nuhr Kunst studiert und führt zudem im Vorwort aus:

"Ich habe festgestellt, daß ich während des Fotografierens versuche, eine Ordnung in den Dingen zu erkennen und abzubilden."

Die künstlerische Qualität der Fotos bzw. der Motive etc. kann ich nicht wirklich beurteilen. Dazu habe ich von dieser Materie zu wenig Ahnung. Manche dieser Fotos finde ich wunderbar, bei anderen frage ich, warum D.N. dieses -und nicht ein anderes Motiv gereizt hat (das wird wohl auch nur D.N. beantworten können) und wieder andere könnte ich als Laie -vermutlich - auch machen.

Nichts desto trotz habe ich die Buchausgabe genossen - mehr geschaut als gelesen -. Allerdings hätte ich für den Neupreis von 9,95 € das Buch nicht gekauft. Ich habe es aber als Mängelexemplar günstig bekommen und bin damit zufrieden. Und zum Abschluß noch einmal Dieter Nuhr aus dem Vorwort:


"Vergeblichkeit ist übrigens das Wichtigste beim Bildermachen. Der größte Horror wäre, irgendwann das perfekte Bild zu machen. Dann müsste man aufhören, und das will ich nicht."

Dienstag, 17. November 2009

Aktionen und Melli's 24-h-read-a-thon

Von Buch.de habe ich heute ein Email vorgefunden, mit welcher auf die diesjährige 10-Prozent-Weihnachtsaktion hingewiesen wird. Hier ist der der Link: Buch.de-Weihnachten 

Ich habe mich außerdem bei einem Event angemeldet, für welches sich auch die Initiatorin von Bücher-Blogs und Buchforum, nämlich Melli (Buecherwurm0815), verantwortlich zeichnet:


Das Banner ist auch oben  zu sehen, es es leitet Euch ebenso wie der vorstehende Link auf die entsprechende Seite. Um was geht es? Ich zitiere aus Melli's FAQ-Seite:

"Es ist ein Lesemarathon, der sich über 24 herstreckt. Alle Reader/Leser/Teilnehmer versuchen, innerhalb dieser Frist soviele Bücher wie möglich zu lesen. Ausserdem wird während der ganzen Zeit im eigenen Blog über das gelesene gepostet, die Updates dann hierher verlinkt, an Challenges teilgenommen und die Blogs der anderen Teilnehmer besucht, um sich gegenseitig anzufeuern und zu unterstützen. Aber in erster Linie soll es einfach Spaß machen. Und es gibt ein paar Preise zu gewinnen, wenn das mal kein Anreiz ist wach zu bleiben...Er findet am 06.02.2010 statt, um 10 Uhr soll es losgehen und endet dementsprechend am 07.02.2010 um 10 Uhr. Bei der Uhrzeit könnte sich nochmal etwas verändern".

Wie gesagt, ich habe mich bereits angemeldet. Keine Ahnung, ob ich tatsächlich durchhalte,, aber der olympische Gedanke zählt. Jedenfalls werde ich bei diesem Lesemarathon garantiert länger durchhalten als bei einem Laufmarathon - lach -. 

Vielleicht habt Ihr ja auch Lust und Laune auf eine etwas andere Heausforderung :)

Montag, 16. November 2009

Belle de Jour #2

Am Wochenende habe ich ja gerade die Lektüre von "***"Belle de Jour" - von BdJ  beendet und die Nach-Lese gepostet, da bekomme ich heute folgendes in meinen google-reader gebeamt:

"Secret Diary: Britische Wissenschaftlerin outet sich als Autorin 

von Serienjunkies

Nahezu ein halbes Jahrzehnt herrschte Unsicherheit über die Autorin mit dem Pseudonym Belle de Jour, auf deren literarische Vorlage die Serie "Secret Diary of a Call Girl" zurückgeht. Nun hat sich eine britische Epidemiologin zu dem Pseudonym - und einem zwischenzeitlichen Leben als Prostituierte - bekannt. [Mehr Infos bei Serienjunkies...]"


Und das ist tatsächlich bereits mein 150. Post. Wow. 

"Schlaf" von H. Murakami

Das Buch ist - wie "In die Wildnis" - eine Leihgabe meiner Freudin Sayuri. Wenn ich mich richtig erinnere, bekam Sayuri es am 07.10.2009. Wir standen im Thalia und die wunderschöne Ausgabe dieser Kurzgeschichte fiel uns ins Auge. Wie ich im November 2009 festgestellt habe, hat Frau Heidenreich am 08.10.2009 dieser Ausgabe eine Sendung gewidmet.Sayuri, wir waren schneller :)

Und die Ausgabe von Dumont ist wirklich traumhaft schön. Der Einband hat das in Silber/weiß geprägte Cover, auch die Innengestaltung ist wunderschön: dickes glänzendes Papier, wunderbare Zeichnungen in Grau/Silber/Blau von Kat Menschik, Lesebändchen. In der Sendung LitColony-Schlaf werden u.a. auch ein paar Zeichnungen gezeigt. Da Frau Heidenreich aber auch den Inhalt der Erzählung im Grunde vorwegnimmt, gibt es insofern eine SPOILER-Warnung zur SENDUNG!

Worum es geht
Die Protagonistin - Ehefrau, Mutter eines Kindes - erzählt davon, daß sie schlaflos lebt. Der erste Satz:


"Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf"

Die Erzählung beginnt also am 17. Tag - und endet auch an diesem. Die Erzählerin berichtet zwar auch über ein zeitlich begrenztes Schlafproblem, welches sie früher erlebte mit den entsprechenden Nebenwirkungen (Mattigkeit etc.), doch dies ist anders: Aus einem Traum erwachend sieht sie einen dunkel gekleideten Mann am Fuße ihres Betters der ihr Wasser über die Füße gießt. Als sie das Licht anmacht: kein Mann, keine nassen Füße, aber Wachsein. Und sie erfährt und erlebt dieses Wachsein ab diesem Tag. Was tut man mit der Nachtzeit, wenn der Mann wie ein Stein schläft und auch der Sohn. Wenn man Zeit hat zum Nachdenken über sich, seine Wünsche, sein Leben wie es hätte sein sollen und wie es ist. Wenn die Automatismen des täglichen Lebens zwangsläufig wegfallen? Ist das Sehen des dunkel gekleideten Mannes eine Vision oder nur ein weiterer Traum? Ist die Erzählerin wirklich wach, träumt sie oder erfährt sie etwas ganz anderes?

*****Nachlese:
Die Erzählung ist kurz; in der wunderbaren Ausgabe von Dumont umfaßt die Erzählung incl. etlicher Zeichnungen nur 73 Seiten. Zwangsläufig läßt Murakami - wie so häufig - Raum für die eigenen Vorstellungen und Interpretationen. Auch hier wird Surrealismus mit Realismus vermischt, hat die Sprache den Murakami eigenen Klang. Ich habe die Erzählung ein einem Zug durchgelesen und dann eine Nacht darüber geschlafen :)

So manches, was Murakami seine Protagonistin  beschreiben läßt, ist mir - wie sicher auch anderen, die gelegentlich oder häufiger Schlafprobleme haben - vertraut. Und ich meine nicht nur die zu Anfang der Novelle beschriebenen Nebenwirkungen "normaler" Schlafprobleme. Sondern auch das Sitzen und Neubetrachten der engeren Umwelt im "Wachzustand": Aufstehen, ein Buch greifen, Abschweifen, Nachdenken, Umschauen, Fragen, Ablenken oder Spaziergänge unternehmen und trotzdem den Alltag er- und überleben ..

Diese "kleine" Geschichte Murakamis geht mir nah.

Sonntag, 15. November 2009

"In die Wildnis" von Jon Krakauer

Das Buch ist eine Leihgabe meiner Freudin Sayuri.Sie hatte zuerst den Film "Into the Wild" von Sean Penn gesehen und dann auch das Buch gekauft. Ich wollte erst das Buch lesen, bevor ich den Film schaue. Letzteren konnte ich tatsächlich bei Sky aufnehmen, bevor mein 2-Monats-Probezeitraum für die "Sky-Filmwelt" zu Ende war (jetzt beziehe ich also nur noch das - günstigste - Basis-Paket von Sky).

Worum es geht: 
Jon Krakauer ist ein US-Autor, Journalist, Bergsteiger und hat eigene Erfahrungen, was das Bewältigen von Herausforderungen und Überleben in der Wildnis angeht. In diesem Buch geht es um seine - zunächst beruflich bedingten, später auch persönlichen - Ermittlungen zu dem einsamen Todes des 24jährigen US-Amerikaners Christopher „Chris“ Johnson McCandless (der sich selbst auch Alex Supertramp nannte) in Alaska. Krakauer erklärt gleichsam als Warnung in den Vorbemerkungen, daß er selbst kein unvoreingenommener Beobachter ist, der junge Mann polarisierte und polarisiert.

***Nachlese
Das Buch beinhaltete nicht das, was ich erwartet hatte. In meiner Vorstellung ging ich von einem journalistischen Bericht aus, der - soweit möglich  - die Stationen von Chris nachzeichnet, ihn charakterisiert und Gründe oder zumindest Ansätze für die Gründe vermittelt, die Chris auf Tour und letztlich zu seinem Tod führten. 

Da Chris während seiner zweijährigen Reise quer durch die USA, dem Ankratzen von Mexiko und der Tour nach Alaska, keinen Kontakt mit seinen Eltern hatte und auch meist nur einen Decknamen benutzte, keine Sozialversicherungsnummer angab etc., war es schwierig bis unmöglich, die Stationen aufzuzeigen. Keine Frage. Daher ist es auch erstaunlich und bewunderswert, daß Krakauer überhaupt Informationen über die Tour ermitteln konnte. Aufgrund seines Artikels hatten sich Leute bei der Zeitschrift bzw. ihm gemeldet, die Chris kennegelernt hatten, z.B. als Tramper oder Saisonarbeiter etc. Dieses Informationsdefizit führte allerdings auch zu meinen persönlichen Nervfaktoren:

 - Ja, Krakauer führt im Vorwort an, daß er nicht objektiv ist. Kann er ja auch kaum sein, schon aufgrund seines eigenen Hintergrundes (Bergsteiger). Allerdings zieht Krakauer nicht nur Schlüsse für sich, er legt sie eigentlich Chris "in den Mund". So erklärt in dem Buch z.B., daß Chris eine Frage peinlich gewesen wäre (er wurde von einem väterlichen Freund gefragt, ob er ihn adoptieren könne). Woher will Krakauer denn das nun wissen? Er hat diesen väterlichen Freund interviewt, der ihn offensichtlich von dieser Frage und der ausweichenden Antwort erzählt hat. Die Ableitung der Gründe für Chris's Verhalten hier - und an anderen Stellen - finde ich jedoch anmaßend.

- Viele Abschweifungen, die andere Leser vermutlich als journalistisch normal oder sinnvoll empfinden, störten mich, ich finde sie überflüssig.
Es interessiert mich im Zusammenhang mit der Story (erwartet = journalistische Reportage) wirklich nicht, daß Chris's Schwester in einem Interview barfuß herumläuft, ein goldenes Jesuskreuz um den Hals und sauber gebügelte Jeans mit Bundfalte nach vorne trägt. Ähnliche Ausführungen zu weiteren Interviewpartnern empfinde ich gleichfalls als überflüssig.
Ein weiteres Beispiel anderer Art: Die "wilde Kartoffel" und eine artverwandte Pflanze spielen eine wichtige Rolle für die Frage, wie es zu Chris Auszehrung gekommen ist. Ich brauche allerdings keine seitenlangen botanischen Ausführungen zu diversen Arten des giftigen Narrenkrautes, von Hülsenfrüchtlern und Ergebnisse von Tierstudien.
Krakauer führt eigene Erlebnisse und die Erlebnisse - und Todesarten - weiterer "Extremwanderer" auf und kommentiert auch diese. Es geschieht aus der Intention heraus, Chris' Charakter und Motivationen besser zu verstehen. In ihrer Ausführlichkeit im Verhältnis zur Story und dem Ergebnis - es waren ähnliche Beispiele, die mir nicht halfen, Chris mehr zu verstehen - empfand ich diese Passagen jedoch als Füllmaterial.

Was mich auch störte - hat aber nichts mit dem Informationsdefizit zu tun - ist der Aufbau des Buches. Ich hätte mir eine chronologisch straffere Form gewünscht, entweder vom tragischen Ende rückwärts oder halt vorwärts. J.K. springt zwischen den Erlebnissen auf der Tour, den Interviewpartnern, Erinnerungen der Eltern, anderen Originalen, eigenen Ansichten hin und her; ich empfand es als anstrengend.

Versteht mich nicht falsch:
Die Geschichte von Christopher McCandless ist tragisch, sie ist es auch wert, erzählt zu werden. Er kommt mir vor, als wäre er in der Pubertät zu einer gespaltenen Persönlichkeit geworden und die Wildnis Alaskas, in der er ja über 3 Monate überlebte, war dabei, ihn "ganz" zu machen. Ich kann nach der Lektüre nicht sagen, ob es einen "Grund" gab, daß Chris so - ich will mal sagen - naiv in die Wildnis Alaskas ging. Er hat sehenden Auges Empfehlungen in den Wind geschlagen und nur selektiv Vorbereitungen getroffen (zwar ein Buch über eßbare Pflanzen besorgt sowie Waffen und Munition, aber keine Geländekarte oder eine Axt). Letztlich war es das und sein dadurch bedingtes zu langes Verharren in dem Unterschlupf, die zu seiner Auszehrung und zu seinem Tod geführt haben, wie ich es sehe. Daß ein 24jähriger Mann nach einer 2jährigen Tour "on the road" und mit seinen dort gemachten Erfahrungen so handelt, ist für mich nicht nachvollziehbar.Charakterschwäche? Erziehungsfehler?Ich kann es nicht sagen, es erschließt sich  mir auch auch  nach der Lektüre nicht.

Die buchmäßige Bearbeitung durch Jon Krakauer finde ich dagegen nicht recht gelungen. Daher auch nur drei Sterne von mir. Erst einmal werde ich mir eine Pause von Chris gönnen und mir irgendwann den Film von Sean Penn anschauen. Ich bin neugierig auf die filmische Umsetzung.

"Belle de Jour" von Belle des Jour

"Belle de Jour - Intime Bekenntnisse eines Londoner Callgirl" von Belle de Jour, was und wie soll ich hier etwas dazu schreiben?  Zunächst einmal, basiert dieses Buch auf einem von BdJ geführten Blog, nämlich http://belledejour-uk.blogspot.com/ - ausnahmsweise mal nicht verlinkt :) -.
In meiner Fernsehzeitung hatte ich vor Monaten die Ankündigung eines Mehrteils mit Billie Piper gesehen (die ich aus der Dr.Who-Serie kenne). Diese Serie sollte auf einem Buch - und Blog - eines Londoner Callgirls "Belle de Jour" beruhen. Geschaut habe ich die Serie zwar nicht, aber beim Schlendern durch die Stadt bin ich bei Weltbild am 05.10.2009 über diese Taschenbuchausgabe im Angebot gestolpert. Ich habe kurz angelesen, wobei ich eine Stelle erwischt habe, die ein Treffen von Belle mit ihren Ex darstellte, also nichts aus dem Jobbereich. Klang interessant, ich nahm das Buch mit. 

Worum geht es
Der Titel ist eigentlich Programm. BdJ schreibt über ihre ersten sexuellen Kontakte mit Mann und/oder Frau, der erste Sex gegen Entgelt. Kein Job nach dem Studium meldet sie sich bei einer Agentur an und wird Callgirl.Sie schreibt über ihre (Ex)Freunde und über ihren Bekannten N. - die sämtlich von ihrem Job wissen -, das aktuelle private Liebes- und sonstige Leben, von ihrer Eltern (die offiziellen nichts wissen, Hinweise vielleicht ignorieren), ihre Chefin, Kundengespräche, Kundwünsche, eigene sexuelle Phantasien und diverse Praktiken (z.B. fisten) garniert mit eine paar Ratschlägen, Hinweisen und Erfahrungen (Risiken von Öl/Latexkombinationen, "D steht für Diskretion"). Ein Blatt nimmt BdJ schon im Vorwort nicht vor den Mund:

"Ich bin eine Hure ... Wenn meine Freunde also mit ihrem strapazierten Vergleich kommen, in Angestelltenverhältnissen müsse man sich prostituieren, dann nicke ich wissend und bedaure ihr Schicksal. Anschließend kippen wir unsere Cocktails und fragen uns, was aus unseren Zukunftsplänen geworden ist. Die Pläne meiner Freunde sind wahrscheinlich auf einer Zufahrtstraße zur Reihenhaussiedlung gestrandet, mein Traum macht regelmäßig für Geld die Beine breit..." 

***Nachlese 
BdJ bedient sich einer deutlichen Sprache, streckenweise sehr drastisch, durchaus humorvoll, ironisch und selbstironisch, manchmal frech und - zumindest wirkt es so auf mich - ehrlich. Die dürfte auch an der "Alltagssprache" liegen. Wie vermutlich jeder Blogger wird auch BdJ ihre Posts redigiert haben, die Texte bleiben aber lebendig.

Auch die Übersetzung durch Frau Andrea Fischer scheint angemessen. Ich habe ein paar Posts aus Dezember 2003  in dem englischsprachigen Blog der Autorin angelesen, die Umsetzung zum Buch war gut erkennbar :)

Das Buch orientiert sich an der Blog-Tagebuch-Form, enthält mal längere, mal kürzere Eintragungen und wurde von mir zügig durchgelesen. Leserischer Voyeurismus :) 

Samstag, 14. November 2009

Katzenfrühsport und Abendgestaltung

Der gestrige Leseabend im Forum hat einfach nur Freude bereitet. Wie bereits erwähnt, habe ich u.a. Dshamilja gelesen und später dann mit "Belle de Jour" angefangen. Wie JED es schon im Forum sagte, es ist ein schönes Gefühl, nicht allein zu lesen - auch wenn die Bücher verschieden sind -. Wir sind schon dabei, einen neuen Termin abzustimmen - und ein Leseabend-Thema. Hoffentlich klappt das terminlich bei mir.

Außerdem habe ich mich mit Sayuri und Tine zu einem Mini-Lese-Club zusammengeschlossen. Wir wollen ab dem 01.12.2009 Murakamis "Wilde Schafsjagd" lesen. Das Buch ist bereits bestellt und vielleicht auch schon auf dem Weg zu mir.


Meine MuM's haben mich ja heute morgen um halb sechs das erste Mal "liebevoll" geweckt,seufz. Ihr erinnert auch an den Clip von "Simon's Cat - Cat man do" unter "zwischendurch-humor? So ähnlich... Marlowe und Merlin waren nämlich der Meinung, sie müßten ihre Morgengymnastik auf meinem Bett - und mir - erledigen incl. den beliebten Aufwärmübungen:

Springen, Klettern, Joggen, Boxen,
natürlich eingeleitet durch ein fröhliches Singen,
den Abschluß bildete ein "Gong"
(klang verdächtig nach umgefallenem Trinknapf, bestätigte sich auch) .

Meine Belohnung war der sternenklare Morgen heute noch um 6.00 Uhr. Um 07.00 Uhr bin ich dann direkt zum Einkaufen in das hiesige Kaufland gefahren und durfte mir auf den Weg dorthin eine klar umrissene schmale Mondsichel anschauen und einen rötlich gefärbten Himmel. Ich bin überzeugt - jedenfalls rede ich mir das ein :) -, daß Merlin und Marlowe mich genau aus diesem Grund so früh geweckt haben: Damit ich diese wundervollen Morgenausblicke genießen konnte. Und sie waren wirklich schön.

Inzwischen regnet es - die Wäsche mußte ich wieder hereinholen - und es sieht so grau und trübe aus, wie die letzten Tage. Es ist nur erheblich wärmer, gut 15 Grad. Mit dem Wetter komme ich nicht klar. Die Erkältung bin ich offensichtlich auch nicht wirklich los, denn es zieht in den Ohren und der Kopf ist morgens doch immer noch "zu", der Rachen wieder empfindlich.

Wie auch immer, heute abend geht es auf eine 60. Geburtstagsfeier. Ich muß mir noch überlegen, was ich anziehe.Mit langem und alkoholhaltigem Feiern halte ich mich aber - aus obigen Gründen - zurück - nur ein Glas zum Anstoßen -. Ursprünglich hatte ich ja vorgehabt, nach ausgiebiger Feierei bei meiner Kollegin zu übernachten, aber ich möchte lieber nach Hause fahren und mich hier einkuscheln - und die MuM's am Sonntagmorgen ggf. zum Frühsport auf den Balkon schicken!

Freitag, 13. November 2009

Dshamilja" von Tschingis Aitmatov

Heute findet im forum.buecherwurm0815 ein Leseabend statt. Und ich habe die Gelegenheit genutzt, mal wieder "Dshamilja"  von Aitmatov zu lesen. Die Novelle hatte ich doch schon etwas länger nicht mehr in der Hand.


Was jetzt folgt, ist den Teilnehmern des Leseabends bereits bekannt ...

Aitmatov war ein kirgisischer Schriftsteller, der erst letztes Jahr verstorben ist. Biographisch bin ich was ihn angeht kaum bewandert, aber es gibt ja Wikipedia. Aitmatov ist als Kind mit seinen Eltern von Weide zu Weide gezogen, war in Sowjetzeiten u.a. auch Steuereintreiber, hat später auch studiert (Veterinär und auch Literatur).

Dshamilja ist sein erstes Werk. Es war in meiner früheren POS (Polytechnischen Oberschule der DDR) Pflichtlektüre. Wenn mir gesagt wurde, daß ich ein Werk lesen  (oder hören oder sehen) mußte, war der Begeisterungsfaktor auf Null und die Motivation nur knapp darüber. Wenn ich mich richtig erinnere, fand sich eine gekürzte Version dieser Erzählung in meinem Lesebuch, ich las sie und sie gefiel mir. "Dshamilja" bekam später eine weitere Chance ... und ich verlor mich in der kurzen Novelle von knapp 80 Seiten.

Aufhänger der Story ist der zweite Weltkrieg. Wie in jedem beteiligten Land wurden die kriegsfähigen Männer eingezogen, nur die Alten, Versehrten oder Jungen sowie die Frauen blieben zurück. Die Novelle spielt in Kirgisien zur Erntezeit: Es sind keine Männer für die Erntearbeit da, also werden Jugendliche und auch Frauen hinzugezogen. Der Erzähler Seit - "heute" Maler - erinnert sich an diese Zeit, in der er als Jugendlicher im Ail (Dorf) lebte, und an seine Schwägerin, Djamila, deren Mann eingezogen ist. Der erste Absatz:

"Da stehe ich nun wieder vor dem kleinen Bild mit dem schlichten Rahmen. Morgen früh muß ich in den Ail fahren - ich betrachte es lange und unverwandt, als könnte es mir ein gutes Geleit geben."

Seit verehrt Dshamilja, ich denke, er ist ein wenig verliebt in sie. Er will sie beschützen. Sie ist eine starke Frau, sagt die Wahrheit, respektiert die Älteren, wie es im Ail damals üblich ist und wie die Kinder erzogen werden. Das Leben in einer Nomadengroßfamilie ist schwer, schon die innerfamiliäre Rangordnung bringt das mit sich. Briefe ihres Mannes von der Front sind an den Vater gerichtet, es gibt Grüße an ihn, an die Mutter, an Geschwister ... und  nach der Unterschrift erst den Gruß an die Frau, das ist normal im Ail. Daß es Seit auffällt, wie sehr Djamilia dadurch immer wieder verletzt wird, spricht für sich, oder?

Danijar ist Kriegsheimkehrer, verwundet, lahm auf einem Bein. Er stammt zwar aus dem Ail, als Waisenkind wurde er aber "wie loses Steppengras in die verschiedensten Gegenden geweht". Obwohl er bei der Arbeit auf dem Feld hilft, ist er verschlossen, still mit "nachdenklichen verträumten Augen". Wegen seiner Eigenarten wird er verspottet von den Halbwüchsigen...

Und während dieses Erntesommers treffen Seit und Dshamilja mit Danijar zusammen ...

***** Nachlese
Wie Aitmatov in dieser Novelle schreibt, finde ich wunderschön: Es erinnert ein wenig an einen Brief, den Seit schreibt oder einen langen ausformulierten Tagebucheintrag. Die Novelle ist in Ich-Form geschrieben, eigentlich mag ich das nicht. Wenn Aitmatov Seit erzählen läßt, wie Dshamilja auf den Hof rennt mit wehendem Kopftuch, dann sehe ich sie. Wenn Danijar wegen des äußerst dummen Streiches, den ihm Dshamilja u. Seit spielen (sie jubeln ihm einen extrem schweren Getreidesack unter, den er aus Stolz ohne Hilfe über ein schwankendes Brett in den Transportzug trägt und wobei seine Wunde wieder aufreißt), - dann leide ich mit Danijar. Wenn Seit schildert, wie er Danijars Singen empfindet, dann sehe den klaren Sternenhimmel über Steppe und Gebirge...

Seltsam, daß es manchmal mehrere Anläufe braucht, bis man in einer Geschichte ankommt. Wieviele Geschichten sind mir wohl entgangen, weil ich keine Lust hatte, sie überhaupt zu Ende oder - wie Djamila - noch einmal zu lesen.

Moviepilots Disney-Bösewicht-Umfrage

Hier gibt es heute mal ein vollständiges Web-Seiten/Link-Zitat von moviepilot. Aufgerufen wird zur Wahl des "besten Bösewichtes" von Disney. Was ich allerdings am besten im nachfolgenden Text finde, sind die Kurzcharakterisierungen:

"Her mit Eurer Stimme für Disneys besten Bösewicht!

Erinnert Ihr Euch noch daran, welcher Disney-Bösewicht Euch als Kind besonders Angst eingejagt hat? Oder gibt es einen besonders coolen Widersacher? Stimmt ab und helft uns, den Bösesten der Bösen zu küren!
Einfach nur glückliche Prinzessinnen sehen, die mit der örtlichen Fauna durch den Wald tanzen und bei jeder Gelegenheit chronisch in Lieder ausbrechen sind öde. Was wären Disneys Filme ohne die herrlich fiesen Bösewichte? Im neuen Disney-Animationsfilm Küss den Frosch erwartet uns mit Dr. Facilier die neueste Inkarnation des Bösen. Bevor Ihr jedoch Bekanntschaft mit seinem Voodoo macht, schaut Euch unsere Liste seiner Vorgänger an und wählt Euren Favoriten, Euer liebstes Hassobjekt!

Wir wissen im Grunde im Voraus, dass sie es nicht schaffen werden. Aber sie bemühen sich so sehr, dass wir uns fast wünschen, sie könnten den ein oder anderen Held vielleicht doch noch ein wenig killen. Und scheitert das Ganze nicht im Endeffekt nur an den Gehilfen? Man stelle sich vor, die Herrschaften mit der schwarzen Seele hätten besseres Personal! Zumindest intelligenteres als der durchschnittliche Ankleide-Mitsing-Vogel auf der Gegenseite…

Wir haben Euch eine Liste mit den besten Animationsfieslingen zusammengestellt – aber um zu entscheiden, wer denn nun der König des Bösen ist, brauchen wir Eure Hilfe. Schaut Euch unsere Crème de la Bösewicht an und wählt Euren Lieblingswidersacher. Welcher Anwärter auf den Titel hat das Recht, der ultimative, sinister-diabolisch, badass-fieseste Disney-Bösewicht zu werden?

Scar – “Ich bin von Idioten umgeben”
Hamlet mit Hyänen: Jeremy Irons als faschistoider Monarchist versucht durch Brudermord die Macht an sich zu reißen und Der König der Löwen zu werden – noch etwas Shakespeare gefällig?

Die böse Königin – “Spieglein, Spieglein an der Wand”
Ehemaliger Star kommt mit ihrem Alter nicht zurecht und wird von der jüngeren Konkurrenz erst in den Wahnsinn und von deren Fanclub dann in den Freitod getrieben. Schneewittchen und die sieben Zwerge gehen aber straffrei aus.

Dschafar – “Hast’n Problem, Pinky?!?”
Dschafar trägt mehr Eyeliner, als alle Prinzessinnen zusammen und hat obendrein noch das intelligenteste Haustier von allen Bösewichten. Aladdin gewinnt trotzdem, weil der Großwesir den Hals nicht voll kriegen kann.

Ursula – “Früher war ich, das ist wahr, ein echtes Ekel”
Joy Fleming-Doppelgängerin mit Gewichtsproblemen klaut Ute Lempers Stimme und versucht dann, ihren Bruder und Arielle, die Meerjungfrau umzutopfen. Wir sind übrigens gespannt, wann Disney die unterirdische Neusynchro in die Tonne tritt und Ute Lempers Stimme wieder rausrückt.

Gaston – “Me!”
Dorf-Schönling scheitert an der weiblichen Emanzipation und erleidet schließlich einen derben Absturz, wenn Die Schöne und das Biest doch noch zusammenfinden.

Malefiz – “Ein Wald von Dornen werd Dein Grab!”
Selbständige Drachendarstellerin wird nicht zur Taufe von Dornröschen eingeladen und kommt 16 Jahre nicht darüber hinweg – get a life!

Cruella de Vil – Die Drag Queen unter den Bösewichten, Dahling!
Alternder Transvestit versucht sich in alternativen Ansätzen der Hundehaltung und beschließt, 101 Dalmatiner in die Garderobe zu integrieren.

Hades – “Hat mir wer die Haare gelöscht?”
James Woods spricht das göttliche Vorstandsmitglied mit Muskelmannobsession. Der Versuch, die Firmenleitung am Juniorchef Hercules vorbei an sich zu reißen wird aber von der Basis überstimmt.

Yzma – “Ich war wie eine Mutter zu ihm!”
Die wegrationalisierte Eartha Kitt hat keine Lust auf Hartz IV und startet ihre eigene, mörderische, lila Ich-AG. Ein Königreich für ein Lama lässt sich aber schwer mit einem Pfadfinder an der Seite regieren…

Kaa – “Ich bin ganz anders als Deine Freunde…”
Hypnotiseur mit einschläfernder Stimme versucht geschlechtsneutrale Dschungelbewohner einzuwickeln und zum Dinner zu überreden. Beinahe hätte Das Dschungelbuch umgeschrieben werden müssen.

Madame Medusa / McLeach – “Snooooooooops!”
Trotz des großen Erfolgs mit Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei blieben die Rollenangebote für Madame Medusa aus. Nach ihrer Geschlechtsumwandlung wurde sie aber vom Fleck weg für das Sequel Bernard und Bianca im Känguruhland – Die Mäusepolizei II engagiert…

Die rote Königin – Ab mit dem Kopf!
Die Monarchin mit einem Faible für Kopfarbeit setzt alles auf eine Karte, muss sich am Ende aber doch Alice im Wunderland geschlagen geben.

So, das wäre unsere Auswahl. Schon gewählt? Nein? Na, dann aber flott hochgescrollt und abgestimmt!

Bild zu:  © moviepilot "

Und wer sich fragt: 

Ich schwanke zwischen "Scar" und "Hades" (bin ja auch Waage, grins). Aktuell nehme ich einen ganz leichtem Waageausschlag zugunsten von Hades an mir wahr...

Mittwoch, 11. November 2009

Notebooks-Games

Ganz kurz mal zwischendurch....

Gestern habe ich am Notebook mal wieder nach ewigen Zeiten Pinball gespielt. Dabei hämmere ich regelmäßig auf den Richtungstasten herum, weshalb eine normale PC-Tastatur eigentlich besser wäre. Aber egal ... war spacig spaßig, werde ich sicher wiederholen.

Wer weiß, demnächst ist vielleicht auch wieder Minesweeper dran und Solitaire (nicht: Spider). 

Ich bin dann mal RETRO ...
:D

Montag, 9. November 2009

Mauerfall

Google hat für heute eine Grafik auf seiner Suchseite



20 Jahre Mauerfall ist ja auch eine Erwähnung wert!

Sonntag, 8. November 2009

Ab nach Bielefeld

Gestern habe ich einen wunderbaren Spätnachmittag und Abend in Bielefeld bei meiner Freudin Sayuri verbracht. Sie hatte zum Nachfeiern eingeladen. Die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt, und ihr die Geschenke übergeben. Diese hatten - mit einer Ausnahme - alle mit Literatur/Kunst zu tun, für die sich Sayuri interessiert. Es gab etwas von ihrem Wunschzettel und etwas als Überraschung; schön, daß auch letztere gefiel.

Gestern habe ich seit langer Zeit E. wiedergesehen. Es ist inzwischen - ich weiß nicht genau - 5 oder 6 Jahre her? Sie lebt jetzt mit ihrem Freund in Amsterdam und gründet gerade eine eigene kleine Familie :) Außerdem habe ich ein paar Freundinnen von Sayuri kennengelernt, von denen ich bislang immer nur gehört hatte.

Neben der wunderbar entspannten und auch sehr witzigen Atmosphäre ist unbedingt Sayuris Essen zu erwähnen. Sie hatte für uns alle (wir waren insgesamt 6) ein vier Gänge-Essen zubreitet.

Als erstes gab es eine Kokos-Tomatensuppe. Obwohl ich weder ein Freund von flüssigen erhitzten Tomatengerichten bin, noch von Kokos, habe ich trotzdem die Suppe nicht nur probiert, sondern den Teller auch vollständig geleert. Es war für mich ein neues Geschmackserlebnis. Wie bei so vielen Gerichten über die Jahre ändert sich meine Einstellung und auch der Geschmack - selbst die Jahreserdbeere hat mir in diesem Jahr geschmeckt, allerdings war es auch eine Gartenerdbeere mit viel Sonne -. Eine reine Tomatensuppe oder Nudeln mit Tomatensoße werde ich zwar weiterhin nicht bestellen oder zubreiten, aber die Tomaten-Kokosmilch-Suppe bei Sayuri dagegen immer wieder essen :)

Sayuri hat uns dann einen Rucola-Linsen-Salat mit Ziegenkäse - garniert mit ein paar Rosmarinnadeln - serviert. Mit Rucola habe ich leichte Problem, er schmeckt mir ausgezeichnet. Manchmal habe ich nur das Gefühl, daß er noch irgendwo in der Speiseröhre steckt. Aber nicht gestern. Die Kombination mit den rote Linsen und dem Käse,war - hm - lecker.

Der Hauptgang bestand aus einem Reisgericht mit mit Tomaten, Erbsen, Cashew-Nüssen, frischen Kokosnuß-Raspeln, und Zwiebelsamen. Hach, seufz, das Wassaer läuft mir erneut im Mund zusammen....

Den Abschluß bildete auf Orangenfilets angerichtetes Bourbon-Vanille-Eis mit Sirup, der frisch von Sayouri u.a. aus den Orangenschalen und Thymian zubereitet wurde. Hhhmmm :) schmelzend gut...


Sayuri, falls ich ein paar Zutaten vergessen oder die Gerichte nicht richtig bezeichnet habe: Du weißt ja, meine Tätigkeit in der Küche ist immer noch mehr chaos-orientiert ;)

Es war ein schöner Abend in wunderbarer Gesellschaft mit leckerem Essen. Ich kann nur hoffen, Sayuri, daß Du ihn genauso genießen konntest, obwohl Du als unsere - klasse - Gastgeberin ja viel zu tun hattest. Du hast ganz fantastisch gekocht. Dank Dir nochmal, auf diesem Weg!

"Die Spur der Flammen" von Barbara Wood

Im Rahmen von Kari's Sublosverfahren Runde 3 hat Bianca dieses Buch für mich gezogen. Es befand sich auch schon etwas länger ungelesen bei mir, so ca. ein 3/4 Jahr. Es handelt sich um die Taschenbuchausgabe von 2005 des Fischer Taschenbuchverlages, übersetzt von Frau Susanne Dickerhof-Kranz. Der erste Satz:

"Obwohl sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, hetzte die Priesterin durch den dunklen Geheimgang."

Worum geht es:
Die Archäologin Candice Armstrong hat durch Professor John Masters eine neue Chance bekommen, ihren durch persönliche Umstände angegriffenen Ruf wiederherzustellen. Entsprechend fühlt sie sich ihm verpflichtet, als der im Krankenhaus liegende schwer verletzte Professor sie bittet, den "Stern von Babylon" zu suchen und in Sicherheit zu bringen. Komplikationen ergeben sich nicht nur dadurch, daß offensichtlich eine weitere Gruppe hinter diesem "Stern von Babylon" her ist. Da der Professor stirbt und auf Candice Anschläge verübt werden - incl. Einbrüche bei ihr und dem Professor -, ist ein Detektiv beteiligt mit Namen Glenn Masters. Sein Vater John und er haben lange nicht miteinander gesprochen, doch Glenn ist überzeugt, daß sein Vater ermordet und der frühere Familienfreund Philo etwas damit zu tun hat. Es gibt noch weitere Verbindungen zwischen John, Glenn und Philo - und Candice steckt mittendrin. Was hat es mit dem "Stern von Babylon" auf sich, was ist die "Luminanz"? Worum geht es der Geheimgesellschaft "den Alexandriern" und was will Philo wirklich.

** Nachlese:
Der Plot ist interessant, eine Art Indiana-Jones-Story mit Geheimgesellschaft, Archäologie, Verfolgung. Ich fand die Umsetzung nur leider nicht vollständig gelungen. Es fing schon damit an, welche Vorstellung mir von der 30jährigen Candice vermittelt wurde: Sie hat sich in eine Berghütte zurückgezogen, es ist Mitternacht - zu diesem Zeitpunkt wird sie von der Polizei persönlich kontaktiert und fährt ohne sich umzuziehen mit ins Krankenhaus -. Und was hat sie also zu Hause so an, mitten in der Nacht, vor einem Computer? Eine beige Wollhose mit cremefarbener Wollhose, am Hals eine altrosa Kamee, verschlossen!?! Sorry, aber wie realistisch ist das denn? Der Roman spielt vorrangig im Heute, unterbrochten von Einblendungen der - wie sich herausstellt - Geschichte der Alexandrier bzw. der Protagonisten. Manche Wendungen im Roman konnte ich nicht so recht folgen, ich hatte häufiger das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Im Nachhinein stellte sich das zwar als unrichtig heraus, ich fühlte mich damit aber nicht glücklich. Andere Passagen waren realistisch und  mitreißend geschrieben, z.B. die Storyline von der Architektur Morvens oder die Geschichte über Nostradamus. Candice war für mich nicht glaubhaft, Glenn wurde für mich auch nicht recht lebendig - zu sehr baute Barbara Wood bei diesem Charakter erst das Mysteriöse auf (Warum will er immer die Kontrolle habe und keine Gefühle zulassen), aber ich habe die "Auflösung" vermißt. Philo widmet B.W. auch sehr viel Zeit und er wurde für mich lebendiger, als es Candice und Glenn waren, hier empfand ich seine Charakterisierung aber als zuviel des guten.

Früher habe ich die Romane von Barbara Wood recht gern gelesen, ich fand sie unterhaltsam, entspannend und sie behielt mich als Leserin "am Ball". Bei "Spur der Flammen" wollte ich zwar wissen, wie die Geschichte endet und was es mit den Alexandriern auf sich hat, dem Stern von Babylon etc. Jedoch war ich mehrfach unaufmerksam und ließ mich schneller ablenken. Kein gutes Zeichen, sage ich mal. Vielleicht bin ich über Barbara Wood-Romane hinaus, vielleicht war auch nur diese Roman nicht so gut, keine Ahnung. Im Ergebnis werde ich aber zweimal darüber nachdenken, ob ich wieder einen Roman von ihr kaufe.

Freitag, 6. November 2009

Skurilles #2

Als ich gerade bei  Stiftung Warentest.de eine Umfrage zum Thema Tierärzte beendete, sah ich aus dem Augenwinkel unter "Meldungen" (Bereich Haustiere) folgendes:

Leinenzwang für Katzen

Ich bin dem Link dann mal gefolgt. Und tatsächlich:

Das Bayerische Oberste Landesgericht (Az. 2 Z BR 99/04) hat eine Entscheidung zu diesem Thema erlassen, wonach Mieter, die Katzen halten, die Tiere draußen nicht frei herumlaufen lassen dürfen, wenn es die Eigentümergemeinschaft verboten hat. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Tiere Gemeinschaftsflächen wie Kinderspielplätze verschmutzen. Wer seine Katze trotzdem in den Garten lassen will, muss sie anleinen.Die Regelung in der Hausordnung verstoße nicht gegen Paragraph 2 des Tierschutzgesetzes. Dieser besagt, dass Haustiere die Möglichkeit haben müssen, sich artgerecht zu bewegen. test.de - Leinenzwang Katzen

???



Anmerkung:
Ich weiß nicht, ob die entsprechende Pflicht auch hundehaltende Mieter trifft. Vielleicht kann mir das ja einer von Euch sagen.

Hatschi #2, Datenschutz und Blogsicherung

Dank Eurer Besserungswünsche, den vielen Tipps (alle befolgt) und der hierdurch erfolgen massiven Invasion meines Körpers durch Vitamin C (Holunderbeeren, Honig und Zitrone, jawohl) sowie weiterer nicht weiter bekannter Stoffe (Meditonsin) kann ich vermelden: Ich fühle mich relativ fit. Der Kopfdruck ist weg, die Nebenhöhlen sind frei. :) Zwar bin ich weiterhin gelegentlich am Niesen etc., aber das ist kaum der Erwähnung wert. Ich bin also super optimistisch, was die morgige Fahrt nach Bielefeld angeht. Sicherheitshalber werde ich einfach die Vitamin-, Tee-, Suppen- und Meditonsinzufuhr, nicht verringern

Für alle registrierte Google-Nutzer, die es bislang überlesen haben: Google hat einen neuen Dienst eingerichtet, das sogenannte Dashboard. Es ist nicht dasjenige Dashboard, auf welches von Blogger zugegriffen wird, sondern ein General-Google-Dashboard. Es ist zu finden unter "Mein Konto", bei mir rechts oben unter "personlisierte Einstellungen" unterhalb von "Sicherheit". Wozu es gut ist: Hier gibt es eine Kurzinfo der Welt Online: Google-verraet-was-es-ueber-seine-Kunden-weiss

Außerdem werde ich gleich einmal meinen Blog herunterladen. Letzte Woche habe ich meinen Blog zuletzt heruntergeladen im Rahmen der Outfit-Änderung. Ich habe mir allerdings vorgenommen, diese Blogsicherung jetzt regelmäßig vorzunehmen, je nach Posting wöchentlich oder zweiwöchentlich. Wäre doch schade, wenn mir auf einmal durch ein dummes Versehen meinerseits oder aber einem Webteufelchen der Inhalt meines Blogs ganz oder teilweise abhanden kommen würde ...

Mittwoch, 4. November 2009

Skurriles

Ich bin beeindruckt, wie lange es schon einen Bertelsmann-Verlag gibt:

Als ich nach weiteren Romanen von Jorn Riel - ich habe von ihm "Nicht alle Eisbären halten Winterschlaf" - bei amazon.de gesucht habe, kam u.a. diese Info:



"Das Haus meiner Väter / Des Herrgotts Fuchsfalle von Jorn Riel von Bertelsmann Reinhard Mohn OHG (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 1111)

  4 Angebote ab EUR 0,01"

Das nenne ich doch mal ein ein alteingesessenes Unternehmen. Und Jorn Riel hat seine Biographen, Verleger und vermutlich auch Familenangehörige angelogen: er wurde gar nicht 1931 geboren!

Und auch Herr Jorn Riel hat inzwischen ein biblisches Alter erreicht.

Hatschi

Ich fasse es nicht!

Heute morgen bin ich aufgewacht, Nase bereits etwas zu, leichter Halsschmerz rechts, leichter Hustenreiz mit Rachenreizug und jetzt entwickeln sich Kopfschmerzen. AAAARRGH!

Aber eigentlich überrascht es mich auch nicht! Geniest habe ich schon ein die letzten zwei Tag; offensichtlich wurde mein Körper die Viren dabei nicht richtig los. Dann das aktuelle naßkalte Herbstwetter gegen beheizte Büroräume, Mandantenempfang, Einkaufen, Bankgeschäfte mit vielen Kontakten ... und der Zeitpunkt in der Woche paßt auch: Schließlich erkranke ich regelmäßig - wie jeder nette Arbeitnehmer - so, daß Erkältungen oder grippale Effekte etc. frühestens am Freitagnachmittag so richtig durchkommen. Dann kann  ja das Wochenende zum Auskurieren genutzt werden ... und Montag steht man wieder vor der Bürotür ;)

Jedenfalls habe ich mir heute früh in der Apotheke bereits eine Flasche Meditonsin geholt und nehme brav die Tropfen.

Positiv Denken!!! Soll ja auch helfen!!! Also hoffe ich mal, daß ich die sich ankündigen Erkältung durch Meditonsin, Tee und heißer Suppe im Keim ersticken kann. Schließlich steht heute abend ein Geburtstagsbesuch bei meiner Kollegin und am Wochenende ein Geburtstagsbesuch bei meiner Freundin in Bielefeld an. Wäre schön, wenn ich das ohne leidige Nebenerscheinungen wie Husten, Schniefen und Kopfdruck erleben könnte.

Dienstag, 3. November 2009

Das neue Bücherforum

Mellis neues BücherForum ist seit Ende Oktober 2009 online, es stellte eine Erweiterung von Bücher Blogs
dar. Das dortige Forum platzte langsam aus den Nähten, und so ist es umgezogen. Ich bin natürlich beim Forum mitumgezogen und tummel mich jetzt dort auch als Natira herum

(EDIT 05.07.2011: Seit längerem bin ich im Forum und bei Bücherblogs ausgezogen, ich kam einfach nicht mehr dazu, mich dort zu betätigen).

Ich habe dort eine interessante und ansprechende Rezension zu einem Sachbuch Alles über Shakespeare - Charlotte Lyne von Cait entdeckt. Das Buch habe ich sofort geordert und bin schon voller Vorfreude.

Und ich habe auch entdeckt, daß auf ZDF heute abend "Nuhr so" gesendet wird. Ha! Den Recorder habe ich schon programmiert. Es dürfte sich um das aktuelle Programm von Dieter Nuhr handeln, oder wenigenstens Teile daraus.

Einen interessanten Artikel habe ich heute bei Wikipedia gelesen (natürlich gibt es dort noch mehr interessante Artikel), und zwar über Kormoranfischerei = Fischen mithilfe von zahmen Kormoranen. Sachen gibt es (notwendige Sitzordnung von Kormoranen auf dem Boot)! Wen es interessiert, hier ist der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Kormoranfischerei

zuletzt: Ich trinke einen schottischen Whiskey und denke an an N. und seine heute vor einem Jahr geborene Enkelin Kira.

Sonntag, 1. November 2009

Star Trek XI zu Hause

Gestern in der Videothek habe ich ja noch einen Film ausgeliehen: Star Trek XI. Er war endlich da :) Ich habe mir dann auch gleich mal die bluray gegönnt und heute statt Lesen meiner Trek-Leidenschaft gefrönt:

Gegen 11.00 Uhr habe ich den Film geschaut, englische Tonspur, deutsche Untertitel. Erfreulicherweise konnte ich mich tatsächlich stark auf die Bilder konzentrieren und brauchte kaum den Blick auf die Untertitel senken. Dies dürfte zu einen damit zu tun haben, daß die Schauspielr - Ausnahmen waren natürlich Simon Pegg mit dem schottischen und Anton Yelchin mit dem russischen Akzent - sehr gut zu verstehen waren. Andererseits habe ich vermutlich in den letzten Monaten einfach Übung im englischen Hören und Verstehen bekommen :)

Auch beim zweiten Sehen in diesem Jahr finde ich den Film gelungen und die Schauspieler wirklich gut besetzt. Das erste Mal habe ich ihn ja mit meiner Freundin Sayouri - und ihrem Freund - im Kino geschaut (Kino-Schau Star Trek XI).

. Mein Favorit auf der Besetzungscouch ist weiterhin Karl Urban als Lennard Mc Coy. Er ist Bones, er erinnert an DeForest Kellys Darstellung und hat doch seine eigene gefunden. Dazu kommt ja, daß er - ebenso wie Simon Pegg - nicht den Vorteil hatte, mit dem Originalschauspieler zu sprechen. Als Simon-Pegg-Fan kann ich mir ja kaum erlauben, etwas zu seinem Casting als Montgomery Scott zu sagen :) Sein Akzent ist witzig. Und dieses Mal habe ich auch den Tribbel gehört und gesehen :D. Winona Ryder habe ich auch dieses Mal in ihrer ersten Szene im Film nicht erkannt, in ihrer zweiten aber wohl. Erstaunlich, wie schmal sie wirkt, erschwerend kommt natürlich das Alter-Make-Up hinzu.

Tja, als der Film das erste Mal durchgelaufen war, habe ich mir etwas zu Essen gemacht und dann die bluray erneut gestartet. Dieses Mal mit dem Kommentar von JJ Abrams Robert Orci, Damon Lindelof, Bryan Burk und Alex Kurtzman. Ich fand auch den Kommentar interessant, ich bin ja eine Kundin, die sich über jedes extra Schnipselchen Film, Doku, Info auf dem Medium freut. Deswegen kam danach auch die Extra-Scheibe hinein (auch bluray) mit weiteren Informationen und Interviews zum Cast, Design (Raumschiffe, Alien, Planeten, Kostüme, Planeten, Musik) sowie entfallende Szenen, Gag Reel etc. So bin ich auch abend denn auch ein glücklicher Star-Trek-Fan.


Halloween 2009

Gestern habe ich bei meiner Freunde R. und ihrem Mann den Halloween-Abend verbracht. Wir haben uns in der Videothek nach einem "Klassiker" wie Halloween umgesehen: leider ergebnislos. An diversen Splatterfilmen bestand kein Mangel. Allerdings habe ich mein Veto eingelegt: ehrlich, ich möchte keinen Film sehen, bei dem ich schon von Anfang an weiß, daß mir schlecht wird. Oder, daß ich sowieso nicht hinsehe.

Ich hoffte mehr auf einen gute Psychothriller oder Horrorfilm, der mehr psychologisch aufgezogen ist. Vor ein, zwei Jahren habe ich einen solchen Film gesehen, der spielte in Ungarn oder Rumänien. Ein Pärchen wohnt in einem Haus im Wald und hört im Haus diverse Geräusche. Der Horror daran ist, daß es keine übernatürlichen Ereignisse gibt: Die Geräusche und daß, was dort Furchtbares geschieht, beruhen auf falsch verstandenen und agressiv/blutigen Streichen, die dem Pärchen gespielt werden. Die ganze Story soll auf einer wahren Begebenheit beruhen und ich habe die darauffolgende Zeit immer ein ungutes Gefühl gehabt, wenn ich im Haus Knirschen/Knacken etc. hörte. Wie der Film hieß, weiß ich leider nicht mehr, irgendetwas mit "spielen" im Titel, glaube ich .Oder halt mit Schockmomenten und Grusel, wie z.B. "The Fog - Neben des Grauens" (aber bitte das Original), meinetwegen auch die "Scream"Reihe oder "The Crow" bzw. "Dark City". Solche Filme waren nicht da und auch R. und ihr Mann waren von "The Crow" z.B. nicht so angetan. Wie also verschiedene Geschmäcker zusammenbringen?

Wir haben uns letztlich für Halloween den Film "Der Schrei der Eule" mitgenommen, der lt. Angabe auf dem Cover eine der besten Patricia Highsmith Verfilmungen darstellen sollte. Hm, das hätte bei mir eigentlich schon "roten Alarm" auslösen sollen. Ist "Der talentierte Mr. Ripley" nicht auch von ihr? Bei dieser Verfilmung habe ich dermaßen gelangweilt! Und bei dem Film "Der Schrei der Eule" fielen mir fast die Augen zu. Auch R. und ihr Mann saßen wie ich 90 Minuten lang vor dem Fernsehr in der Erwartung, daß es gleich spannend würde. Blieb aber leider aus. Nun, wir sind dann etwas durchs Programm gezappt, bei Scream hängengeblieben, den wir allerdings alle kanten, und haben einfach nebenher geredet und Fotos angeschaut. Unter anderem die Fotos, welche ich am 24.10.2009 in Tecklenburg/NRW aufgenommen habe.

Am 24.10.2009 waren wir nämlich zum "Halloween-Event" nach Tecklenburg gefahren, allerdings nur am Nachmittag, da wir Kinder von 2 1/2 bis 4 dabei hatten. Am Abend ab 19.00 Uhr fand für die älteren Kinder und die Erwachsenen der Gang durch Tecklenburg statt, vermutlich wieder incl. Statisten oder auch Anwohnern, die für Adrenalinschübe sorgten. Das kann in der bergigen und mit der alten Burg ausgestatten Stadt wunderbar atmosphärisch und gruselig sein. Wir sind dagegen nur am Nachmittag durch die nett ausgestaltete Stadt gelaufen, zur dortigen Freilichtbühne (alte Burganlage). Dort hatte ich im Sommer ja Aida gesehen. Über diverse Treppen und Wege ginge es zum Wehrturm und dann zurück zum Markt, schließlich hatten wir ja Kinder mit kurzen Beinen und entsprechender Ausdauer dabei. Als Nichtelternteil fand ich es etwas schade (R. und ihr Mann sahen es übrigens auch so), daß auf dem Markt für die Kinder nichts "Aktives" geboten wurde. Zwar gab es zwei Schminkstände, einen Luftballon-Gestalter, Gewinnrad etc., jedoch nichts in Richtung auf eigene Aktionen. Vielleicht hätte man irgendwie "Himmel und Hölle" oder Zeichnen mit Kreide usw. als für Halloween abgewandelte Spiele einbauen können. So waren die Kinder hauptsächlich mit Warten "beschäftigt". Nun, vielleicht wird es nächstes Jahr anders.

Und möglicherweise findet Tecklenburg-Halloween  auch wieder zeitlich näher an Halloween statt. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung von Halloween, Samstag, 31.10.2009, auf Samstag, 24.10.2009 vorverlegt. Mir wurde gesagt, dies hätte mit der Intervention der Tecklenburg Evangelischen Kirche zu tun, da der 31.10.2009 Reformationstag sei, an dem die Reformation der Kirche durch Luther gefeiert würde. Ooookaay. Halloween hat grundsätzlich katholische Wurzeln

aus Wikipedia zu Halloween: "Das Wort Halloween, in älterer Schreibweise Hallowe’en, ist eine Kontraktion des Wortes All Hallows’ Even (Allerheiligenabend). Wie auch bei Heiligabend ist der Vorabend des Festtages gemeint, da aus liturgischer Sicht der Abend als Beginn des Folgetages zu zählen ist"

Und am 01.11.2009 haben wir hier auch den katholischen Feiertag "Allerheiligen".

So kommerzialisiert, wie "Holloween" heute ist, sollte man doch diese kulturellen Halloween-Events von den kirchlichen Feiertagen trennen können? Oder man betrachtet Halloween als Ausdruck der ökumenischen Bewegung!? :) Wird wohl nicht passieren, oder?