Samstag, 31. Oktober 2009

Winterkatzes Halloween-Katze & Merlin

Winterkatze hat ein wirlich witziges Foto Ihres Katers Shandy veröffentlicht: Winterkatzes Buchblog: Halloween-Katze
 
Vielleicht sind Merlin und Shandy doch über ein paar nicht weiter konkretisierbare Ecken verwandt. Zwar ist dieses Foto von Merlin nicht ganz aktuell, aber urteilt selbst:

 


Euch allen ein Happy Halloween!

Wieder Da!

Nachdem ich meinen Blog ja kurz mal "under construction" gestellt hab, bin ich jetzt wieder da. Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich das Blog-Design geändert, ein paar Gadgets heraus- und andere hinzugenommen. Besonders gut an dieser Vorlage hat mir die eingearbeitete Menu-Bar oben gefallen. Die ganze Zeit war ich auch  immer noch mit einem anderen Template am herumexperimentieren. Dieses hatte ein wunderschönes Design im Pergamentpapierlook, auch die Gadgets waren entsprechend in das Design eingepaßt. Als ich dann aber alles in dem "Aspire-Template" untergebracht hatte, war es irgendwie überfüllt. Außerdem konnte ich in dem anderen Template die Schriftart, -höhe, Farben etc. nicht anpassen.

Ich habe eine Umfrage im Blog für 7 Tage: Wollt Ihr das alte Blog-Outfit zurück?

Natürlich würde ich mich auch außerhalb der Umfrage über Eure Reaktionen zum neuen Blog-Design freuen :)

Freitag, 30. Oktober 2009

ein bißchen Sehnsucht


Das Wetter ist heute seit dem Spätvormittag sooooo schön. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es ist mild mit knapp 13°C. Und ich sitze hier im Büro auf Arbeit und schaue sehnsüchtig durch das Fenster auf Bäume, deren Laub sich wundervoll verfärbt hat und die dadurch in der Herbstsonne ähnlich leuchten wie Sommerblumen....

Ich würde jetzt so gerne einen Herbstspaziergang machen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Merlin

Asche über mein Haupt!

Meine Socke Merlin ist zur Zeit recht "wehrig", er geht auf den Balkon und maunzt lautstark den Mond an (oder wen auch immer), kommt wieder herein, läuft ins Schlafzimmer und schaut dort aus dem Fenster (und maunzt), kommt zurück und schaut mich an, maunzt mich lautstark an, geht wieder hinaus oder attackiert die Wohnungstür ("anspringen und abfedern mit den Hinterbeinen sowie kugelgeschoßartiges Bewegen durch Flur und Wohnzimmer)... Und er ist zur Zeit seeeeehr mitteilsam.

Gestern sitze ich im Wohnzimmer und schaue fern. Ich höre Merlin, der lautstark und wie aufgezogen maunzt. Ich denke so bei mir, er sieht vielleicht eine Katze durch as Schlafzimmerfenster... Mein weiteres Serienschauen wird weiter regelmäßig durch andauerndes Maunzen beeinträchtigt. Leicht genervt überlege ich, ob ich irgendwie reaigeren sollte.Aber nein, lieber nicht. Schließlich könnte Merlin ja dann "lernen", daß lautstarkes andauerndes Gemaunze eine entsprechende Reaktion hervorruft. Häufig sitzt er schlicht innen vor der Wohnungstür und fordert lautstark, daß ich mit ihm durch den Hausflur und den Keller gehe. Also beiße ich die Zähne zusammen und versuche mich, auf die Aufnahme von Heroes zu konzentrieren. Das gestaltet sich schwierig. Zwar war Merlin gefühlte 2 Minuten ruhig, dann aber ging es es wieder von vorn los. Ich ging weiterhin davon aus, daß Merlin vor dem Schlafzimmerfenster saß - ich hatte ihn schließlich nicht durch das Wohnzimmer auf den Balkon laufen sehen und die Geräusche kamen aus dieser Richtung. Völlig angenervt nach einer gut 15müniten Dauerbeschallung bin ich also ins Schlafzimmer und zog die Jalousie runter, damit Merlin "was auch immer" nicht mehr sehen konnte.

Und suchte meinen Kater.

Merlin saß überhaupt nicht vor dem Schlafzimmerfenster. Hm. Auch der Box auf dem Schlafzimmerschrank, in der er mit schöner Regelmäßigkeit mal ruht, war er nicht.

MAUNZ, MAUNZ, MAUNZ!

Ich folgte dem Geräusch und stand vor meiner - verschlossenen - Badtür. Als ich die Tür öffnete, stürzte mir Merlin entgegen und hatte dabei Zeit genug, mir einen mehr als vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen. Offenbar war er während meines letzten Aufenthaltes im Bad hineingekommen. Mein Bad ist sehr klein (quadratisch praktisch gut wie eine Rittersport-Schokolade in 3D), trotzdem hatte ich nicht bemerkt, daß sich Merlin noch darin befand, als ich die Tür zumachte und Merlin damit einschloß.

Wie gesagt: Asche auf mein Haupt.

ps:
Erfreulicherweise war Merlin nicht lange nachtragend: Als ich mich in mein Bett einkuschelte, kam er zu mir ud sagte mir "Gute Nacht".

Dienstag, 27. Oktober 2009

"Der Kirschblütenmord" von Laura Joh Rowland

Den Roman habe ich von meiner Freundin Sayuri geschenkt bekommen. Ich meine, es ist zwei Jahre her, aber ich erinnere mich nicht wirklich an den Zeitpunkt des Erhaltes. Zeit fließt, nicht wahr? Der Roman war also auch schon länger in meinem TuB. Auf Empfehlung von Winterkatze habe ich diesen Roman nun vorgezogen.

Ich habe die Bastei-Lübbe-TB Ausgabe aus dem 2002 in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Wolfgang Neuhaus gelesen.

Der Originaltitel lautet übrigens "Shinjü". Wie man im Verlauf des Romans erfährt ist Shinjü der gemeinsame Selbstmord eines Paares. Er wurde hauptsächlich durch Liebeskummer motiviert, weil z.B. die elterlichen Familien aufgrund sozialer Barrieren eine Heirat verboten. Wie man nun von "Shinjü" auf "Der Kirschblütenmord" kommt und weshalb überhaupt, entzieht sich meinem Verständnis. Aber das nur am Rande.

Der erste Satz lautet:


"Der Reiter zügelte seine Stute auf einem schmalen Pfad, der zum Fluß Sumida führte, und lauschte in die Nacht."

Der Kriminalroman spielt in der "Genroku-Periode Jahr 1, 12. Monat" in Edo. Man kann auch sagen, die Geschichte spielt im Januar 1689 in Tokio :) Der Leser erlebt im Prolog, wie sich der namenslose Reiter über den Fluß hinweg nach Edo begibt und dort in der Nähe der Holzlager von Fukagawa die zusammengebundenen Leichen eines Mannes (der sich als armer Künstler herausstellt) und einer jungen Frau aus gutem Hause im Fluß so hinterläßt, daß es wie "Shinjü" ausschaut. Der Yoriki Sano Ichiro wird mit der "Untersuchung" des Shinyü betraut. Und damit beginnen seine Probleme:

Denn dieser Yoriki will nicht nur einfach wie die anderen Yoriki Verwaltungsarbeit leisten. Sein Ehr- und Gerechtigkeitsgefühl bringt ihn nicht nur dazu, selbst zu ermitteln. Er kann auch mit den Ermittlungen nicht aufhören angesichts der Ungereimtheiten des Falles und des seltsamen Verhaltens der Familie der jungen Frau.

Nachlese
Ich befinde mich in leichten Schwierigkeiten. Den Schreibstil empfand ich als gut lesbar, ich fand mich erzähltechnisch auch gut in die Story hinein. Da der Roman 1689 in Edo spielt, mußte die Autorin zwangsläufig dem Leser "nebenbei" Begriffe erläutern.

Eine weitere Konsequenz dieses Romansettings ist natürlich, daß die Personen entsprechend ihrer Kultur handeln (müssen) und hier auch ihre Motive zu finden sind. Es gestaltete sich für mich schwieriger als ich es erwartet habe, in diesen japanische Epoche einzutauchen. Zwar fand ich Sano, die Gräfin Niu und ihren Sohn sowie Midori und Sanos Vorgesetzten Magistrat Ogyu, selbst die Kurtisane Wisterie interessant gezeichnet, aber richtig lebendig wurden für mich nur Sano und Gräfin Niu; beide Charaktere sind komplex. Aber selbst bei diesen beiden konnte ich die Motivationen manchmal nicht nachvollziehen. Sano, dem von mehreren Seiten Intelligenz bescheinigt wird, handelt manchmal so etwas von unüberlegt und fehlgeleitet, daß die Notwendigkeit eines Plot-Twist's vermute. Auch Wisteries Auftreten gegenüber Sano konnte ich nicht nachvollziehen.

Andererseits habe ich mehr über Samurais und Ronins erfahren (besonders wegen des Zusammenhanges mit Gönnern bzw. Dienstherren), die Kastengesellschaft im alten Edo und auch über das "Puppenfest" sowie die Architektur - Ja! Letzteres werde ich alsbald wieder vergessen haben :)  Neben dem rituellen Selbstmord des Samurai (seppuku) gibt es den titelgebenden shinjü und auch den rituellen Selbstmord der Frau (jigai), wer weiß vielleicht gibt es noch mehr Arten.

Laut Angabe unter dem deutschen Titel handelt es sich bei "Der Kirschblütenmond" um Sano Ichiros ersten Fall. Möglicherweise ist es auch der erste Roman, den L.J.R. - mit Setting im alten Edo - geschrieben hat. Ich habe dies nicht weiter recherchiert.

Obwohl ich den Roman also durchaus interessant fand, ist es eher unwahrscheinlich, daß ich einen weiteren von Sanos Fällen verfolge.

Montag, 26. Oktober 2009

Natira's Profil

 

Natira
Jahrgang 1969

für immer Fischkopp,
jetzt aber "im Exil" in NRW :)
Katzenliebhaberin
bekennender Star-Trek-Fan, TV- und BUCH-Junkie

In meinem Blog geht es um alles mögliche in meinem Leben, Familie, Freunde und natürlich um meine zwei Kater Merlin und Marlowe, auch genannt "MuM's".


Daneben dreht sich der Blog hauptsächlich um meine weiteren Leidenschaften, was das wären Bücher und Film (Kino, TV und Serien).

Als ganz normale Leserin bzw. Zuschau- erin/Zuhörerin will ich von meiner Lektüre oder einer Aufführung gefesselt werden. Auf dieser Basis verfasse ich auf diesem Blog meine persönlichen Wertungen unter "Nach-Lese", "Nach-Schau" und "Nach-Klang".

Eine weitere kleine Zusammenfassung zu meinem Blog und mich findet ihr hier

Im Lese-Sessel findet man bei mir regelmäßig wiederkehrend:
- "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen
- "Die Liebe der Anne Elliot" von Jane Austen
und auch die weiteren Roman von ihr
- "Der Garten des Samurai" von Gail Tsukiyma
- "Djamilja" von Tschingis Aitmatov
- "Die Hüterin der Gewürze" von Chitra Banerjee Divakaruni
- "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer-Bradley (das Buch verbinde ich mit einer ganz bestimmten Zeit in meinem Leben, in welchem ich genau diese Art von Ablenkung brauchte).

Nach meiner Buch-Datenbank bin ich aktuell Besitzerin von über 700 Druckwerken. Hiervon entfallen vielleicht 75 Stück auf Comics sowie ein paar spezielle National Geographic oder History-Zeitschriften und mitgezählte Wörterbücher *G* Im übrigen sind es Romane, Anthologien, Sachbücher wie Biographien oder z.B. "Die Geschichte der Mathematik".

Wie bei so vielen Leser/innen wächst mein Stapel ungelesener Bücher meistens schneller an als ich ihn reduzieren kann. Damit kann ich aber leben, wie ebenfalls viele weitere Leser/innen. Da ich meine ungelesenen Print-Bücher in einem Buchstapler untergebracht habe, nenne ich den SuB gerne auch Turm ungelesener Bücher (TuB), seinen aktuellen Stand könnt Ihr unter "mein TuB" hier im Blog abrufen. Eigentlich müsste ich inzwischen auch einen FuE = Festplatte ungelesener ebooks einrichten - ich liste die ebook-Bücher aber einfach mit im TuB. Frech von mir, ich weiß :) Auf dieser "Padd-Seite" findet Ihr, falls es Euch interessiert, meine kleine allgemeine Übersichtsseite rund um ebooks.

Auf meiner Fernseh-Couch schaue ich mir mit schöner Regelmäßkeit
- Verfilmungen der Jane-Austen-Romane (meistens BBC) und
- die Star-Trek-Filme (wenn auch meistens nur II, III, IV, VI, VIII, und XI - ich warte auf XII *g*)
an.

Ich gehe eigentlich recht gern ins Kino, komme ich letzter Zeit aber nicht so häufig dorthin. Es bleibt ja immer noch die Videothek oder Itunes etc. :)

Als TV-und Serienjunkie mit einem Hang zu SciFi schaue ich natürlich Serien im TV wie z.B.
Navy CIS bzw. CSI Las Vegas oder New York (mit Miami kann ich mich einfach nicht anfreunden), The Mentalist,Dr. House, Sherlock, Fringe, Dr. House,Eureka, Dead like me usw.

Etliche dieser Serien finden dann auch per DVD-Box ein Heim in meinem Regal und werden regelmäßig geschaut, wie z.B. sämtliche Star-Trek-Serie von Archer über Kirk, Picard, Sisko zu Janeway, Stargate, eine genauere Aufstellung findet Ihr, falls es Euch interessiert, auf meiner - immer mal wieder zu aktualisierenden -  "Holodock1-Seite" :)

Da auch dies eine relativ kostspielige Leidenschaft ist, viele Serien in Großbritannien früher erscheinen und dort auch günstiger zu bekommen sind, bin ich dazu übergangen, sie bei amazon.co.uk oder play.com zu bestellen. Diese Veröffentlichungen haben jedoch regelmäßig weder eine deutsche Ton-, noch Untertitelspur und manchmal nicht einmal englische Untertitel (wie ich gerade bei House u. Eureka feststellen konnte). Wenn ich genau darüber nachdenke, ist dies aber gar kein "Nachteil". Schließlich trainiere ich - neben meinen englisch-reading-challenges so auch mein verstehendes hörendes Englisch :)

Ich füge hier noch den Link zu meinem Blogger-Profil ein. Dort findet man noch Blogs, die ich verfolge. Wohin ich mich hochbeame, steht aber auch in der UFoP-Blogroll :).

Für alle, die wissen möchten, wie und warum ich als nickname Natira ausgewählt habe:

Meine Schwester hatte mir einmal erzählt, daß sie meiner Mutter den Namen "Nadira" (mit "d") für mich vorgeschlagen hatte (meine Eltern haben sich allerdings für einen anderen Vornamen entschieden). Ich glaube ja, daß meine Schwester sich zu diesem Namen von der Star-Trek-Classic-Episode ""For the World is Hollow and I Have Touched the Sky" (zu deutsch wohl "Der verirrte Planet") inspirieren ließ (fragen kann ich sie leider nicht mehr). Die Hohepriesterin der Fabrini heißt Natira (mit "t"), weitere Infos zu diesem Charakter gibt es hier: Natira - Memory Alpha, the Star Trek Wiki). Ich mag Star Trek, ich mag den Namen Natira. Und er läßt mich immer auch an meine Schwester denken.

Zum Schluss: 

Dies ist ein privater Blog mit persönlichen Ansichten und Meinungen (ich bin weder eine Geistes-/Sprach-/Literatur- noch sonstige Wissenschaftlerin), als "Bauchmensch" lese und schaue ich und als solcher schreibe ich diesen Blog. Hin und wieder geht es dabei auch emotionaler zu - aber erzählen oder diskutieren wir nicht alle mal aufgeregt bestimmte Dinge? :)

Blogarbeiten

Aufgrund von "Design-Entwürfen" werde ich in nächster Zeit ein paar Post veröffentlichen, die Euch manchmal ganz, manchmal teilweise bekannt vorkommen werden, z.B. der aktuell folgende Steckbrief, demnächst vermutlich auch die Wunschliste.

Ich weiß noch nicht, ob die "Design-Entwürfe" zukünftig reale Auswirkungen auf diesen Blog haben werden. Falls ja, will ich nur schon etwas blogtechnisch vorbereitet sein und die Posts nicht später alle auf einmal schreiben müssen. Also:

Nicht wundern und bei Wiederholungen ggf. weiterschalten!

:)

Marlowe's Profil


Marlowe. Mein kleiner Angsthase :)

Wie ich an anderer Stelle bereits gesagt habe:  

"Da Merlin viel allein war, hatte ich mir im Februar 2008 überlegt, für ihn Gesellschaft aus dem Tierheim zu holen. Mein Tierarzt hatte mir gesagt, er würde einen weiteren Kater statt einer Katze holen. Wenn ein Kater spielt, könne es schon mal etwas "heftiger" werden, ein weiterer Kater könne damit besser umgehen als eine Katze..."

Ich war einige Male im örtlichen Tierheim und hatte mich bei den Katzen/Katern umgeschaut. Unschlüssig stand ich bei den älteren Tieren, die schon länger im Tierheim waren, bei den Kitten, die gerade hineingekommen waren. Und dann gab es noch die privaten Anzeigen ... Im Tierheim hatte ich einen süßen Kater gesehen, einen roten, einen "O'Brian". Er war frisch ins Heim gekommen und steckte noch in Quarantäne. Mir und meiner Freundin "Siobhan", die mich begleitete, wurde dann ein ganzer Wurf gezeigt, alle ca. ein Dreivierteljahr alt, schwarz, schwarz weiß, knuffig, lebendig, wuselig. Der ganze Wurf war gerade aus einem Nachbar-Tierheim hineingekommen. Jedenfalls zeigte die Tierheimpflegerin auf einen Kater, den ich gar nicht gesehen hatte! Er wäre ganz ängstlich und würde sich gegen die anderen kaum durchsetzen können beim Fressen, sondern regelmäßig etwas auf die Nase bekommen. Verrmutlich würde ihn auch keiner haben wollen...

Und spätestens da hatte die psychologische "Falle" zugeschnappt. Obwohl fast ein 3/4 Jahr alt, wirkte er wie ein Häufchen Elend, er versteckte sich hinter seinen Geschwistern, kroch in die hinterste Ecke... Ich konnte ich gar nicht richtig sehen, nur, daß der Augen-und Nasenbereich verklebt war.Das führte ich auf  Rangelei-Verletzungen zurückgeführt. Welche Zeichnung Marlowe hatte - z.B. vier weiße Schuhe -, sah ich erst, als er in meiner Wohnung aus dem Korb stiefelte. Da ich ihn zunächst nur in der Küche hielt und er allein war, kam er bald heraus - nicht so schnell, wie Merlin damals, aber immerhin. Hochheben ließ er sich extrem ungern, aufgrund regelmäßigen "Kurzzeittrainings" hat sich das zumindest gebessert. Aber sein verklebtes Gesichtchen! Tagelang habe ich ganz sanft und langsam Stück für Stück mit warmem Wasser und Öl das Gesichtchen gereinigt. Mein "Junior", wie ich ihn wochenlang nannte, hatte tatsächlich eine weiße Nase! Das war ein Überraschung. Junior fraß normal, aber er nieste, er hatte Augenausfluß, er hatte Durchfall.... Also brachte ich ihn das erste Mal zu Tierarzt, und etliche Besuche sollten folgen:

Der Tierarzt war sehr vorsichtig. Kurz vorher hatte er bei einem Kater, der aus denselben Tierheim gekommen war, FIV-Aids diagnostiziert. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung Katzenaids genannt, da das FIV-Virus das Immunsystem schwächt und Folgeerkrankungen auslöst, die zum Tod führen. Mir ging mein Magen in die Kniekehlen und ich bekam richtig Angst. Nicht nur wegen Marlowe, sondern auch wegen Merlin, denn inzwischen hatte es zwischen den beiden Katern bereits Rangeleien gegeben, Bisse, Speichelübertragung, vielleicht Blut. Ich konnte den Gedanken nicht verdrängen, daß ich mit Marlowe auch Merlin in Gefahr gebracht hatte. Obwohl der erste Test positiv ausfiel und Marlowe erhöhte Infektionswerte aufwies, gab es Lichtblicke: Der Durchfall lies nach, kein Niesen mehr, aber die Augen tränten weiter. Der TA machte mir Hoffnung: Der Test ergäbe häufig falsch-positive Ergebnisse. Er wurde nach 6 Wochen ca. wiederholt und die Marker waren im normalen Bereich, bei der Kotuntersuchung waren die Toxoplasmose-Werte noch erhöht. Vermutlich war der Durchfall hierdurch bedingt.

Ich war so erleichtert!

Inzwischen hatte ich auch seinen Namen gefunden: "Marlowe" von Christopher Marlowe, so schwarz-weiß dachte ich an Whiskey und britisch und Marlowe tauchte in meinem Unterbewußtsein auf. Katzentelepathie :)

Den braun-schmierigen Augenausfluß hat Marlowe weiterhin. Der TA tippt darauf, daß der Katzenschnupfen von Marlowe im Kittenalter nicht behandelt wurde und daher der Nasen-Augen-Kanal verstopft, vielleicht sogar vollständig blockiert ist. Zwar haben wir eine Spülung versucht - aber der TA konnte gerade mal den Zugang des Tränenkanals säubern und etwas öffnen, mehr ging nicht.  Die Augen reinigen sich halt nach außen und so muß ich regelmäßig diesen Bereich säubern. Damit kann ich leben.

Er ist viel zutraulicher geworden und kommt selbst bei Besuch jetzt eher heraus, seine Neugierde siegt :) Geht die Schelle, ist er sofort in Alarmbereitschaft - früher war er sofort unter dem Sofa in der hintersten Ecke. Übrigens auch, wenn ich die Transportbox in die Hand nahm. Er hat sich von Anfang an auf das Essen gestürzt und auch Merlin von seinem Napf verdrängt (diese Socke hat das auch mit sich machen lassen!). Er frißt weiterhin so ziemlich alles, was ich ihm vorsetze, hat aber gelernt, daß das Futter "da bleibt"; Marlowe hört inzwischen auf und läßt auch Futter zurück. Leider hat er sich in der ersten "Freßneidphase" etwas zuviele Kilos angefuttert und so bin ich damit beschäftigt, das Problem zu beheben mit Jagdtraining und Futterkontrolle - bislang leider ohne Erfolg. Aber ich bleibe dran: Hilfreich ist es dabei natürlich nicht, daß Merlin ihm sein Light-Futter wegfrißt (seufz).

Marlowe geht noch immer in Fluchthaltung, wenn die Schelle geht. Geben ihm meine Gäste eine "Chance" und verhalten sich normal ruhig, kommt er neugierig hervor und nimmt viel schneller als früher Kontakt auf. Er maunzt, will kuscheln - und kriecht dann weg :) -, ist noch immer sehr verspielt und ein Deckenkrabbler bzw. -taucher. Manchmal muß ich drei Decken "aufblättern", um ihn dort dösend zu finden.


Trotz lautstarker und körperlicher Zurückweisungen hat Marlowe es erstaunlicherweise nie aufgegeben, Spiel-, Balgerei- und Kuschelkontakt zu Merlin aufzunehmen. Meine kleine schwarze Merlin-Socke hat inzwischen wohl gemerkt, daß in Bezug auf Marlowe gilt: "resistance is futile" :)

Wie an anderer Stelle bereits gesagt: Nicht nur Marlowe kuschelt sich an Merlin: Meine kleine schwarze Merlin-Socke krabbelte inzischen schon mal zum schlummernden Marlowe in den Sessel und kuschelte sich dort ein:


Sonntag, 25. Oktober 2009

Merlin's Profil


Von Natiras Fotos



Merlin war einem Ehepaar im Nachbarort T. nicht wirklich zugelaufen, der Ehemann hatte ihn eher aufgelesen, denn Merlin (damals noch Fernet) war in dem Örtchen schon länger herumgestreunt und hatte Nahrung gesucht. Bei der jüngsten Tochter zeigte sich dann eine Allergie und so wurde ein neuer "Dosenöffner" gesucht. Ich hatte mich schon dazu entschlossen, mir eine Katze oder einen Kater anzuschaffen und so bin ich statt ins Tierheim zu dieser Familie. Letztere hatte bereits einen kleinen Kratzbaum, eine Katzentoilette und etwas Spielzeug angeschafft und der Kater schaute mich mit großen Augen und auch nicht ängstlich an. Ich "rettete" nicht nur die Tochter vor den weiteren Auswirkungen der Allergie, sondern vermulich auch den familieneigenen Sittich vor einem Herzinfarkt und den Hund davor, seine Decke gänzlich aufgeben zu müssen :) Die Autofahrt nach Hause an diesem Abend war übrigens die erste und letzte, die Merlin lautlos mitmachte. Inzwischen komme ich so ungefähr 100 m weit mit dem Auto, bevor er lautstark protestiert... Bei mir angekommen stakste der vielleicht ein Dreivierteljahr alte Kater aus dem Korb durch die Wohnung, kletterte nach einer Stunde auf seinen Baum und "war angekommen".


 (Aufnahmen aus der Zeit von 2005 bis 2009, 
das kleine Aquarium bei mir gibt es nicht mehr - was Merlin sicherlich schade findet,
die Nachbar mit dem großen Aquarium sind zu seinem Leidwesen ausgezogen)

Da ich werktags immer im Büro und Merlin viel allein war, hatte ich mir im Februar 2008 überlegt, für ihn Gesellschaft aus dem Tierheim zu holen. Mein Tierarzt hatte mir gesagt, er würde einen weiteren Kater statt einer Katze holen. Wenn ein Kater spielt, könne es schon mal etwas "heftiger" werden, ein weiterer Kater könne damit besser umgehen als eine Katze. Ich holte den drei Jahre jüngeren Marlowe (bei Einzug ca. 8-9 Monate) ins Haus ... und Merlin war alles andere andere als zufrieden!

Ich hatte mich, soweit es möglich war, an die Ratschläge gehalten. Wohlfühl-Pheromone in der Wohnung, die neue Katze erstmal nur in einem Raum belassen, in dem sich beide aneinander gewöhnen können, Deckentausch, Merlin zeigen, daß er weiterhin "Erstkater" ist...

Merlin zeigte mir die kalte Schulter. Kein Kuscheln mehr auf den Beinen oder dem Bauch, kein Schlafen zu meinen Füßen auf dem Bett. Wenn ich ihn streicheln wollte, wich er mir aus. Er fühlte sich wohl von mir verraten und es tat mir in der Seele weh. Marlowe tapste immer auf ihn zu und bekam einen Hieb oder Fauchen, seine Aufforderungen zum Spiel arteten regelmäßig in heftigen Balgereien aus - jedoch erfreulicherweise ohne wirkliche Verletzungen: Merlin ging dann einfach und verzog sich auf den Schrank, den Marlowe nicht erklimmen konnte. Hinzu kam, daß Marlowe am Anfang ein "Problem"-Kater war und ich ihm dadurch mehr Aufmerksamkeit - und etliche Tierarztbesuche - widmen mußte. Ich empfand es als furchtbar und war total besorgt: Mußte ich Marlowe wieder abgeben?

Nach und nach arrangierte sich Merlin mit Marlowe und mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war so glücklich, als ich in der Mittagspause auf dem Sofa lag und las und Merlin sich bei mir das erste Mal wieder einkuschelte; emotional auch 2008 recht angegriffen, saß ich da, kraulte ihn und weinte...

Die beiden balgen sich immer noch, aber Marlowe wird nicht mehr von der Seite angefaucht. Inzwischen (ca. Herbst 2009) kuschelt sich nicht nur Marlowe zu Merlin, sondern - wenn auch noch ganz selten - legt sich Merlin zu Marlowe auf den Sessel - und ich bin glücklich ...


Donnerstag, 22. Oktober 2009

Immer noch nicht Milton

Heute ist meine (derzeit) letzte Booklooker-Bestellung angekommen. "Probeweise"  hatte ich zunächst nur den ersten Band des Comics Das verlorene Paradies - Hölle Bd. 1"gekauft. Da ich ihn gelungen fand, habe ich auch die restlichen drei Teile bestellt und hier sind sie:

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Star-Trek Reboot Mini

Kurz die Reihenfolge:

"Die Fünf Filmfreunde" beamten die Info "Star Trek (Reboot) auf die Schnelle" in meinen Reader mit dem Zusatz: 

"Ok, wer sich J.J. Abrams Star Trek Version noch nicht angeschaut hat, aber auch in Zukunft keine Zeit haben wird, kann hier mal auf den Punkt gebracht nachlesen, was er oder sie verpasst hat - Danke Sven".

Nein, ich konnte nicht widerstehen und bin dem Link gefolgt. Als Trekkie habe ich den Film natürlich schon  gesehen und werde auch in Zukunft für ihn Zeit haben Ok., sobald er auf Bluray raus ist :)


ICH fand's witzig ... kicher...

Dienstag, 20. Oktober 2009

Überraschung!

Die habe ich heute erlebt, als ich zur Mittagspause nach Hause kam. Vor meiner Tür war ein großer Karton, und zwar ein Quelle-Karton. Und bei Quelle habe ich seit Jahr und Tag nichts mehr bestellt. Allerdings war die Postleitzahl auch meinem Ostsee-Heimatort zuzuordnen?!

Meine Schwägerin hatt mir noch einen Geburtstagsgruß übermittelt und Merlin half natürlich beim Auspacken.



Allerdings mußte ich Merlin dann doch recht deutlich wegschicken, weil er gleich versuchte, an dem Grün herumzuzupfen bzw.zu kauen. Ein vorwurfsvoller Blick ala "Ich wollte nur spielen, was Du nur immer gleich denkst" traf mich und dann trollte Merlin sich. Seufz. Aber lieber der vorwurfsvolle Blick als einen mit Orchideen-Grün gefüllten Kater. Ich habe die Vase dann auch dort hingestellt, wo ich mich an den Blumen erfreuen kann, die Jungs aber nicht hinkommen.

Die Überraschung ist jedenfalls total gelungen und ich freue mich riesig über die Blumen :)

Noch ein kleiner Nachtrag:

Bereits am Wochenende ist bei mir meine letzte amazon.co.uk-Sendung eingegangen. KEINE Bücher!Über amazon.co.uk fröne ich ja regelmäßig meiner anderen Leidenschaft, sprich Film und Serien, wenn auch regelmäßig ohne deutsche Ton- und Untertitelspur (und manchmal sogar auch ohne englische Untertitel für Hörgeschädigte, seufz). Meine Ausbeute dieses Mal:



 Die Schauspielerriege - Stephen Fry, Kenneth Branagh, Emma Thompson, Hugh Laurie und in "Wilde" auch noch Jude Law - ist meiner Meinung nach hervorragend.

"Wilde" habe ich vor Jahren gesehen, ich erinnere mich aber nicht  mehr genau an den Film. Jedenfalls war Oscar Wilde eine interessante Persönlichkeit, von seinen schriftstellerischen Qualitäten einmal abgesehen. Und es gab ihn günstig: Nur 3,91 Pfund, also ca. 4 €.

Auch "Peters Friends" habe ich sehr lange nicht gesehen. Falls ich mich richtig erinnere, lebte der Film neben den Schauspielern von einer seltsam schönen Mischung aus Humor und Tragik. Falls es Euch interessiert: Der Film kostete 4,12 Pfund, also keine 5 €.

Eureka: Ich mag die Serie. Ich mag Carter, seine Tochter, Jo, all die seltsamen Charaktere und leicht verrückten Geschichten, die in der Stadt passieren. Und da die Staffeln 1 und 2 zusammen nur knapp 16 Pfund, also ca. 17€, kosteten, konnte ich nicht widerstehen.

Montag, 19. Oktober 2009

Urlaubsende + Picket Fences

Der erste Arbeitstag nach meinen wunderbaren zweiwöchigem Urlaub ist auch vorbei.  Es lagen Akten und es wurden mehr, es war Buchhaltung aufzuholen, der Chef hatte Anweisungen und das Telefon forderte die ihm gebührende Aufmerksamkeit.  Der Tag verlief trotzdem erstaunlich "entspannt". Eine recht angenehme Wiederkehr in den Arbeitsalltag ...

Mein Chef hat mir nachträglich noch meine Geburtstagsgeschenke (!) überreicht, unter anderemJohn Irvings Roman "Die vierte Hand". Diesen Roman habe ich auch noch nicht. Tatsächlich ist es so, daß mein Chef mich an Irving herangeführt hat. Das erste Buch, welches ich von ihm als Geburtstagsgeschen erhielt, war Irvings "Hotel New Hampshire". Ich brauchte zwar lang fürdas "Hotel New Hampshire", aber ich fand es fantastisch. Bislang habe ich dieses Phänomen übrigens mit jedem Irving-Roman erlebt: Ich finde sie toll, aber ich brauche immer ewig, bis ich sie ausgelesen habe. Was soll's: Mich hetzt ja niemand durch die Bücher :)

Fernsehtechnisch schaue ich mir derzeit "Picket Fences - Tatort Gartenzaun Staffel 1" an - DANKE SAYURI & M. !!! Ich habe ja immer gehofft, daß die Serie irgendwann mal wiederholt wird, aber nein. Und auf deutsch ist sie bislang auch nicht auf DVD eschienen - vermutlich wird sie es nie. Das ist dermaßen schade. David E. Kelley - Creator von Ally Mc Beal, The Practice, Boston Legal u.a. - hat auch dieses  Schätzchen aus der Wiege gehoben. Ich bin richtig glücklich, die fantastischen Schauspieler in den so vertrauten Charakteren wiederzusehen, wie
  • Tom Skerritt: Sheriff James „Jimmy“ Brock
  • Kathy Baker: Dr. Jill Brock
  • Costas Mandylor: Off. Kenny Lacos
  • Lauren Holly: Off. Maxine Stewart
  • Holly Marie Combs: Kimberly Brock
  • Justin Shenkarow: Matthew Brock
  • Adam Wylie: Zachary „Zack“ Brock)
  • Ray Walston: Richter Henry Bone (Staffeln 2–4)
  • Fyvush Finkel: Douglas Wambaugh (Staffeln 2–4)
  • Kelly Connell: Pathologe Dr. Carter Pike (Staffeln 3–4).
Die Geschichten, die polizeilichen Fälle, die gerichtlichen Verhandlungen, die Charaktere sind skurill, makaber, witzig, überzeichnet und können doch zugleich tieftraurig und ernst sein.

Sonntag, 18. Oktober 2009

"Das verlorene Paradies - Hölle Bd.1" by Ange, Varanda, Lyse

Offensichtlich handlelt es sich hier nicht um Milton. Obwohl auch im Comic von verschiedenen Kreisen der Hölle die Rede ist.

Der Comic ist im Splitter-Verlag erschienen, es ist ein Hardcover, sehr schöne Ausstattung, jedoch nur nur 45 Seiten Umfang. Bei "Hölle" handelt es sich um den ersten Teil einer vierteiligen Serie. Der Comic stand schon länger auf meiner Wunschliste.

Bei booklooker konnte ich ihn günstig gebraucht erwerben. Ich finde ja, daß ich ein Schnäppchen gemacht habe, denn der Comic ist in einem hervorragenden Zustand.

Aber um was geht es hier?

Die Kurzangabe auf dem Comic selbst finde ich - nach Lesen/Betrachten - leicht irreleitend. Ja, es geht um Gabriel (nicht den Erzengel), einen der vielen Wächter von Toren zur Hölle. Und ja, er steigt in die Hölle hinab, um der Dämonin Anya zu folgen. Aber für mich ist Gabriel nicht in die Dämonin Anya verliebt und folgt ihr deshalb, sondern er erkennt den früheren Engel Anya in der Dämonin und spürt noch "das Licht" in ihr. So jedenfalls ist mein Eindruck nach diesem leider sehr kurzem ersten Band. Möglicherweise gab es eine besondere Beziehung zwischen ihnen, vor dem Fall. Wer weiß, der Leser erfährt es vielleicht in den weiteren Teilen.

Der Comicleser wird in das Geschehen hineingeworfen und bleibt am Ende des ersten Bandes auch mit vielen Fragen zurück. Zum einen geht es um die Beziehung zwischen Gabriel und Anya. Und dann ist da noch das Kind Julien. Gabriel greift in in einer Passage zur Hölle auf und kann ihn gerade noch vor Dämonen retten. Er bringt ihn zur Sicherheit in eine, hm, Bibliothek, würde ich mal sagen. Sie befindet sich nicht auf der Erde. Der dortige Bibliothekar und ein von diesem gerufener Seraph(im) öffnen für Gabriel das Tor zur Hölle, scheinen aber für Julien ganz eigene Pläne zu haben. Julien springt jedoch Gabriel hinterher und landet auch in der Hölle. Auch dort gibt es für den Comicleser Andeutungen zu "dem Kind".

Julien ist offensichtlich wichtig, sowohl für Himmel als auch Hölle, warum?. Ist das Licht in Anya stark genug? Werden Gabriel, Anya und Julien aus der Hölle entkommen und auch die "Zwischenreiche" zwischen Hölle zur Erde und Himmel überwinden? Wohin werden sie gehen? Gehen sie alle gemeinsam? Fragen, Fragen, Fragen.

Seufz. Da werde ich wohl bei Booklooker schauen, ob ich auch die weiteren Teile günstig(er) bekommen kann...

"Hexendreimaldrei" von Claudia Toman

Wie es manchmal so geht ...

Das Forum Bücher Blogs - Wir alle lieben Bücher wächst seit Gründung und gewinnt mehr und mehr Mitglieder. Unter anderem posten wir dort ein Kurzprofil (z.B. Blog- oder Homepageseiten, Interessen etc.), wir stellen uns gegenseitig Bücher vor, geben unsere Meinung hierzu kund, posten Veranstaltungen und Events hier im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Videos. Und so sah ich mir  folgendes Video an:



Ich fand (und finde) die Autorenlesung gut und witzig (die Videogestaltung mit der musikalischen und fotografischen Untermalung gelungen) und ging zu meinem Buchhändler hier vor Ort. So kam das "Hexendreimaldrei" zu mir nach Haus. Die ersten Sätze des Vorspiels (Diana Verlag Ausgabe 6/2009) lauten wie folgt:

"Das darf doch nicht wahr sein. Geschlagene siebeeinhalb Minuten sitze ich jetzt hier im Dunkeln, auf dem einzigen WC im Pfarramt, und kaue an meinen Nägeln. Das ist wahrscheinlich kein günstiger Zeitpunkt, um eine Nagelschere zu brauchen. Der Klodeckel ist auch nicht besonders bequem. Wie schade, dass sich die Kirche keinen Plüschbezug leisten kann oder zumindst Frottee..."

Die Ich-Erzählerin Olivia, Schriftstellerin, 29 Jahre, Katzenhalterin, ist auf der Hochzeit IHRES "Märchenprinzen", der dummerweise gerade dabei ist, eine andere zu heiraten. Deswegen ist sie auch geflüchtet. Da sich eine Streichholzschachtel auf dem Klo befindet, zündet Olivia in ihrem emotionalen Ausnahmezustand ein Streichholz an ... und ein in ein rosafarbenes Tütü gekleideter, sorgfältig gefönter und äußerst generverter - weil gestörter - Feerich erscheint.Völlig überrumpelt formuliert Olivia ihren einen Wunsch: Ihr Traumprinz soll in einen Frosch verwandelt werden. Und so beginnt eine etwas andere Erzählung vom "Froschkönig" und der "Prinzessin" Olivia, die sich auf die Suche begibt, um den Frosch wieder in den Traumprinzen zu verwandeln. Gut, daß eine Internationale Hexenvereinigung gibt! Oder vielleicht doch nicht?

Nachlese
Der Roman gliedert sich in Vorspiel, 1. Teil (Der Forsch), 2. Teil (Die Hexen) und Nachspiel. Einen kleinen Eindruck in den Schreibstil der Autorin kann man durch das vorstehende Zitat bereits bekommen: Der Ton ist im allgemeinen komisch und selbstironisch. Die Autorin schildert im Wechsel die "aktuellen Ereignisse" und Erinnerungen: wie sie "ihren Traumprinzen" kennengelernt hat, wie sie den "Shakespeare-Pakt" schloß, was sie als Kind erlebte (oder nicht erlebte?). Zu der Geschichte habe ich sofort Zugang gefunden. Besondes im Vorspiel und ersten Teil hatte ich häufig das Gefühl, mir würde eine Bekannte oder Freudin von ihren - wenngleich bizarren - Erlebnissen am Telefon berichten. Die Sprache ist lebendig, aktuell, Umgangssprache. Olivia ist Schriftstellerin und es kommt so manches Mal Selbstironie durch, z.B. 

"Wir fahren eine Weile schweigend. Der sonnige Frühlingsvormittag hat sich verabschiedet und ist einem bewölkten Himmel gewichen, aus dem es bestimmt bald wie aus Eimern gießen wird. Wie furchtbar illustrativ, denke ich, und mache mir im Kopf eine Notiz, solche platten Bilder beim Schreiben möglichst zu vermeiden."

Nur am Rande:
Mir sind ein paar Bandwurmsätze aufgefallen. Es sind wirklich nur wenige und den vorstehend zähle ich natürlich nicht dazu. Da mein Chef regelmäßig in Bandwurmsatzformulierungen (grins) verfällt und ich sie schreiben "darf", bin ich vermutlich übersensibilisiert. Und ich merke es hier im Blog selbst: Es kann recht schwierig sein, in kurzen bzw. kürzeren Sätzen textliche oder gedankliche Zusammenhänge darzulegen.

Den Shakespeare-Pakt, den ausgesuchte angehende Schriftsteller (auch Olivia) mit Shakespeare schließen, finde ich klasse. Die zu befolgenden Gesetze
1) Regelmäßigkeit
2) Echtheit
3) Liebe
wendet nicht nur Olivia an,scheint mir. Hat doch Claudia Toman, wie ich gesehen habe,z.B. eine Vorliebe für London und Katzen. O.k., das hätte ich nicht nachlesen müssen. Es ergibt sich aus dem Roman; die Katzen- und Londonpassagen sprechen für sich. Vielleicht haben ja Grisou Labelle und Neko konkret Modell gestanden für die zwei wichtigen Katzenpersönlichkeiten im "Hexendreimaldrei".

Es gibt im Roman Passagen, die "von außen" beschrieben werden, so als würde ein Dritter die Szenerie beobachten: Olivia, die schreibende Protagonistin, gibt eine  Situation als "Szene" wieder; der Ton bleibt witzig. Es gibt aber auch Passagen - im 2. Teil des Romanes -, in denen nicht nur die Perspektive wie gerade wechselt, sondern auch der Ton (ein weiterer offensichtlich bewußter Bruch). Der Ton ist hier ernst, beobachtend, analysierend, fast möchte ich unpersönlich sagen (jedenfalls empfand ich es so), spricht hier Olivia oder ihre Schöpferin?

In dem Roman gibt es Hexen, aber es ist kein Fantasyroman. Es geht um Liebe, aber es ist kein Liebesroman in diesem Sinne. Es wird erzählt, fabuliert, geträumt. Im "Hexendreimaldrei" werden mehrere Genres vermischt, was naturgemäß nicht alle Leser mögen werden. Schön, daß man z.B. in Buchhandlungen ja die Gelegenheit zum hineinlesen hat. In mir brachte "Hexendreimaldrei" z.B. die Erinnerung an den vor Jahren gelesenen Roman "Stein und Flöte" hervor und den Gedanken, daß man sich immer mal wieder neu suchen und finden muß.

Ein Passus ist mir besonders in Auge gefallen. C.Toman läßt Olivia gerade schildern, wie sehr sie Covent Garden und das dortige Treiben genießt, und bringt es, wie ich finde wundernschön, auf den Punkt:

"... und fühlte mich herrlich, angefüllt mit Augenblicken."

Samstag, 17. Oktober 2009

Mein Kater Marlowe

Marlowe. Mein kleiner Angsthase :)

In meinem Merlin-Post habe ich es ja bereits gesagt:

"Da Merlin viel allein war, hatte ich mir im Februar 2008 überlegt, für ihn Gesellschaft aus dem Tierheim zu holen. Mein Tierarzt hatte mir gesagt, er würde einen weiteren Kater statt einer Katze holen. Wenn ein Kater spielt, könne es schon mal etwas "heftiger" werden, ein weiterer Kater könne damit besser umgehen als eine Katze..."

Ich war einige Male im örtlichen Tierheim und hatte mich bei den Katzen/Katern umgeschaut. Unschlüssig stand ich bei den älteren Tieren, die schon länger im Tierheim waren, bei den Kitten, die gerade hineingekommen waren. Und dann gab es noch die privaten Anzeigen ... Im Tierheim hatte ich einen süßen Kater gesehen, einen roten, einen "O'Brian". Er war frisch ins Heim gekommen und steckte noch in Quarantäne. Mir und meiner Freundin "Siobhan", die mich begleitete, wurde dann ein ganzer Wurf gezeigt, alle ca. ein Dreivierteljahr alt, schwarz, schwarz weiß, knuffig, lebendig, wuselig. Der ganze Wurf war gerade aus einem Nachbar-Tierheim hineingekommen. Jedenfalls zeigte die Tierheimpflegerin auf einen Kater, den ich gar nicht gesehen hatte! Er wäre ganz ängstlich und würde sich gegen die anderen kaum durchsetzen können beim Fressen, sondern regelmäßig etwas auf die Nase bekommen. Verrmutlich würde ihn auch keiner haben wollen...

Und spätestens da hatte die psychologische "Falle" zugeschnappt. Obwohl fast ein 3/4 Jahr alt, wirkte er wie ein Häufchen Elend, er versteckte sich hinter seinen Geschwistern, kroch in die hinterste Ecke... Ich konnte ich gar nicht richtig sehen, nur, daß der Augen-und Nasenbereich verklebt war.Das führte ich auf  Rangelei-Verletzungen zurückgeführt. Welche Zeichnung Marlowe hatte - z.B. vier weiße Schuhe -, sah ich erst, als er in meiner Wohnung aus dem Korb stiefelte. Da ich ihn zunächst nur in der Küche hielt und er allein war, kam er bald heraus - nicht so schnell, wie Merlin damals, aber immerhin. Hochheben ließ er sich extrem ungern, aufgrund regelmäßigen "Kurzzeittrainings" hat sich das zumindest gebessert. Aber sein verklebtes Gesichtchen! Tagelang habe ich ganz sanft und langsam Stück für Stück mit warmem Wasser und Öl das Gesichtchen gereinigt. Mein "Junior", wie ich ihn wochenlang nannte, hatte tatsächlich eine weiße Nase! Das war ein Überraschung. Junior fraß normal, aber er nieste, er hatte Augenausfluß, er hatte Durchfall.... Also brachte ich ihn das erste Mal zu Tierarzt, und etliche Besuche sollten folgen:

Der Tierarzt war sehr vorsichtig. Kurz vorher hatte er bei einem Kater, der aus denselben Tierheim gekommen war, FIV-Aids diagnostiziert. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung Katzenaids genannt, da das FIV-Virus das Immunsystem schwächt und Folgeerkrankungen auslöst, die zum Tod führen. Mir ging mein Magen in die Kniekehlen und ich bekam richtig Angst. Nicht nur wegen Marlowe, sondern auch wegen Merlin, denn inzwischen hatte es zwischen den beiden Katern bereits Rangeleien gegeben, Bisse, Speichelübertragung, vielleicht Blut. Ich konnte den Gedanken nicht verdrängen, daß ich mit Marlowe auch Merlin in Gefahr gebracht hatte. Obwohl der erste Test positiv ausfiel und Marlowe erhöhte Infektionswerte aufwies, gab es Lichtblicke: Der Durchfall lies nach, kein Niesen mehr, aber die Augen tränten weiter. Der TA machte mir Hoffnung: Der Test ergäbe häufig falsch-positive Ergebnisse. Er wurde nach 6 Wochen ca. wiederholt und die Marker waren im normalen Bereich, bei der Kotuntersuchung waren die Toxoplasmose-Werte noch erhöht. Vermutlich war der Durchfall hierdurch bedingt.

Ich war so erleichtert!

Inzwischen hatte ich auch seinen Namen gefunden: "Marlowe" von Christopher Marlowe, so schwarz-weiß dachte ich an Whiskey und britisch und Marlowe tauchte in meinem Unterbewußtsein auf. Katzentelepathie :)

Den braun-schmierigen Augenausfluß hat Marlowe weiterhin. Der TA tippt daruf, daß der Katzenschnupfen von Marlowe im Kittenalter nicht behandelt wurde und daher der Nasen-Augen-Kanal verstopft, vielleicht sogar vollständig blockiert ist. Zwar haben wir eine Spülung versucht - aber der TA konnte gerade mal den Zugang des Tränenkanals säubern und etwas öffnen, mehr ging nicht.  Die Augen reinigen sich halt nach außen und so muß ich regelmäßig diesen Bereich säubern. Damit kann ich leben.

Er ist viel zutraulicher geworden und kommt selbst bei Besuch jetzt eher heraus, seine Neugierde siegt :) Geht die Schelle, ist er sofort in Alarmbereitschaft - früher war er sofort unter dem Sofa in der hintersten Ecke. Übrigens auch, wenn ich die Transportbox in die Hand nahm. Er hat sich von Anfang an auf das Essen gestürzt und auch Merlin von seinem Napf verdrängt (diese Socke hat das auch mit sich machen lassen!). Er frißt weiterhin so ziemlich alles, was ich ihm vorsetze, hat aber gelernt, daß das Futter "da bleibt"; Marlowe hört inzwischen auf und läßt auch Futter zurück. Leider hat er sich in der ersten "Freßneidphase" etwas zuviele Kilos angefuttert und so bin ich damit beschäftigt, das Problem zu beheben mit Jagdtraining und Futterkontrolle - bislang leider ohne Erfolg. Aber ich bleibe dran: Hilfreich ist es dabei natürlich nicht, daß Merlin ihm sein Light-Futter wegfrißt (seufz). Kommt Marlowe aus sich heraus, ist er neugierig, maunzt, will kuscheln - und kriecht dann weg :) -, spielen, und ist ein Deckenkrabbler bzw. -taucher. Manchmal muß ich drei Decken "aufblättern", um ihn dort dösend zu finden.



Trotz lautstarker und körperlicher Zurückweisungen hat Marlowe es erstaunlicherweise nie aufgegeben, Spiel-, Balgerei- und Kuschelkontakt zu Merlin aufzunehmen. Und obwohl meine kleine schwarze Socke immer noch so manches mal deswegen genervt ist, hat sich der Kontakt zwischen den beiden über die 1,5 Jahre hinweg, die Marlowe jetzt bei uns ist, verbessert. Und so konnte ich letzte Woche beobachten, daß Merlin zum schlummernden Marlowe in den Sessel gekrabbelt ist und sich dort angekuschelt hat:


Freitag, 16. Oktober 2009

"Die kleine House-Apotheke" von Michael Reufsteck/Jochen Stöckle

Natürlich ist es ein Fan-Buch.

Der "Beipackzettel zur Kultserie" erschien im vgs-Verlag 2008 - es gibt inzwischen auch die House-Apotheke II mit verbesserter Wirksamkeit und erhöhter Dosis von denselben Autoren.

Herr Reufsteck ist Hörfunkmoderator beim SWR3 und Buchautor und Mitautor der Seite Fernsehlexikon.Über ihn wird im TB ausgeführt: (Er)"... ist Hypochonder und sollte Arztserien eigentlich meiden. In den ersten 70 Folgen von Dr. House entdeckte er mindestens 54 neue Symptome an sich selbst." Herr Stöckle ist Hörfunkjournalist beim SWR1 und gleichfalls Mitautor der Seite Fernsehlexikon.Zu ihm ist vermerkt:  (Er) "... mußte während der Ansicht von 70 Folgen Dr. House feststellen, dass entgegen bisheriger Erkenntnisse Hypochondrie zu den ansteckenden Krankheiten gehört."

Die "House Apotheke" beinhaltet eine natürlich eine Einführung in die Serie und die Hauptcharaktere incl. Darsteller: Da sich aber wohl nur Fans und Kenner der Serie das Büchlein überhaupt kaufen werden, ist dieser Passus kurz und knackig.  Dann folgt noch ein kurzer Text zum Aufbau der House Apotheke und es folgen die einzelnen Medis, ähm Episoden, der Staffeln 1 bis 3 in angenehm kompakter Form.

-Fallbeschreibung,
-diverse Diagnosen (incl. der richtigen),
-besondere Extras (wie Sprechstundendienst, Einbrüche, Ratschläge),
-bemerkenswerte (ins Deutsche übersetzte) Zitate,
-Gaststars,
-Musik,
-Anzahl der Vicodintabletten oder anderweitiger Drogen
-und weiteres

Nachlese
Die Sprache ist locker flockig und reicht von witzig über ironisch und makaber zu zynisch. Für mich greifen die Autoren gefühlt den Serienton auf und zeichnen hierbei ein liebevolles Fanbild. Natürlich muß man nicht mit den Wertungen der beiden Autoren übereinstimmen (z.B. "Nervfaktor" Cameron), kann man aber.

Was sich mir nicht ganz erschlossen hat, ist
a) weshalb die Autoren zu fast jeder Folge einen "Anmach-/Baggersatz" aufgenommen haben und
b) nach welchen Kriterien sie ihn auswählten
(Beispiel? Für Ep. 3 der Staffel 1 wird als "Anmachspruch der Woche:  Ich warte auf das Epstein-Barr-Virus. Geht auch als Entwschuldigung auf die Frage durch: Was machen Sie im Schrank meiner Frau?" aufgeführt. -?-).
 Ich nahm die Zitate zur Kenntnis, sie sind unabhängig von der Intention der Autoren so manches Mal sehr witzig.

Erheiternd fand ich auch die Referenzen zur Popkultur:

"Im Diagnosezimmer übt sich die Gang im Absingen von Hits der Fantastischen Vier. 
Foreman: "MRSA"
Chase: "VRE"
Foreman: "HIB"
Alle: "MfG, mit freundlichen Grüßen, die Welt liegt uns zu Füßen, doch wir stehen drauf ..."
(Zu Ep. 4 Staffel 1)

Ein Fanbuch eben. Für "Houssies". Wie mich zum Beispiel.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

"Johannes Cabal - Seelenfänger" von Jonathan L. Howard

Welch ein seltsames Buch.

Obwohl das Cover ja sehr düster wirkt, hatte ich in der Buchhandlung beim groben Blättern doch den leisen Anfangsverdacht, es sei ein Jugendbuch. Nicht, daß das etwas schlimmes wäre - denke man nur an die Potter-Romane. Nachdem ich die Lektüre gestern beendet habe steht für mich fest, kein Jugendbuch.

Aber von Anfang an. Hier ein paar Sätze aus dem ersten Romankapitel (Goldmann-Roman, 1. Aufl. Okt. 2009 in der Übersetzung von Jean-Paul Ziller):

"Walpurgisnacht, Hexensabbat, die letzte nacht im April, in der das Böse umgeht. Er war an einem trostlosen einsamen Ort, wo niemand ihn stören oder bespitzeln konnte ...Johannes Cabal war dabei einen Dämonen zu beschwören ... Während er die Große Beschwörungsformel zitierte, dachte er dass mancher Magier der Welt einen größeren Dienst erwiesen hätten, wenn er sich auf das Verfassen von Kreuzworträtseln beschränkt hätte..."

Nach der Beschwörung landet der Leser dann - ohne Cabal - im Vorhof der Hölle, allein. D.h. allein mit all den Seelen, die in die Hölle wollen. Richtig gelesen, wollen, denn alles was sich hinter dem Tor befindet muß einfach besser sein als die Vorhölle. Satan hat den Bürokratismus entdeckt und so gibt es Schlangen über Schlangen wartender Seelen, die sich ein Formular 9 zwecks Erhaltes des Formulars 7A mit weiterführender Anlage 8c zur Erreichung des Formulars k27 .... - erinnert sich noch jemand diesen Song, ich glaube von Reinhard May? Gemeinerweise werden Rechtsschreibfehler nicht akzeptiert, nur Schreibgeräte, aber keine Korrekturmittel ausgegeben und natürlich kein Glossar o.ä.. Die Hauptfigur des Romans, Johannes Cabal, deutscher Nekromant, Wissenschaftler, lebendig aber ohne Seele, vollständig - wenn auch bizarr - bekleidet und insbesondere mit einer Gletscherbrille versehen, taucht auf, kommt relativ problemlos durchs Tor und erhält seine Audienz bei Satan. Die beiden schließen eine Wette: Er bekommt seine Seele, wenn es ihm gelingt 100 Seelen für den Teufel zu sammeln - freiwillig aufgegeben und natürlich vertragsmäßig auf einem Formular unterzeichnet. Und Satan gibt ihm zusätzlich Schaubuden und Magie für einen teuflichen eingemottenen Jahrmarktszug und etwas satanisches Magie. Und schon landet Johannes - und wir mir ihm - im Nirgendwo. Welches sich in Großbritannien gelegen herausstellt, will ich mal behaupten. "Wann" die Story spielt, wird nie so richtig deutlich, aber es gibt Strom, es scheint zumindest nach 1918, vielleicht sogar nach 1945 .Johannes Cabal ist kein Held, er hat keine Seele und sein innerer Handlungskompaß wird von anderen Moralvorstellungen bestimmt. Er ist zynisch, brutal, nur auf sein Ziel - 100 Seelen - ausgerichtet und macht sich entsprechend kühl kalkulierend und kalt daran, daran seinen Teil der Wette zu erfüllen...

Dies sind übrigens die zwei Cover, die ich bei amazon.co.uk gefunden habe.

Mir persönlich gefällt das deutsche Cover besser.


Nachlese
Vom Schreibstil und dem makabren Humor sofort gefangengenommen hatte ich am Anfang jedoch Probleme mit der Story. Zu mysteriös und rätselhaft waren die Sprünge am Anfang, bis der Jahrmarkt tatsächlich on Tour ging. Der Hauptstrang der Geschichte ist zwar "linear", doch verwirrten mich etwas die versteckten Hinweise und verworrenen Schilderungen zur Monstrosität im Druinschen Anwesen. Das wird der Autor ja bewußt so gestaltet haben und er löst es ja auch am Kapitelende auf. Als geringfügig zu überflüssig empfand ich es trotzdem.

Die Mischung von Wissenschaft, trockenem und makabrem Humor, skurillen dämonischen Gestalten, sensilbel gezeichneten normalen Menschen - insbesondere in den letzten beiden Örtchen - hat mir gefallen. Vermutlich kann der Roman auch als Einzelwerk gelesen werden ohne die weiteren zwei Teile. Vermutlich wird aber auch der Leser, dem diesen Buch gefiel, ähnlich wie ich neugierig sein, wie es mit Johannes weitergeht. Und ich hoffe auch, daß nicht nur die Story weitergeführt, sondern auch der Hintergrund mehr beleuchtet wird. Da habe ich nämlich ein paar Fragen im Kopf:

Spoilerwarnung

Johannes Cabal trägt fast ständig seine Gletscherbrille.Ein solche dient ja grundsätzlich dem Lichtschutz. Nun ist es in der Hölle vielleicht sehr heiß und auf der Erde manchmal sonnig - aber offensichtlich trägt er sie auch während des nächtlichen Jahrmarktes. Hm. Im der letzten Station des Jahrmarktes, dem Örtchen Penlow on Thurse hat er ein Gespräch mit Mr. Barrow, in dem es um den Tod und "das danach" geht. War Johannes Cabal bereits einmal tot? Oder hat er nicht nur die Hölle als Lebender besucht?

Er will seine Seele wiederhaben, wegen der Wissenschaft. Dies gibt er als seine Motivation gegenüber Satan an und auch gegenüber Horst wird nichts anderes deutlich. Aber da ist noch etwas anderes, was zumindest der Leser aus einer Andeutung heraus in den ersten Kapiteln in der Hölle erfährt. Was es genau ist, erfährt man dort noch nicht, aber am Ende des Romans zeichnet sich dies deutlich ab.Obwohl Johannes so handelt, wie es für jemanden ohne Seele zu erwarten ist, gibt es "mehr" in ihm: schließlich reagiert er zumindst zwiespältig auf Horst und den Soldaten, auf Barrow und dessen Familie, auf Nea und auf das, was ihn die Wette überhaupt erst eingehen läßt. Natürlich erfährt nur der Leser hiervon. Warum er die Seele "verkauft" hat, dürfte sich dem Leser am Ende des Romans bereits erschließen. Ich bin aber auch neugierig, wie das mit Horst geschah und die Geschichte auf dem Druinschen Anwesen. Mich persönlich würde es auch interessieren, wie es zu der Gartengestaltung im Cabalschen Anwesen kam. Befindet sich dieses in Deutschland?

Ich hoffe, daß der Autor in den folgenden Teilen nicht nur die Geschichte fortführt, sondern auch erhellende Flashbacks einarbeitet. Da heißt es wohl noch abwarten. Keine Ahnung, ob der zweite Teil erst in Arbeit ist oder bereits für die Veröffentlichung vorbereitet wird,  bei amazon.co.uk war noch nichts zu sehen.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

verpaßtes 1jähriges Kratzbaumjubiläum

Wie meine Kater zu diesem neuen Kratzbaum kamen:

Merlin hatte bereits allein einen  "normalen" Kratzbaum verbraucht und bearbeitete in 2008 den nächsten. Als dann Marlowe dazu kam, näherte sich der zweite "normale" Kratzbaum stark dem Kratzbaumhimmel und so war ich mal wieder damit beschäftigt, mich durch diverse Online-Angebote zu klicken. Und natürlich auch durch diverse Beurteilungen. Ich erinnere mich nicht mehr, wie viele es waren, aber letztlich hatte ich mich dazu durchgerungen, einen Massivholzbaum anzuschaffen. Der Baum sollte "vernünftig" sein, stabil genug für zwei Katzen und auch die einzelnen Säulen sollten nicht mehr nur durch kleine dünne Schrauben miteinander verbunden sein, die aus der Fassung brachen.

Und so ging das Suchen los, über Katzenzeitschriften, Internetforen, googeln. Zuletzt landete ich immer wieder auf folgenden Seiten:

Profeline - Modell Lilli Marleen gefiel mir
Robusta - wegen der Kratztonnen dabei
Pet Fun Kratzbaum   - auch die Kombination von Kratztonne und Baum
Catwalk wegen der Möglichkeiten

Profeline fiel recht schnell wieder aus der engeren Wahl, im Vergleich zu Catwalk mit ähnlichem Angebot war mir Profeline zu teuer. Auch Robusta nahm ich aus die engere Wahl, da es keine Deckenspanner gab. Blieben Pet Fun und Catwalk. Für PetFun sprach der Preis, jedoch wollte ich gern einen Baum mit möglichst gleichwertigen höheren Sitzgelegenheiten für die beiden Kater.

Beim alten Baum gab es immer wieder Hick Hack zwischen Merlin und Marlowe. Also faßte ich bei Catwalk den M35 der grünen Serie näher ins Auge. Das schön bei Catwalk ist, daß man auch Komplettmodelle abändern kann, sie also nur als Basis dienen. Bevor ich eine endgültige Bestellung losschickte, übermittelte ich erst einen Baum-Entwurf. Ich bekam zügig eine Antwortmail mit hilfreichen Anmerkungen zur Statik. Letztlich hatte ich "meinen Baum" mit den mir wichtigen Teilen zusammengestellt.

Was mir bei Catwalk übrigens noch zusagte, waren folgende Ausführungen:  

"Unser Sortiment umfasst gerade Brücken ,(B4 in drei Standardlängen A,B,C),schräge Brücken B5, Rampe B1 und die Hängebrücke B2 (in zwei Standardlängen A,B).Diese wird aufgrund des schwankenden Untergrunds von Katzen eigentlich eher ungern betreten, dafür freut sich der Besitzer an der Optik. Sollte das Seil mit der Zeit ausleiern und durchhängen, können Sie diese bei uns einschicken, und wir spannen sie neu. (Preise auf Anfrage)"

Ich fand es klasse, daß bei Catwalk auch etwas stand, was dem Verkauf der im Angebot befindlichen Hängebrücken nicht zuträglich war. Psychologie, die wirkt :)

Da die Firma nur auf Vorkasse mit der Arbeit beginnt und der Preis ja recht üppig war, hatte ich am Anfang schon Bedenken. Letztlich wäre das aber auch bei den anderen Anbietern der Fall gewesen. Vermutlich hätte ich vorher per Email einige Kunden über das Gästebuch kontaktieren können, was ich aber nicht getan habe. Also wies ich das zusammengesparte Geld an und die Arbeit wurde aufgenommen.

Mit der Bestätigungsmail kam auch die Nachricht, daß die Lieferzeit ca. 3 Wochen betragen würde. Später bekam ich Nachricht, daß die Ware unterwegs sei. Wie bei mir fast normal, war ich zum Lieferzeitpunkt im September 2008 nicht da, also wurde die Pakete bei meinem Nachbarn abgegeben und netterweise in den Hausflur gebracht, jedoch auch nur dorthin, nicht über die Treppe in die erste Etage. War abe rauch nicht schlimm. Mit etwas Hilfe kamen die sämtlichen Pakete in die Wohnung und dann ging das Auspacken los, tatkräftig unterstützt von Merlin und Marlowe. Beide waren zunächst etwas verwirrt, weil der alte Baum auf einmal weg war.

Den Baum, so wie er hier abgebildet ist, habe ich allein aufgebaut. Ok, zum Schluß brauchte ich den ganz knapp sichtbaren "Tritt", aber es klappt alles recht gut. Besonders angenehm empfinde ich übrigens, wie der Deckenspannerteil konstruiert ist. Die an die Decke zu drehende Korkfläche ist richtig breit und die Spannung wird nicht nur über eine (meistens dünne) Gewindeschraube erzeugt, sondern zusätzlich durch die umschließende Holzkonstruktion stabilisiert und unterstützt.

Der Baum ist jetzt also 13 Monate alt und wird von den Katzen täglich genutzt. Allerdings nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Meine MuM's haben den Baum angenommen, das hatte mich bei diesem Preis schon mal UNHEIMLICH erleichtert. Wenn sie durch die Gegend jagen und spielen, dann stürmen auch beide - besonders aber Merlin - den Baum hoch und springen von einer Liegefläche zur nächsten über den Bücherturm zur Fensterbank und zurück. Und sie kratzen an ihm, so daß der Sisal an den entsprechenden Stellen heute so ausschaut, wie in der Nahaufnahme zu sehen. Aber die Seile lösen sich nicht vom Stamm und es sind keine Industrieklammern zu sehen :) Wenn die Stellen "von vorn" , also aus meiner Sicht, wirklich unansehnlich werden (was sie derzeit noch nicht sind, wie ich finde), kann ich ja als Erstmaßnahme die Säule etwas drehen. Später besteht immer noch die Option, die entsprechende Säule neu beseilen zu lassen....

Das nebenstehende Foto soll nur übrigens nur einmal die Dimensionen verdeutlichen.

Auf den Liegeflächen sehe ich meine Jungs allerdings selten, in der Höhle noch seltener und geschlafen wird im Sessel oder auf der Couch. Nun, vielleicht ändert sich auch das wieder  mit der Zeit.

Ich habe nach ca. 1/2 Jahr den Deckenstamm noch einmal zur Liegefläche und zur Kratzfläche oben umgebaut, wie man auch auf den vorstehenden Fotos sehen kann. War kein Problem. Der Baum ist standfest, die Teppich und Sisalplatten können jeweils von den Platten abgenommen werden, z.B. zur leichteren Reinigung auch in den Ritzen. Optisch ist er auch für mich als "Wohnungsmitbenutzerin" angenehm.

Alles in allem war der Baum zwar teuer, ich bin aber mit ihm zufrieden. Merlin allein hatte in 1 1/2 Jahren einen Deckenkratzbaum für gut 80 EUR unansehnlich gemacht und ich konnte die Seile von den Säulen abnehmen. Nach einem Jahr sah der zweite Kratzbaum für knapp 90 EUR mit zwei Katzen ebenfalls häßlich aus und wackelte auch leise vor sich hin. Es muß vermutlich nicht ein Catwalk-Baum sein, ich habe meine Entscheidung jedenfalls nicht bereut.

Für einen neuen Baum im Schlafzimmer bin ich inzwischen in meiner Katzenspardose am Sparen, der dortige "kleine" Kratzbaum knallte beim Toben an die Heizung und in einer der Säulen ist eine Schrauben gebrochen. Am Wochenende habe ich außerdem vor dem Kratzbaum Sisal gefunden, die kahle Stelle an der Säule hat eine Höhe von gut 10 cm. Für das Schlafzimmer wird es kein Catwalk-Baum, aber vielleicht ein kleinerer Baum von Petfun, z.B. mit Kratztonne ...

zwischendurch Humor

"Outtakes (auch blooper) sind häufig humorvolle Teile des gefilmten Materials, die nicht für den Film verwendet werden (können)." (Quelle Wikipedia).

Hier ein paar Outtakes zu drei verschiedenen Themen:

1) Da ich Trekkie/Trekker bin: 

Gagreel Star Trek - der Film (Reboot) XI -Dies ist ein Link von Moviepilot. Ich war in diesem Fall nicht in der Lage, das YouTube Video direkt einzubetten.

Ein kleiner Querschnitt durch TNG/DS9 und Voyager



Mich haben im nachfolgendenden Clip besonders die Szenen zwischen W. Shattner und L. Nimoy erheitert:



2) als Dr. House, MD, Fan:







3) und wegen Merlin und Marlowe (Sayuri und M.: danke für den Hinweis aufdie Existenz von Simon's Cat)









 

Die Geräusche! Das Gehabe, wenn Simons Cat um die Fliege herumscharwenzelt! In manchen Dingen sind wohl doch unsere stolzen Einzelgänger/innen gleich...

Das seit längerer Zeit angekündigte Buch ist inzwischen in Großbritannien seit 01.10.2009 raus, wie ich gesehen habe, in Deutschland soll es im Goldmann-Verlag noch im Oktober erscheinen. Ich denke darüber nach, es zu ordern, zumal es in Großbritannien über amazon.co.uk derzeit für 6,50 Pfund statt 12,99 Pfund zu haben ist, also ca. 7 EUR zzgl. Versand. Mal sehen...

Dienstag, 13. Oktober 2009

mein Kater Merlin

Ich habe mir heute die beiden Impfpässe von Merlin und Marlowe herausgeholt um nachzuschauen, ob dieses Jahr noch Impftermine beim Tierarzt anstehen (was nicht der Fall ist). Dabei hatte ich "schwarz auf weiß" vor Augen, daß Merlin bereits seit Januar 2005 bei mir ist. Aus dem ersten Impuls heraus hatte ich angenommen, daß er später bei mir eingezogen ist, aber wenn ich richtig darüber nachdenke: 2006 war für mich ein schweres Jahr und Merlin half mir einfach durch sein "da sein". Und wir waren 2006 schon sehr vertraut miteinander...

Inspiriert durch Winterkatze will ich hier noch ein wenig über Merlin berichten und in einem späteren Post dann über Marlowe.
 
Merlin war einem Ehepaar im Nachbarort nicht wirklich zugelaufen, der Ehemann hatte ihn eher aufgelesen, denn Merlin (damals noch Fernet) war in dem Örtchen schon länger herumgestreunt und hatte Nahrung gesucht. Bei der jüngesten Tochter zeigte sich dann eine Allergie und so wurde ein neuer "Dosenöffner" gesucht. Ich hatte mich schon dazu entschlossen, mir eine Katze oder einen Kater anzuschaffen und so bin ich statt ins Tierheim zu dieser Familie. Letztere hatte bereits einen kleinen Kratzbaum, eine Katzentoilette und etwas Spielzeug angeschafft und der Kater schaute mich mit großen Augen und auch nicht ängstlich an. Ich "rettete" nicht nur die Tochter vor den weiteren Auswirkungen der Allergie, sondern vermulich auch den familieneigenen Sittich vor einem Herzinfarkt und den Hund davor, seine Decke gänzlich aufgeben zu müssen :) Die Autofahrt nach Hause an diesem Abend war übrigens die erste und letzte, die Merlin lautlos mitmachte. Inzwischen komme ich so ungefähr 100 m weit mit dem Auto, bevor er lautstark protestiert... Bei mir angekommen stakste der vielleicht ein Dreivierteljahr alte Kater aus dem Korb durch die Wohnung, kletterte nach einer Stunde auf seinen Baum und "war angekommen".



 (Aufnahmen aus der Zeit von 2005 bis 2009, 
das kleine Aquarium bei mir gibt es nicht mehr - was Merlin sicherlich schade findet,
die Nachbar mit dem großen Aquarium sind zu seinem Leidwesen ausgezogen)

Da ich werktags immer im Büro und Merlin viel allein war, hatte ich mir im Februar 2008 überlegt, für ihn Gesellschaft aus dem Tierheim zu holen. Mein Tierarzt hatte mir gesagt, er würde einen weiteren Kater statt einer Katze holen. Wenn ein Kater spielt, könne es schon mal etwas "heftiger" werden, ein weiterer Kater könne damit besser umgehen als eine Katze. Ich holte den drei Jahre jüngeren Marlowe (bei Einzug ca. 8-9 Monate) ins Haus ... und Merlin war alles andere andere als zufrieden!

Ich hatte mich, soweit es möglich war, an die Ratschläge gehalten. Wohlfühl-Pheromone in der Wohnung, die neue Katze erstmal nur in einem Raum belassen, in dem sich beide aneinander gewöhnen können, Deckentausch, Merlin zeigen, daß er weiterhin "Erstkater" ist...

Merlin zeigte mir die kalte Schulter. Kein Kuscheln mehr auf den Beinen oder dem Bauch, kein Schlafen zu meinen Füßen auf dem Bett. Wenn ich ihn streicheln wollte, wich er mir aus. Er fühlte sich wohl von mir verraten und es tat mir in der Seele weh. Marlowe tapste immer auf ihn zu und bekam einen Hieb oder Fauchen, seine Aufforderungen zum Spiel arteten regelmäßig in heftigen Balgereien aus - jedoch erfreulicherweise ohne wirkliche Verletzungen: Merlin ging dann einfach und verzog sich auf den Schrank, den Marlowe nicht erklimmen konnte. Hinzu kam, daß Marlowe am Anfang ein "Problem"-Kater war und ich ihm dadurch mehr Aufmerksamkeit - und etliche Tierarztbesuche - widmen mußte. Ich empfand es als furchtbar und war total besorgt: Mußte ich Marlowe wieder abgeben?

Nach und nach arrangierte sich Merlin mit Marlowe und mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war so glücklich, als ich in der Mittagspause auf dem Sofa lag und las und Merlin sich bei mir das erste Mal wieder einkuschelte; emotional auch 2008 recht angegriffen, saß ich da, kraulte ihn und weinte...

Die beiden balgen sich immer noch, Marlowe wird noch immer von der Seite angefaucht. Auch wenn Merlin von sich aus nie auf die Idee kommen würde, sich neben Marlowe zu kuscheln, nimmt er Marlowes "Annäherungsversuche" doch inzwischen auch ohne genervtes Maunzen und Aufstehen hin. Und deswegen konnte ich gestern diese Fotos machen:




Montag, 12. Oktober 2009

"Sputnik Sweetheart" von Haruki Murakami

Sayuri hatte Recht. "Sputnik Sweethart" von Haruki Murakami "ist etwas für mich" gewesen. Auf ihre Empfehlung hin hatte ich vor Jahren "Naokos Lächeln" von ihm gelesen und fand diesen Roman bezaubernd, traurig, schön. Als ich sie letzten Dienstag besuchte, kamen wir u.a. auf Murakami zu sprechen, da wir seine Erzählung "Schlaf" in einer wunderschönen gebundenen Ausgabe in der Hand hatten. Als Katzenliebhaberin meinte sie zu mir, daß "Kafka am Strand" - obwohl interessant -  für mich wohl auch nicht wirklich empfehlenswert sei. Aber ich möge "Sputnik Sweetheart" lesen, den ich mir auch gleich von ihr auslieh. Über das Wochenende bin ich nicht wirklich zum Lesen gekommen, aber nachdem ich heute früh um 06.00 Uhr vom Flughafen zurückkam - ich habe meine Freundin S. zu ihrem Flieger nach München gebracht - , habe ich mir ein Brötchen gemacht, einen frischen Pott Krümelkaffee aufgebrüht und mich mit dem Roman auf's Sofa gekuschelt.

Worum geht es? Der Erzähler K.ist ein junger Lehrer von 24 Jahren, der auf der Uni Sumire kennen- und liebenlernt. Sumire ist zu Beginn der Erzählung 22 und erwidert seine Gefühle in romantischer Hinsicht nicht; er ist ihr bester Freund. K. ist ruhig, introvertiert, einsam und öffnet sich emotional im Grunde erstmalig Surime. Surime ist neugierig, voller Fragen, lebendig, möchte Schriftstellerin werden und hat noch nie wahrhaft geliebt. Zwischen ihr und dem Erzähler finden intensive ehrliche Gespräch statt über Literatur, Leben, Liebe, er ist der Erstleser ihrer Texte. Auf einer Hochzeit lernt  Surime dann Miu kennen. Und hier ist dieses Mal nicht nur der erste Satz des Romanes:

"Im Frühling ihres zweiundzwanzigsten Lebensjahres verliebte sich Sumire zum allerersten Mal. Heftig und ungezügelt, wie ein Wirbelsturm über eine weite Ebene rast, fegte diese Liebe über sie hinweg ... Sumires Liebe war siebzehn Jahre älter als sie und verheiratet. Überdies, so sollte man hinzufügen, handelte es sich um eine Frau."

Miu ist eine selbständige Frau, die u.a. einen Weinhandel betreibt, sie tritt elegant, selbstbewußt auf und ist geheimnisvoll. Zu Beginn ihrer Bekanntschaft sagt Miu zu Sumire: "Sie können es natürlich nicht wissen.... Was Sie hier vor sich sehen, ist nicht mein wahres Ich. Seit vierzehn Jahren bin ich nur noch ein halber Mensch. Ich wünschte, ich wäre Ihnen begegnet, als ich noch vollständig war..."

Miu bietet Sumire, die eine Schreibblockade hat, einen Sekretärinnen-Job an, den Surime annimmt. Im Laufe des Romans reisen die beiden Frauen u.a. auf eine griechische Insel und von dort erhält K. einen Anruf. Miu bittet ihn um Hilfe: Sumire ist verschwunden. Und natürlich fliegt K. nach Griechenland.

Nachlese
Aus den vorstehenden Zitaten (Quelle btb-Taschenbuch, 1. Aufl. Juni 2004 in der Übersetzung von Ursula Gräfe) kann man den Schreibstil erkennen, den Satzbau, die Sprache. Natürlich kenne ich das japanische Original nicht, aber der deutsche Text erscheint mir flüssig, sprachlich wundervoll, K.'s Metapher stimmig eingebracht.


An manchen Stellen überraschte mich Murakamis Detailtreue, u.a. dazu, welche Marken die Kleidung oder Accessoires von Miu haben oder ws z.B. in Griechenland passiert. Schließlich ist der Erzähler ja männlich und erfährt vieles nur durch Erzählungen Sumires oder Mius. Dies aber nur am Rande.

Es wäre wohl kein Roman Murakamis, wenn nicht Surreales eingebunden wäre, worüber meine Freundin Sayuri, ihr Freund und ich uns auch schon unterhalten haben

- Spoiler-Warnung -.

Mius Geschichte wird erzählt - Nach ihrem eigenen Empfinden fand eine Abspaltung eines Persönlichkeitsteils statt, sie ist seitdem wortwörtlich nicht mehr vollständig. Sumire verschwindet auf der Insel ohne eine Spur, aber sie ist nicht ertrunken oder ermordet oder abgereist von der Insel. K. hört in der Nacht, die seiner Suche folgt, griechische Musik und stolpert hinaus: Er muß um seine Selbstbeherrschung kämpfen, um nicht sich selbst zu verlieren. So sind letztlich alle Figuren auf der Suche nach jemanden oder einem verlorenen Teil ihrer Selbst, entweder weil sie bereits Kontakt zu einer anderen Realität hatten wie Miu, oder weil sie diese Realität jetzt "erfahren". K. vermutet, daß Sumire nur deswegen ohne Spuren verschwunden ist, weil sie einen Zugang in eine andere Realität gefunden hat, dort die für sie notwendige "Magie" für das Schreiben findet und möglicherweise Mius anderes Ich trifft. Und obwohl er in die Nähe dieser Realität kommt, als er die griechische Musik hört, ist er - noch nicht - in der Lage, sie vollständig anzunehmen, zumindest nehme ich es so wahr. Durch Sumires Verlust verändert sich natürlich auch K. und in gewissem Sinne geht daher auch ein Teil seiner selbst aus dem "Hier" fort und folgt vielleicht Sumire. Und der Roman endet hier ja noch nicht.

Was bleibt im Hier? "Weiße Knochen" - das Bild, welches K. durch den Kopf geht, als er nach einem halben Jahr zufällig eine erneut deutlich veränderte Miu sieht, die ihn jedoch nicht wahrnimmt. Eine leere Hülle? Ein lebensfähiger Teil? Nichts, wie bei Sumire? Die Frage kann ich nicht beantworten, hier kommt zu sehr der Surrealismus ins Spiel. Der Roman hinterläßt durchaus Fragen, leichtes Verwirrungsgefühl, was ich aber nicht als unangenehm empfinde. Er ist seltsam, ja, aber trotzdem schön.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Überleben



In der Nacht zum Samstag mußte ich der Zahl "4" ins Auge sehen
...

und habe überlebt :)

Ursprünglich wollte ich nicht einmal vor Ort, geschweige denn Gesellschaft haben dieses Jahr. Im Grunde, ging es mir dann irgendwann durch den Kopf, ist es lächerlich, vor diesem Tag zu flüchten. Ist doch schließlich nur ein weiterer Geburtstag (mal sehen, ob ich das in zehn Jahren auch noch so seh...).

Feiert man, weil man auf der Welt ist? Daß man geboren wurde? Oder,daß man wieder ein Jahr überlebt hat und dafür dankbar ist? Zu zynisch? Ich arbeite daran, das zu reduzieren... Aber die letzten paar Jahre habe ich überlebt, wenn auch mit emotionalen Schrammen, weil ich wunderbare Freunde hier vor Ort, in Dußlingen, in Bielefeld und in München habe und auch noch etwas Familie, die mir alle auch am gestrigen Tag persönlich oder telefonisch nahe waren. Ich habe es Euch hoffentlich schon einmal gesagt und schicke es hier auch noch einmal durch den den Äther: DANKE! Für den Beistand, die Hilfe, die Gespräche, insbesondere in den letzten knapp 7 Jahren.

Der Tag startete pünktlich um 0.00 Uhr mit einem Glas Prosecco. Nach dem Frühstück kam meine erste Besucherin. Mittags habe ich auswärts mit all den Freunden gegessen, die terminlich konnten. Das Essen war insgesamt sehr gut und ich denke, auch meine Gäste waren so zufrieden wie ich. Meine Freundin S. aus München und ich sind dann in aller Ruhe nach Hause gegangen und am späten Nachmittag bzw. am Abend kamen dann noch meine Kollegin und weitere Freunde. Ich habe auch mit ihnen einen sehr entspannten und schönen Abend verlebt und  mich rundherum - und angeschickert :) - wohlgefühlt.

Tolle Geschenke habe ich auch erhalten:

- Whiskey, Wein und Weinkühler, leckeres Gemüse, Öl, Balsamico-Crema und Nudeln, damit ich lange haltbar bleibe
- als Gegengewicht, damit ich nicht umsonst in die Krankenkasse einzahle, Arterien- und Hüftgold in Form von Schokolade und meiner Ansicht nach extrem schmackhaften libanesischen Nüssen
- Grünpflanzen, damit ich als Buch- und TV/Film-Junkie genug Sauerstoffe bekomm
- Buch- und Theatergutschein, ein Entspannungsbuch  und eine Serienstaffel sowie einen coolen (Reise)-Koffer im Antik-Stil (mit beschlagenen Ecken in der Größe eines überdimensionalen Aktenkoffers) damit ich mich immer wieder erholen kann
- eine Spendenspardose, damit ich zur bald anstehenden Rente etwas dazusammeln kann
- eine Kerzenlampe mit einem großen Kerzenvorrat, damit ich nach der Spendensammlung auch nach Hause finde ...

Sind die Geschenke nicht fantastisch?! Danke für die wunderbaren Sachen, die lieben Grüße und Wünsche.Ich freue mich total.

Es ist schon seltsam, das eigene Altersempfinden:

Mit 15 Jahren dachte ich noch, daß 30jährige eigentlich schon uralt seien. Mit 25 Jahren sah ich der 30 als "Grenzmarke" der Jugend entgegen und fand es furchtbar. Mit 39 wollte ich von meinem 40. Geburtstag gar nicht wissen und den Tag weit weg und am besten allein verbringen. Aber im Grunde sehe ich noch die 25jährige vor mir, schaue mir meine Freunde an, die ich schon so lange kenne und fühle mich nicht so, wie in meiner Vorstellung eine 40jährige sein sollte. Natürlich sagen das Allgemeinbefinden, die groß werdenden Kinder der Freunde, die Ereignisse der vergangenen Jahre etc. etwas anderes. Das kann ich nicht ignorieren und das ignoriere ich auch nicht. Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen meiner Vorstellung einer 40-jährigen Frau und meiner Eigenwahrnehmung. Deswegen kann ich nur zustimmen, wenn man sagt

"Man ist so alt, wie man sich (selbst) fühlt)."
Heute würde ich mich dann so um die 30 bis 33 einordnen ...

bis der Ischias wieder zwickt :)

Freitag, 9. Oktober 2009

Besuch und TuB-Zuwachs

Heute morgen um 08.00 Uhr habe ich meine Freundin S. aus München vom hiesigen Flughafen abgeholt. Sie besucht mich über das Wochenende, montag geht es (ganz früh) wieder zurück. Wir beide haben erst einmal in Ruhe gefrühstückt und dann eine kurze Siesta gehalten. Natürlich hatten wir Gesellschaft.  Merlin nahm meinen Sessel in Beschlag:

Marlowe kuschelte sich direkt bei meiner Freundin ein:



Um 13.00 Uhr ca. ging es dann in das nahe gelegene Städtchen I. zum shoppen :) Klamottentechnisch gab es für mich zwei Basic-Shirts sowie eine grau-weiß-gestreifte Sweatjacke. Und natürlich waren wir in der örtlichen Thalia-Buchhandlung. Was dort passierte, kann sich wohl jeder Leser dieses Blogs denken ....


Das wäre erst einmal das Buch "Firmin - Ein Rattenleben" von Sam Savage. Nachdem sowohl Mondenkind/Pantoufle als auch  Soleil
das Buch positiv bewerteten, habe ich mich dieses Mal dann doch dazu entschlossen, es mitzunehmen: 

"Firmin wächst im Keller einer Buchhandlung auf und liest sich Buch für Buch durch die Weltliteratur..."


Das Buch "Seelenfänger" von Jonathan L. Howard hat michzunächst durch sein Cover gefangen genommen. Auch der Abriß hinten auf dem Taschenbuch klang für mich interessant:  

"Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich and en Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besitzt: Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder... ein fairer Deal, oder? ... Der Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie ..."


Klingt doch gut, nicht wahr? Tja, und dann ging es noch zum Groß´-Lebensmittelhändler M. Dummerweise fand dort auch eine Bücheraktion statt. Sowohl meine Freundin als auch ich haben uns durch die dortigen Kisten gearbeitet. Zwar hatte ich von Trudi Canavan "Die Novizin" und "Die Magierein" in der Hand - allerdings fehlte der erste Teil und eigentlich muß ich die Teile nicht kaufen: meine Freundin Sayuri hat diese Bücher. Letztlich habe ich nur mitgenommen:



Das Buch "Katzenspiele" ist ja wohl selbsterklärend. Bei "Die kleine House-Apotheke" handelt es sich um ein Buch für Fans: "Gespickt mit vielen Zitaten, Erklärungen zu den obskursten Krankheiten und jeder Menge "House-Rat", spiegelt sich hier der rabenschwarze Humor des "miesepetriegsten Mediziners der Fernsehgeschichte" wider."


Seufz, ich habe für diese vier Bücher keinen Platz mehr im TuB-Bücherturm. Außerdem sind mir zwei Bücher aus meinem Bestand in die Hände gefallen, die auch in diesenTuB gehören, nämlich "Die Hakima und Die Rückkehr der Hakima" (2 Romane in einem Band) von Kari Köster-Lösche sowie "Tanz mit dem Schafmann" von Haruki Murakami. Ich werde wohl das Schlafzimmerregal vereinnahmen müssen ...