Mittwoch, 30. September 2009

Holly's Blogparade "Literaturverfilmung"

Holly hat eine Blog-Parade| gestartet mit dem Thema "Meine Literaturverfilmung". Ihre Vorgabe? Eigentlich frei, denn "Ihr könnt mir erzählen, welches Buch ihr wieso verfilmen würdet, welche Verfilmung ihr wie ändern würdet. Ihr könnt mir Castinglisten schicken oder Filmposter basteln. Ihr könnt tun und lassen, was ihr wollt, solange ihr  mir bis zum 31. Oktober einen Link zu eurem Beitrag hier als Kommentar postet".


Holly's hat ihren Beitrag « Seitenweise Leseglück bereits erstellt.

Und hier ist meiner:


Schon jahrelang habe ich gehofft und gleichzeitig befürchtet, daß "Der Talisman" von Stephen King & Peter Straub verfilmt wird. Gehofft natürlich, weil es ein wunderbarer Roman ist über eine magische Suche nach einem Heilmittel, über eine Suche nach sich selbst, das Erwachsenwerden und mehr. Die Aufgabe und Reise eines Jungen, der ein Held werden könnte (für all diejenigen, die den Roman noch nicht gelesen haben,wird hier nichts mehr verraten). Auf der anderen Seite fürchte ich, daß die Umwandlung in einen Film/Mehrteiler nicht gelingt, gerade weil die Story so magisch und auch komplex ist. Steven Spielberg hat sich schon jahrlang die Rechte gesichert, inzwischen gibt es auf youtube einen "Demo-Trailer" zu sehen: STEPHEN KING'S: THE TALISMAN by Mathieu Ratthe Trotz mehrfacher Google-Versuche konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen, ob dieser Trailer auch zur Produktion geführt hat.  Der Trailer selbst hinterläßt ein zwiespältiges Gefühl: Die Entführung und die Wölfe sind genial und in diesen Szenen sind auch die Schauspieler lebendig. Davor und danach wirken "Jack" und auch Lilly etwas steif und der Freizeitpark im Hintergrund ist in viel zu grelles Licht getaucht und wirkt künstlich, für meinen Geschmack. Ich gehe aber davon aus, daß ein "Demo" nur die beabsichtigte Arbeitsweise zeigt, also ist sowohl für Hoffnung als auch Angst weiterhin Raum :)

Zum Thema Stephen King: Nachdem ich den Dunklen-Turm-Zyklus gelesen habe, bin ich auch hier versucht, mir eine Verfilumung zu wünschen. Auch hier fürchte ich aber den Verlust der "Magie" bei Anpassung des Stoffes an das Medium Film. Die Story ist komplex, Haupt- und Nebenhandlungen sind fast gleichwertig wichtig. Nach meiner Meinung käme dann nur die Umsetzung als Serie in Betracht. Ich rede also nicht von einem Mehrteiler aus 8 Teilen á 1 Stunde oder ähnlich, sondern eine "echte" Serie über mehrere Staffeln. In dieser Form könnte nicht nur Rolands Geschichte erzählt werden, sondern auch die seines ersten und zweiten ka-tets sowie die seiner Gegenspieler, der Brecher und vielleicht könnten sogar die Stories der Comics sowie der verflochtenen Bücher miteinfließen. Schließlich ist es ein Multiversum :)

Gelungen als Literaturverfilmung finde ich immer noch "Gottes Werk und Teufels Beitrag", obwohl ja vieles aus dem John-Irving-Roman - zwangsläufig - nicht auf der Leinwand erscheint. Für mich ist dies aber ein Beispiel dafür, wie man die Stimmung eines Romans hervorragend einfangen und über das Medium Film transportieren kann. Das wird sicher daran liegen, daß Irving das Drehbuch erstellt hat :)

In die Kategeorie schöne Umsetzung gehört auch für mich die BBC-Verfilmung von "Pride & Prejudice" von Jane Austen mit Jennifer Ehle und Colin Firth. Ich warte allerdings immer noch auf eine Verfilmung von "Mansfield Park", die mich vollständig begeistert, ich kenne die 1983er Version und die 1999er, aber vollständig überzeugt hat mich keine von beiden :(

Und ich bewundere Kenneth Brannagh, und zwar besonders für seine Leistung, Shakespeare ins Kino zu bringen: Ob es nun "Viel Lärm um nichts" ist, so witzig und leicht, "Verlorene Liebesmüh", "Othello" oder "Henry V" und natürlich "Hamlet". Letzteres ist zwar eine Mammutverfilmung, aber WOW:  geniales Casting, hervorragende Schauspielkunst, ausgesuchte passende Musik, die Optik des Films wunderbar. Der gute Mann ist nicht nur Shakespeare-Kenner, sondern hervorragender Regisseur und Schauspieler, beherrscht Tragik und Komik. Für mich ist er einer der "ganz Großen".

Das waren jetzt so die "Stücke" bzw. "Romane", die mir spontan zu diesem Thema eingefallen sind, aber das Thema ist so umfangreich, daß man nicht wirklich zu einem Ende kommt. Trotzdem werde ich jetzt mal meinen virtuellen Füllfederhalter zuschrauben, um nicht den Rahmen zu sprengen :)

Die etwas andere Urlaubseinstimmung und Lesegewohnheiten

Mittagspause gibt es heute in diesem Sinne keine. Ich bin gleich im Büro geblieben. Nicht wirklich unerwartet so kurz vor dem Urlaub habe ich auf einmal wieder richtig viel zu tun. Nun, eine Kaffeepause gönne ich mir natürlich trotzdem und erlaube mir, ein wenig Blogsurfing zu betreiben. Bei Anja habe ich schon gestern das Stöckchen gesehen. Heute habe ich es mitgenommen - Du hast sicher nichts dagegen, Anja - und beantworte es hier:

1. Hardcover oder Taschenbuch?
Zwar finde ich Hardcover grundsätzlich schöner, aber Taschenbücher stehen trotzdem mehr in meinen Regalen. Wie Anja schon ausführte: günstiger, griffiger, leichter
2. Amazon oder Buchhandel?
In letzter Zeit eher Buchladen bzw. booklooker.de. Bei Amazon schaue ich mir weiterhin gern Inhalt und Bewertung  an, kaufe dort durchaus auch. Aber in letzter Zeit lese ich Bücher gern mal kurz an (ist wahrscheinlich noch auf den  Schock bei "Der Zweifel" und "Inglaterra" zurückzuführen) bzw. bestelle bei "Blindflügen" die regelmäßig günstigeren Gebrauchtbücher bei booklooker.de (Versandkosten gestaffelt und günstiger), statt marketplace Amazon.
3. Lesezeichen oder Eselsohr? 
Lesezeichen, in welcher Form auch immer, und wenn es ein Bleistift übergangsweise ist.  
4. Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Schwierig.... Der SuB im Flur-Turm ist völlig ungeordnet. Die Bücher im Wohnzimmerturm stehen nach Autoren (Nachname) geordnet, Titelordnung folgt nicht. Dort befinden sich aber nicht alle Autoren: In einer Säule habe ich die MZ-Bradlay- sowie Elizabeth-Peters-Reihen, in der anderen Säule sind historisch angehauchte Romane (ohne Autorenordnung), im Regal geht es auch mehr nach Genre - Kunst, Biographie, England - und "meine" Klassiker von Austen, Wilde und Bronte, habe noch einen anderen Platz. Im Schlafzimmer befindet sich eher das Comic-Horror-Märchen-Genre mit King, Rowling, Pullmann und meinen Kindermärchenbüchern sowie Mythologie Griechenland, Ägypten, Südamerika  etc.
5. Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Grundsätzlich: was mir gefällt, wird behalten.  Aber alle Jubeljahre wird durchsortiert und Bücher, die mich nicht mehr interessieren, kommen heraus und werden abgegeben oder verkauft. Fehlkäufe werden gleich nach Durchlesen - wenn ich das denn überhaupt geschafft habe - aussortiert und gleichfalls abgegeben oder verkauft.
6. Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
behalten, solange bis er auseinanderfällt (ist bei manchen Märchenbüchern passiert, nun ja, manche sind auch 30 Jahre alt)
7. Kurzgeschichte oder Roman? 
hauptsächlich sind bei mir Romander vertreten
8. Harry Potter oder Lemony Snicket?
Ich kenn Lemony Snicket nicht weiter - gab es da mal einen Film mit Jim Carrey? Bislang nur Harry Potter, aber Lemony Snicket scheint recht skurril und auch interessant zu sein.
9. Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zuende ist? meistens, wenn die Augen zufallen. Zur Not muß ich am nächsten Morgen die letzten Zeilen noch einmal lesen ... 
10. Kaufen oder leihen?
Grundsätzlich werde ich wohl Eigentümer durch Kauf oder Geschenk, aber ich leihe auch von Freunden oder aus einer der drei Bibliotheken, in denen ich Mitglied bin.  
11. Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Manchmal wegen der Kurzbeschreibung auf dem Roman bzw. Katalog, manchmal durch Empfehlung, manchmal weil ich den Autor an sich schätze und schon einige Sachen von ihm habe, aber auch aufgrund Rezensionen, z.B. bei den von mir verfolgten Blogs oder Bücher Blogs
12. Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Ich GLAUBE ich habe keine Romane- außer HDM-Pullmann und DdT-Zyklus von King-, die mit Cliffhanger enden ....
13. Morgens, mittags oder nachts lesen?
sobald ich Lust, Laune und Zeit habe, grundsätzlich egal
14. Einzelband oder Serie?
grundsätzlich egal.
15. Lieblingsserie?
Der Dunkle Turm Zyklus von S.King. Die Avalon- und Darkover-Romane von MZB, Amelia-Peabody-Reihe von Elizabeth Peters
16. Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?
früher hätte ich gesagt "Der Garten des Samurai" oder "Die Hüterin der Gewürze", aber inzwischen sind diese beiden Romane auch "bekannter".
17. Buch, das Dich am meisten beeinflusst hat?
kann ich nicht derzeit nicht benennen
18. Welches Buch liest Du gegenwärtig?
"In meinem kleinen Land" von Jan Weiler 
19. Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
"Die Nebel von Avalon" von MZB, bis ich Jane Austen entdeckt habe. Von ihren wunderbaren Romanen ist mein Lieblingsbuch aktuell "Überredung - Die Liebe der Anne Elliot".  
20. Lieblingsautoren?
Jane Austen, Marion Zimmer-Bradley, Wolfram Fleischhauer, mal wieder: Stephen King und noch ein paar mehr ...

Dienstag, 29. September 2009

Basteln im Blog

Wieder habe ich an der Sidebar etwas "gearbeitet". Ok, ich habe die Widgets oder Gadgets - oder wie auch immer die kleinen Programme heißen - hin- und hergeschoben. Ich wollte eine kleine Symmetrie erreichen, auch wegen der 3-D-Wolken, die ich von  Roy Tanck's weblog habe und in den Blog mit Alexandras Hilfe einpassen

Mein Urlaub ist ganz nah, ich freue mich dermaßen darauf. Und dann auch noch zwei Wochen am Stück. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das das letzte Mal am Stück so lange Urlaub hatte. Ist das nicht traurig? Meine Eltern haben jedenfalls beide noch gelebt, muß es vor 2006 gewesen sein. Und vermutlich fand ein "langer Urlaub" im Sommer statt. Ich vermute sogar, daß es vor N. Tod in 2003 gewesen ist, aber ich erinnere mich nicht wirklich. Offensichtlich ist es zu lange her :)

- Oh oh, mein Merlin wirft mir gerade einen äußerst vorwurfsvollen Blick zu. Er hat heute abend schon mehrfach lautstark seinen Unmut darüber geäußert, daß die Tür zum Hausflur verschlossen ist und er nicht seinen Hausrundgang unternehmen kann. Gemeinerweise setzt er jetzt auf Kuschelattacke gepaart mit vorwurfsvollem Blick. Ich bin mir nicht sicher, wie lange ich dieser Angriffsform noch standhalten kann.... -


Je nachdem, wie sich das Wetter entwickelt - und ich rechne mit ähnlichem Wetter wie heute (ganztätig bedeckt und ab der Mittagszeit stetiger leichter Regen) -, werde ich vielleicht mal wieder meine Malutensilien herausholen. Mit der Ölkreide habe ich früher sehr gern gearbeitet, auch Kohle finde ich klasse - allerdings muß ich dann auch immer Haarspray kaufen, die kostengünstigste Methode zur Kohlefixierung. Auch das Gestalten mit und auf Keilrahmen hat mir Freude bereitet. Es ist sehr lange her, daß ich mich in diesem Sinne kreativ betätigt habe, "Katze und Maus" war das letzte und ist ca. 2 Jahre her. 2007 habe ich per Keilrahmen auch ein Hochzeitsgeschenk - incl. Geld - gestaltet. Als ich dann in diesem Monat auf Keilrahmen eine kleine Fotocollage erstellt habe als Geburtstagsgeschenk, habe ich richtig Freude daran gehabt. Im Urlaub dürfte ich - Lust natürlich vorausgesetzt - endlich auch mal wieder Zeit haben, um auf Papier oder Leinwand zu "arbeiten". Da ich Laie bin, gestalte ich Motive auch häufig übungshalber nach Vorgaben aus dem Zeichenbuch. Auch dabei fand ich die Farbentwicklung bei der Nutzung von Ölkreide immer wieder faszinierend.

Urlaubspläne, Urlaubspläne.... Ich werde vor Ort bleiben, obwohl ich ja ursprünglich geplant hatte, mich vollständig abzusetzen, z.B. nach Skandinavien oder Malta. Davon bin ich ja dann doch wieder abgekommen. Skandinavien bleibt aber weiterhin ein Traumziel, irgendwann werde ich dorthin reisen - per Flug (ich bin ein Fischkopp und fühle mich als solcher im Wasser erheblich wohler als im Schiff/Fähre auf demselben). Jedenfalls kommt mich meine Freundin aus München besuchen am zweiten Oktoberwochenende. Davor und danach werde ich die Seele baumeln lassen und einfach das tun, worauf ich gerade Lust habe, ohne Plan, ohne Zeitdruck, schön, seufz.

Wahrscheinlich leide ich nach einer Woche unter Entzugserscheinungen wegen Büroabstinenz.
Aber ich werde TAPFER sein und DURCHHALTEN :)

- Merlin setzt wieder auf verbale Unmutsäußerunge. Das war ein Fehler, denn  jetzt "darf" ich natürlich nicht nachgeben.Es könnte natürlich sein, daß sein eigentlicher Plan Kuscheln im Wohnzimmer ist und nicht Hausrundgang und er nur zwecks Tarnung vor der Tür steht und maunzt. Dann würde ich gleich seinem - gut versteckten - Willen entsprechen, denn ich werde mich jetzt ins Wohnzimmer begeben und noch eine Folge von "Black Books" (inzwischen schon letzte Staffel, schade) schauen. Und ihn streicheln ... -


Marlowe ist so lieb, er liegt die ganze Zeit hier auf meinem Bett und schläft. Ok, er hat die Augen zu, und zwar genau so lange, bis ich aufstehe. Es ist auch egal, wie leise ich bin: Ich stehe auf und er taucht mit Lichtgeschwindigkeit direkt vor meinen Füßen auf. Vermutlich möchte er ganz unschuldig nur meine Füße bei jedem Schritt wärmen. Was kann er denn schon dafür, daß sein Frauchen nicht so leichtfüßig und koordiniert ist wie er und Merlin, um ihm rechtzeitig auszuweichen (weil sie gerade keinen Fußwärmer möchte) bzw. nicht so gelenkig ist, um ihn auf einem Fuß als Teilfußwärmer zu balancieren und trotzdem weiterzugehen....

.......aaah ...... stolper ..... dumpfes Fallgeräusch .....
...........MAUNZ!!!! ....
.........Ups, sorry Marlowe! .........

Montag, 28. September 2009

mal wieder der Tub-Aufbau

Im TuB ist es schon eingestellt, auch hier noch kurz die Info: Am Wochenende kam meine - vorerst, grins - letzte Booklooker.de Bestellung, nämlich "Projekt Babylon" von Andreas Wilhelm.



Die Rückseite des  Blanvalet-TB gibt folgende Info:

"Eine mysteriöse Höhle in Südfrankreich - die Wände übersät mit rätselhaften Schriftzeichen aus allen Weltkulturen. Tief in ihrem Inneren - ein rätselhaftes Leuchten. Und jeder, der sich ihm nähert, verfällt dem Wahnsinn. Ein englicher Historiker, ein französischer Archäologe udn eine unge deutsche Sprachwissenschaftlerin arbeiten im Auftrag der UN fieberhaft an der Erforschung der geheimnisvollen Stätte. Auch verschiedene Geheimbünde haben die Witterung aufgenommen ... "

Damit ist der Tub wieder gewachsen. Das mit dem Abbau habe ich noch nicht so richtig "im Griff". :)

Sobald das neue Jahr anfängt, werde ich einen neuen Tub-Link setzen, der sich dann auf 2010 bezieht. In diesem aktualisierten TuB fliegen dann die dieses Jahr gelesenen heraus, so daß er mal wieder die richtige Anzahl wiedergibt :) Aber bis dahin dauert es ja noch ein wenig. Womit ich die Chance habe, ihn noch etwas zu verkleinern. Die Möglichkeit, daß sich zahlenmäßig das Gleichgewicht zwischen Abbau und Zukauf hält, sehe ich eher gering. Wahrscheinlicher dürfte ein Zuwachs trotz stetigen Lesens sein :)

Humor in UK

Es ist so witzig ... Das ist die einzige Zeile, die von meinem Postversuch gestern Abend überhaupt gespeichert wurde. Dabei war das gar nicht witzig, irgendwie hatte es (mal wieder) ein Generalproblem bei google gegeben, etliche Blogger -auch ich - konnten nicht richtig auf den Blog zugreifen, nicht speichern etc. Nun, das ist offensichtlich behoben worden. Also noch einmal:

Es ist so witzig.

Zur Zeit läuft in meinem DVD-Player "Black Books", eine BBC-Comedy-Serie, an dessen Drehbüchern der dort auch als eine der Hauptpersonen agierende Schauspieler Dylan Moran mitgeschrieben hat. Dylan Moran ist gebürtiger Ire - und seinen Buchladen-Inhaber spielt er auch so, wie ich finde. Nur, daß sein flüssiges Hauptgift - im Laden zumindst - Wein ist. Bernard Black ist ein dermaßen überzeichneter Charakter, ebenso wie sein Angestellert Manni (gespielt von Bill Bailey, u.a. auch als "Bilbo" aus "Spaced" bekannt) und seine älteste Freundin Fran (gespielt von Tamsin Greig).

Bernhard ist völlig genervt von seinen Kunden, er will eigentlich - in seinem Laden - seine Ruhe haben zum Lesen Weintrinken und Rauche, vielleicht manchmal ein Gespräch oder Drink mit Fran. So ist es nicht verwunderlich, wenn er einem Kunden 3/4 des Buches gibt, als dieser das Buch von 3 auf 2,50 Pf. herunterhandelt, den Rest bekäme er, wenn die 50 Pence gezahlt werden, ein Schlag auf eine Hotel-Rezeptionsklingel auf seinem Tisch und "get out". Oder er gibt einem Kunden Geld, damit dieser mit einem Packen Bücher wieder geht: ein Packen, den der Kunde Black zum Ankauf anbietet, aber dies würde auspacken, einsortieren, etikettieren etc. bedeuten... Manni ist anders, er möchte für die Kunden da sein und hat auch gute Ideen: An einer dauerhaften Umsetzung wird er regelmäßig durch Black's Phlegma gehindert aber auch dadurch, daß er von Black als Mädchen für alles ausgebeutet wird. Letzteres führt zu häufigem Streit und Kündigungen. Fran ist dem Wein und den Zigaretten genausowenig abgeneigt wie Black und regelmäßig auf der Suche nach einem neuen Freund und anderen Kontakten neben Black&Manni. Sie vermittelt zwischen Black und Manni, tickt aber durchaus nach Weingenuß aus.

Die Schauspieler sind geniale Komiker, sowohl verbal, als auch körperlich. Ich habe gestern die erste Staffel komplett und die zweite zur Hälfte gesehen (es sind jeweils nur 6 Folgen). Da die Serie wohl noch nie im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, gibt es sie nur auf Englisch mit englischen UT, komplett ohne dt. Spur. Gestolpert über sie bin ich bei amazon.co.uk, als ich "Simon Pegg" bei den DVD's gegoogelt hatte. Auf diesem Weg erschien "Spaced", aber auch "Black Books". Pegg hat in der dritten Staffel einen Kurzauftritt, Nick Frost war übrigens in der zweiten Staffel vertreten, ebenso wie Jessica Hynes von "Spaced". Dylan Moran habe ich das erste Mal als Schauspieler in Peggs Film "Shaun of the Dead" wahrgenommen und auch dort schon witzig gefunden. Ich denke übrigens heute noch, daß er - mit einer Brille - prima einen erwachsenen Harry Potter spielen könnte :)

Nachdem ich ja mit "Spaced" angefangen hatte und die SitCom auch gut finde mit den skurillen Charakteren (daneben finde ich Pegg einfach klasse), muß ich sagen, daß ich "Black Books" witziger finde. Ich habe gestern mehrfach laut loslachen müssen. Offensichtlich trifft "Black Books" noch ein Tick mehr meinen Humor.

Hier ein Clip aus der ersten Folge der ersten Staffel. Wir sehen Fran und Bernhard, letzterer versucht (weiterhin), seine Steuererklärung zu machen. Manni und Bernhard lernen sich aufgrund der hier in Gang gesetzten Entwicklung kennen: YouTube - Black Books What does it mean!

Sonntag, 27. September 2009

"Schattenwandler: Jacob"

Ich habe die TB-Ausgabe des Egmont-Lyx-Verlages von "Schattenwandler: Jacob" by Jacquelyn Frank, übersetzt von Karina Schwarz, gelesen. Er ist der erste Teil, der sich mit der Rasse der Schattenwandler befaßt. Der erste Satz von "Schattenwandler: Jacob" lautet:

"Es wäre geradezu lächerlich einfach, ihnen etwas anzutun".

Die Autorin wirft den Leser sofort ins Geschehen, denn Jacob, der Vollstrecker, ist gerade dabei, das Gesetz der Dämonen zu schützen: "Paare Dich nicht mit einem Menschen, verletze keinen Unschuldigen". Der Roman beginnt damit, daß ein Dämon im Bann des Mondes - der intensiv in den Zeiten um Samhain und Beltane herum Einfluß auf die Dämonen hat - versucht, Kontakt mit einer menschlichen Frau aufzunehmen. Und Jacob muß einschreiten.

Der Plot ist interessant:

Dämonen, Vampire, Lykoantropen gehören zur Rasse der Schattenwandler, Ureinwohner der Erde neben den Menschen, jeweils mit eigener Kultur, eigenen Gesetzen, eigener Regierung. Dämonen werden mit besonderen Kräften geboren, die sie Feuer oder Erde oder andere Elemente mehr oder weniger beherrschen lassen, die Kräfte sind unterschiedlich bei männlichen und weiblichen Dämonen ausgebildet. Und auch die Dämonen sind anfällig für den Einfluß des Mondes, zudem können sie von menschlichen Magiern, den Nekromanten, gerufen und gefangen werden. Aus dem vorstehendem Gesetz und den gerade geschilderten Umständen spinnt J.F. ihren Roman, Jacob als Vollstrecker ist eine Art Polizist mit Vollstreckungsbefugnis. Im Verlauf seiner "Arbeit" begegnet er Isabella, einer Bibliothekarin. Und wenn ich jetzt mehr darüber schreibe, würde ich richtig spoilern.

Die Autorin schreibt jedenfalls lebendig. Wie Jacobs Geschichte voranschreitet ist ist spannend geschrieben.Wie gesagt, auch der Plot und die Kreation der Dämonen-Welt ist interessant. Andererseits:

Isabella akzeptiert "einfach so" sehr viele Umstände. Nun gut, es ist Fantasy, manche Sachen sind einfach so hinzunehmen. Und ja, die Charakterentwicklung könnte bestimmt noch besser sein; Sabine Wassermann hat das, wie ich finde, im "Gläsernen Tor" sehr gut geschafft. Allerdings war der Roman von S.W. auch umfangreicher, sie hat sich also mehr Zeit genommen....Hinzu kommt, daß für für MICH die Schilderung der sexuellen Begegnungen in diesem Roman in der geschehen Form "to much" ist.  Also habe ich Seiten nur überflogen und geblättert. Der Sex ist nicht überflüssig für die Storyentwicklung, aber die Form der Schilderung empfand ich als ausufernd und so nicht notwendig. Aber wie so vieles ist dies Geschmackssache.

Mehr brauche ich davon nicht.

Samstag, 26. September 2009

Stöckchen-Ziel-Wurf für Alexandra, Steffi und Sayuri - Ein Wort

Das kommt davon, wenn man verschnupft unter der Decke sitzt und im I-Net surft. Nein, zur Abwechslung habe ich kein Geld ausgegeben. Na gut, nicht heute :) Gestern schon, da habe ich mir die 5. Staffel Dr.House geordert. Jedenfalls habe ich hier im Stöckchenblog ein Stöckchen gefunden und fand es recht interessant, allerdings habe ich vereinzelte Fragen ausgetauscht.Wie auch immer; die Regel lautet: 

Sag es mit nur einem Wort!

1.) Wo ist Dein Handy?
Tisch
2.) Deine Haare?
straßenköterblond
3) Haustier?
zwei
4.) Dein Traum von letzter Nacht?
vergessen
5.) Dein Lieblingsgetränk?
Kaffee
6.) Dein Traumauto?
Wiesmann's
7) Der Raum in dem Du dich befindest?
Wohnzimmer
8) Deine Angst?
Angst
9) Was möchtest Du in 10 Jahren sein?
gesund
10) Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend?
mir
11.) Was bist Du nicht?
einfach
12.) Das letzte was Du getan hast?
telefonieren
13) Was trägst Du?
homewear
14.) Dein Lieblingsbuch?
wechselt
15) Das letzte was Du gegessen hast?
Hühnersuppe
16) Dein Leben?
unterhaltsam
17) Deine Stimmung?
amüsiert
18) Deine Freunde?
ausgewählt
19) selbst Kochen?
chaosorientiert
20) Briefschreiber?
ja
21) Kind?
nein
22) Partner?
nein
23.) Woran denkst Du gerade?
Stöckchenfragen
24.) Was machst Du gerade?
dies
25.) Dein Sommer?
wunderbar
26.) Was läuft in Deinem TV?
House
27.) Wann hast Du das letzte Mal gelacht?
gestern
28.) Das letzte Mal geweint?
heute
29.) Schule?
vorbei
30.) Was hörst Du gerade?
Schnurren
31.) Liebste Wochenendbeschäfftigung?
erholen
32.) Traumjob?
Buch-Café-Betreiberin
33.) Dein Computer?
an
34.) Außerhalb Deines Fensters?
welches?
35.) Bier?
gemixt
36.) Mexikanisches Essen?
unbedingt
37.) Winter?
Schlittschuhfreude
38.) Religion?
Heide
39.) Urlaub?
benötigt
40.) Auf Deinem Bett?
Marlowe
41.) Liebe?
wichtig

Und weil ich auch neugierig bin: Hier ein halbwegs gezielter Wurf zu Alexandra und Steffi sowie Sayuri, in der Hoffnung, Ihr hab Lust zum beantworten und vielleicht auch weiterwerfen. Im übrigen werfe ich das Stöckchen in die Luft zum mitnehmen. Wäre lieb, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlaßt, damit ich bei Euch vorbeischauen kann ...:)

Freitag, 25. September 2009

Nach-Lesen

Gelesene Bücher ab 2010: 

siehe Lese-Listen im Header :)

gelesene Bücher 2009 - Nachlesen per Link-

CO2-neutraler Blog

Also hier noch einmal ein Link zu meinen CO2-neutral Post. Schließlich hat sich ja aktuell auch noch das "Machs Grün Team" per Kommentar gemeldet :Natira's Zeit: Mach's Grün - mein Blog ist CO2-neutral

Donnerstag, 24. September 2009

Das Buch "Dewey und ich"

Während des ersten Kapitels hatte ich Tränen in den Augen und danach ein Lächeln auf dem Gesicht... Aber von Anfang an:

Das von "Page & Turner" Buch von "Dewey und ich - die wahre Geschichte des berühmtesten Kater der Welt, geschrieben von Vicki Myron und Bret Witter, übersetzt von Nike Karen Müller, stellt eine liebevoll gestaltete gebundene Ausgabe dar. Auf dem Schutzumschlag vorn ist Dewey abgebildet, aber auch auf den Innenseiten der Buchdeckel selbst befinden sich Fotos von Dewey eingedruck, ebenso wie zu Beginn diverser Kapitel im Buch. Witzig ist eine Art Daumenkino, welches aus 35 Szenen besteht und auf 35 aufeinanderfolgenden Seiten rechts unten in der Ecke eingezeichnet ist: Auf einem hochstehenden Buch ist ein Mäuseschwanz zu erkennen. Ein Kater wird im Ansprung, Sitz, Beobachten, mit der Tatze greifen und Verfolgen der wegspringenden Maus gezeigt, während das Buch umfällt. Im Anschluß wird mittels eines Angelhakens das Buch wieder aufgerichtet. Auf der 36. Seite beginnt der Zyklus dann neu.

Der Roman beginnt mit einer Einleitung durch Vicky Myron, der in Iowa auf einer Farm geborrenen Bibliotheksdirektorin von Spencer und Autorin dieses Buches. Es geht dort vorrangig um Iowa, was den Staat und die Menschen dort ausmacht, sie führt uns über eine Straße nach Spencer in die Bibliothek und das erste Kapitel beginnt mit:

"Der 18. Januar 1988 war ein bitterkalter Iowa-Montag. In der Nacht war die Temperatur auf minus fünfzehn Grad gesunken ..."

An diesem Montagmorgen, nach einem langen Wochenende, wird ein kleiner ca. 8 Wochen alter Kater in der Buchrückgabe-Klappe der Bibliothek gefunden, zwischen den Büchern, verschmutzt (aus dem grauen Fell wurde nach dem Bad orangerot), mit halb erfrorenen Pfötchen, denn die Bücherklappe war mit Metall ausgekleidet und ein Buch hatte sich in der Einwurfklappe verkantet und einen Spalt zur Außenwelt geöffnet. Und so beginnt Vicki Myrons und Deweys Leben.

V.M schreibt in Ich-Form, Gedanken, die sie Dewey zuspricht werden kursiv dargestellt. Den Schreibstil empfand ich als wunderbar unprätentiös, die geschilderten Vorkommnisse und Gedankengänke waren für mich lebendig. Ich sah V.M., wie sie am Montagmorgen in ein eiskaltes Gebäude kommt aus Stahl und Glas und erst einmal einen Kaffee braucht. Oder Dewey badet und dann beschreibt "als ich es schließlich aus der Spüle heob, sah es wie ein Neugeborenes aus: Große runde Augen und große Ohren standen von einem kleinen Kopf und einem noch kleineren Körper ab. Nass, wehrlos und zaghaft nach seiner Mutter miauend." sah ich den kleinen Kerl vor meinem geistigen Auge.

Das Buch schildert nicht nur Deweys Leben in der Bibliothek, sondern enthält für mich durchaus erstaunlich persönliche Rückblicke von Vicki Myron. Ihre Kindheit, Ihre Ehe, Ihre Tochter, Ihre Eltern und natürlich die Kollegen in der Bibliothek finden Erwähnung. Und Dewey, der ein fester Bestandteil auch ihres emotionalen Lebens wurde, obwohl er in gewissem Sinne "der Stadt" gehörte.

Ich habe das Buch mit Genuß gelesen, lange habe ich für 374 Seiten wahrlich nicht gebraucht. Mir war zwar Dewey nicht bekannt, aber ich habe "Dewey readmore books" gegoogelt. Unter anderem kann man ihn hier erleben - der Dreh wird im Buch übrigens auch erwähnt. YouTube - Memories of Dewey Readmore Books

Keine Frage, die gebundene Ausgabe dieses Buches ist aus meiner Sicht jeden einzelnen Eurocent wert.

Mittwoch, 23. September 2009

Zwischenspiel


Montag, 21. September 2009

Das verlorene Labyrinth

Das genial schöne Wochenende habe ich genutzt und viel auf meinem Balkon gelesen - nachdem ich meine Shoppingtour in I. beendet hatte :) Heute in meiner Mittagspause habe ich mich erneut auf den Balkon in die Sonne begeben und "Das verlorene Labyrinth" von Kate Mosse in der Weltbild-Taschenbuch-Ausgabe (Informationen zum/zur Übersetzer/in habe ich nicht gefunden) zu Ende gelesen. Der erste Satz des Prologs:


"Ein dünner Blutfaden läuft die blaue Innenseite ihres Arms wie ein roter Saum auf einem weißen Ärm herunter."

Dr. Alice Tanner hat eigentlich nichts mit Archäologie zu tun. Sie ist "nur" ehrenamtliche Helferin auf der Ausgrabungsstelle in den Pyrenäen und dort aufgrund der Einladung einer Freundin. Der letzte Tag der Arbeiten, ihr Partner taucht nicht auf, also arbeitet sie oben auf dem Berg allein. Ein Glitzern weckt ihre Aufmerksamkeit: eine Fibel unter einem Felsstein, letzterer verdeckt den Eingang zu einer Höhle. Natürlich kann sie sich nicht zurückhalten und statt bei der Leitung Bescheid zu geben, geht sie allein hinein. Sie findet zwei Skelette, eine auf die Wand gemaltes Labyrinth, einen Altar und einen Ring, der ihr entgleitet. Denn sie stürzt unglücklich, als sie weitere Schritte in der Höhle hört und sich erschrickt. Später wird sie von der Polizei verhört und einem mysteriösen Anwalt verhört, vorgeblich weil man einen Mord vermutet, obwohl klar erkennbar ist, daß die Skelette alt sind. Seltsamerweise ist sowohl die Fibel, als auch der Ring fort und Alice's Freundin extrem sauer. Und dann sind da noch Alice's wiederkehrende Träume: Diese stellen das Leben im 12. Jahrhundert dar, eine junge Frau, Alais,kommt darin vor. Es geht um drei geheimnisvolle Bücher, um den Gral und seine Hüter, den Kreuzzug gegen die Katharer im Languedoc. Seltsame "Zufälle" in Alice's Umfeld passieren: Ein junger Polizist gibt ihr eine Telefonnummer und wird kurze Zeit darauf Opfer eines Verkehrsunfalles. Ihre Freundin verschwindet und niemand weiß, wo sie ist. Wer ist der Anwalt? Wer verfolgt Alice und bricht sogar in ihr Hotelzimmer ein. Was hat es mit dem Labyrinth auf sich und warum wußte offenbar selbst Alice's bereits verstorbener Vater nichts von seiner Halbschwester, die Alice alles vermacht hat. Und sind die Träume wirklich nur Träume?

Fragen über Fragen, die auch beantwortet werden. Der Roman war informativ und gerade auf den letzten 200 Seiten noch einmal spannend und fesselnd geschrieben. Uneingeschränkt glücklich bin ich mit dem Buch dennoch nicht geworden. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Struktur des Buches,die ich als nicht so gelungen empfunden habe. K.M. beginnt mit der Ausgrabung in der Gegenwart. Die Geschichte bleibt in der Gegenwart, springt jedoch zu einem anderen Ort und einem anderen Geschehen (ein Ritual wird ausgeübt).  Die Beschreibung hier im Prolog - und später im Epilog - ist veschieden zu dem Buch im übrigen, denn sie erfolgt in der Gegenwart aus der Perspektive eines Dritten: "Alice ist nicht religiös. Sie glaubt nicht an Himmel oder Hölle, nicht an Gott oder Teufel ..." Später wird die Geschichte zwar weiterhin aus der Perspektive eines Dritten erzählt, jedoch in der Vergangenheitsform: "Authié zeigte nach oben, wo noch immer das Absperrband im Wind flatterte."

Alice jedenfalls verliert das Bewußtsein. Es geht es ins Jahr 1209 und Alais Geschichte wird erzählt. Im Rahmen dieser Geschichte wird Alais überfallen und verliert das Bewußtsein ... und es geht ins Jahr 2005 zu Alice.6 Kapitel und schon sind wir wieder im Jahr 1209. So geht es hin und her. Neben den zeitlichen Orientierung, die dem Leser durch die vorangestellten Zeiten im Kapitel durchaus erleichtert wird, führt die Autorin diverse Personen der Gegenwart und Vergangenheit ein. Das Problem dabei ist, daß der Leser nicht nur ständig zwischen den Zeiten springt, sondern in der jeweiligen Zeitzone auch noch die agierenden Personen "ordnen" muß, wobei zudem die Ereignisse scheinbar unzusammenhängend stattfinden. Hinzu kommen sehr viele historische Informationen - naturgemäß besonders in Alais' Zeit -. Außerdem läßt die Autorin zur Charakterisierung die einzelnen Personen auch verschiedene Begriffe verwenden: Filha (Tochter), "Ligote-La". Auch ein und derselbe Ort wird zur Charakterisierung von Nord- und Süd- Bewohnern verschieden benannt. Zwar erläutert die Autorin im Anhang den Grund hierfür und es gibt auch ein Glossar zu den benutzten Worten bzw. Phrasen. Alles in allem fand ich diesen Aufbau und die Art der Charakteristika jedoch leicht verwirrend. Das war wohl auch der Grund, weshalb ich bei diesem Buch recht lange brauchte, bis ich "im Geschehen" war.

Möglicherweise fielen mir die vorstehenden Punkte auch nur deshalb so gravierend auf, weil ich kurz vorher "Das gläserne Tor" von Sabine Wassermann gelesen hatte. Zwangsläufig brauchte sich diese Autorin nicht so zwanghaft an das frühere tatsächliche Geschehen orientieren, da die Geschichte dieses Romans ja hauptsächlich in Anschars Welt stattfindet. Aber mir persönlich hätte es auch im verlorenen Labyrinth "besser" gefallen, wenn ich in einem Teil Alais' Geschichte gelesen hätte und in einem weiteren Teil dann Alice's und im dritten Teil dann die Auflösung unter Einbezug von Alais und Alice's Geschichte.

Nun, ich bin neugierig, wie sich "Die achte Karte" von Kate Mosse demnächst lesen wird. Vielleicht komme ich dann eher in den Schreib- und Strukturstil von K.M. hinein, vielleicht ist es auch anders aufgebaut. Ich lasse mich überraschen.

Eine "Nebensache" noch, die durchaus auch im Forum bei Bücher Blogs angesprochen wird:
Das Cover meiner Weltbild-Taschenbuch-Ausgabe zeigt einen Ring, offensichtlich aus einem glänzenden Metall. Oben ist ein rundes Labyrinth eingearbeitet. Ob der Covergestalter wohl etwas im Buch über einen Steinring mit einem an der Unterseite eingearbeiteten Labyrinth gelesen hat? Der Text auf der Buchrückseite spricht im übrigen davon, daß Alice auf die Höhle stößt und dann: 800 Jahre zuvor erhielt Alais am selben Ort ein Buch... Ah ja, am selben Ort. Sicher doch...Wer die Kurzangabe wohl geschrieben hat?

Samstag, 19. September 2009

Kaufrausch?

Mir ging heute durch den Kopf, daß man mich zur Zeit vielleicht einfach nicht in eine Stadt lassen sollte. Kaum in I. angekommen ging es in den ersten Klamottenladen. An der blau-grauen Sweatjacke kam ich - natürlich, grins - nicht vorbei.

Und dann haben wir hier noch Marlowe bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen:

Klamottenkuscheln:




In diesem Lagen habe ich auch eine leichte grau-weiß gestreifte Bluse gekauft und zwei Basic-Tops in schwarz und weiß.

Das Weiterschlendern durch die Stadt machte es auch nicht wirklich besser für mein Portemonaise, denn bei E.Family gab es - günstig - einen Westover in grün und im Cecil-Store gleich zwei Oberteile: den Westover in brombeer und auch den Pullover in weiß/brombeer.



Und dann war da ja noch der Thalia-Shop. Böse Falle. In meinem Portemonaise steckte noch eine Geschenkkarte von Thalia, jetzt nicht mehr. Etwas zuzahlen mußte ich auch, weil ich mir heute mal wieder eine gebundene Buchausgabe gekauft habe. Kommt ja eher seltener vor, meistens warte ich auf die Taschenbücher. Da aber das zweite bei Thalie gekaufte Buch als Mängelexemplar heruntergesetzt war, bekam ich beide zum Preis von zwei normalen Taschenbüchern :). Hier sind die beiden:



Jan Weiler wird vermutlich vielen als Autor von "Maria, ihm schmeckts nicht" bekannt sein. Das vorliegende Büchlein "In meinem kleinen Land"stand schon länger auf meiner Wunschliste. Weiler schildert in diesem Buch seine Reise durch Deutschland. Zitat von der rororo-Tb-Rückseite 

"Tage, Wochen, Moonate verbrachte Jan Weiler damit, seine Heimat zu erkunden: Von Wyk auf Föhr, über Borgholzhausen, wo die Züge bremsen, indem sie einer Kuh gegen das pralle Euter fahren, bis nach Passau, der größten Kleinstadt, reiste er in alle Ecken Deutschlands..."

Bei dem Buch "Dewey und ich" geht es um einen - inzwischen verstorbenen - Kater, keinen fiktiven wohlgemerkt. Ich zitiere vom Einband des Pages&Turner-Verlages:  

"Als Vicki Myron an einem eisigen Januarmorgen die Tür der Stadtbücherei von Spencer, Iowa, aufschließt, hört sie ein dumpfes Miauen. Die Bibliothekarin sieht in dem Kasten für zurückgegebene Bücher nach und findet zwischen Klassikern und Liebesromanen ein winziges Katzenjunges mit struppigen Fell und halb erfrorenen Pfoten. Vicki und ihre Kollegen wärmen das Tier, geben ihm zu fressen. Und als der kleine Kater sich mit einem nicht enden wollenden Schnurren bedankt, ist er adoptiert..." 

 Also ehrlich: Ich hatte doch gar keine Chance, an diesem Buch vorbeizugehen, nicht wahr?

Über booklooker.de sind auch zwei meiner vier bestellten Bücher inzwischen angekommen.

Dabei handelt es sich zum einen um "Die eiserne Welt" von Sabine Wassermann. Der Roman schließt an den Roman Das gläserne Tor an und setzt die Geschichte von Anschar und Grazia Zimmermann fort. Mehr will ich hier nicht dazu schreiben, kann ja sein, jemand möchte "Das gläserne Tor" erst lesen :)

Das zweite Buch "Die Schlinge" von Rolf Henrich ist ein Justiz-Roman. Das Buch befand sich schon länger auf meiner Amazon-Wunschliste, ich glaube 1 1/2 oder 2 Jahre, gekauft habe ich es jetzt doch bei booklooker. Der Roman ist im Eichborn Verlag Berlin erschienen, der Autor Rolf Henrich ist Anwalt und lebt in Frankfurt an der Oder; er war einer der Mitbegründer des "Neuen Forums". Das Zitat vom hinteren Umschlag zur Romanfigur Lukas Wolfskehl:

"Bonzen verteidigen. Sonst noch etwas? Mein erster Gedanke war: Da darfst du dich nicht hineinziehen lassen. Aber Schumann war mein Freund. Was für eine Wahl blieb mir da? Freundschaft war das einzige, was mir noch heilig war .... Rolf Henrichs Roman über die Verteidigung eines NVA-Generals, der nicht Recht sucht, sondern Gerechtigkeit"

Nun, so wächst mein TuB wieder an :)

Und ein Post-Ending-Foto von Merlin und Marlowe: "Bye, bye".




Drei Fragen - Stöckchen

Autsch, da kam ein Stöckchen angeflogen... Guter Wurf, Alexandra :).

Regeln: Beantworte die 3 Fragen die du gestellt bekommst.
Danach überlegst du dir 3 neue die, du dann 3 Bloggern stellen willst.

Dann werde ich mal Deine drei Fragen beantworten:

1. Was wäre dein grösster Wunsch zur Zeit?
Oh je! Daß ich ein paar mehr Wünsche frei hätte? Ich könnte natürlich sagen "Weltfrieden", wer hätte den nicht gern. Für uns alle wünsche ich mir eigentlich, daß wir Menschen allesamt weiser werden und bewußter mit uns und der Umwelt umgehen (ich hege die Hoffnung, daß wir dann in der Lage sind, gleich einige Weltprobleme zu lösen).Aktuell mein größter Wunsch für mich? Gesundheit?Glück?Finanzielle Unabhängigkeit? Wie soll ich mich da entscheiden :)
Ich hätte gern alles, soll heißen ein schönes Leben incl. Gesundheit, Glück, finanzieller Unabhängigkeit, fitten Katern und dann: einen schnellen Tod; ich möchte nicht langsam dahinsiechen und sterben.

2. Welcher Film hat dich tief bewegt?
"Dead man walking". Ist mir auch wirklich als erstes und spontan eingefallen. Ich erinnere mich noch, daß ich mit meiner Freundin R. im hiesigen Kino saß (daß es jetzt  nicht mehr gibt, leider). Zu der Zeit habe ich noch geraucht und bei diesem Film vergaß ich es fast (ja, man durfte in diesem Kino rauchen). Die Trauer und Wut der Eltern der Opfer und das Verlangen nach ihrer Form von Gerechtigtkeit überwältigten mich fast. Weshalb sollte der Täter weiterleben dürfen, selbst im Gefängnis, wenn dem eigenen Kind das Leben weggenommen wurde. Dagegen das sich ändernde Verhalten des Täters, die Auseinandersetzung und Realisierung mit dem von ihm mitverübten Mord, sein Erkenntnisgang, die Reue - die ich als echt empfand: Sprach dies nicht alles dafür, daß die Todesstrafe unangemessen war; war nicht der Weg und die Reue und das Leben mit der Tat Strafe genug? Aber war die Reue echt? Würde er wieder töten, ließe man ihn gehen? Leben um Leben im wortwörtlichen Sinne oder lebenslang für ein ungelebtes Leben? Weder ein einfacher Film, noch einfache Antworten. Auch noch heute bin ich der Ansicht, daß es dem Staat nicht zusteht, ein Leben für ein anderes zu nehmen. Sollte man gesetzlich verankern, daß es die Angehörigen des Opfers verlangen dürfen? Was, wenn es keine Angehörigen gibt? Ich habe noch keine Antworten auf diese Fragen und ebenso nicht, ob ich mein Ideal hochhalten kann und will, wenn ein mir nahestehender Mensch Opfer eines Gewaltverbrechens wird und stirbt.

3. Welche Person hat dich in deinem Leben sehr beeindruckt?

Ich beziehe die Frage mal nur auf mein persönliches Umfeld. Es sind ein paar Menschen, wenn ich so darüber nachdenke, zu verschiedenen Aspekten des Lebens, sei es nun zum Thema Kinder oder Fort-/Um- und Weiterbildung. Nennen will ich aber meine Eltern: Wie sie die Flucht aus Goldap (nördl. Masuren, meine Mutter) und den Krieg (mein Vater) überlebt haben, ist für mich kaum vorstellbar, trotz ihrer Berichte hierüber. Und sich dann losgelöst von ihrer Heimat, denn auch mein Vater stammt ursprünglich aus dem östlichen Pommern (Rützenhagen bei Rügenwald, ja genau dem, grins), im heutigen Mecklenburg-Vorpommern ein neues Leben aufzubauen in der Nachkriegszeit, eine Familie zu gründen und ihre Kinder gut zu versorgen und zu erziehen. Dagegen war mein Leben immer bequem und ist es noch. Es ist ganz gut, daß ich mir das ab und an in Erinnerung rufe.

Meine drei Fragen sind:
1) Wen möchtest Du unbedingt einmal kennenlernen und warum?
2) Entscheidungen machen uns zu dem, was wir heute sind. Trotzdem: Bedauerst Du etwas in Deinem Leben so sehr, daß Du es ändern würdest?
3) Bücher bergen Gefahren, sie können die Leser verändern. Welches Buch/welche Bücher (max. drei) haben Deine Sicht der Dinge geändert?
Und das Stöckchen werfe ich ganz mal Bella zu, außerdem Nina und Melanie. Sicherheitshalber werde ich den dreien mal einen Hinweis bei Bücherblogs hinterlassen :)

Freitag, 18. September 2009

Wochenrückblick und "Ashes to Ashes"

Wochenende! Heute hatte ich sogar einen pünktlichen Feierabend :) Gestern war es "normal", aber am Mittwoch dauerte der Bürojob doch bis 20.15 Uhr an, Dienstag bis 19.00 Uhr. Passiert ab und an. Im großen und ganzen war die Woche arbeitstechnisch aber in Ordnung. Mittwoch abend bin ich nach Hause, habe etwas gegessen und bin dann fast auf dem Sofa eingeschlafen. Obwohl meine beiden M u.M's lautstark protestierten, bin ich um halb zehn in die Koje und auch fast umgehend eingeschlafen. Himmel,das Spiegelbild am Donnerstag in der Früh war ein Aufwachschock: Ich sah total verquollen aus :) Offensichtlich bin ich soviel Schlaf nicht mehr gewohnt, bereits gedanklich notiert. Am liebsten hätte ich auch im Büro die Sonnenbrille nicht abgenommen, aber das hätte dann doch sehr seltsam ausgesehen. Naja, da mußte ich dann halt durch. Mit "Das verlorene Labyrinth" von Kate Mosse komme ich nicht so gut voran wie in der vorigen Woche mit "Das gläserne Tor". Zum einen bin ich nicht so viel zum Lesen gekommen. Zum anderen bin ich beim Verlorenen Labyrinth immer irgendwie am Sortieren: von Namen, von "Parteien", von Zeiten, von Orten. Hm. Vielleicht fällt mir die Zuordnung im weiteren Buchverlauf leichter. 

Die Staffel 1 von "Ashes to Ashes", einem spin-off von "Life on Mars" habe ich inzwischen zu Ende geschaut. Vermutlich werde ich mir die zweite Staffel bestellen, sobald sie günstig bei amazon.uk angeboten wird. Ich bin schon neugierig, wie es mit der Polizeipsychologin Alexandra Drake weitergeht. Überlebt sie? In der Pilotfolge wird sie von dem Kriminellen Layton angeschossen und wacht 1981 in London wieder auf. Als sie bemerkt, daß ihr um das Überleben kämpfende Gehirn (vermutlich liegt sie auch im Koma o.ä.) die Welt von Sam Tyler adaptiert hat incl. Gene Hunt, fällt sie erstmal um und in Ohnmacht. Ok, andere Zeit, andere Person, anderer Ort, nämlich London. Gene Hunt hat sie - geringfügig - verändert, insbesondere fährt er jetzt einen roten Audi Quattro. Aber manche Methoden ändern sich wohl nie. Alex ist bewußt, was ihr Verstand kreiert, wie er Sam Tylers "Erlebnisbericht" (siehe Staffel 2 von LoM) anpaßt. Zunächst hofft sie, daß die Verhaftung Laytos im Jahr 1981 sie wieder "aufwachen" läßt. Als dies nicht geschieht und sie ihre Eltern - bekannte Anwälte, die am 10.10.1981 bei einer Autoexplosion durch eine Bombe sterben - im Fernsehen erkennt, geht sie davon aus: Sie muß die Explosion verhindern und ihre Eltern retten in dieser von ihrem Verstand generierten Welt, in der sich völlig widersinnig alles so echt anfühlt. Und hieran arbeitet sie über die Wochen seit ihrem ersten Aufwachen in 1981. Und nebenbei gibt es Polizeiarbeit zu tun mit Gene Hunt, Verfolgungsjagden im Quattro, beginnende öffentliche Schwulenbewegung und Aids, Dauerwelle und Straßketten, 80er Jahre Outfit, eine nostalgische Zeitreise in Design, Musik, Technik und Mode. Obwohl die Serie Sam Tyler erwähnt, u.a. Gene Hunt auftaucht, ist sie eigenständig. Ich bemühe mich, dies nicht zu vergessen, denn die Serie hat Charme. Aber es ist nicht "LoM", John Simm ist nicht dabei und ich finde überhaupt nicht, daß - wie die Werbung auf der DVD-Box behauptet - "Ashes to Ashes" noch besser als "LoM" ist, nein, nein und .... nein :)

Donnerstag, 17. September 2009

Stolperfallen überall ...

Beim Blogsurfen bin ich auf der der Seite "Ophelias Unfugfabrik" über das Stöckchen "Leserfragen" gestolpert. Ich habe es mitgenommen und werfe es in die Luft ...


1. Auf welche Art und Weise hast Du Deinen Lieblingsautoren gefunden oder er Dich?
Über das Kreuzworträtsel :)
Regelmäßig wurde dort nach einem Roman von Jane Austen gefragt, vier Buchstaben. Ich wußte auch die Antwort: "Emma". Irgendwann wurde ich neugierig und im Bücherbasar der hiesigen Bibliothek habe ich eine alte Reclam-Ausgabe für 1 DM gekauft. Und war Jane Austen verfallen ....

2. Welches Buch hat Dir das schönste Leseerlebnis geschenkt, und welches das unangenehmste?

a) Hm, das schönste? Ich habe einige Bücher, die ich mit wunderbarem Lesevergnügen verbinde. Dazu gehören u.a. die Romane von Jane Austen, aber auch "Der Garten des Samurai" von Gail Tsukiyama (so poetisch), "Dshamilja" von Tschingis Aitmatov (ach, Liebe in Kirgisien) oder "Die Hüterin der Gewürze" von Chitra Banerjee Divakaruni (magisch, ich kann die Gewürze riechen)
b)Nicht "glücklich" wurde ich zuletzt mit "Inglaterra" und "Der Zweifel". Inzwischen bin ich in der Lage, Bücher, denen ich nichts abgewinnen kann, auch wieder zuzumachen. Die Zeit hierfür ist mir zu schaden. Es gibt so viel besseres zu lesen...

3. Von welchem Buch glaubst Du, daß Du es immer wieder lesen könntest, ohne daß es Dir langweilig wird?
Ich wiederhole mich, aber siehe Frage 1) und die Frage 2a). Und hinzu kommt auch "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley, das lese ich auch immer wieder "neu", erstaunlicherweise.

4. Von welchem Buch meinst Du, daß Du es einmal gelesen haben solltest, hast das aber noch nicht „geschafft“?
Hm. Früher hätte ich gesagt "Der Herr der Ringe", da ich hierfür mehrfach Anlauf nehmen mußte. Ich hatte das Gefühl, bei Tolkien könnte ich zusehen, wie das Gras wächst. Aber inzwischen habe ich die Trilogie gelesen. Ich wollte immer mal Charles Dickens lesen und muß gestehen, daß ich weder einen Roman in meinem TuB habe, noch "Leselust" :) In diese Kategorie dürfte auch der Roman "Die Buddenbrooks" gehören, den ich in der Schule lesen mußte, mich aber durchschummeln konnte mit ein paar Kapiteln. Trotzdem bin ich eigentlich neugierig, vielleicht sollte ich einen weiteren Versuch starten.

5. Welches Buch sollte Deiner Meinung nach auf jeden Fall in der Schule gelesen werden? Und welches Buch würdest Du jedem Erwachsenen ans Herz legen, unabhängig von seinem Lesegeschmack und seinen Lesegewohnheiten?
Da Schullektüre Pflichtlektüre war, hatte ich immer "Probleme" damit. Zwar habe ich zumindest immer versucht, die Sachen zu lesen, klappte aber nicht immer. Erst später habe ich einige in der Schule zu lesende Bücher wirklich schätzen gelernt, z.B. "Dshamilja" oder auch "Effi Briest". Andererseits ist die Schule natürlich hervorragend mitgeeignet, Appetit auf Lesen zu machen, Autoren und Romane vorzustellen. Interessant ist es schon, daß es zwei Pflichtbücher sind, die mich (auch) stark beeindruckt haben:  "Ein Menschenschicksal" von Michael Scholochow (habe ich mir auch gekauft) und "Das 7. Kreuz" von Anna Seghers (nur Schullektüre).

Ich denke, "Die Wand" von Marlen Haushofer könnte sich auch gut als Schullektüre empfehlen ebenso "Sturmhöhe" von Emily Bronte und "Owen Meany" von John Irving.  Alle drei Romane würde ich aber auch den Erwachsenen empfehlen, zudem Irvings "Gottes Werk und Teufels Beitrag" sowie Jane Austens "Die Liebe der Anne Elliot" und "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde.

6. Welches Buch müßte jemand in der Straßenbahn lesen, damit Du verleitet wärst, die- oder denjenigen anzusprechen?
Davon abgesehen, daß ich die Person lieber weiterlesen lassen würde? Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht einen super Thriller, der gerade akuell ist und zudem auf meiner "Einkaufsliste" steht? Vielleicht ein Buch, mit dem ich überhaupt nicht zurande kam, z.B. "Der Zweifel", um zu hören, wie die Person es findet? Ich weiß es wirklich nicht. Vermutlich würde ich nur das Cover begutachten, versuchen, den Text auf dem Cover zu lesen und den Straßenbahnfahrer lesen lassen.

7. Welches Buch hat Dir beim Durchleben einer schwierigen Situation einmal geholfen?
Mein Buch "Die Nebel von Avalon" hat  mich abgelenkt, als ich Ablenkung dringend brauchte und in eine andere Welt enfliehen wollte. Und ein kleines Büchlein mit den Namen "Schuldgefühle sind schön" von Elfriede Hammerl (es war eine Leihgabe) brachte mein Lächeln wieder.

8. Wie muß ein Buch für Dich aussehen, um Dir im Bücherregal Freude zu bereiten?
Ehrlich gesagt, muß es nicht "schön" sein, eine gebundene Ausgabe sein oder ein tolles Cover haben (wäre natürlich nett). Wenn es "gut" ist, kann es aussehen, wie es will.

9. Auf welches Buch in Deinem Besitz bist Du wirklich stolz?
Eigentlich auf alle, die ich mein eigen nenne. Da ich kein besonders altes oder wertvolles Buch in meiner kleinen Bibliothek besitze, sind sie mir alle lieb und teuer.

10. Welches Buch würdest Du lesen, wenn Du wüßtest, daß es Deine letzte Lektüre wäre?
Oh, diese Frage ist nicht fair. Wie soll ich mich da entscheiden? Ich würde ein Buch nehmen, daß ich bereits kenne und schätze, damit ich nicht Gefahr laufe, meine Zeit mit unerquicklicher Lektüre zu vergeuden. Aber welches?  Vermutlich würde es noch einmal "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen sein, spritzig, ironisch, eloquent.

Falls Ihr das Stöckchen mitnehmt:
Es wäre GANZ LIEB, wenn Ihr mir einen Link hinterlaßt o.ä., ich würde gerne Eure Antworten lesen :)

Mittwoch, 16. September 2009

Was braucht "Natira"?

Bei Alexandra habe ich ein etwas länger herumliegendes Stöckchen aufgenommen. Bei google.de ist im Suchfeld einzugeben "Name braucht" (incl. Anführungszeichen!) und die ersten 10 Antworten werden auf dem Blog mitgeteilt. Obwohl meine Suchanfrage zwar nicht "Natira braucht" lautete (ich habe meinen richtigen Vornamen benutzt), gebe ich die ich die Antworten hier auf dem Blog trotzdem für "Natira" wieder. Dabei habe ich die Antworten weggelassen, die sich auf das Stöckchenspiel selbst beziehen bzw. Wiederholungen/Ergänzungen der früheren Antworten darstellten.

Natira braucht
1) mal wieder Hilfe  (für eine Homepage) - fast richtig, bislang gings immer um den Blog
2) auch immer noch Sauerstoff - bei google ernster Hintergrund, ansonsten: ja, brauch ich ständig
3) crack - Wo ist die Pfeife?
4) Hilfe (für eine Typisierung) - bei google ernster Hintergrund
5) Freunde - nun ja, hm. Jedenfalls habe ich "beste Freunde", sie sind sorgfältig ausgesucht :)
6) ihn (Karl) für ihren Plan nüchtern -  Oh, wer ist Karl? Ich war wohl nicht nüchtern, ich erinnere mich nicht an Karl oder den Plan ... ups
7) keine bestimmte IP-Adresse - wozu auch
8) Menschen mit Herz und Verstand - kann vermutlich jeder brauchen, habe ich aber auch schon ein paar ...
9) eine Pause -ähm, gerade mache ich sie
10) erst einmal einen Kaffee - endlich!

Montag, 14. September 2009

Sitcom und Bücher

Gestern kam ich nicht nur in den Genuß, mir Simon Pegg,Jessica Heynes und Nick  Frost anzuschauen, sondern auch John Simm :), der einen Kurzauftritt in der 1. Folge der 2. Staffel von "Spaced" hatte. Sehr cooler Auftritt. Die komplette Ausgabe der zwei Staffeln Spaced hatte ich mir ja schon vor einiger Zeit "von der Insel" kommen lassen. Die Sitcom hat daher auch nur englische Tonspur und englische Untertitel. Ich fand die Sitcom klasse, sie hat mir Spaß gemacht und  Lacher bereitet. Die Folgen habe ich alle durch, es stehen noch die Specials demnächst an. Nachdem ich Simon Pegg und Nick Frost zunächst in "Shaun of the Dead" und dann in "Hot Fuzz" gesehen und mich Simon Pegg dann auch in diversen weiteren Filmen zum Lachen gebracht hatte, bin ich über die Suchfunktion von amazon.co.uk bei "Spaced" gelandet. Die Sitcom spielt NICHT im Weltraum, aber einen nerdigen Fan gibt es schon. Eine gute Übersicht über die Serie findet man übrigens bei Wiki, wie ich festgestellt habe:Spaced – Wikipedia

Ansonsten habe ich heute morgen mit dem Buch "Das verlorene Labyrinth" von Kate Mosse angefangen. Ich gebe zu, viel lieber hätte ich mit "Die eiserne Welt" von Sabine Wassermann angefangen, aber es ist ja noch nicht da. Gestern habe ich dieses Buch nämlich gleich bei booklooker.de bestellt, und noch zwei weitere Bücher, aber dazu mehr, sobald sie da sind :).

Sonntag, 13. September 2009

Das gläserne Tor

Ich konnte gestern abend und auch heute im Verlauf des Tages nicht von dem Buch lassen. Viel zu sehr interessierte mich, wie die Geschichte von Grazia und Anschar weiter- und ausgeht. Gelesen habe ich die Heyne-TB-Ausgabe des Romans "Das gläserne Tor" von Sabine Wassermann. Der erste Satz lautet:
"Das Wasser leuchtete, als seien Lampen darin versenkt."
Der Roman beginnt in Berlin, 1895, auf der Pfaueninsel in der Havel. Grazia Zimmermann besucht ihren Verlobten Friedrich an dessen Ausgrabungsstätte, als ein Regenschauer losbricht. Während Friedrich und seine Helfer versuchen, die Grabungsstelle abzudecken, wird Grazia von dem seltsamen Leuchten angezogen und begibt sich auf einen Steg, um nachzuschauen. Plötzlich erscheint ein nackter Mann, wirft sich über sie, durchnäßt sie förmlich, überflutet und durchflutet sie mit Wasser und verschwindet wieder in der Havel. Als Grazia später im Hause ihrer Eltern wieder zu sich kommt, scheint alles ein seltsamer Traum. Nur daß sich ihr Wasserglas plötzlich wieder von allein füllt. Eine kleine Rebellin ist sie schon, denn sie schleicht sich eines Tages frühmorgens aus dem elterlichen Hause, fährt allein mit der Bahn und dem Boot zur Ausgrabungsstelle, um zu ergründen, was mit ihr passiert ist, und zwar obwohl ihr dies von Friedrich "untersagt" wurde. Prompt begegnet sie Friedrich auf dem Steg, sie stolpert und fällt in die Havel.... und landet in der Wüste. Dort, in einem Lager der Wüstenmenschen, lernt sie Anschar, einen Gefangenen kennen. Der Himmel hat zwei Monde und die Kultur ist archaisch. Jemand wie sie  mit blasser Haut und rotem Haar ist dort unbekannt. Ihre Sommersproßen werden als Ausschlag interpretiert, ihr Verhalten als bizarr. Anschar, einer der zehn besten Krieger, wurde von seinem Oberkönig ausgeschickt, den letzten namenlosen Gott in der Wüste zu finden. Den Gott, der dem Wasser befiehlt. Denn die Welt leidet unter ständiger Trockenheit. Die Wüstenmenschen denken, Anschar sei ein Sklavenfänger und haben ihn deshalb gefangengenommen. Grazia will nach Hause, von ihrer Gabe spricht sie nicht...

Werden Anschar und Grazia das Lager der Wüstenmenschen verlassen und wie wird der Oberkönig Anschars Mißerfolg handhaben bei der Gottessuche? Wird Grazias Gabe von ihr offenbart oder entdeckt und was passiert danach? Ist es Grazia vergönnt, nach Hause zu gelangen? Und wie geht des zwischen Grazia und Anschar selbst weiter, denn der Leser ahnt doch von Anfang an, daß sich zwischen ihnen eine Zuneigung entwickeln wird.

Die Fragen werden im Roman beantwortet und es macht Freude und verlangt nach mehr. Ja, ich will mehr von Anschar und Grazia lesen. Sabine Wassermann schildert die Erlebnisse mal aus Grazias, mal aus Anschars Sicht. Und sie schafft es, auch Randfiguren wunderbar einzuführen und zu entwickeln. Grazia muß sich einer archaischen Welt zurechtfinden, die keine Türen kennt, Männer in der Öffentlichkeit weinen, Tieropfer gebracht werden und ein freier Umgang mit Sexualität erfolgt. Anschar lernt Grazia und die führ ihn seltsamen Ansichten über die vorgenannten Dinge kennen und über Sklaverei. Er macht sich darüber lustig, daß sie ständig ihre Knöchel bedecken will und sich immer so gerade hält, als sei ihr Rücken nicht in Ordnung (sie trägt ihr Korsett). Selbst Friedrich, Grazias Verlobter, dem nur wenig Raum auf den Seiten des 683 Seiten starken Romans eingeräumt wird, handelt nachvollziehbar im Rahmen seiner Erziehung und Weltanschauung. Ich hatte im ersten Dritten des Romans zunächst gedacht: Was ist mit Friedrich? Sollte die Autorin nicht auch ein paar Kapitel von ihm erzählen. Schließlich ist seine Verlobte zu diesem Zeitpunkt bereits 6 -8 Wochen fort. Aber auch dieser Punkt wird im Verlauf des Romans geklärt.

Alles in allem ein schöner Lesegenuß, der mich durchweg fesselte. Der Roman "Die eiserne Welt" von Sabine Wassermann dürfte sich alsbald in meinem TuB befinden - und wohl zügig wieder dort heraus sein.

Samstag, 12. September 2009

Selbsthilfe für Katzen, deren Halter und Gesetze der Katzenphysik

Alexandra hat mich mit ihrem Selbsthilfetipps für Katzen ja total zum Lachen gebracht. Wie ich festgestellen mußte, haben Marlowe und Merlin die Gelegenheit genutzt, und auch gleich angelesen. Ich fürchte, sie haben jetzt einige "Hilfe"Tipps erhalten, die mir nicht so geheuer sind.

Ich habe den Passus "Auszug aus dem Selbsthilfebuch für Katzen" einmal gegoogelt, da ich wissen wollte, ob es ein Buch o.ä. gibt, aus welchem das Zitat stimmt. Ohne Erfolg. Wer auch immer der Autor bzw. die Autoren waren - in diversen Foren existieren diese Tipps, teilweise mit Ergänzungen - , ist/sind hoffentlich mehr froh darüber, daß dieser Text so viele Katzenfreunde erheitert, als daß die Autorenschaft nicht genannt wird. Ehrlich Leute: Klasse (kicher)!

Zwei der Ergebnisse meiner "googelei" will ich euch aber auch nicht vorenthalten.

1) Auf www.unseregutestube.foren-city.de hat der Gast "Ashanti" unter dem 24.05.2006 folgenden Artikel verfaßt:
"Wie badet man eine Katze?

1. Sei dir dessen bewußt, daß die Katze schneller ist und sich nicht um Menschenleben schert, du aber stärker bist. Nutze diesen Vorteil wenn du das Schlachtfeld wählst. Versuche nicht, sie in offenem Gelände zu baden, wo sie dich dazu bringen kann, sie zu jagen. Wähle ein sehr kleines Badezimmer. Wenn dein Badezimmer größer als 2 m² ist, steige in die Duschkabine und schließe die Türen hinter dir. Ein Duschvorhang reicht nicht. Eine wilde Katze kann dreilagigen Plastikvorhang schneller zerfetzen als ein Politiker seinen Standpunkt wechseln kann.

2. Sei dir dessen bewußt, daß eine Katze Krallen hat und nicht zögern wird, dir damit sämtliche Haut von deinem Körper zu schälen. Dein Vorteil ist hier, daß du klug bist und weißt, wie man sich Schutzkleidung anzieht. Wir empfehlen einen Overall aus Segeltuch, den man in die Arbeitsstiefel stopft, ein Paar Stahlmaschenhandschuhe, einen Armeehelm, eine Hockey-Gesichtsmaske und eine langärmelige Flak-Jacke.

3. Nutze das Überraschungsmoment. Hebe deine Katze ganz nebenbei hoch, wie um sie zu ihrer Futterschüssel zu tragen. (Katzen werden normalerweise deine seltsame Aufmachung nicht bemerken. Sie haben normalerweise wenig oder kein Interesse an Mode.)

4. Wenn du einmal im Badezimmer bist, ist Geschwindigkeit lebenswichtig. Mit einer einzigen fließenden Bewegung schließt du die Badezimmertür, steigst in die Duschkabine, schiebst die Glastür zu, tauchst die Katze in das Wasser und bespritzt sie mit Schampoo. Du hast gerade die wildesten 45 Sekunden deines Lebens begonnen.

5. Katzen haben keine Griffe. Wenn man noch berücksichtigt, daß sie jetzt ein seifiges Fell hat, wird klar, daß man nicht erwarten kann, sie länger als zwei oder drei Sekunden lang festhalten kann. Wenn du sie erwischt, vergiß nicht, ihr noch ein paar Spritzer Schampoo zu verpassen und sie wie verrückt abzuschrubben. Sie wird sich dann freikämfpen und ins Wasser fallen, wobei sie sich selbst abwäscht. (Der internationale Rekord steht bei drei Schaumgängen also erwarte nicht zu viel)

6. Als nächstes muß die Katze getrocknet werden. Anfänger glauben meist, daß das der komplizierteste Teil wird, da die Menschen zu diesem Zeitpunkt bereits fix und fertig sind und die Katze gerade erst angefangen hat. Tatsächlich ist das Trocknen der Katze einfach im Vergleich dazu, was du schon hinter dir hast. Das kommt daher, daß die Katze jetzt mehr oder weniger fest mit deinem rechten Schenkel verbunden ist.

7. Zieh einfach den Stöpsel mit dem Fuß aus der Wanne und warte. (Manchmal wird die Katze versuchen, sich oben an deinem Helm festzukrallen. Wenn das passiert, ist es das Beste, du schüttelst sie hinunter und ermutigst sie, das Bein stattdessen zu nehmen.) Nachdem das Wasser ausgeflossen ist, ist es recht einfach, hinunterzugreifen und die Katze zu trocknen.

Ein paar Tage danach wird sich die Katze genug entspannt haben, daß du sie von deinem Bein entfernen kannst. Sie wird dich normalerweise etwa drei wochen lang ignorieren und viel Zeit damit verbringen, mit dem Rücken zu dir zu sitzen. Du wirst versucht sein zu glauben, daß sie sauer ist. Das ist nicht notwendigerweise der Fall. Normalerweise ist sie einfach damit beschäftigt einen Weg durch deine Verteidigung zu finden und dich das nächste mal lebensgefährlich zu verletzen, wenn du sie baden willst. Zumindestens riecht sie jetzt viel besser."

 Ich war bislang in der beneidenswerten Lage, keinen meiner Kater baden zu müssen. Falls es nun doch einmal notwendig sein sollte, ist zumindest die Erfüllung der ersten Voraussetzung kein Problem.

2) Auf www.katzenfreund.com fand ich - ohne Angabe einer Autorenschaft - die folgenden

"Gesetze der Katzenphysik

Gesetz der Katzenträgheit
Eine Katze in Ruhestellung wird in Ruhestellung bleiben, außer man wendet eine Kraft von außen an - soetwas wie das Öffnen einer Dose Katzenfutter oder eine laufende Maus.

Gesetz der Katzenbewegung
Eine Katze wird sich in einer geraden Linie bewegen, außer es gibt einen wirklich guten Grund die Richtung zu ändern.

Gesetz des Katzenmagnetismus
Alle blauen Blazer und schwarzen Sweater ziehen Katzenhaare direkt proportional zur Dunkelheit des Materials an.

Gesetz der Katzenthermodynamik
Hitze strömt vom wärmeren zum kühleren Körper außer bei Katzen. In diesem Fall strömt alle Wärme zur Katze.

Gesetz des Katzenstreckens
Eine Katze wird sich bis zu einer Länge strecken, die proportional zur Länge des Nickerchens ist, das sie gerade gemacht hat.

Gesetz des Katzenschlafs
Katzen müssen bei Menschen schlafen sooft es möglich ist. In einer Lage, die so unbequem wie möglich für die betreffenden Personen und so bequem wie möglich für die Katze ist.

Gesetz der Katzenverlängerung
Eine Katze kann ihren Körper lang genug machen um alles was irgendwie interessant sein könnte auf jedem Tisch gerade zu erreichen.

Gesetz der Katzenbehinderung
Eine Katze muß so am Boden liegen, daß sie den maximalen Störfaktor für den menschlichen Fußverkehr darstellt.

Gesetz der Katzenbeschleunigung
Eine Katze wird konstant beschleunigen, bis sie bereit ist wieder stehenzubleiben.

Gesetz der Anwesenheit bei Tisch
Katzen müssen bei jedem Essen anwesend sein, wenn etwas gutes serviert wird.

Gesetz der Teppichlage
Kein Teppich darf lang in seinem natürlichen flachen Zustand bleiben.

Gesetz des Katzenwiderstandes
Der Widerstand einer Katze variiert proportional zur Vehemenz mit der ein Mensch sie dazu bringen möchte, etwas zu tun.

Erstes Gesetz des Energieerhalts
Katzen wissen, daß Energie weder erzeugt noch zerstört werden kann und werden daher so wenig Energie wie möglich benutzen.

Zweites Gesetz des Energieerhalts
Katzen wissen auch, daß Energie nur durch eine Menge Nickerchen gespeichert werden kann.

Gesetz der Kühlschrankbeobachtung
Wenn eine Katze einen Kühlschrank lang genug beobachtet, wird jemand vorbeikommen und etwas gutes zum Essen herausholen.

Gesetz der Heizdeckenanziehung
Dreh eine Heizdecke auf und eine Katze wird mit Lichtgeschwindigkeit auf das Bett springen.

Gesetz der Bequemlichkeit
Eine Katze wird immer den bequemsten Platz in jedem möglichen Raum finden und ihn einnehmen.

Gesetz der Schachtel/Taschenbesetzung
Alle Taschen und Schachteln in einem gegebenen Raum müssen innerhalb der frühestmöglichen Nanosekunde eine Katze enthalten.

Gesetz der Katzenverlegenheit
Die Verunsicherung einer Katze steigt direkt proportional zu ihrer Verlegenheit multipliziert mit der Menge menschlichen Lachens.

Gesetz der Milchkonsumation
Eine Katze wird das Quadrat ihres Gewichts in Milch trinken, nur um dir zu zeigen, daß sie es kann.

Gesetz der Möbelersetzung
Das Verlangen einer Katze, an Möbeln zu kratzen, ist direkt proportional zu dem Preis des Möbelstücks.

Gesetz der Katzenlandung
Eine Katze wird immer auf dem weichsten möglichen Platz landen... oft im Bauchbereich eines arglosen rastenden Menschen.

Gesetz der Flüssigkeitsverdrängung
Eine Katze in Milch gelegt wird ihr eigenes Volumen abzüglich der konsumierten Milch verdrängen.

Gesetz des Katzendesinteresses
Der Aufmerksamkeitslevel einer Katze variiert umgekehrt proportional zu den Anstrengungen eines Menschen, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.

Gesetz des Tablettenauswurfes
Jede, einer Katze eingegebene Pille hat die potentielle Energie, Fluchtgeschwindigkeit zu erreichen."

 Noch Fragen?

Der Zweifel

Es klang im gestrigen Post schon deutlich an, daß mich dieser Roman nicht überzeugt hat. Es war ein Mängelexemplar-Kauf, entweder bei Zweitausendeins oder Jokers, ich erinnere mich nicht recht. Jedenfalls war es ein "Katalog-Kauf" und beruhte auf der dort abgeedruckten "Umschlagtext"-Information:
"Don César Rinconeda ist aufgewühlt: sein Lebenswerk steht auf dem Spiel. Das grandiose Stilleben seines Barockmalers, das er entdeckt hat - und wer wüßte mehr über ihn? - soll in Wahrheit von einer fast unbekannten italienischen Malerin stammen? Unmöglich, was die junge Forscherin Brunhild Cornelius Björnstrom behauptet! All sein Temperament und seine Alterslist nimmt er zusammen, um den bösen Spuk zu beenden. Wäre da nur nicht der Zweifel, den sie gesät hat. Das Stilleben - eine in sich ruhende Idylle? Von wegen, wie dieser gift funkelnde Roman aus Spanien zeigt."
"Der Zweifel" ist der erste Roman von Frau Angeles Saura, der jüngeren Schwester des spanischen Regisseurs Carlos Saura und des 1998 gestorbenen Malers Antonio Saura (keiner dieser Namen sagt  MIR etwas), wie der Umschlagtext weiter ausführt. Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde durch Jürgen Dormagen vorgenommen. Das Copyright liegt bei der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003, Druck fgb - freiburger graphische betriebe. Das Buch hat ungefähr A5-Format; die 115 Seiten sind engzeilig bedruckt, sind aber zur Größe eher zwischen A5 und A6 anzusiedeln. Der Roman besteht aus zwei Teilen. Der Romantext beginnt auf Seite 9 mit dem Zitat:
"Niemals, aberwitzige Frau, nie im Leben hast du das malen können!"
Den gestrigen Tag habe ich diesen Roman gelesen, im Zug, während der Wartezeiten auf den Bahnhöfen, in den Kaffee- und sonstigen Pausen der Fortbildung und den Rest gestern abend im Bett. Gut, daß ich nichts anderes als Fachliteratur dabei hatte. Ich war tatsächlich versucht, mir das Skript zu nehmen ....

Ich habe bereits an anderer Stelle erwähnt, daß ich eine ganz normale Leserin bin. In diesem Fall kommt hinzu, daß ich naturgemäß die Qualität der Übersetzung nicht beurteilen kann. Schließlich kenne ich ja nur die vorliegende Ausgabe und - soweit ich weiß - auch keine weiteren Übersetzungen von Herrn Dormagen. Was ich sagen will: Inhalt und Sprache + Form sind die Dinge, die mich zum Weiterlesen animieren.

Die Geschichte an sich fand ich schon interessant. Wie reagiert ein 84jähriger Kenner und besessener Liebhaber "seines Malers", wenn ihm vorgetragen wird, daß sein Lieblingswerk dieses Malers gar nicht von letzterem stammt? Geht er den Beweisen nach? Ist er in der Lage, sein Lebenswerk umzustoßen? Wird er sein Lebenswerk  -und "seinen" Maler - schützen, und falls ja, wie? Kommt er damit "durch"?

Leider hat mir Frau Saura die Geschichte verleidet, und zwar durch die gewählte Form:

Zunächst einmal mag ich die Hauptfigur gar nicht als Erzähler bezeichnen. Zwar wird der Roman aus Sicht von Don César geschildert. Da die Erzählweise mit zwei oder drei Ausnahmen vollständig indirekt ist, hatte ich eher das Gefühl, "im Kopf" der Hauptfigur zu sitzen und den "ohne Punkt und Komma" verbundenen Gedankengängen Don Césars zuzuschauen, bei denen es sich einerseits um - nicht nur melancholische - Erinnerungen handelte und anderereits um aktuelle Planungen, Überlegungen und Ereignisse.

Dazu kam, daß ich bereits ab Seite 18 begann, Absatzmarken herbeizusehnen. Denn ein Absatz deutete ein Satzende an! Zu Beginn von Teil I gab es noch Sätze, die hörten nach 1 1/2 Zeilen auf. Vielleicht wurde es Frau Saura ja zu langweilig, nach allgemeinen Maßstäben oder Erwartungen Sätze zu beenden. Vielleicht liebt sie auch Kommata und Semikolons mehr als alles andere. Ich weiß es nicht. Die Sätze jedenfalls wurden länger und länger. Es kam im Roman nicht nur einmal vor, daß ein Satz über 3 bis 5 Seiten ging (ein Satz wurde nach 9 Seiten beendet). Hinzu kam der dadurch bedingte exzessive Gebrauch folgender Wörter: und, dann, denn, also. Kleines Beispiel - keine Sorge, ich habe einen der kürzeren Sätze zu Beginn von Teil I gewählt :) -: 
"Und da er nicht müde war und gar nicht daran dachte, sich hinzulegen, bevor sein Schicksal vollendet war, und sich später nur anderthalb Stunden auf dem Sofa ausruhen würde und auch dies nur für alle Fälle, würde er zum Dachfenster gehen und sich beim Anblick des aufziehenden Morgens eine Pause gönnen."
Trotz meiner beruflich bedingten Gewöhnung an "Bandwurmsätze", die sich über drei bis vier Zeilen eines DIN-A4-Blattes ziehen: In diesem Buch wurde Hardcore-Satzbau betrieben. Hiervon bin ich und werde ich kein Fan. Ich gehe auch davon aus, daß nicht nur ich einen strukturierten Absatz oder eine solche Seite als besser lesbar und nachvollziehbar empfinde.

Stilistisch geht es im übrigen wie gerade zitiert in dem Roman weiter. Ob Frau Saura nun den  84jährigen Erzähler zur Charakterisierung solche Worte wie "entfleucht", "Fleischlichkeit", Klagelieder", "wohlduftend", dahinsiechend" benutzen läßt oder ob Herr Dormagen durch Nutzung von Thesaurus bzw. des Grimmschen Wörterbuches zu dieser Wortwahl kommt, kann ich nicht beurteilen. Ein 84jähriger "Don" könnte sie jedenfalls benutzen, denke ich.

Im besten Falle seltsam, im schlimmsten Falle als stilistischen Einbruch und nervend empfand ich dagegen folgende Beschreibungen:

"kreischige" (Familie), "rattenfellige Katze, das kratzpfötige Katzenviech",
"mein Kolibri, nur ein paarmal an derselben Blüte, und abgeschwirrt der Schwirrfolge zur nächsten..."
"bereits hellichter Tag ist und nicht golden, nicht granatapfelzart, sondern drückend schwül"
"ein gutgeschnittenes Gesicht erblickte, das mich umgehauen hat, ein so gesetzter Herr ich damals auch war mit meinen einunfünfzig Jahren, der Länge nach hat es mich umgehauen, denn das ist es, was und im Leben umschmeißt"

Als kleiner Einblick soll das reichen.

Um etwas positives zu erwähnen: Als Mängelexemplar habe ich ihn günstig erworben
Sein weiteres Schicksal: Er wird kein dauerhafter Bewohner meiner Bücherheimstätte werden.