Sonntag, 30. August 2009

american gods

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß mir in dem Roman viele Dinge während des Lesens entglitten sind. Als sollte ich das Buch jetzt noch einmal beginnen.  Zwar sehe ich jetzt das gesamte Bild, sehe die versteckten Indianer - um Neil Gaiman zu zitieren -, jedoch sind die Details verschwommen. Wie bei einem Vexierbild, in welchem man zuerst die Einzelheiten sieht und erst später die versteckte Gestalt. Dieses Gefühl habe ich jetzt nach Beenden des Romans "american gods". Es ist auch nicht so, daß ich etwa Zeilen oder gar Seiten überflogen hätte, vielmehr liegt es für mich wirklich an der Detailfülle, an den  verschiedener Themenkreise in diesem Roman:

Es wird Shadows Geschichte erzählt, beginnend mit seiner vorzeitigem Entlassung aus dem Gefängnis wegen des Todes seiner Ehefrau. Es gibt Rückblenden in seine Vergangenheit und diejenige seiner Eltern. Sein Fahrten durch Amerika allein bzw. mit Mr. Wednesday (=Odin) sind Hauptbestandteil des Buches zusammen mit seinen Begegnungen mit diversen alten und neuen Göttern.Es wird Wednesdays Geschichte erzählt und die weiterer alter Götter, wie sie nach Amerika kamen.Es wird die Geschichte der neuen Götter erzählt, die in Amerika "geboren" wurden durch den Glauben der Menschen an die Macht des Geldes, der Technik usw. Dann gibt es noch Geschichten der ursprünglichen Götter Amerikas, des Landes, wie den Büffelmann oder die Kondorfrau. Und natürlich wird der Kampfes zwischen den eingewanderten und den neugeborenen Göttern erzählt und inwieweit dies die Götter Amerikas überhaupt interessiert. Es gibt Entwicklung, Leben, Tod und Wiedergebort, es werden kryptische Träume und Visionen geschildert. Gaiman läßt Zwischenspiele stattfinden, die in anderen Gegenden Amerikas Erlebnisse der Götter oder Menschen beschreiben oder springt in die Zeit der Besiedelung Amerikas vor Christus, vor Kolumbus, nach Kolumbus und beschreibt die Ankunft einiger Menschen und ihrer Kultur sowie Götter.

Was ich in Gaimans Sandman-Comics mag, nämlich seine Fabulierkunst und auch das Springen von Geschichte zu Geschichte, empfinde ich in diesem Roman eher als hinderlich. Der Roman hat eine Struktur, aber für mich als Erstleserin war diese Struktur nicht klar genug. Ich habe so manches mal eine Passage im Roman gelesen und mich gefragt, wo der Anfang dieser speziellen Geschiche war und wie der Autor hierhingekommen ist. Also habe ich im Buch wieder zurückgeblättert, gesucht und die Stelle auch gefunden. Wenn mir das ein- oder zweimal passiert: Nun ja, vielleicht war ich nicht so konzentriert, wie ich dachte. Passiert mir das bei einem 618-Seiten-Roman aber mehr als 4mal, beginne ich mich zu fragen: Liegt es an mir oder am Buch. Ich möchte nätürlich nicht gerade denken, daß es an mir liegt :), ist es doch viel angenehmer, dem Autor den Schwarzen Peter zuzuschieben, das weiß ich wohl. Letztich muß dies ja auch jeder Leser selbst "erlesen".

Von Vorteil ist die Informationsfülle schon: Beim nächsten Lesen des Romans kann ich vermutlich mehr Details bzw. mehr Zusammenhänge erkennen, die Nebenfiguren sind vertrauter, Verknüpfungen fallen leichter. Ich werde NICHT den Roman jetzt umgehend noch einmal beginnen. Das wäre dann doch zuviel des Guten für mich. Aber der Roman wird wieder in meiner Leseliste auftauchen ...

Samstag, 29. August 2009

Wiederholungstäter

Ich habe es wieder getan:

Gestern war ich bei meinem örtlichen Sky-Fachhändler, der mit einen klasse Preis für den Humax-PDR iCord mit 250 GB, Twin-Tuner und HD, gemacht hat. Da Sky nunmehr bereits eine Vertragsbindung für 12, statt 24 Monate anbietet, habe ich mich für das günstigste Sky-Paket entschieden. In Sky-Welt sind u.a. bereits Fox, SciFi, 13Street, National Geographics und NatGeoWild sowie Discovery enthalten, also die Kanäle, die ich auch schon früher gern geschaut habe.

Ich war ja erst etwas skeptisch, ob man mich "wieder aufnimmt". Im System bin ich nämlich wohl noch drin: Mit Premiere habe ich vor ca. 3 Jahren eher ungnädig gebrochen. Mein damaliger Vertragspartner meinte im Anschluß, ich müsse noch zwei Monatsbeträge zahlen, ich sah und sehe dies anders. Aber es kamen nur Mahnungen, auch vom Inkassounternehmenund Anwalt, jedoch keine gerichtliche Zustellung: Nun, angesichts der Kontrolle der damaligen Premiere-AGB durch den BGH wundert mich das nicht.

Jedenfalls lief die Installation des Humax problemlos, Sky ist ebenfalls schon freigeschaltet (die ersten zwei Monate ja bekanntlich komplett, wenn auch ohne die HD-Sender). Allerdings kann ich jetzt Arte in HD sehen: Vorhin lief eine Doku über Kraul-Stile von Schwimmsportlern mit Aufnahme im Wasser sowie über/unter Wasser. Diese Wassertropfen-Darstellung! Wow.

Donnerstag, 27. August 2009

Aktivitäten bei Bücherblogs, Außerdem: "Der TuB, das nunmehr bekanntere Wesen" sowie "Einkaufs- und andere Fragen"

Nachdem ich Mitglied bei "Buecherblogs" geworden bin, habe ich auch das entsprechende Abzeichen unter der Rubrik "im Lese-Sessel"  eingebettet und bei dieser Gelegenheit auch einen Link auf meinen aktuellen "Turm ungelesener Bücher" gesetzt. Dabei handelt es sich um 108 Bücher per 26.08.2009, die sich sämtlich in meinem Buchstapler befinden. Ich werde versuchen, die Liste immer auf den neuesten Stand zu halten.


Der Kauf des Buchstaplers, die Umräumaktionen von DVD's und Büchern hat mir außerdem für Buch-Neuzugänge wieder "Luft" verschafft. Angesichts des TuB werde ich aber versuchen, mich beim Einkauf von Büchern zurückzuhalten. Mal sehen: Das Buch "Die achte Karte" von Kate Mosse,  das ich im Rahmen einer Leserunde bei Bücherblogs lesen werde (geplant im November), gibt es ggf. in der Bibliothek in I. Das werde ich noch im Oktober prüfen, ggf. wird es doch geordert :). 

Dagegen habe ich schon wieder Geld für die Fernseh-Couch ausgegeben:
- "The Dresden Files" ist eine Serie, die nichts mit der Stadt Dresden, sondern mit einem Zauberer Dresden zu tun hat, der in Chicago Kriminalfälle löst. Von der Serie gibt es nur eine Staffel - englisch mit englischen Untertiteln für englische Hörgeschädigte :) -, sie klang aber interessant und war bei amazon.co.uk grad im Angebot :)
- Ebenfalls sehr günstig war auch "robot chicken star wars", die dvd enthält noch weiteres bonusmaterial, nicht nur den Kurzfilm. Es handelt sich hier um eine - liebevolle, wie ich denke - Parodie. Ich hatte hierzu schon etwas auf youtube gesehen und dachte: Wenn ich sowieso etwas bei amazon.co.uk bestelle und Versandkosten habe, dann nehme ich dieses Schnäppchen einfach mal mit.
Beide Sachen wurden noch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Ich bin also recht gespannt, was da auf mich zukommt.

Andere Dinge werfen ihre Schatten voraus: Mein Chef ist ab Montag wieder da. Seine Urlaubsabwesenheit hatte mir erfreulicherweise Gelegenheit zum Stundenabfeiern gegeben, d.h. ich hatte zwei freie Nachmittage in der Woche und im übrigen pünktliche Feierabende ab 17.30 Uhr. Genug zu tun hatte ich in der verbleibenden Zeit trotzdem. Jedenfalls wird sich der Arbeitsaufwand naturgemäß ab Montag wieder erhöhen. Ich rechne bereits am 31.08.09 mit Überstunden, da gleich eine Fristsache ansteht. Dienstag könnte es mit einem normalen Feierabend zwischen 18.00 und 18.30 Uhr klappen, Mittwoch, Donnerstag und Freitag vermutlich nicht. Ob ich am Samstag hzusätzlich arbeiten gehen "darf", wird sich noch herausstellen. Nun ja, um so mehr Grund habe ich natürlich, mich auf das anstehende Wochenende zu freuen, daß morgen um 12.30 Uhr beginnen wird:  Meine Freundin "Sayuri" aus Bielefeld kommt mich morgen nachmittag besuchen und ich freue mich schon total auf den Abend.

Gestern habe ich mich gegen 18.30 Uhr mit meiner Freundin R. getroffen. Ihr 2jähriger Sohn, der noch auf war, spricht - für einen Jungen - schon hervorragend. Er hat bereits einen unglaublich großen Wortschatz. Und es handelt sich nicht um Nachplappern! R. hat aktuell seine Größe gemessen, es sind derzeit 99 cm, grins, "ein laufender Meter". Das Wetter hat es gestern abend auch gut mit R. und mir gemeint. Es war so mild, so daß wir einen schönen Abend auf der Terrasse mit Blick in den Garten verbringen konnten. Das Radeln nach Hause hat mich allerdings wieder putzmunter gemacht. Das hatte dann zur Folge, daß ich gestern, hm, wohl eher heute früh, um halb zwei ins Bett bin. Dann noch etwas lesen und um halb drei löschte ich das Licht. Mein Kater Merlin meldete sich um halb sechs das erst Mal als lebender Wecker... oh, Hilfe! Ich kann Euch sagen,  meine Klüsen bekam ich auch eine Stunde später nicht wirklich auf, aber es half ja nichts. Aufstehen war angesagt. Mal sehen, ob ich heute früher zum Schlafen komme. Vermutlich sollte ich mich jetzt verabschieden und in die Koje gehen. Gute Nacht :)

Montag, 24. August 2009

Doktor Stratmann "Kunstfehler"

Das Wetter hatte sich ja super gehalten. Es war sonnig und am Abend noch lange warm. Als wir die Freilichtbühne um ca. 22.35 Uhr verließen, waren es noch immer gut 20° C. Da wir ja bald den September begrüßen dürfen und es morgens auf dem Roller schon mal empfindlich kalt ist, empfand ich das Wetter natürlich als ein Geschenk. Sicher war ich dabei nicht allein.

Bevor es auf die Bühne zu Doktor Stratmann ging, sind meine Kollegin U. und ich aber erst einmal im Tecklenburger Fabula essen gegangen:



Wir blieben natürlich im Biergarten. Wunderschöner Ausblick, nicht wahr?



Vorweg die typischen Fabula-Knöllchen, jedoch mit Tzatziki, nichtAioli, die U. und ich uns teilten.



Danach gab es für mich einen mexikanischen Tortilla, gefüllt mit Spinat, Zwiebel und Hirtenkäse, Salat und zweierlei Dip (Salsa und Guacamole). U. entschied sich für Schweinesteak an Gorgonzolasauce, Bandnudel und Salat.



Ich war mit meinem Gericht sehr zufrieden, meiner Kollegin war das Schweinesteak etwas zu trocken. Tja, Kismet.

Nach einem kleinen Verdauungspaziergang erwartete uns dann folgender Anblick (während der Aufführung darf nicht fotografiert werden). Die Fotos sind erneut mit meinem Handy geschossen und so ist auch die Qualität, bitte nicht heranzoomen ;-) . Aber es soll hier ja nur ein Eindruck vermittelt werden.



Von dem Musical "Evita" finden in diesem Jahr keine Aufführungen mehr in Tecklenburg statt. "Aida" wird noch bis 06.09.2009 aufgeführt. Die Kulissenbilder von Aida standen auch bei der heutigen Kabarett-Aufführung, was mich aber nicht weiter störte.



Und so leer wie auf diesem Foto blieb es nicht. Ich hatte den Eindruck, daß die Vorstellung fast vollständig ausverkauft war, trotz Montagsvorstellung nach Ferienende.

Dr. Stratmann's alter Ego Jupp Kwiatkowski, seines Zeichens kein Doktor sondern "Facility-Manager", begrüßte das Publikum der Freilichtbühne Tecklenburg als Erstsemester der Medizin in einem Hörsaal. Sprache: Ruhrpott mit dem Hinweis: Ja, er könne Genitiv und Dativ - nach dem Zufallsprinzip.

Angesichts der Gesundheitspolitik sei es heute so, daß zwischen Doktor und Patient eine Art Zwischenstation geschaltet werden müsse. Der Grund sei ganz einfach: Ein Patient habe ja nicht das medizinische Lehrbuch gelesen und sei deshalb nicht in der Lage, dem Arzt sein Problem korrekt zu schildern. Andererseis hat der Arzt ja nicht selbst jede Krankheit gehabt und könne daher mit den Schilderungen des Patienten nicht unbedingt etwas anfangen und natürlich auch nicht dessen subjektives Empfinden nachvollziehen. Nachdem dies geklärt war wurde in der ersten Programmhälfte erzählt, vorgelebt und erläutert, welche Probleme es im Gesundheitssystem gäbe, in seiner Kleingartenanlage und bei ihm als Top-Vorführpatient. Normale Patienten könne man ja nicht mehr in den Hörsaal bekommen, da die neue SCHIEB-Karte ja alles speichere incl. ganz verborgener und ganz aktuer Erkrankungen (... gut, daß Sie heute gekommen sind (und in Gedanken: morgen wär die Krankeheit vorbei)..., ist ganz akut). Auch sei die Rücksicht auf Intimsphäre im Rahmen medizinischer Untersuchungen auch nicht immer hilfreich: So geschehen, als einem Patienten die Unterhose angelassen wurde, was dazu geführt habe, daß "die Röhre" fast explodiert wäre angsichts des dadurch verborgen gebliebenen Extrempiercings. Es war durchaus erheiternd, obwohl so manche Pointe an mir vorbeirauschte. Sei es, weil es sich um Fußball drehte (insofern geht alles an mir vorbei) oder weil ich manches schlicht nicht so witzig fand. Meine Kollegin amüsierte sich insgesamt köstlich.

Nach der 20minütigen Pause ging es mit einem Querschnitt durch die deutsche Fernsehlandschaft weiter: War es zu Beginn wie ein Zappen von einem Kanal zum anderen, wobei man nur den Ton hört, vermischte sich zum Ende des ca. 10minütigen Vortrages das komplette "Programm", so daß der Staatsanwalt mit dem Verteidiger schlief, Richter Holt einen Vaterschaftstest bei Olli Geißen anregte und Biolek erklärte, daß sich das Schwein am längsten halte, wenn es lebendig sei. Im weiterne Verlauf ging es dann kurz um die Unterscheidung zwischen Comedy und Kabarett, dem Dialog mit dem Publikum, es gab Selbstironie und Koketterie. Ein Schwenk erneut in die Kleingartenanlage und das künstlerische Talent "Jupps". Auch hier Schmunzelfaktor.

Fast auf der Holzbank zusammengebrochen vor Lachen bin nicht nur ich, sondern das gesamte Publikum, als es in der Zugabe um Jupps Frau Inge ging und ihren - sowie seinen - Besuch beim Frauenarzt. Die Szenerie wurde so hervorragend von Dr. Stratmann umgesetzt: die morgendliche Toilette, Juckreiz, der Frauenarztbesuch, die Hysterie Inges, die Forderung, daß beide zum Frauenarzt gingen und auch ihm ein Abstrich genommen werden sollte, seine Panikattakte bei Ansicht "des Stuhls" und letztlich seine Flucht aus der Praxis. Ich hatte den Schrebergarten-Jupp mit seiner Inge aus Bottrop so richtig vor meinem geistigen Auge, echt witzig. Für Interessierte: Hier ist die Homepage des Künstlers: Doktor Stratmann – Heiteres Medizinisches Kabarett

Alles in allem war es ein schöner Abend, den ich mit meiner Kollegin in Tecklenburg verbracht habe. Und obwohl ich das Programm unterhaltsam fand, ist der Kaberettist Dr. Stratmann nicht meine Welt. Sollte ich in Übertragungen seines Theaters im WDR reinzappen, würde ich vermutlich weiterschauen. Aber er hat mich nicht so weit beeindruckt, daß ich noch einmal extra zu einer Vorstellung gehen würde.

Dr. Stratmann und "american gods"

Am Wochenende habe ich aus meinem TuB "american gods" von Neil Gaiman angefangen in der Übersetzung von Karsten Sengelmann. Dieses Mal werde ich auch mal die ersten zwei Sätze des ersten Kapitels aufführen, weil ich den durchblitzenden Humor aufzeigen wollte:

"Shadow hatte drei Jahre Gefängnis abgesessen. Sein Körperbau war so eindrucksvoll und er hatte eine solche Komm-mir-nicht-dumm-Ausstrahlung, dass sein größtes Problem darin bestand, die Zeit allein totzuschlagen."

Derzeit befinde ich mich auf Seite 87 des Romans.

Heute abend geht es noch einmal zu einer Aufführung auf der Freilichtbühne Tecklenburg. Es findet eine Sonderveranstaltung statt:

Doktor Stratmann mit seinem Programm: "Kunstfehler"

Meine Kollegin hat mich zur Vorstellung eingeladen, sie kennt Dr. Stratmann insbesondere aus dem WDR. Mir selbst ist der "Comedian" überhaupt nicht bekannt, also lasse ich mich einmal überraschen.

Sonntag, 23. August 2009

Michael J. Fox

Ich habe mir gerade "The Frighteners" (gebraucht) zugelegt, die 4DVD-Version mit Kino- und Directors-Cut und diversem Bonusmaterial. Bislang habe ich den Film nur im TV gesehen und fand ihn immer schon sowohl witzig, als auch traurig incl. Horror- und Krimielementen. Dieser Tage werde ich ihn mir mal wieder - nun im Original - anschauen.

In seinem autobiographischem Buch "Comeback - Parkinson wird nicht siegen" wird diese Fimproduktion (leider) nur in einem Nebensatz erwähnt. In das Buch mußte ich mich erst kurz "einlesen" angesichts der zeitlichen Strukturierung durch MJF. So beginnt seine Biographie mit dem "Erhalt der Botschaft", die im Zittern des kleinen Fingers besteht, im Jahre 1990. MJF geht dann auf eine Reise vor und zurück:

Die Schilderungen seiner Kindheit, Jugend bis zum Umzug nach LA wechseln sich ab mit den Geschehnissen ab dem "Erhalt der Botschaft" in 1990; einer Botschaft, die er zwar erhielt, jedoch nicht entschlüsseln konnte bzw. nicht wollte: Young-Oneset-Parkinson. Er schildert seinen Weg durch die klassischen Reaktionsmuster nach Elisabeth Kübler-Ross bei Diagnose von Schwererkrankungen: Leugnung/Isolation - Zorn - Verhandeln mit dem Schicksal - Depression und Akzeptanz. MJF erzählt, aus welchen Gründen er nicht über die Krankheit sprach, auch nicht mit seiner Frau, und wieviel Zeit und Methoden es brauchte bis zur Akzeptanz. Natürlich hatte die Krankheit Auswirkungen auf seine Arbeit und seine charakterliche Entwicklung. Aber MJF hat auch anders bedingte Moment der Klarheit, z.B. als er wegen einer Grundstückssache verklagt wird und an den Gerichtsverhandlungen teilnimmt: Hat er sein Leben unter Kontroll? Mit oder ohne Parkinson?

Chaos City: Eine TV-Show geschaffen aufgrund der Besonderheiten seiner Krankheit (in New York in der Nähe seiner Familie, Proben und Aufnahmen gut mit Medikamenteneinnahme zu timen, den Verantwortlichen ist sein Zustand von Anfang an bekannt)

Öffentliche Bekanntmachung seiner Erkankung: Medien, Erkrankte, Forschungsinstitute und Stiftungen. An einer Stelle heißt es ehrlich im Buch (Übersetzung: Bernd Rullkötter):

"Ohne es zu wollen, hatte ich eine nationale Auseinandersetzung mit der Parkinson-Krankheit ausgelöst ... Damals war ich noch nicht bereit, den Fernsehapparat einzuschalten, doch naiverweise glaubte ich, meine eingegangenen Emails gefahrlos prüfen zu können. Ein Irrtum, denn sobald die AOL-Homepage auf dem Monitor erschien, sah ich mein Bild mit Schlagzeile. Fast hätte ich erwartet, daß mich ein elektronisches Zwitschern mit den Worten 'Willkommen! Sie haben Parkinson!' begrüßen würde."

Ich konnte mich nicht zurückhalten und lachte beim Lesen laut los. Die "Sie haben Post"-Stimme von AOL ist immer noch recht lebendig in meiner Erinnerung. Und wie MJF an anderer Stelle auch darlegt zu Chaos-City auch darlegt: Er will das Publikum immer noch zum Lachen bringen; er ist Komiker. +Parkinson, aber zuerst: Komiker.

Aber seine Prioritäten verschieben sich: Die Krankheit greift auch rechtsseitig nach ihm und durch den Berufsstreß wird sie forciert. Die Zeit für die Familie wird wichtiger als der Beruf.

Sein Engagement für die Parkinson-Forschung bleibt natürlich nicht unerwähnt. Das Buch schildert noch seinen "Auftritt" 2000 vor einen Untersuchungsausschuß des US-Senats in Washington zur Frage der Haushaltsmittel für embryonale Stammzellenforschung, es endet jedoch 1995 mit der Schilderung eines Traums. Dieser Traum hat nicht Parkinson zum Inhalt, sondern einen Walnußbaum, gewachsen aus einer ungeschälten Walnuß, die der kleine Michael J. Fox vergraben hat und deren Keimling für ihn ein Zeichen für seine Großmutter Nana war. Nana, die immer an ihn geglaubt hat und ihn nie Mike, sondern Michael nannte.

Es ist kein Hinter-den-Kulissen-Bericht zu Filmen, an denen er gearbeitet hat, auch wenn sie erwähnt werden. MJF listet keine Hollywood-Größen auf und verbreitet Klatsch und Tratsch, auch wenn bekannte Namen vorkommen. Er schildert Kindheit und Jugend und Karierre, aber die eigentliche Story betrifft den Zeitraum 1990 bis 2000. Und er läßt Komik und Ironie durchscheinen ebenso wie Tragik, veschweigt weder die schönen Tage, noch sein Alkoholproblem. Und natürlich schildert er sein "Comeback", nicht bezogen auf Film oder TV, sondern seine Rückkehr ins Leben, zu seiner Familie, zu den wirklichen Werten.

Samstag, 22. August 2009

Virus, Buchprogramm und Wochenende

Diese Woche hat es mich, besser gesagt mein Notebook, mit einem Virus erwischt. Mein Buch-Datenbanks-Programm ist offensichtlich in Delphi programmiert und der Wurm setzte sich fest. Es ist dergleiche Wurm, der offensichtlich auch von Bild und Chip unfreiwillig "ausgeliefert" wurde. Nur daß mein Programm eine Vollversion ist und nicht von dort stammt. Das letzte Update aus war vielleicht verseucht oder aber - da das Programm sich mit google und amazon sowie andere i-net-buchhändler verbindet - das Tierchen kam über eine Hintertür. Ärgerlich, aber: Mein Onkel Doktor hat ja sofort Alarm geschlagen und das Teil zunächst in Quarantäne geschickt bis zur Erledigung der Restuntersuchung. Dann folgte Frieden, für mein Notebook und der endgültiger Art für den Wurm. Ein neues - sauberes - Update hatte der Softwarelieferung auch bereits geliefert. Inzwischen habe ich mehrfach und intensiv den Virenscanner laufen lassen und er schlägt nicht mehr an. Erfreulicherweise ist also insbesondere meine Buchdatei nicht betroffen, in die ich schon über 500 Bücher eingelesen hatte. DAS hätte mir wirklich "weh" getan angesichts des Zeitaufwandes...

Diese Woche hatte ich den Freitagnachmittag frei. Das ist so genial. Normalerweise arbeite ich bis abends um 18.00 Uhr, machmal länger und manchmal ja auch noch den Samstag vormittag dazu. Ich habe jetzt ständig das Gefühl, schon den Sonntag zu verleben, weil das Wochenende so lang ist. Wundervoll :)

Donnerstag, 20. August 2009

Nachlese "Fables Bd.1"

Den Comic "Fables - Legenden im Exil", die Story von Bill Willingham, habe ich durch. Die Märchengemeinde ist vor einem Feine geflohen und in New York im Exil. Der Comic spielt zwar in New York, jedoch innerhalb der Märchengemeinde. Eines der Gesetze dort ist, offenbare den Normalsterblichen nicht, wer bzw. was du bist. Das ist mit ein Grund, weshalb die nichtmenschlichen Märchengestalten außerhalb New Yorks auf einer Farm leben müssen. Snow White ist die stellvertretende Bürgermeisterin dieser Gemeinde und Mr. Wolf - in menschlicher Gestalt -hat die "Security" inne. Und Rose Red wird vermißt, ihre Wohnung ist voller Blut. Es gibt etliche Verdächtige: Jack (Bohnenkletterer), der Exfreund, Mr. Bluebeard vielleicht oder Rose Red's Schwester Snow White? Und nebenbei muß Snow White (geschieden) sich den Ehestreit von Lord Beast und Lady Beauty anhören, mit ihrem Ex verhandeln und die Verbindung mit dem Bürgermeister "King Cole" halten.

Der Comic war unterhaltsam. Die Zeichnungen sind - ich würde mal sagen - "klassischer" Comicstil. Ich maße mir keine Fachkenntnis in diesem Bereich an, aber diese Art Zeichnung kennt man auch aus Superman, Batman etc. Beim Sandman sind die Zeichnungen anders, experimenteller und zudem wechseln die Zeichenkünstler (die Figuren bleiben natürlich trotzdem immer erkennbar). Es ist ein märchenhafter Krimi gepaart mit Komik und hat mir Spaß gemacht. Mal sehen, ob ich mich auch für den Kauf von Band 2 entscheide.

Ich werde jetzt mit Michael J. Fox "Comeback" anfangen. Der erste Satz:

"Gainesville, Florida, November 1990: Als ich erwachte, entdeckte ich die Botschaft in meiner linken Hand."

Mittwoch, 19. August 2009

Nachlese "In meinem Himmel"

Ich habe "In meinem Himmel" von Alice Sebold ausgelesen. Am 14.08.09 hatte ich ja die Inhaltsangabe gem. Goldmann bereits skizziert. Die Erzählerin Susie wird mit 14 Jahren vergewaltigt und ermordet. In dem Roman läßt A.S. ihre Hauptperson nicht nur schildern, was ihr wiederfuhr und was sie dabei fühlte, sondern auch, wie Susie "ihrem Himmel" gestaltet, was sie dort erfährt. Ich scheue mich, in diesem Zusammenhang von "erleben" zu sprechen. Würde die Wahl dieses Wortes nicht bedeuten, daß Susie lebendig ist?

Susie ist gestorben, ihre Seele ist nicht mehr auf der körperlichen Welt. Dort kann sie nichts mehr leben, nichts mehr er- oder durchleben. Aber wie soll man das bezeichnen, was Susie in ihrem Himmel tut? Sie gestaltet ihn, denn jeder hat seinen eigenen Himmel. Sie beobachtet ihre Eltern, ihre Schwester, ihren Bruder, ihre Großmutter, ihren Mörder und noch mehr; Susie weiß, was sie fühlen. Aber eingreifen kann sie nicht. Sie ist machtlos, wenn ihr Vater mit ihrem Mörder Kontakt hat, wenn Ray - ihre erste Liebe - des Mordes an ihr verdächtigt wird. Sie fühlt mit Ruth, dem Mädchen, daß sie beim Verlassen ihres Körpers gestreift hat, wie Ruth sich verändert. Sie sieht mit an, wie sich ihre Familie mit der Zeit entwickelt und wohin.

Alice Sebold läßt Susie über ihr vergangenes Leben, aber auch dasjenige ihrer Familie und Freunde philosophieren. Und natürlich trauert Susie ihrem Leben hinterher, den verpaßten Gelegenheiten.

Geht man von der Prämisse aus, daß der Verstorbene nach seinem Tod in seinen Himmel aufsteigt, wie A.S. es schildert, stellen sich die Fragen: Trauert nicht auch er wegen seines Verlustes? Muß nicht auch er Abschied nehmen? Kann er sich vom "Leben" das zweite Mal freiwillig losreißen, indem er seine Bindungen an die Lebenden auflöst? Und muß er das überhaupt?

A. S. ist es gelungen, mich mit Susies Geschichte, der Geschichte ihrer Familie und Freunde und der Frage, was mit ihrem Mörder passiert, zu fesseln. Ich habe den Roman sehr zügig und ohne "Nebenlektüre" durchgelesen.

Montag, 17. August 2009

Lese-Listen

Statistik Titel-Listen:



Alle in 2016 gelesenen Bücher (goodread-Liste)
Teil-Leseliste ca. Mitte Juli 2016

Titel, Autor, format, Seitenzahlen,TuB
zu in der Leseliste grün gekennzeichneten Bücher gibt es hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) Nach-Lesen bzw. Nach-Klänge

Gesamt-Leseliste 2015
Titel, Autor, format, Seitenzahlen,TuB
zu in der Leseliste grün gekennzeichneten Bücher gibt es hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) Nach-Lesen bzw. Nach-Klänge

Gesamt-Leseliste 2014
Titel, Autor, format, Seitenzahlen,TuB
zu in der Leseliste grün gekennzeichneten Bücher gibt es hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) Nach-Lesen bzw. Nach-Klänge

Gesamt-Leseliste 2013
Titel, Autor, format, Seitenzahlen, TuB,
zu in der Leseliste grün gekennzeichneten Bücher gibt es hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) Nach-Lesen bzw. Nach-Klänge

Gesamt-Leseliste 2012
Titel, Autor, Seitenzahlen, in der Leseliste grün gekennzeichnete Bücher sind hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) besprochen

 Gesamt-Leseliste 2011
Titel, Autor, Seitenzahlen, in der Leseliste grün gekennzeichnete Bücher sind hier auf dem Blog (siehe Autor A-Z) besprochen

 Gesamt-Leseliste 2010
 (Titel, Autor, Seitenzahlen, aber keine Bewertungen, siehe dazu Autor A-Z hier auf dem Blog)

Gesamt-Leseliste 2009
(Titel und Auto)

Sonntag, 16. August 2009

Regalbau



Nachdem in dieser Woche die drei neuen Serienboxen von Spaced, Black Books und Jeeves&Wooster angekommen sind, habe ich mit meiner Freundin C. das zweite Scherenregal angebracht. Dieses mal im Wohnzimmer. Ein wenig Hin- und Herräumen mußte auch sein.

Dummerweise habe ich es dieses mal versäumt, anhand der Star-Trek-Boxen den Abstand "abzumessen". Die Großboxen passen senkrecht leider hier nicht hinein, weshalb ich bei DS9 improvisieren mußte. Bei TNG und Voyager habe ich einfach aus den großen Boxen die nnochmals eingepackten DVD-Packs entnommen, DS9 hatte die DVD's innen jedoch nicht zusätzlich geschützt. Tja, was das angeht, muß ich mir an die eigene Nase packen...

Jedenfalls hat das Umräumen noch einen Nebeneffekt. Es sind ganze drei meiner Buchregalfächer wieder freigeworden. Entweder kann ich ein paar Buch-Zweireiher auflösen. Oder aber die Fächer werden erst einmal wieder mit den neuen Boxen befüllt, die demnächst anstehen: Es ist Dr. House, Lost, Battlestar Galaktica und SG Atlantis aufzufüllen...

Diese Bilder wollte ich Euch auch nicht vorenthalten:

Philosophische Exkursion

Irgendwo auf den Seiten der Biographie von Nietzesches Denken kann man lesen, daß Nietzsche in seinen Schriften nicht den direkten Weg ging. Seine Grundgedanken waren durchaus in Nebensätzen "versteckt". Der Autor Rüdiger Safranski drückt es so aus, daß man sich durch ein Labyrinth lesen muß, manchmal auf Irrwege geriet, Nietzsches Ansicht und seine Argumente fand - oder auch nicht. Was Nietzsche, so deutet Safranski es an, nicht so sehr störte, wie man annahm. Es war ihm wichtig, daß man "das Denken" vornahm bzw. wiederfand, man mußte nicht zwangsläufig seine Ansichten teilen. Unter dieser Voraussetzung war für mich Safranskis Buch ein erfolgreicher Vermittler. Wie bereits in einem früheren Blog gesagt, ist dies kein Buch, daß man "einfach so" liest:

Neben mir liegt das Buch und ein - volles - Schulheft mit meinen Notizen, teilweise Zitate von Safranski, teilweise Zitate von Nietzsche, teilweise Anmerkungen undQuerverweise von mir. Ein Notizheft zu einem Buch, ein wenig wie ein Exzerpt für die Schule :)

Nietzsches Persönlichkeit und seine Anschauungen sind komplex, muß eigentlich nicht gesagt werden, oder? Seine Art der Selbstschöpfung und Selbstgestaltung (Bildung einer zweiten Natur) , aber auch seine Vergeßlichkeit (er hatte seine früheren Werke regelmäßig nicht bei sich und mußte sich auf sein Gedächtnis verlassen) führten dazu, daß seine Schriften und Werke viele Wiederholungen enthalten, aber auch gegensätzliche Standpunkte und Argumente. Erforschte er die Welt aus der Perspektive der Leidenschaft zur Wahrheit, zur Schöpfung, der Ekstase, verwies er die nüchterne kontrollierende Wissenschaft auf einen niederen Platz. Dann wieder fühlte er, daß unkontrollierte Leidenschaft doch unter Beobachtung gestellt werden müsse etc. Diese Art der Darlegung und Verbreitung seiner Überlegungen und Erkenntnisse führte meiner Ansicht auch dazu, daß noch heute die Ansichten zu Nietzsche auseinanderklaffen und soviele Interpreationen möglich sind. Nietzsches hat was er bejahte irgendwann auch wieder verneint, heißt es - verkürzt - an einer Stelle bei Wikipedia. Was in diesem Blog folgt, will ich auch unter diese Prämisse stellen:

Es handelt sich um meinen Abriß des Buches mit ganz verkürzter Ableitung. Ich habe keine Ahnung, was Safranski und Nietzsche von den nachfolgenden Zeilen halten würden :)

Nietzsche überdachte die Funktion der Moral. Er untersuchte das Denken und die Wahrnehmung, die Bildung des Bewußt-Seins. Unter dem Einfluß des Darwinismus entwickelte er seinen Typus des Über-Menschen. Auch andere Philosophen, selbst Darwin, sahen die Weiterentwicklung des Menschen zur höheren Stufe "Über-Mensch" als Möglichkeit, das Konzept war also zeitgemäß. Wie ich es verstehe war Nietzsches "Wille zur Macht" der Wille zur Gestaltung, zur Schöpfung, den Nietzsche im Menschen suchte, er war für ihn ein Konglomerat verschiedener Formen des Willens: zur Kunst, zur Wahrheit, zur Erkenntnis, zur Umwandlung. Diese Willensformen sollen in uns in einem beständigen Werden, in einem beständigen Kampf sein und um die (Vor-)Macht kämpfen.

Seine Ansichten inspirierten Künstler wie Thomas Mann, Gustav Mahler, Richard Strauß. Es entwickelte sich die "Lebensphilosophie" aus Nietzsches Grundgedanken, daß Leben sich selbst gestalten muß und das Bewußtsein - positiv oder negativ - hierin wirkt. "Leben" wurde ein Losungswort der Jugend, ein Gefühl und eine Bewußtsein für Vitalität, Aufbruch und Werden statt Verharren, Finden neuer und nicht nur Entdeckung alter Werte. Architektur, Kunst (Expressionismus, Jugendstil) wurden inspiriert von dieser Lebensphilosophie.

Ironischweise bekam Nietzsche, der natürlich seine Lehren verkündet und beachtet sehen wollte, nicht einmal den Beginn hiervon mit. Erst nach seinem geistigen Zusammenbruch wurden seine Schriften populär: Der Philosoph, der das Ungeheure schaute und darüber den Verstand verlor.

Tragisch. Meine Meinung: Nietzsche war jetzt in der von ihm postulierten dionysischen Wirklichkeit, im Ungeheuren, angekommen. Ob nun physiologisch oder psychologisch bedingt, er war kein Über-Mensch in seinem eigenen Sinne. Letzter hätte aufgrund der physiologischen Entwicklung nicht erkranken können (genetische Züchtung) bzw. wäre psychologisch in der Lage gewesen, das Ungeheure zu sehen und sich diese Erfahrung unbeschadet einzuverleiben...

Seiner Leidenschaft für Musik ist er wohl bis zu seinem geistigen Ende treu geblieben, denn er tanzte kurz vor seinem Zusammenbruch. Und Musik war für ihn Leidenschaft und die universelle Kommunikationsform. Sie bedurfte keiner Sprache, sie wurde gefühlt. Für ihn wird die Musik wohl eine Art Schwingung in der absoluten dyonisischen Wirklichkeit (das umfassende Sein) gewesen sein. Sie diente einerseits als Mittler, um in die absolute Wirklichkeit durch Ekstase zu gelangen, in der absoluten Wirklichkeit zu schwingen und den Menschen aus ihr unbeschadet zurück in unsere normale Welt zu geleiten. Vielleicht hat Rüdiger Safranski deshalb das Buch mit dem Satz begonnen "Die wahre Welt ist Musik"

Ich habe Nietzsche nicht vollständig begriffen, dazu hätte ich mich nicht einfach so in diese Thematik "werfen" dürfen. Das Buch war theoretischer, als ich erhofft hatte, und an einigen Stellen ohne Nebenlektüre nicht verständlich. Manches Mal auch mit Nebenlektüre nicht, jedoch hatte ich auch keine Lust, dann tiefer einzusteigen und mir Literatur über Paul Reé, Phänomologie, Heidegger, Jasper, Bertram, Foucault usw zu besorgen. Aber meine Intention war auch nicht, Nietzsches Philosophie zu verinnerlichen und vollständig zu begreifen (hm Bequemlichkeit). Ich wollte etwas über Nietzsche erfahren und meine Methode war das Lesen von Rüdiger Safranskis "Nietzsche, eine Biographie seines Denkens". Und die Anfertigung eines Exzerpts mit eigenen Anmerkungen :) , das ich beim Buch belassen werden.

Samstag, 15. August 2009

Sandman 5

Die Vorstellungswelt Neil Gaimans im 5. Teil der Sandman-Reihe "Über die See bis zum Himmel" habe ich durchwandert und es war wieder fesselnd, wenn auch nicht so sehr wie der letzte Band "Zeit des Nebels".

Der Comic beschäftigt sich mit Barbara, auch genannt Barbie. Barbie und ihr damaliger Freund Ken (ja, genau der) tauchen bereits in dem zweiten Sandman-Band "Das Puppenhaus" auf, sie hat dort Kontakt u.a. zu einem - personifizierten - Traumwirbel und zu einem entflohenen Traum "Fiddlers green". Sie wohnt jetzt nach der Trennung von Ken in der Großstadt, und zwar in einem Mietshaus zusammen mit anderen skurillen Leuten wohnt. Von denen erneut einige mehr oder anders sind als sie scheinen. Als das wären Wanda, Thessaly, George sowie das lesbische Pärchen Hazel und Foxglove. Plötzlich taucht in der Stadt ein riesiger Hund auf, der Barbie sucht. Und Barbie erinnert sich an ihre kindliche Phantsie- und Traumwelt, in der dieser Hund eine Rolle spielte. Aber das kann nicht sein, nicht wahr?

Später wird sie einschlafen und in die Traumwelt hinüberwechseln. Dort ist sie (wieder) Prinzessin Barbara und auf einer mystischen Suche. Begleitet wird sie von tierischen Gefährten, die Barbie fast umgehend als real akzeptiert. Und dann gibt es noch den Kukuck, Verkörperung einer anderen Macht, die nicht umsonst diesen Namen trägt...

Mit der Biographie von Nietzsches Denken komme ich voran. Zwangsläufig ist es kein Buch, daß man in zwei Tagen durchliest.

Als Entspannung nebenher habe ich mir den nächsten zugekauften Darkoverteil von Marion Zimmer Bradley geschnappt: "Das Zauberschwert". Der erste Satz lautet:

"Er war einem Traum gefolgt, und der Traum hatte ihn zum Sterben hierher gebracht."

Ausgelesen habe ich es inzwischen auch. Er ist Andrew Carr, ein Terraner, dessen Laran erwach. Er ist als einziger in der Lage, einen Hilferuf der entführten Leronis Callista zu empfangen. Im Verlauf des Roman lernt er mehr über Laran, Sternensteine und ihren Gebrauch, Callistas Verwandte, Schwertkämpfe und Katzenwesen. Dieser Roman erzählt die Vorgeschichte zu "Der verbotene Turm" und war kurzweilig erzählt.

The Fall

Ich hatte ja vor vor kurzem mitgeteilt, daß ich mir die DVD "The Fall" bei amazon vorbestellt habe, immerhin als bluray-Version auch 32 EUR. Ich habe diese Bestellung gestern erst einmal storniert, da ich in der hiesigen Videothek die Leih-DVD (und auch nur 1 x) entdeckt habe. Natürlich wurde sie mitgenommen und gestern abend geschaut.

Der Name des männlichen Hauptdarstellers, des verletzt und mit Selbstmordgedanken im Krankenhaus liegenden Stuntman Roy, sagte mir gar nichts. Aber erkannt habe ich ihn sofort. Wenige Male bin ich im Spätprogramm bei "Pushing Daisies" auf Pro7 hängengeblieben; die Serie und die Erzählform sprachen mich nicht so an, daß ich die Serie weiterverfolgt hätte. Ned, der Konditor mit der ungewöhnliche Gabe, wird gleichfalls von Lee Peace gespielt.

Die kleine Alexandria wird von Catinca Untaru gespielt, wohl eine Neuentdeckung.

Die weitere für die Fantasiegeschichte wichtige weibliche Hauptfigur ist die Verlobte des bösen Gouverneurs "Schwester Evelyn". Auch diese Schauspielerin namens Justine Waddel kam mir bekannt vor. Hier habe ich dann mal bei Wikipedia nachgeschaut und gefunden: Sie hat in der Mansfield-Park-Verfilmung aus 1999 neben Jonny Lee Miller gespielt, und zwar die Julia Bertram.

The Fall (2006) ist optisch überwältigend. Bereits die ersten Slowmotion-Aufnahmen in schwarz-weiß/sepia, die Momentaufnahmen von Roys Stuntmanunfall - der Fall von Brücke - und der Reaktionen der Crew zeigen, sind wundeschön. Die dann "normal farbig" werdenden Krankenhausaufnahmen zeigen führen zu Alexandria und dann zu Roy. Er erzählt ihr, daß ihr Name von Alexander dem Großen abstammt und die Geschichte wechselt erstmals in das Reich der Fantasie: Alexander in Ruinen, später Alexander in einer orangefarbenen Wüste vor einer riesigen Düne stehend mit rotem Kopfschmuck, seine Männer hinter ihm. Ein einzelner Bote auf einem Pferd, mit wehendem roten Kopfschmuck reitet auf ihn zu ... Die Farbintensität ist unglaublich. Bei Alexandrias nächstem Besuch wird er ihr von der Schmetterlingsinsel erzählen, von dem Inder, von Luigi, Darwin mit seinem (wunderbaren) Äffchen, dem Sklaven Otta Benga, dem Banditen, die allem dem dem bösen Gouverneur Odius Rache geschworen haben. Später kommt der Mystiker hinzu und natürlich Schwester Evelyn und die Tochter des Banditen ... Die Kostüme in der Fantasiewelt sind außergewöhnlich, die Farbgebung ist traumhaft, intensiv gleißend und scharf umrissen.

Es ist die Geschichte des sich mit Selbstmord tragenden Roy, der Alexandria einspannt, um an Morphin zu kommen. Es ist die Geschichte der fünfjährigen Alexandrias, die ihren Vater vermißt und in deren Fantasie ihr Vater sie nicht für immer verlassen hat, er ist der Bandit, er ist Roy. Es ist auch die Geschichte des Banditen und seiner Bande, die eine neue Qualität bekommt, als die Tochter des Banditen zu ihnen stößt. Es ist eine Geschichte von Fällen: Roys Sturz und Alexandrias Stürze, der Fall einiger Gefährten des Banditen, der Fall des Banditen selbst, des Gouverneuers und selbst Schwester Evelyns, seien sie nun sämtlich wortwörtlicher oder seelisch/moralischer Natur. Und die Geschichte wird in Ruhe erzählt und in Bildern.

Wer The Cell (2000) mit Jennifer Lopez und dem von mir geschätzten Vincent D’Onofriot kennt - ich finde auch diesen Film äußerst faszinierend, aber auch brutal -, wird die Handschrift und Erzählweise des Regisseurs Tarsem Singh wieder.

Schlußendlich:
Sowohl "The Cell", als auch "The Fall" kommen als bluray auf einem HD-Fernseher sicherlich genial. Ich hätte auch beide Filme gern in meiner Sammlung, idealerweise beide als bluray, mit deutscher Tonspur, und vielleicht in einer "Regisseur-Box". Also werde ich mal etwas Zeit verstreichen lassen. Insbesondere "The Cell" gibt es derzeit nur auf dem US-Markt (Region 1), offensichtlich wurde dieser Film neu veröffentlicht im Juli 2009, vermutlich wegen der Veröffentlichung von "The Fall".

Freitag, 14. August 2009

Buchwächter, Video-Chat und Einkäufe

Hier haben wir Merlin auf meinem Nils-Moormann-Buchstapler, in den ich gerade im Rahmen einer Umorganisation meinen "Turm ungelesener Bücher" verteile. Wachsam und leicht skeptisch schaut er, wie ich finde ...

Der blau-weiß-gestreifte Porzellan-Kamerad hat innere Werte, die hoffentlich irgendwann für einen neuen Kratzbaum im Schlafzimmer reichen.

Für meinen Blog erstelle ich die Fotos ja immer mit meinem Handy. Ich finde die Fotos in der hier abgebildeten Größe ganz o.k, bei Vergrößerungen sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Aber meine Digi-Kamera produziert immer so kühl-blaustichige Bilder, die mir nicht gefallen. Also bleibt es noch bei dieser Methode. Vielleicht hole ich mir irgendwann mal eine neue Digi-Kamera ...


Und hier sind meine dieswöchigen Neuzugänge, die in den Buchstapler auch eingeordnet werden:

"In meinem Himmel"
Dieser Roman wird/wurde verfilmt unter dem Titel "The lovely Bones". Nachdem ich in einem anderen Blog einen Trailer zu "The lovely Bones" gesehen habe, dachte ich: Hm, interessant. Dann las ich in einem User-Kommentar, daß der Film auf dem Buch von Alice Sebold beruht, also habe ich mir die deutsche Ausgabe - gebraucht - gekauft(Coverbild von Goldmann): Die Protagonistin Susie führt ein normales Kleinstadtleben, sie wird von einem Vergewaltiger getötet. Der Roman ist aus Susies Perspektive geschrieben, die "von ihrem Himmel" das Leben, die Freunde, die Familie, beobachtet und deren Versuche, den Verlust zu verarbeiten.

Auch der Roman "Das gläserne Tor" rückte in den Fokus meiner Aufmerksamkeit durch Lesen eines Blogs (Cover: Heyne): Der Roman spielt um 1895. Vor den Augen von Gracia, der Verlobten des Berliner Archäologen Friedrich, verschwindet am Ausgrabungsort ein Fremder in der Havel. Auch Gracia verändert sich, sie kann Wasser aus Nichts erschaffen. Auch sie zieht es in die Havel ... und sie landet in der Wüste einer anderen Welt ...

Über "Das Buch ohne Namen" bin ich in I. beim Stadtbummel gestolpert (Cover: Lübbe). Ob es wirklich hält was es verspricht -

auf der Rückseite steht: Jeder der dieses Buch liest, stirbt. Doch nur wer es liest, weiss, warum... Zwielichtige Gestalten beherrschen die Straßen von Santa Mondega - der vermutlich einzigen Stadt der Welt, in deren Bars man nicht rauchen darf, sondern muss. Eine Sonnenfinsternis wird dieses gottverlassene Fleckchen Erde bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird Blut fließen. Mehr Blut als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: The Bourbon Kid.

- bleibt abzuwarten. Für mich klang es so seltsam, daß ich es zum Lesen mitnahm.

Hier sind die zwei weiteren - gebrauchten - Bücher, die mir diese Woche geliefert wurden:

"American Gods"(Cover Heyne) von Neil Gaiman stand auf meiner Liste, weil ich neben den Sandman-Comics auch mal etwas anderes, sprich einen Roman, von ihm lesen wollte. Shadow wird aus dem Gefängnis entlassen und steht nach einem weiteren Schicksalsschlag dann vor dem Nichts. Er nimmt einen Job als Chauffeur für "Mr. Wednesday" an, der sich als Gottvater Odin entpuppt. Odin und viele andere Götter sind nach Amerika eingewandert, aber ihre Macht geht an die modernen Götter wie Medien und Geld. Eine Schlacht steht an ...

"Das verschollene Bild" (Cover dtv) von Michael Frayn stand schon länger auf meinem Wunschzettel bei amazon.de. Ich erinnere nicht mehr, warum. Der Klappentext führt aus: Eine ländliche Gegend nördlich von London. Hier stößt der Kunsthistoriker Martin Clay auf ein altes Gemälde, das er für einen verschollenen Bruegel hält. Und schon packt ihn die Gier: Wie kann er das Bild unauffällig in seinen Besitz bringen?

Tja, und die letzte Lieferungen kamen gestern und heute, jeweils Comics, jeweils gebraucht:

Da wäre zum einen "Fables" Bd. 1 - Legenden im Exil:
Die allseits bekannten Märchenfiguren wurden aus dem Märchenland vertrieben und suchen Zuflucht im New York der Gegenwart. Und Rose Red wurde ermordet, der Wolf ist - der Detektiv!

Zum anderen habe ich die nächsten beiden Sandman-Bände, Story by Neil Gaiman, geordert, nunmehr Band 6 und 7.

Ich habe gestern mit meiner Freundin Sayuri telefoniert. Bei dieser Gelegenheit habe ich meiner Freundin gesagt, daß ich ihre Selbstdiziplin bewundere, unter anderem in Bezug auf Bücherkauf. Im Gegensatz zu ihr kann ich mich trotz stetig wachsenden Turms ungelesener Bücher nicht zurückhalten und kaufe fröhlich weiter ein. Sie ist da konsequenter: Wenn Sie sich vornimmt, ein halbes Jahr oder so keine Bücher zu kaufen (Ausnahme: Vervollständigung von Serien), dann hält sie sich auch daran.... Teilweise haben Sayuri und ich unser Gespräch per Video-Chat geführt, und zwar über das google-eigene Programm, cooole Sache. Ich finde auch, daß es recht gut mit der Datenübertragung klappte. Eine Ton-Rückkopplung, von der Sayuri berichtete, fand bei mir nicht statt. Als Alternative wollen wir demnächst mal Skype austesten. Vielleicht klappt das ja damit noch besser...

Montag, 10. August 2009

Wochend-Nachlese

Am Wochendende habe ich "Die Winde von Darkover" ausgelesen, ein Roman aus dem Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Der erste Satz lautete:

"Barron stopfte seine letzten Habseligkeiten in einen Duffelbag, zog die Schnüre zu und sagte zu niemandem im besonderen: 'Das wär's also, un dzum Teufel mit ihnen allen.' "

Ich dachte ja, daß MZB "Die Landung" 1972 als ersten Darkover-Roman geschrieben hatte (Blog vom 02.08.09). Stimmt nicht: "Die Winde von Darkover" wurden schon 1965 geschrieben, davor kam bereits "Retter des Planeten" aus 1958. Letzteren habe ich noch nicht gelesen. "Die Winde von Darkover" ist ein etwas irreführender Titel, jedenfalls wenn man mit Darkover vertraut ist und den Geisterwind erwartet. Zwar wird er im Rahmen der Feuerbekämpfung erwähnt und findet auch statt. Jedoch ist der Zeitrahmen im Verhältnis zur Geschichte dermaßen kurz, daß die Titelgebung schon seltsam anmutet. Der Roman spielt nach der "Wiederentdeckung" Darkovers durch Terra. Bei Barron, einem Terraner, erwacht das Laran, vermutlich von außen forciert. Durch die telepathischen Visionen wird er von seinen Pflichten im Raumhafen abgelenkt und verursacht fast einen Crash. Ihm wird vom terranischen Imperium eine 2. Chance eingeräumt, er soll die Darkovaner in der Kunst des Linsenschleifens unterrichten. Probleme ergeben sich durch seine ständig auftauchenden telepathischen Visionen, wenn es denn welche sind ...

MZB zeigt auch hier bereits grundlegende Dinge Darkovers auf: die Zeiten des Chaos werden erwähnt, die 7 Domänen, Hastur und Cassilda's Legende, Matrixsteine, die Trockenstadt mit den Frauen in Ketten, das Schmiedevolk und Sharra. In den späteren Romanen werden all diese Aspekte von MZB mal mehr, mal weniger hervorgehoben und ausgefeilt. War schon nett, sich durch diesen recht kurzen Roman von knapp 155 Seiten zu lesen. Und es war eine schöne Abwechslung zu meiner Hauptlektüre (Safranski).

Am Samstag abend habe ich mir im übrigen "Watchmen" angeschaut. Sayuris Freund hatte mir schon gesagt, daß sich der Film stark an den Comic hält. Stimmt. Der Smiley, das Blut, die Kamerafahrt am Anfang. Den Cast finde ich grundsätzlich gelungen. Positiv fiel mir der Rorschach-Darsteller Jackie Earle Haley auf, der auch optisch dem Comic-Vorbild nahekommt. Nicht so gelungen fand ich die Anlage und Darstellung des Dr. Ozymandias durch Matthew Goodem; ich habe jedesmal bei ihm gedacht:

ACHTUNG SPOILER

Wie kann dieser Typ (es sind ja keine Superhelden mit Superkräften, Dr. Manhatten mal ausgenommen) denn den Comedian nicht nur hochheben, sondern auch durch ein Fenster werfen? Und: Himmel, der Schauspieler wirkt so feminin. Für mich paßte das nicht mit der Figur zusammen.

Die optische Umsetzung war gelungen, die Bilder fand ich toll. Wenn auch auf den Piratencomic im Watchmen-Comic bei der filmischen Umsetzung verzichtet wurde - das hätte auch den Rahmen völlig gesprengt - , so war doch der Zeitungskiosk mehrfach im Bild incl. des comiclesenden Jungen. Es wurde gekämpft, es gab viel Dialog, es gab das voice-over von Rorschach (gleichfalls dem Comic nachempfunden), es gab Humor (z.B. die leicht genervten Blicke von Night Owl II in Bezug auf Rorschachs Vorgehensweise) und es gab Splattermomente: die Gefängniszene mit der Säge z.B.? Argh!

Den Film würde ich mir jederzeit noch einmal anschauen, ganz einfach weil er sehr detailverliebt ist. Kaufen werde ich ihn mir allerdings nicht.

Sonntag, 9. August 2009

Neuzugänge, die zweite

Surfen im Internet ist eine gefährliche Sache, insbesondere wenn man es NICHT schafft, von amazon.co.uk wegzubleiben. Nicht für den TuB, aber für mein zweites Scheren-DVD-Regal habe ich Nachschub geordert: Britischer Humor wird Einzug halter in Form von

- "Spaced" mit Simon (Shaun of the Dead - Nick Angel Hot Fuzz und Trek-Reboot Scotty) Pegg und Nick Frost (gleichfalls Shaun of the Dead u. Hot Fuzz), spielt aber nicht im Weltraum!Spaced - Definitive Edition [UK Import]: Amazon.de: Simon Pegg, Jessica Stevenson, Julia Deakin, Nick Frost, Bill Bailey, David Walliams, Paul Kaye, Sarah Alexander, Mark Gatiss, Edgar Wright: DVD & Blu-ray

-"Black Books" mit Dylan Moran (tauchte auch in Shaun of the Dead auf), einen Buchladeninaber Black Books - The Complete Series 1-3 [UK Import]: Amazon.de: Dylan Moran, Bill Bailey, Tamsin Greig: DVD & Blu-ray

- "Jeeves & Wooster" mit Stephen Fry und Hugh Laurie, muß ich zu den beiden noch etwas sagen? Jeeves And Wooster - The Complete Collection UK Import: Amazon.de: Stephen Fry, Hugh Laurie, Robert Young, Simon Langton, Ferdinand Fairfax: DVD & Blu-ray Auf diese Box werde ich aber etwas warten müssen, sie ist z.Zt. in UK ausverkauft (nur 12 EUR)

Aus der US-Ecke kommt außerdem "Entourage" hinzu, klang interessant und war in der SeasonBox 1+2 recht günstig mit 17 EUR bei amazon.co.uk Entourage - Series 1-2 [UK Import]: Amazon.de: Entourage: DVD & Blu-ray , soll sogar eine dt. UT-Spur haben...

(Die Links verweisen offensichtlich auf die deutsche Amazonniederlassung)

Aufgrund eines Blog-Artikels habe ich mich außerdem bei dem deutschen Amazon-Anbieter zur Vorbestellung des Films "The Fall" entschieden. Dieser Film ist bei uns im Kino nicht gelaufen, in UK bereits auf DVD erschienenen - und auch günstiger -, aber:

Bei diesem Fantasyfilm möchte ich mich nicht auf mein Englisch allein verlassen. Ehrlich gesagt will ich den Film das erste Mal auf deutsch sehen. Für Entdeckungen bietet der Film, wie es aussieht, genügend Raum, meine Muttersprache scheint mir da als Ausgangspunkt am besten geeignet zu sein. The Fall (limited 3-Disc Mediabook) [Blu-ray]: Amazon.de: Lee Pace, Catinca Untaru, Justine Waddell, Robin Smith, Julian Bleach, Leo Bill, Emil Hostina, Ronald France, Sean Gilder, Grant Swanby, Aiden Lithgow, Tarsem Singh: DVD & Blu-ray

Diese Bild wollte ich Euch auch nicht vorenthalten. Als ich gestern meine Tour durch L. beendet hatte und nach Hause kam, erwartete mich mein "Wach"Kater Marlowe:

Freitag, 7. August 2009

Neuzugänge

Hier sind die Amazon-Lieferungen - bzw. die vom Marketplace - dieser Woche, auf daß der TuB wächst...

John Miltons Verlorenes Paradies stand ja schon länger auf meiner "Liste", wirklich herangetraut habe ich mich ja nie. Als es aber diese gebundene Ausgabe bei Amazon für nur noch 10 Eur gab, habe ich doch zugegriffen. Wann ich mit dem Lesen anfangen werde, steht natürlich auf einem anderen Blatt ...

"Zurück in die Zukunft" - die Trilogie sehe ich noch heute gern. Ich kenne auch eigentlich nur seine Filme, nicht die TV-Serien, die er später gemacht hat. Sein Buch beschäftigt sich mich seiner Parkinson-Erkrankung. Der Autor ist mir sympathisch, das Thema interessant, also habe ich für 3,99 EUR zugegriffen. Ein Schnäppchen, wie ich finde.

Ja und dann Teil 3 von Thursday Next - Im Brunnen der Manuskripte. Vermutlich sollte ich vorher meine beiden anderen Thursday Next Romane noch einmal lesen ... Das Buch habe ich über den Marketplace bestellt und es ist ein einem ausgezeichneten Gebrauchtzustand. Ich vermute mal, daß es ein Doppelkauf war, ich habe nicht den Eindruck, daß das Taschenbuch schon einmal gelesen worden ist.

Im Blog vom 02.08.2009 habe ich ja schon angedeutet, daß mir noch ein paar Romane aus dem Darkover-Zyklus von Marion Zimmer-Bradley fehlen. Nun, inzwischen sind es zwei weniger. Beide Romane stammen vom Marketplace und sind vom Zustand her in Ordnung. Mein erster Blick auf die Ulstein-Cover ließ mich unwillkürlich an Illustrationen russischer Künstler zu Märchen denken. Himmel, sind die Cover bunt und grell. Als Kunde in einer Buchhandlung und ohne Kenntnis von MZB wäre ich an diesen Büchern vorbeigegangen, die Gestaltung hätte mich nicht zum Kauf angeregt. Bei der Marketplace-Bestelllung habe ich mich bewußt für Ulstein entschieden, einfach weil diese beiden Teile aus der Knaur-Serie (meine anderen Darkover-Bücher sind aus dieser Serie) wahnwitzig teuer waren, gebraucht wohlgemerkt! Offenbar sind diese TB zur Zeit vergriffen. Bei Gebrauchtbüchern kann ich recht gut damit leben, daß diese beiden Romane nicht in meine übrigen Knaur-Reihe passen, für das so gesparte Geld wurde zumindest ein weiteres Buch finanziert. Vermutlich kommen die Artikel meiner gestrigen Amazon-Bestellung nächste Woche an :) .

Die Biographie von Nietzsches Denken ist immer noch meine Hauptlektüre, zur Entspannung habe ich aber nebenbei noch Teil 5 des Comic-Sandmannes und "Die Winde von Darkover" bei der Hand.

Dienstag, 4. August 2009

Mal etwas älteres aus dem TuB

Neil Gaimans Sandman Comic Teil 4 "Die Zeit des Nebels" habe ich durch. In diesem Buch wird die bereits in Teil 3 angerissene Geschichte Nada's aufgegriffen. Morpheus entscheidet sich zu dem Versuch, Nada aus der Hölle zu holen, in die er sie verbannt hat. Und trotz seiner Macht als einer der Ewigen ist da noch Luzifer zu berücksichtigen. Morpheus rechnet mit Problemen, aber er geht trotzdem. Und es erwartet ihn in der Hölle ... Stille.

Die Storyline von Gaiman ist dieses Mal durchgängig, es gibt keine Sprünge in verschiedene Traumgeschichten, die lose oder gar nicht verbunden sind, so wie es noch in Band 3 der Fall war. Nun ja, mit Ausnahme der Geschichte von den zwei Jungen, die aus dem Internat weggehen. Dieser Handlungsbogen hat zwar seinen Ausgang bei den Geschehnissen, die in der Hölle stattfinden, aber was mit den Jungen genau passiert - und im übrigen auch mit Luzifer - bleibt offen. Die Zeichner variieren erneut, so daß auch dieser Band im Detail wieder anders ausschaut als die anderen. Und auch dieser Band hat mich wieder in seinen Bann gezogen und ich bin mit Morpheus durch den "Nebel der Möglichkeiten" gewandert, bis sich dieser durch die Wahl des Sandmans klärte. Man kann sich zum Schluß durchaus die Frage stellen, ob es tatsächlich Morpheus' Wahl war. Den neuen Sandman-Comic Band 5 "Über die See zum Himmel" habe ich bereits begonnen, später mehr.

Da ich in letzter Zeit soviel Fantasy und Horror bzw. SciFi gelesen habe, habe ich mich für einen kleinen Themawechsel entschieden. Seit längerer Zeit befindet sich in meinem Turm ungelesener Bücher "Nietzsche - Biographie seines Denkens", geschrieben von Rüdiger Safranski. Der Kauf erfolgte per Katalog, also ohn Blick in das Buch, einfach weil ich neugierig war und man es als Sonderangebot bei zweitausendeins günstig erwerben konnte. Der erste richtige Satz des ersten Kapitels lautet:

"Die wahre Welt ist Musik."


Ein Satz, der Appetit auf mehr machte. Und weshalb? Zum einen, weil der Satz wirklich schlicht und schön ist. Ist der Satz vom Autor? Schreibt er weiter in dieser Kompaktheit? Oder ist dieser Satz ein Zitat von Nietzsche? Womit ich zum anderen komme: Weshalb ist die Musik die wahre Welt für ihn?

Inzwischen habe ich die ersten beiden Kapitel gelesen. Ich nehme an, daß der vorstehende Satz kein Zitat von Nietzsche ist. Es fehlt die Zitatstelle. Aber er spiegelt wohl Nietzsches Einstellung zur Musik wieder, vielleicht noch mehr. Die Frage nach dem weshalb bleibt also.

Ich gehe jetzt weiterlesen ...

Sonntag, 2. August 2009

BBC-Bücherfrage

Aus dem Blog von Libromanie habe ich folgendes Thema übernommen:

Die BBC glaubt, daß die meisten Menschen nur 6 der nachstehend aufgelisteten 100 Bücher tatsächlich gelesen haben. Und nein, ich weiß nicht, unter welchen Bedingungen die BBC ihre Liste erstellt hat und welches Endlesealter die BBC annimmt :) Ich finde solche Listen einfach witzig und bin sie durchgegangen.

Wie Nina auf Libromanie habe ich die von mir bereits gelesenen Bücher mal fett markiert. Danach komme auf 27. Mal schauen, vielleicht habe ich ja Zeit und Lust, weitere Bücher dieser Liste zu lesen. Kommt ganz auf meinen wachsenden Turm ungelesener Bücher (TuB) an :)

1. Pride and Prejudice – Jane Austen
2. The Lord of the Rings – JRR Tolkien
3. Jane Eyre – Charlotte Bronte
4. Harry Potter series – JK Rowling
5. To Kill a Mockingbird – Harper Lee
6. The Bible
7. Wuthering Heights – Emily Bronte
8. Nineteen Eighty Four – George Orwell
9. His Dark Materials – Philip Pullman
10. Great Expectations – Charles Dickens
11. Little Women – Louisa M Alcott
12. Tess of the D’Urbervilles – Thomas Hardy
13. Catch 22 – Joseph Heller
14. Complete Works of Shakespeare
15. Rebecca – Daphne Du Maurier
16. The Hobbit – JRR Tolkien
17. Birdsong – Sebastian Faulk
18. Catcher in the Rye – JD Salinger
19. The Time Traveler’s Wife – Audrey Niffenegger
20. Middlemarch – George Eliot
21. Gone With The Wind – Margaret Mitchell
22. The Great Gatsby – Scott Fitzgerald
23. Bleak House – Charles Dickens
24. War and Peace – Leo Tolstoy
25. The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy – Douglas Adams
26. Brideshead Revisited – Evelyn Waugh
27. Crime and Punishment – Fyodor Dostoyevsky
28. Grapes of Wrath – John Steinbeck
29. Alice in Wonderland – Lewis Carroll
30. The Wind in the Willows – Kenneth Grahame
31. Anna Karenina – Leo Tolstoy
32. David Copperfield – Charles Dickens
33. Chronicles of Narnia – CS Lewis
34. Emma – Jane Austen
35. Persuasion – Jane Austen
36. The Lion, The Witch and The Wardrobe – CS Lewis
37. The Kite Runner – Khaled Hossein
38. Captain Corelli’s Mandolin – Louis De Bernieres
39. Memoirs of a Geisha – Arthur Golden
40. Winnie the Pooh – AA Milne
41. Animal Farm – George Orwell
42. The Da Vinci Code – Dan Brown
43. One Hundred Years of Solitude – Gabriel Garcia Marquez
44. A Prayer for Owen Meaney – John Irving
45. The Woman in White – Wilkie Collins
46. Anne of Green Gables – LM Montgomery
47. Far From The Madding Crowd – Thomas Hardy
48. The Handmaid’s Tale – Margaret Atwood
49. Lord of the Flies – William Golding
50. Atonement – Ian McEwan
51. Life of Pi – Yann Martel
52. Dune – Frank Herbert
53. Cold Comfort Farm
54. Sense and Sensibility – Jane Austen
55. A Suitable Boy – Vikram Seth
56. The Shadow of the Wind – Carlos Ruiz Zafon
57. A Tale Of Two Cities – Charles Dickens
58. Brave New World – Aldous Huxley
59. The Curious Incident of the Dog in the Night – Mark Haddon
60. Love In The Time Of Cholera – Gabriel Garcia Marquez
61. Of Mice and Men – John Steinbeck
62. Lolita – Vladimir Nabokov
63. The Secret History – Donna Tartt
64. The Lovely Bones – Alice Sebold
65. Count of Monte Cristo – Alexandre Dumas
66. On The Road – Jack Kerouac
67. Jude the Obscure – Thomas Hardy
68. Bridget Jones’s Diary – Helen Fielding
69. Midnight’s Children – Salman Rushdie
70. Moby Dick – Herman Melville
71. Oliver Twist – Charles Dickens
72. Dracula – Bram Stoker
73. The Secret Garden – Frances Hodgson Burnett
74. Notes From A Small Island – Bill Bryson
75. Ulysses – James Joyce
76. The Inferno – Dante
77. Swallows and Amazons – Arthur Ransome
78. Germinal – Emile Zola
79. Vanity Fair – William Makepeace Thackeray
80. Possession – AS Byatt
81. A Christmas Carol – Charles Dickens
82. Cloud Atlas – David Mitchell
83. The Color Purple – Alice Walker
84. The Remains of the Day – Kazuo Ishiguro
85. Madame Bovary – Gustave Flaubert
86. A Fine Balance – Rohinton Mistry
87. Charlotte’s Web – EB White
88. The Five People You Meet In Heaven – Mitch Albom
89. Adventures of Sherlock Holmes – Sir Arthur Conan Doyle
90. The Faraway Tree Collection – Enid Blyton
91. Heart of Darkness – Joseph Conrad
92. The Little Prince – Antoine De Saint-Exupery
93. The Wasp Factory – Iain Banks
94. Watership Down – Richard Adams
95. A Confederacy of Dunces – John Kennedy Toole
96. A Town Like Alice – Nevil Shute
97. The Three Musketeers – Alexandre Dumas
98. Hamlet – William Shakespeare
99. Charlie and the Chocolate Factory – Roald Dahl
100. Les Miserables – Victor Hugo

verwandt: 
Die 100 beliebtesten Bücher Deutschlands anno 2004

Darkover

"Die Landeausrüstung war beinahe noch das geringste ihrer Sorgen; doch es war ein schwieriges Problem, hinein- und hinauszukommen."

So beginnt Marion Zimmer-Bradleys "Die Landung", der Beginn ihres Darkover-Zyklusses, 252 Seiten der Knaur-Taschenbuchausgabe. In unregelmäßigen Abständen lese ich in dieser Romanreihe, jedenfalls soweit ich ihre Teile habe. Gerade habe ich "Die Landung" beendet. Ein terranisches Raumschiff ist unterwegs, einen bereits erkundete Welt zu kolonisieren ... und macht eine Bruchlandung auf einer unbekannten. Die Hoffnung auf Reparatur des Schiffes und der durchaus realistische Hinweis (und auch Wunsch) der Kolonisten, nicht nur das Überleben, sondern das Leben auf dem Planeten zu sichern, kollidieren. Die Eigenarten dieser Welt werden von MZB postuliert: der Geisterwind und Laran, die 4 Monde, Nichtmenschen, Waldbrände.Die Ansätze sind da, werden von MZB aber erst in den späteren Romanen detaillierter ausgeführt. Der Roman endet: "Ein Jahrhundert später nannte man den Planeten DARKOVER. Aber die Erde wußte zweitausend Jahre lang nichts von ihm."

Ich bekenne, daß es eher ein neuerliches Durchwandern des Romans, denn vollständiges Lesen war. Einige Absätze - hauptsächlich die pseudotechnischen Beschreibungen der Bedingungen und Voraussetzungen einer Kolonisation - habe ich nur schräg überflogen; ich wollte mehr die zwischenmenschlichen Beziehungen der Gestrandeten, den Beginn ihrer Gesellschaft, der Laran-Entwicklung, der "Wechselbälger" auffrischen. Da mir aus dem Zyklus noch immer einige Romane fehlen, werde ich vermutlich meinen Bestand aufstocken. Es würde mich nicht wundern, wenn ich bei dieser Gelegenheit die Reihe weiter "querlese". Schließlich müssen die Neuzugänge ja von mir auch eingeordnet werden können :)

Samstag, 1. August 2009

Tintenwelt

Tintenblut und Tintentod von Cornelia Funke habe ich jetzt ausgelesen. Hm. Hatte mich Tintenherz noch vom ersten Sat gefesselt, bemerkte ich bereits bei Tintenblut, daß beim Lesen meine Konzentration nachließ, ebenso erging es mir bei Tintentod. Fenoglio nervte mich immer mehr mit seiner Egozentrik und Selbstgefälligkeit, der Eichelhäher - Mortimers alter ego - war für mich keine reizvolle Figur und blieb blaß, Eleonore und Darius empfand ich als überflüssige Nebenfiguren. Orpheus...war interessant. Was wird er in der Tintenwelt "anrichten" bzw. kann er überhaupt etwas in ihr anrichten, falls er einmal eigene Worte für eine Geschichte findet. Aber eigentlich war es Staubfinger/Feuertänzer, der mich "bei der Stange hielt". Und ja, als die Autorin in Tintenblut den "Showdown" vorbereitete und stattfinden ließ und auch im Tintentod auf der Burg im See die Geschehnisse schilderte, wurde ich von der Geschichte wieder gefesselt.

Frau Funke hat sich in Tintentod nach meinem Empfinden ja eine Fortsetzung offengelassen. Ich glaube eher nicht, daß ich einer Einladung zu einem vierten Besuch der Tintenwelt folgen würde.