Sonntag, 6. Dezember 2009

"Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer

ie von mir an anderer Stelle bereits erwähnt, habe ich  mir das Buch in Hamburg (Rückreise) am ersten Adventswochenende gekauft. Es schien mir eine gute Lektüre für den heutigen Leseabend in Melli's Bücherforum zu sein.Und tatsächlich habe ich den 224seitigen Roman heute früh um 00.50 Uhr beendet.
Der erste Absatz lautet:

"Kurt feiert Weihnachten heuer wie üblich daheim. Sein Herrl (ich) sicher nicht. Also nehmt mir bitte den hund ab. Er ist zutraulich und pflegeleicht. Er ist ein guter Hund."


Worum geht es:
Mit vorstehender Anzeige sucht Max, ein verkappter Journalist und Kolummnist, einen Hundesitter über die Weihnachtstage. Er will auf die Malediven fliegen. Auf die Anzeige meldet sich Katrin, eine med.-technische Angestellte bei einem Augenarzt. Sie mag zwar keine Hunde und er soll sie auch in Ruhe lassen, er erscheint ihr aber als Ausweg aus ihrer Weihnachtsroutine: jährliches Geburtstags- und Weihnachtsfest mit ihren Eltern. Und dieses Jahr wird sie 30. Kurt ist der fragliche Hund, der seine Zeit in Max' Wohnung unter einem Sessel im Halbschlaf verbringt und regelmäßig aus dem Haus "geschleift" werden muß, damit er überhaupt raus kommt. Kurt ist der im Titel genannte Weihnachtshund. Wie er zu diesem Namen kommt, ob Katrin das Hundesitting vornimmt und aus der Weihnachtsroutine ausbricht und ob Max seine Weihnachten auf den Malediven verbringen wird, erzählt dieser Roman.

***Nachlese
Sayuri hatte mir von Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind" vorgeschwärmt und mir auch daraus vorgelesen, klang gut (bislang von mir nicht gelesen). Das war mein ersten Kontakt mit Daniel Glattauer. Jetzt also "Der Weihnachtshund", mein erstes Buch von ihm: Der Autor schreibt mundartlich, aber nich so sehr, daß es nerven würde. Der Roman ist in 24 Kapitel unterteilt für den Tageszeitraum 01.12. bis 24.12. Jari hat am  Leseabend übrigens gesagt, sie  nutzt den Roman als eine Art literarischen Adventskalender, eine schöne Idee, wie ich finde.

Die Charaktere sind schon skurill. Max hat ein Kußtrauma erlitten und dadurch eine Kußphobie entwickelt, was sich natürlich auf sein Liebesleben auswirkt. Katrin dagegen hat nicht wirklich ein glückliches Händchen bei ihren Beziehungen, steckt in der eingangs erwähnten Weihnachtsroutine. Beide sind auf ihre Art unglücklich und auf der Suche. Kurt ist natürlich auch zu erwähnen: Der Autor schildert ab und an Geschehnisse auch aus Kurts Sicht, aber auch hier aus der Außenperspektive wie bei Katrin und Max.

Ich fand den Roman, ja, "nett". Wenn ich lese, daß es sich um eine Weihnachtsgeschichte handelt, gehe ich mit gewissen Erwartungen an das Buch heran. Daher sah ich bei diesem Buch auch recht schnell voraus, wohin sich die Geschichte entwickeln wird, was ich aber in diesem Fall - Weihnachtsgeschichte - nicht als schlimm empfand. Viel mehr als eine Weihnachtsgeschichte mit zugegebenermaßen skurillen Charakteren war es aber auch nicht wirklich. Zwar sind in Nebensätzen "Spitzen" zu finden in Richtung auf Tier-Kolummnen zum Beispiel. Auch die Nebenbemerkungen zum Singledasein verbunden mit Weihnachten oder den Schwierigkeiten beim Daten bzw. Beziehungsauf- und abbau sind unterhaltsam eingebracht. Aber viel mehr als nett und kurzweilig kann ich das Buch auch nicht bezeichnen. Offensichtlich habe ich einen anderen Humor: weder ein Schmunzeln noch ein Lachen wurde mir entlockt.


Daher: 3 Sterne von 5

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