Montag, 30. November 2009

"Percy Jackson in Diebe im Olymp" von Rick Riordan

Das Buch habe ich mir aufgrund eines Filmtrailers geordert. Moviepilot hatte ihn in meinen google-reader gebeamt, der Film kommt nächstes Jahr in die Kinos. Und als ich las, daß der Film auf dem Buch von Rick Riordan beruhte, habe ich mich bei Amazon mal eingeklickt und auch prompt bestellt. Es handelt sich um ein Jugendbuch - und das war mir auch egal :). Der erste Satz:


"Echt, ich habe nicht darum gebeten, als Halbblut auf die Welt zu kommen".

Worum geht es:
Percy Jackson ist 12 Jahre alt, der nach Ansicht seiner Lehrer nicht nur eine Lese-/Schreibschwäche hat, sondern auch an dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leidet. Percy ist inzwischen von etlichen Schulen geflogen, sein Stiefvater trinkt, seinen leiblichen Vater kennt er nicht. Ein Problemkind, also!? Ja, aber anders, als erwartet. Denn als sich auf einer Klassenfahrt  seine Klassenlehrerin Mrs Dodds wortwörtlich in eine stinkende Furie verwandelt und fauchend über ihn herfällt und auch später seltsame Dinge in seiner Gegenwart geschehen, merkt Percy, daß ADHS nicht wirklich ein Problem ist. Offensichtlich ist er einfach unterfordert, versteht problemlos altgriechisch und ist ein Halbblut, ein Heroe, ein Held, ein Kind einer Sterblichen und eines griechischen Gottes. Im Halbblut-Camp erfährt er nicht nur, wer sein Vater ist. Er muß auch - wie frühere griechische Helden - eine Aufgabe erfüllen: Wer hat den Blitz des Zeus gestohlen? Gemeinsam mit der Heldin Annabeth (Athenes Tochter) und dem Satyr Grover macht Percy sich auf die Suche. Doch sie müssen eine Frist einhalten, sonst droht ein göttlicher Krieg. Und die seltsamen Andeutungen des Orakels bringen Percy natürlich ins Grübeln...

**** Nachlese
Mir lag die Carlsen-TB-Ausgabe in der Übersetzung von Gabriele Haefs vor und letztere ich, wie ich glaube, gut gelungen. Der Roman ist aus Percys Perspektive geschrieben und beginnt im ersten Kapitel mit der besagten Klassenfahrt. Rick Riordan schreibt flüssig, in Jugendsprache, alltagstauglich und machmal flapsig. (kleines Beispiel: "Der Mann hatte wirklich Radarohren").

Ok, es ist ein Jugendbuch und ich bin keine 12jährige mehr :) Sorry, wenn Ihr wissen möchtet, ob das Buch für 12-13 Jährige gut lesbar ist ... fragt eine/n 12-13 Jährige/n. Und zugegebenermaßen war ich unterfordert als Leserin (mir war sehr z.B. schnell klar, wer Percys Vater ist). Auch Sprache und Syntax sind auf eine andere Zielgruppe abgestimmt. Aber ich wurde trotzdem gut unterhalten:

Als Kind habe ich die griechischen Sagen - gesammelt von Gustav Schwab - geliebt. Ich war begeistert von den griechischen Mythen, von Uranos und Gäa, Rhea und Chronos, Zeus, Poseidon, Hades, Hera, Hestia und Demeter und den weiteren griechischen Göttern. Jason und die Argonauten, Odysseus, der trojanische Krieg, Theseus, Perseus, Herakles, Ödipus, Philemon und Bauchis, Orpheus und Eyridike und noch viele weitere Sagen habe ich wieder und wieder gelesen. Die Sagen liegen mir noch immer "am Herzen". Und so ist es nicht wirklich ein Wunder, daß Rick Riordan bei mir schon punktete angesichts des gewählten Hintergrundes.

Das Buch enthält im übrigen am Ende ein Glossar mit den wichtigsten griechischen Götter- und Sagengestalten. Gerade für Leser, die sich in der griechischen Mythologie (noch) nicht auskennen, ist dies natürlich hilfreich. In diesem Zusammehang sei erwähnt, daß auch im Verlauf des Romans die Götter und ihre Beziehungen "nebenher" vorgestellt werden.

Einen Vergleich mit Harry Potter möchte ich nicht starten, zu unterschiedlich sind die Ansätze und die Erzählform.

Ein Rezensent bei Amazon meinte "American Gods" für Jugendliche. Dieser Auffassung möchte ich auch nicht zustimmen. Zugegeben geht es auch hier um Götter, die sich in Amerika aufhalten. Und ich würde lügen, wenn mir nicht während der Lektüre dieses Buches auch Neil Gaiman durch den Kopf ging. Ich habe keine Ahnung, ob Rick Riordan "American Gods" gelesen hat und vielleicht hiervon inspiriert wurde. Aber wo ich bei Gaiman einen Kampf der Götter um das Überleben sehe, um den Glauben der Menschen an sie, sind die griechischen Götter bei Percy unsterblich - unabhängig vom Glauben -. Percy ist ein griechischer Heldentyp, er hat Aufgaben zu erfüllen, wie Herakles, Theseus oder Perseus.

Alles in allem empfand ich das Jugendbuch als eine entspannende unterhaltsame Lektüre, die eine schöne Abwechslung darstellte. Da ich Harry Potter persönlich noch reizvoller finde, gibt es für Percys erstes Abenteuer 4 Sterne.

Kommentare:

  1. Ich fühlte mich beim Lesen von "Percy Jackson - Diebe im Olymp" regelmäßig an "Das Nachtleben der Götter" von Thorne Smith erinnert. Ein Buch, dass ich als Teenie geliebt habe! :)

    Und auch wenn so einige "versteckte" Hinweise unübersehbar - und somit der Handlungverlauf vorhersehbar - waren, so hat es dem Lesevergnügen nicht geschadet. >g< Achja, ich habe es dann an die Söhne einer Freundin weitergereicht und die beiden (14 und 16 Jahre alt) mochten es auch gern.

    Schön, dass es dir ein paar entspannende Lesestunden verschafft hat! :)

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  2. "Das Nachtleben der Götter" sagt mir leider nichts... ich werde mich aber mal interessehalber bei amazon umschauen.

    Wer letztlich hinter all dem steckt, wird ja tatsächlich erst sehr spät wirklich enthüllt. Vielleicht bewegen sich weitere Teile ja auch in diese Richtung.

    Nebeneffekt des Romans: Ich möchte mal wieder die alten Schwabschen Sagen des alten Griechenlands lesen :)

    Viele Grüße!

    ps
    Falls Du es überlesen haben solltest. Es gibt inzwischen einen Post zum Sean-Penn-Film "Into the Wild" hier auf dem Blog

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  3. Nun, "Das Nachtleben der Götter" ist auch schon älter. Als ich das vor einigen Jahren ... äh ... vor fünfzehn Jahren verschenken wollte, musste ich meine Ausgabe kopieren. >g< Guck mal bei wikipedia nach Thorne Smith, da bekommst du eher einen Eindruck. ;)

    Achja, deine Filmrezi habe ich gesehen - und dachte, ich hätte was dazu geschrieben. Ich werde eben alt und vergesslich und bin en wenig im Stress ...
    Auf jeden Fall würde ich wohl eher den Film gucken als das Buch lesen, bin mir aber immer noch nicht sicher, ob ich das wirklich will. >g<

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  4. jaja, geburtstage, siezende studenten und duzende Bedienungen :) ...

    wenn ich beruflich o.ä. gut eingespannt bin, "überfliege" ich auch nur die blogs, ich hatte vermutet, er wäre dir schlicht durchgerutscht ;)

    über thorne smith - und das "nachtleben" - habe ich erst über google "mehr" gefunden, schau mal hier:
    http://fictionfantasy.de/das-nachtleben-der-goetter
    hm... mal sehen ...

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  5. Da ich deinen Blog schön abonniert habe, entgeht mir nur wenig. ;) Aber manchmal überlege ich noch, was ich kommentieren könnte oder möchte ...

    Dein Link zum Nachtleben ist auch interessant. Wobei ich als Teenie vielleicht eher unkritischer an das Buch herangegangen bin - und heute reicht allein der sentimentale Wert des Romans, damit ich ihn genieße. >g<

    Doch vor allem haben mich die "realen" Götter fasziniert und die Screwball-Elemente ...

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  6. ja, das mit dem sentimentalen oder nostalgischen wert kann ich gut nachvollziehen :)

    natürlich besteht dabei auch die gefahr, schöne erinnerungen an die geschichte - nicht an die damalligen gefühle - zu "zerstören", da wir die geschichten heute anders reflektieren. die möglichkeit, den "alten" (grins) zauber wieder einzufangen, läßt mich aber doch immer wieder mal zu älteren schätzchen aus kinderzeiten greifen. zuletzt waren das die alexander wolkow bücher 1 - 6, die dieser russische autor in anlehnung an "der zauberer von oz" geschrieben hatte... hach, schön :)

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  7. Die Wolkow-Bücher kannte ich noch gar nicht, aber ein Blick auf die Amazon-Kritiken hat mich schon neugierig gemacht. >g<

    Bei mir sind es die ersten beiden Romane von Laura Ingalls Wilder, die dafür sorgen, dass ich mich jederzeit so fühlen kann wie mit acht Jahren. ;) Da greife ich auch immer wieder zu meinen beiden todgeliebten Büchern, statt mir die schöne englische Ausgabe zu lesen. Die Geschichten sind auch schuld an meiner Lust am Handarbeiten und Handwerken ...

    Ein paar andere Bücher habe ich mir inzwischen teuer gebraucht gekauft, weil sie einfach so bezaubernd waren und immer noch sind. :)

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  8. oh... davon gab es auch bücher, ich kenne allerdings auch die serie nicht (Fischblut aus MeckPomm). von den wolkow-romanen finde ich persönlich die ersten vier bände immer noch am schönsten, streckenweise sind meine ausgaben -glaub ich - noch aus dem moskau-verlag der udssr :)

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  9. Die Serie muss man auch nicht kennen. Aber die Bücher sind schon schöne Zeugnisse ihrer Zeit. :)

    Ui, dann halt deine Ausgaben bloß in Ehren! :)

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  10. Liebe Natira,
    auch bei dieser Rezension kann ich Dir wohl fast komplett zustimmen :) Das Buch war nett zu lesen, recht vorhersehbar zwar aber durchaus nett. Der Schreibstil war auch sehr jugendlich, aber auch das tat meinem Interesse keinen Abbruch.
    Das Buch hat mir ein schönes Theme-Party-Weekend beschert, hat mich prima unterhalten und mich gut amüsiert. Die Ideen sind sehr kreativ, die griechische Sagenwelt wurde passend in die Jetzt-Zeit übertragen und jetzt will ich auch wieder mit Gustav Schwab anfangen *lach* Auch hier: danke fürs Ausleihen!

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  11. Liebe Sayuri, das ist ja wunderbar, daß die "Diebe im Olymp" auch so gut gefallen hat. Das mit Gustav Schwab ist witzig *g*
    Gern geschehen! Ich freue mich, daß es Dir gefallen hat!
    Lg Natira

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