Sonntag, 8. November 2009

"Die Spur der Flammen" von Barbara Wood

Im Rahmen von Kari's Sublosverfahren Runde 3 hat Bianca dieses Buch für mich gezogen. Es befand sich auch schon etwas länger ungelesen bei mir, so ca. ein 3/4 Jahr. Es handelt sich um die Taschenbuchausgabe von 2005 des Fischer Taschenbuchverlages, übersetzt von Frau Susanne Dickerhof-Kranz. Der erste Satz:

"Obwohl sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, hetzte die Priesterin durch den dunklen Geheimgang."

Worum geht es:
Die Archäologin Candice Armstrong hat durch Professor John Masters eine neue Chance bekommen, ihren durch persönliche Umstände angegriffenen Ruf wiederherzustellen. Entsprechend fühlt sie sich ihm verpflichtet, als der im Krankenhaus liegende schwer verletzte Professor sie bittet, den "Stern von Babylon" zu suchen und in Sicherheit zu bringen. Komplikationen ergeben sich nicht nur dadurch, daß offensichtlich eine weitere Gruppe hinter diesem "Stern von Babylon" her ist. Da der Professor stirbt und auf Candice Anschläge verübt werden - incl. Einbrüche bei ihr und dem Professor -, ist ein Detektiv beteiligt mit Namen Glenn Masters. Sein Vater John und er haben lange nicht miteinander gesprochen, doch Glenn ist überzeugt, daß sein Vater ermordet und der frühere Familienfreund Philo etwas damit zu tun hat. Es gibt noch weitere Verbindungen zwischen John, Glenn und Philo - und Candice steckt mittendrin. Was hat es mit dem "Stern von Babylon" auf sich, was ist die "Luminanz"? Worum geht es der Geheimgesellschaft "den Alexandriern" und was will Philo wirklich.

** Nachlese:
Der Plot ist interessant, eine Art Indiana-Jones-Story mit Geheimgesellschaft, Archäologie, Verfolgung. Ich fand die Umsetzung nur leider nicht vollständig gelungen. Es fing schon damit an, welche Vorstellung mir von der 30jährigen Candice vermittelt wurde: Sie hat sich in eine Berghütte zurückgezogen, es ist Mitternacht - zu diesem Zeitpunkt wird sie von der Polizei persönlich kontaktiert und fährt ohne sich umzuziehen mit ins Krankenhaus -. Und was hat sie also zu Hause so an, mitten in der Nacht, vor einem Computer? Eine beige Wollhose mit cremefarbener Wollhose, am Hals eine altrosa Kamee, verschlossen!?! Sorry, aber wie realistisch ist das denn? Der Roman spielt vorrangig im Heute, unterbrochten von Einblendungen der - wie sich herausstellt - Geschichte der Alexandrier bzw. der Protagonisten. Manche Wendungen im Roman konnte ich nicht so recht folgen, ich hatte häufiger das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Im Nachhinein stellte sich das zwar als unrichtig heraus, ich fühlte mich damit aber nicht glücklich. Andere Passagen waren realistisch und  mitreißend geschrieben, z.B. die Storyline von der Architektur Morvens oder die Geschichte über Nostradamus. Candice war für mich nicht glaubhaft, Glenn wurde für mich auch nicht recht lebendig - zu sehr baute Barbara Wood bei diesem Charakter erst das Mysteriöse auf (Warum will er immer die Kontrolle habe und keine Gefühle zulassen), aber ich habe die "Auflösung" vermißt. Philo widmet B.W. auch sehr viel Zeit und er wurde für mich lebendiger, als es Candice und Glenn waren, hier empfand ich seine Charakterisierung aber als zuviel des guten.

Früher habe ich die Romane von Barbara Wood recht gern gelesen, ich fand sie unterhaltsam, entspannend und sie behielt mich als Leserin "am Ball". Bei "Spur der Flammen" wollte ich zwar wissen, wie die Geschichte endet und was es mit den Alexandriern auf sich hat, dem Stern von Babylon etc. Jedoch war ich mehrfach unaufmerksam und ließ mich schneller ablenken. Kein gutes Zeichen, sage ich mal. Vielleicht bin ich über Barbara Wood-Romane hinaus, vielleicht war auch nur diese Roman nicht so gut, keine Ahnung. Im Ergebnis werde ich aber zweimal darüber nachdenken, ob ich wieder einen Roman von ihr kaufe.

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