Sonntag, 29. November 2009

"Die achte Karte" von Kate Mosse

as Buch habe als Leserunden-Buch November 2009 in Mellis Buchforum gelesen. Diesen Sonntag endete die Runde, ich habe das Buch am Dienstag abend beendet.

Vorweg etwas zur Leserunde:
Es war ja meine erste Leserunde. Ich brauchte in der ersten Woche etwas Zeit, meinen Leserhythmus zu finden, schließlich sollte ja in einer Woche möglichst ein bestimmter Umfang gelesen werden. Das etappenweise Lesen und Posten zusammen mit anderen Leserundenmitgliedern ist wirklich sehr reizvoll und bereitete mir Freude. Es ist interessant zu lesen, wie andere den Schreibstil wahrnehmen, Aspekte der Geschichte ggf. anders interpretieren, das Augenmerk auf andere Geschehnisse vielleicht stärker richten, die Mutmaßungen zum Fortgang der Geschichte zu lesen. Bei diesem Buch hatte ich damit nun keine Probleme, aber sicherlich sind Leserunden auch für die Motivation hilfreich: Stellt man persönlich nach Anlesen fest, daß man sich vor dem Leserundenbuch lieber verstecken möchte, kommt die Neugierde oder der Wille zum Durchhalten in einer Leserunde wohl eher zurück. Ich habe es nur als schwierig empfunden, diese Nach-Lese zu verfassen :) Der Lese-Eindruck verändert sich durch das etappenweise Lesen, nicht so sehr - wie ich finde - durch den Austausch mit den anderen Teilnehmern.

Jetzt aber zum Buch. Worum geht es:
Der Roman beginnt in Paris 1891 mit einer Beerdigung und macht den Leser mit den Geschwistern Leonie und Antaloge Vernier bekannt. Das Buch erzählt auf einer Zeitebene die Geschichte der Verniers. Die Geschwister  fahren auf das Gut ihres verstorbenen Onkels in der Nähe von Rennes les Bains, eingeladen von dessen Witwe. Doch warum ist Anatole so heimlichtuerisch, was hat es mit der alten Grabkapelle auf der Besitzung auf sich und den Tarotkarten, die ihr Onkel gefertigt hat? Auf einer weiteren Zeitebene im Roman lernt der Leser Meredith kennen, eine junge Amerikanerin, die in Frankreich für ein Buch über Debussy recherchiert - und nebenbei auch auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln ist. Auf ihren Streifzügen durch Paris werden ihr die Tarotkarten gelegt und gedeutet, das benutzte Kartendeck enthält eine Karte - La Justice - , die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Meredith hat. Ihre Suche nach ihren eigenen Wurzel führt sie nach Rennes les Bains ...

3 und 1/2 Stern - Nachlese
Ich habe vor kurzem von Kate Mosse den Roman  Das verlorene Labyrinth gelesen. Dort habe ich angemerkt, daß mir der ständige Wechsel zwischen den Zeiten und das Umorientieren bei den Figuren Mühe bereitete. Bei diesem Buch habe ich das das nicht so empfunden. Einerseits war "Das verlorene Labyrinth" sicherlich ein "Übungsplatz". Ich habe aber auch das Gefühl gehabt, daß die Autorin sich hier auf weniger Hauptcharaktere, dafür aber stärker, konzentriert hat, und zwar in beiden Zeitebenen. Was mich dagegen in diesem Roman störte - wenn es auch nicht allzu häufig vorkam -: Die Autorin ließ französische Phrasen einfließen. Solange es um Eigennamen geht, ok. Ansonsten hätte ich gerne in irgendeiner Form eine Übersetzung (im  "Labyrinth" hatte K.M. das gut gelöst).

Ich habe den Roman als Belletristik mit leichtem Anklang zu Mystery und Krimi empfunden. Einen historischen Roman würde ich ihn nicht nennen, dafür waren die Passagen um 1891 herum zu persönlich.

Auch in diesen Roman bin ich sehr leicht hineingekommen, K.M. schreibt für mich "lesefreundlich" :) Durch die verstreuten Andeutungen in den einzelnen Kapiteln und den Aufbau des Buches an sich, blieb ich neugierig und motiviert, weiterzulesen. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen war regelmäßig so gewählt, daß mein Interesse aufrechterhalten blieb. Ich habe auch den Eindruck, daß die Autorin weiß - geographisch, geschichtlich, sprachlich und wohl auch zum Tarot -, wovon sie schreibt, entweder aus eigener Kenntnis oder halt gut recherchiert.

Die Übersetzung wirkt auf mich auch flüssig, auch hier gilt aber, daß ich den Roman in Originalsprache nicht kenne.


Alles in allem war es ein unterhaltsamer Roman.


Angesichts der Maximalpunktezahl von 5 für z.B. "Dshamilja", 4 für "Die eiserne Welt" und 3 für "Das verlorene Labyrinth" habe ich mich bei diesem Buch für 3,5 Punkte entschieden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)