Sonntag, 15. November 2009

"Belle de Jour" von Belle des Jour

"Belle de Jour - Intime Bekenntnisse eines Londoner Callgirl" von Belle de Jour, was und wie soll ich hier etwas dazu schreiben?  Zunächst einmal, basiert dieses Buch auf einem von BdJ geführten Blog, nämlich http://belledejour-uk.blogspot.com/ - ausnahmsweise mal nicht verlinkt :) -.
In meiner Fernsehzeitung hatte ich vor Monaten die Ankündigung eines Mehrteils mit Billie Piper gesehen (die ich aus der Dr.Who-Serie kenne). Diese Serie sollte auf einem Buch - und Blog - eines Londoner Callgirls "Belle de Jour" beruhen. Geschaut habe ich die Serie zwar nicht, aber beim Schlendern durch die Stadt bin ich bei Weltbild am 05.10.2009 über diese Taschenbuchausgabe im Angebot gestolpert. Ich habe kurz angelesen, wobei ich eine Stelle erwischt habe, die ein Treffen von Belle mit ihren Ex darstellte, also nichts aus dem Jobbereich. Klang interessant, ich nahm das Buch mit. 

Worum geht es
Der Titel ist eigentlich Programm. BdJ schreibt über ihre ersten sexuellen Kontakte mit Mann und/oder Frau, der erste Sex gegen Entgelt. Kein Job nach dem Studium meldet sie sich bei einer Agentur an und wird Callgirl.Sie schreibt über ihre (Ex)Freunde und über ihren Bekannten N. - die sämtlich von ihrem Job wissen -, das aktuelle private Liebes- und sonstige Leben, von ihrer Eltern (die offiziellen nichts wissen, Hinweise vielleicht ignorieren), ihre Chefin, Kundengespräche, Kundwünsche, eigene sexuelle Phantasien und diverse Praktiken (z.B. fisten) garniert mit eine paar Ratschlägen, Hinweisen und Erfahrungen (Risiken von Öl/Latexkombinationen, "D steht für Diskretion"). Ein Blatt nimmt BdJ schon im Vorwort nicht vor den Mund:

"Ich bin eine Hure ... Wenn meine Freunde also mit ihrem strapazierten Vergleich kommen, in Angestelltenverhältnissen müsse man sich prostituieren, dann nicke ich wissend und bedaure ihr Schicksal. Anschließend kippen wir unsere Cocktails und fragen uns, was aus unseren Zukunftsplänen geworden ist. Die Pläne meiner Freunde sind wahrscheinlich auf einer Zufahrtstraße zur Reihenhaussiedlung gestrandet, mein Traum macht regelmäßig für Geld die Beine breit..." 

***Nachlese 
BdJ bedient sich einer deutlichen Sprache, streckenweise sehr drastisch, durchaus humorvoll, ironisch und selbstironisch, manchmal frech und - zumindest wirkt es so auf mich - ehrlich. Die dürfte auch an der "Alltagssprache" liegen. Wie vermutlich jeder Blogger wird auch BdJ ihre Posts redigiert haben, die Texte bleiben aber lebendig.

Auch die Übersetzung durch Frau Andrea Fischer scheint angemessen. Ich habe ein paar Posts aus Dezember 2003  in dem englischsprachigen Blog der Autorin angelesen, die Umsetzung zum Buch war gut erkennbar :)

Das Buch orientiert sich an der Blog-Tagebuch-Form, enthält mal längere, mal kürzere Eintragungen und wurde von mir zügig durchgelesen. Leserischer Voyeurismus :) 

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