Freitag, 9. Oktober 2009

"Die eiserne Welt" von Sabine Wassermann

"Bilder marterten sie."

Dies ist der erste Satz aus "Die eiserne Welt" von Sabine Wassermann. Und hier folgt bereits die

erste Spoilerwarnung.

Wenn bislang nicht geschehen, sollte zunächst "Das gläserne Tor von Sabine Wassermann gelesen werden.

In dem Roman "Die eiserne Welt" wird die Geschiche von Grazia Zimmermann und Anschar weitererzählt. Sie werden wortwörtlich in die Wüste geschickt und sollen das Land Temenon finden, es geht darum, den Fluch der Trockenheit aufzuheben.

Und natürlich gibt es Probleme, denn in der Wüste sind auch Sklavenfänger unterwegs und Grazia gerät in ihre Fänge. Und sie verliert die Fähigkeit Wasser zu schaffen. Hinzu kommt, daß die Beziehung zwischen Anschar und Grazia auf eine harte Probe gestellt. Und hier folgt die

nächste Spoilerwarnung.

Grazia flüchtet nach Hause. Als Anschar endlich begreift, wo Grazia hin ist, versucht er ihr zu folgen - der erste Versuch endet eigentlich umgehend in einem Desaster. Beim zweiten Mal geht er zwar koordinierter vor, aber wie bittet um Hilfe, wie findet man eine Person in Berlin, wenn man die Sprache kaum spricht, die Anschrift nicht kennt und zudem einer ganz anderen Kultur entstammt?

Im Verlauf des Romans begegnen wir nicht nur Grazia und Anschar wieder, sondern auch dem Meya, Bruder Benedikt, Greeyu, Grazias Familie und natürlich treffen die beiden Protagonisten auf neue Personen, wobei abzuwarten bleibt, ob diese Freund oder Feind sind. Wie Greeyu überleben konnte wird geklärt und natürlich wird der Frage nachgegangen, ob Temenon erreicht und Frieden geschlossen wird, ob der Fluch aufgehoben werden kann.

Nachlese
Auch bei diesem Roman war ich ruck zuck wieder im Geschehen gefangen. S.W. schreibt, wie ich schon zum Gläsernen Torn ausgeführt habe, flüssig und lebendig. Ich bekam leichtes Heimweh, als sie die salzige Meerluft und den Sand beschrieb. Der Kulturschock, den Anschar in Berlin erlebt, fand ich gut geschildert. Das Nachempfinden von Anschars Entsetzen und Depression, die letztlich zu Grazias Flucht führten, fiel mir allerdings schwerer. Ich hatte zunächst gedacht - je näher ich dem Ende kam -, S.W. würde noch ein Teil folgen lassen. Aber die Geschichte wird in diesem Buch zu Ende erzählt, und hier hatte ich etwas ein Gefühl der Enttäuschung. Ich hatte zum Ende hin "mehr" erwartet. Deswegen rangiert dieses Buch auch vom Empfinden her hinter dem "Gläsernen Tor". Ich habe es trotzdem spannend und unterhaltsam gefunden.

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