Donnerstag, 24. September 2009

Das Buch "Dewey und ich"

Während des ersten Kapitels hatte ich Tränen in den Augen und danach ein Lächeln auf dem Gesicht... Aber von Anfang an:

Das von "Page & Turner" Buch von "Dewey und ich - die wahre Geschichte des berühmtesten Kater der Welt, geschrieben von Vicki Myron und Bret Witter, übersetzt von Nike Karen Müller, stellt eine liebevoll gestaltete gebundene Ausgabe dar. Auf dem Schutzumschlag vorn ist Dewey abgebildet, aber auch auf den Innenseiten der Buchdeckel selbst befinden sich Fotos von Dewey eingedruck, ebenso wie zu Beginn diverser Kapitel im Buch. Witzig ist eine Art Daumenkino, welches aus 35 Szenen besteht und auf 35 aufeinanderfolgenden Seiten rechts unten in der Ecke eingezeichnet ist: Auf einem hochstehenden Buch ist ein Mäuseschwanz zu erkennen. Ein Kater wird im Ansprung, Sitz, Beobachten, mit der Tatze greifen und Verfolgen der wegspringenden Maus gezeigt, während das Buch umfällt. Im Anschluß wird mittels eines Angelhakens das Buch wieder aufgerichtet. Auf der 36. Seite beginnt der Zyklus dann neu.

Der Roman beginnt mit einer Einleitung durch Vicky Myron, der in Iowa auf einer Farm geborrenen Bibliotheksdirektorin von Spencer und Autorin dieses Buches. Es geht dort vorrangig um Iowa, was den Staat und die Menschen dort ausmacht, sie führt uns über eine Straße nach Spencer in die Bibliothek und das erste Kapitel beginnt mit:

"Der 18. Januar 1988 war ein bitterkalter Iowa-Montag. In der Nacht war die Temperatur auf minus fünfzehn Grad gesunken ..."

An diesem Montagmorgen, nach einem langen Wochenende, wird ein kleiner ca. 8 Wochen alter Kater in der Buchrückgabe-Klappe der Bibliothek gefunden, zwischen den Büchern, verschmutzt (aus dem grauen Fell wurde nach dem Bad orangerot), mit halb erfrorenen Pfötchen, denn die Bücherklappe war mit Metall ausgekleidet und ein Buch hatte sich in der Einwurfklappe verkantet und einen Spalt zur Außenwelt geöffnet. Und so beginnt Vicki Myrons und Deweys Leben.

V.M schreibt in Ich-Form, Gedanken, die sie Dewey zuspricht werden kursiv dargestellt. Den Schreibstil empfand ich als wunderbar unprätentiös, die geschilderten Vorkommnisse und Gedankengänke waren für mich lebendig. Ich sah V.M., wie sie am Montagmorgen in ein eiskaltes Gebäude kommt aus Stahl und Glas und erst einmal einen Kaffee braucht. Oder Dewey badet und dann beschreibt "als ich es schließlich aus der Spüle heob, sah es wie ein Neugeborenes aus: Große runde Augen und große Ohren standen von einem kleinen Kopf und einem noch kleineren Körper ab. Nass, wehrlos und zaghaft nach seiner Mutter miauend." sah ich den kleinen Kerl vor meinem geistigen Auge.

Das Buch schildert nicht nur Deweys Leben in der Bibliothek, sondern enthält für mich durchaus erstaunlich persönliche Rückblicke von Vicki Myron. Ihre Kindheit, Ihre Ehe, Ihre Tochter, Ihre Eltern und natürlich die Kollegen in der Bibliothek finden Erwähnung. Und Dewey, der ein fester Bestandteil auch ihres emotionalen Lebens wurde, obwohl er in gewissem Sinne "der Stadt" gehörte.

Ich habe das Buch mit Genuß gelesen, lange habe ich für 374 Seiten wahrlich nicht gebraucht. Mir war zwar Dewey nicht bekannt, aber ich habe "Dewey readmore books" gegoogelt. Unter anderem kann man ihn hier erleben - der Dreh wird im Buch übrigens auch erwähnt. YouTube - Memories of Dewey Readmore Books

Keine Frage, die gebundene Ausgabe dieses Buches ist aus meiner Sicht jeden einzelnen Eurocent wert.

Kommentare:

  1. Jap, jeden einzelnen Cent! Obwohl ich es gewonnen habe, hätte ich es selbst kaufen müssen, ich hätte es wohl nicht getan. Umso froher bin ich, dass ich das Buch lesen durfte!
    Anfangs dachte ich noch, ich brauche eweig, aber nach sehr kurzer zeit, war das Buch schon rum, so gespannt liest man weiter.
    Schade, dass Dewey bereits gestorben ist!
    Ich freue mich auf die Verfilmung, sollte sie denn kommen.

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  2. sollte sie denn kommen...
    ich wage gar nicht an den/die katzen/kater zu denken, die für eine realverfilmung in Frage kämen :)

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