Montag, 10. August 2009

Wochend-Nachlese

Am Wochendende habe ich "Die Winde von Darkover" ausgelesen, ein Roman aus dem Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Der erste Satz lautete:

"Barron stopfte seine letzten Habseligkeiten in einen Duffelbag, zog die Schnüre zu und sagte zu niemandem im besonderen: 'Das wär's also, un dzum Teufel mit ihnen allen.' "

Ich dachte ja, daß MZB "Die Landung" 1972 als ersten Darkover-Roman geschrieben hatte (Blog vom 02.08.09). Stimmt nicht: "Die Winde von Darkover" wurden schon 1965 geschrieben, davor kam bereits "Retter des Planeten" aus 1958. Letzteren habe ich noch nicht gelesen. "Die Winde von Darkover" ist ein etwas irreführender Titel, jedenfalls wenn man mit Darkover vertraut ist und den Geisterwind erwartet. Zwar wird er im Rahmen der Feuerbekämpfung erwähnt und findet auch statt. Jedoch ist der Zeitrahmen im Verhältnis zur Geschichte dermaßen kurz, daß die Titelgebung schon seltsam anmutet. Der Roman spielt nach der "Wiederentdeckung" Darkovers durch Terra. Bei Barron, einem Terraner, erwacht das Laran, vermutlich von außen forciert. Durch die telepathischen Visionen wird er von seinen Pflichten im Raumhafen abgelenkt und verursacht fast einen Crash. Ihm wird vom terranischen Imperium eine 2. Chance eingeräumt, er soll die Darkovaner in der Kunst des Linsenschleifens unterrichten. Probleme ergeben sich durch seine ständig auftauchenden telepathischen Visionen, wenn es denn welche sind ...

MZB zeigt auch hier bereits grundlegende Dinge Darkovers auf: die Zeiten des Chaos werden erwähnt, die 7 Domänen, Hastur und Cassilda's Legende, Matrixsteine, die Trockenstadt mit den Frauen in Ketten, das Schmiedevolk und Sharra. In den späteren Romanen werden all diese Aspekte von MZB mal mehr, mal weniger hervorgehoben und ausgefeilt. War schon nett, sich durch diesen recht kurzen Roman von knapp 155 Seiten zu lesen. Und es war eine schöne Abwechslung zu meiner Hauptlektüre (Safranski).

Am Samstag abend habe ich mir im übrigen "Watchmen" angeschaut. Sayuris Freund hatte mir schon gesagt, daß sich der Film stark an den Comic hält. Stimmt. Der Smiley, das Blut, die Kamerafahrt am Anfang. Den Cast finde ich grundsätzlich gelungen. Positiv fiel mir der Rorschach-Darsteller Jackie Earle Haley auf, der auch optisch dem Comic-Vorbild nahekommt. Nicht so gelungen fand ich die Anlage und Darstellung des Dr. Ozymandias durch Matthew Goodem; ich habe jedesmal bei ihm gedacht:

ACHTUNG SPOILER

Wie kann dieser Typ (es sind ja keine Superhelden mit Superkräften, Dr. Manhatten mal ausgenommen) denn den Comedian nicht nur hochheben, sondern auch durch ein Fenster werfen? Und: Himmel, der Schauspieler wirkt so feminin. Für mich paßte das nicht mit der Figur zusammen.

Die optische Umsetzung war gelungen, die Bilder fand ich toll. Wenn auch auf den Piratencomic im Watchmen-Comic bei der filmischen Umsetzung verzichtet wurde - das hätte auch den Rahmen völlig gesprengt - , so war doch der Zeitungskiosk mehrfach im Bild incl. des comiclesenden Jungen. Es wurde gekämpft, es gab viel Dialog, es gab das voice-over von Rorschach (gleichfalls dem Comic nachempfunden), es gab Humor (z.B. die leicht genervten Blicke von Night Owl II in Bezug auf Rorschachs Vorgehensweise) und es gab Splattermomente: die Gefängniszene mit der Säge z.B.? Argh!

Den Film würde ich mir jederzeit noch einmal anschauen, ganz einfach weil er sehr detailverliebt ist. Kaufen werde ich ihn mir allerdings nicht.

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