Dienstag, 21. Oktober 2014

"Darm mit Charme" von Giulia Enders

Soll das wirklich gehen? Kann mir wirklich auf charmante Art und Weise etwas über ein Organ erzählt werden, was ich eigentlich nur mit der Verdauung und der Entsorgung in Verbindung bringe. Und wird das nicht eklig?

Ich bin schon länger um das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders herumgeschlichen. Immer wieder habe ich es in den Läden stehen oder liegen gesehen mit der lustigen Zeichnung und der aufmunternd schauenden Autorin auf dem Cover. Und vor rund einer Woche war es dann soweit. Ich habe endlich das Buch in die Hand genommen und aufgeschlagen. Gelandet bin ich dabei auf den Seiten 120 und 121 - auf der Textseite ging es (noch) um Ursachen/Vermeidung von Verstopfung (u.a. Verletzung eines stillen (Arbeits)Abkommens mit dem Darm, der Angst vor dem Plumpsklo und Verdauungsnirvana) und was es mit dem Schaukelhocken auf sich hat. Auf der anderen Seite war das Schaukelhocken auf der Toilette dann mit witzigen Zeichnung (die übrigens von der Schwester Jill der Autorin stammen) illustriert. Tja, das Buch wanderte über die Bezahltheke in meine Tasche. Und mit der Lektüre wurde daheim dann auch in der nächsten ruhigen Stunde begonnen.

Inzwischen hat mir Giulia Enders unglaublich viel Neues über den Dünn-, Blind- und Dickdarm erzählt, über die Speiseröhre und den Magen. Dabei geht es nicht nur um die Organe an sich und welche Aufgaben sie wie erfüllen - TOOORTEEEE - als Beispiel ;).

Vielmehr finden sich für mich als Laien in dem Buch auch sehr gut aufbereitet Informationen z.B. zum Nervensystem des Darms. Die ganzen Ausführungen zu der Darm-Hirn-Achse fand ich absolut faszinierend. Während die Informationen über Auge, Ohr, Nase und Haut ins Bewusstsein gelangen, führen die vom Darm-Nervensystem gesammelten Informationen zum Innenleben in das Unterbewusstsein; schon die eigentlich noch in den Kinderschuhen steckende Erforschung liefert vielversprechende Ergebnisse bzw. Arbeitstheorien: So können sich positiv auf den Darm wirkende Bakterien auf die Gefühls- und Schmerzverarbeitung auswirken.

Auch die Kapitel zu den Mikroben, Darmbakterien, Antibiotika und die Auswirkungen von Desinfektionsmitteln auf unser Befinden fand ich spannend, zumal die letztgenannten Punkte auch immer wieder Gegenstand von Gesundheitsnachrichten sind. Das Urinexperiment mit Ratten im Zusammenhang mit Toxoplasmen war übrigens nicht nur interessant, sondern auch etwas beunruhigend.

Um auf meine Eingangsüberlegungen zurück zu kommen: Ja, es funktioniert. Giulia Enders kann mir charmant nicht nur etwas, sondern sehr viel über das Darmrohr-  in dem es ein ganze Universum von Abläufen und Leben zu entdecken gibt - mit seinen verschiedenen Abschnitten und seinen Wechselwirkungen mit unseren anderen Organen erzählen. Manches davon fand ich ein kleines bisschen derb und dabei trotzdem unterhaltsam und sogar humorvoll - selbst die kleine Abhandlung über Kot.

Allerdings gab es zwei Dinge, die mir auffielen.
Der erste Punkt ist ein nicht übersetztes englisches Zitat auf S. 243. Da ich dies aber auch bei "Stand Up" thematisiere, will ich es auch hier anführen: Warum wird der Satz in einem deutschen Buch einer deutschen Autorin für den deutschen Markt nicht in Klammern oder in einer Fußnote übersetzt?
Der zweite Punkt ist Folgender: An einer Stelle geht es darum, wie das Vorhandensein von Darmbakterien sich darauf auswirken kann, ob man z. B. Asthma bekommt. Hier wird von der Autorin auch ein Experiment mit Mäusen wiedergegeben (zunächst wird die Entwicklung von Asthma provoziert, dann durch Bakterien u. Zellübertragung gemildert). In diesem Zusammenhang führt die Autorin auch aus, dass die Zellübertragung sicherlich einfacher ist als den Mäusen den Gebrauch winziger Asthma-Sprays näherbringen zu wollen.  Es ist nichts Neues, dass (Er-)Forschung auf Tiere zurückgreift und so gern ich es anders hätte, es gibt nicht immer einen anderen Weg. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber nachdem man die Krankheit erst verursacht hat stößt mir ein "Witz" über Mäuse mit witzigen Asthma-Sprays sauer auf. Ich finde den Nachsatz überflüssig und nicht charmant. Das Buch im Übrigen aber schon.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #12

Sonntag - und er hat mich mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein geweckt. Da passte das Frühstück mit Frucht, Käse und Prosecco gut. Letzterer war ein Geschenk und ist mir leider deutlich zu trocken. Wie gut, dass ich noch Grenadine im Haus habe. ;)


Gelesen habe ich heute morgen noch nichts, sieht man einmal von den Feedreader-Beiträgen etc. ab. Diese kleine Zahlenspiel-App Numberama2 hatte mich vielmehr auch heute morgen etwas am Wickel und dann habe ich noch ein wenig an der Nachlese für "Darm mit Charme" geschrieben, nachdem blogger gestern ja solche Sperrenzchen machte. Heute scheint es aber wieder zu klappen, toi, toi, toi. Keine Ahnung warum, aber mir fällt gerade /wieder) ein, dass nächstes Wochenende die Uhr umgestellt wird, *seufz*.

Egal, jetzt werde ich mich in die Herbstleseaktion der Winterkatze stürzen und wohl mit "The Clocks" weitermachen, Vielleicht blättere ich später etwas in meinem neuen Feininger-Buch. Ich werde berichten. :)

Update 15.45 Uhr


So sieht es hier gerade aus - kurz waren die Augen auf, in denen ich die Frage lesen konnte, warum ich mich denn jetzt bitte schön aufsetzen und auch noch mit dem Computerteil herumspielen müsse, dann folgte Gähnen, die Augen gingen wieder zu und der Herr kuschelte sich erneut ein. :)

Wirklich viel gelesen habe ich immer noch nicht. Nachdem heute Vormittag mein Beitrag online gegangen war, kommentierte ich hier und dort, las Beiträge, kommentierte wieder und auf einmal war es halb eins und Zeit, mein Mittagessen zu machen (abends gibt es die Reste kalt als Salat *g*). Dazu habe ich aus der aktuellen Doctor Who Staffel dann "Kill the moon" geschaut - dramatisch und insofern toll, wissenschaftlich - ähm, nun, es ist keine klassische Science-fiction Serie. Ich habe über einiges hinweggesehen und -gehört, aber die Szene kurz nach Landung am Strand erschien mir so... so ... pittoresk und schön-sommerlich und passte so gar nicht zu dem Ereignis, was parallel stattfand bzw. was ihm auf der Erde vorausging. Aber nun. ;)

Danach habe ich nicht etwa zu Poirot gegriffen, sondern zu dem Austellungskatalog über Lyonel Feiningers Zeichnungen und Aquarelle aus der Nachlassschenkung William S. Liebermans an das Busch-Reisinger Museum. In dem Katalog ist also nur ein Teil von Feiningers Schaffen abgebildet, aber das stört mich nicht. Es sind vorrangig zeichnerischen "Notizen", die sich in der einen oder anderen Art in Feiningers Werken "wiederfinden". Ich finde aber gerade das recht spannend, solche Ausgangsbilder zu sehen, von denen einige mehr andere weniger einen skizzenhaften Charakter haben, so z.B. in Kohle und Tusche oder Aquarell. Viele seine zeichnerischen Notizen - nicht alle - sprechen mich an, seine schwarz-weiße Radrenn-Skizze gefällt mir in ihrer Dynamik mehr als das fertige farbige Gemälde. Sein Tusche-Ruderboot würde ich sofort aufhängen. Die Darstellung des Timmendorfer Strandes, in der die Menschen und die Ostsee unterhalb der Wolkenberge fast verschwinden und die sich durch Linien und Kanten statt weichen Kurven auszeichnet, finde ich auch spannend.

Ich denke, ich werde den Katalog noch zu Ende durchsehen. Was danach kommt - wer weiß. :)

Update 20.15 Uhr
Nicht unerwartet habe ich den Katalog bis zum Ende durchgeblättert, zwar gab es auch Erläuterungstexte dazu, aber wirklich "lesen" war es nicht - außer man zählt das Lesen von Bildern dazu. Wichtiger ist aber, dass ich mir den Katalog in Ruhe zu Gemüte führen konnte, Feininger hat herausfordernde, aber auch gefällige (und manchmal beide) Sachen gemacht.

Merlin und Marlowe sind inzwischen versorgt. Für mich gab es den Rest des Mittagessens und ich war bei medimops unterwegs, außerdem habe ich ein wenig in "The Clocks" weitergelesen und hatte dieses Mal meinen Clown bei mir. :)



Gleich werde ich noch eine Blogrunde drehen und mir dann wohl "Mummy on the Orientexpress" aus der aktuellen Doctor Who Staffel anmachen. Vielleicht komme ich noch dazu, später in der Koje ein paar Seiten zu lesen, aber updaten werde ich diesen Beitrag nicht mehr. Allerdings freue ich mich schon auf das nächste Wochenende, an dem es noch einmal Herbstlesen geben wird. Ich verabschiede mich auch heute wieder mit einem Abendhimmelbild - eine halbe Stunde später fing es kräftig an zu regnen. :)


Samstag, 18. Oktober 2014

ein paar Print-Zugänge

Im Oktober sind schon ein paar Bücher bei mir eingezogen.

Per Post trudelte ein



Zwar haben mich die Feyninger-Comicstrips nicht vollständig überzeugt (besonders die kleinen Kinder fand ich eher gruselig), aber sie haben mich auf seine Werke doch neugierig genug gemacht, um mir diesen Katalog zu bestellen. Kiyas Beiträge in der Herbstleseaktion tragen die Schuld an der gebrauchten Ausgabe der Geschichte der engl. Literatur und David Gutersons Kurzgeschichtenband wurde mir, glaube ich, beim Stöbern auf Amazon in der Rubrik "kauften auch..." angezeigt.

Mit meiner Freundin war ich während ihrer Besuchszeit in sechs verschiedenen Buchläden in drei Städten, wobei ich mir in jeder Stadt ein Buch gekauft habe:







"Darm mit Charme" habe ich inzwischen ausgelesen (wirklich gut). Aus dem Kurzgeschichtenband (schon wieder einer!) "Cornflakes mit Johnny Depp" habe ich bislang drei gelesen - ich weiß noch nicht, was ich von dem Erzähler halten soll. "Der Tag der roten Nase" habe ich mitgenommen, weil Finnland dieses Jahr Ehrengast der Buchmesse war. Ein paar Zeilen habe ich angelesen, aber noch nicht genug, um hier etwas dazu schreiben zu können. ;)

Herbstlesen by Winterkatze #11

Nachdem ich mein letztes Wochenende mit meiner lieben Freundin aus München verbracht habe, bin ich dieses Wochenende wieder bei Winterkatzes Herbstleseaktion dabei. Gelesen habe ich die Zeit auch, aber eher Eure Beiträge. Außerdem habe ich Bücher in, hm, sechs Buchläden in drei Städten zur Hand genommen, hineingelesen und in jeder Stadt auch, lach, ein Buch gekauft. Über die Woche hat mich "Darm mit Charme" von Giulia Enders begleitet und ich hoffe, dass ich dieses interessante und unterhaltsam geschriebene Buch heute auch beenden werde. Mit was es dann weitergeht, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht mit "Der Tag der roten Nase", das ich gekauft habe, weil Finnland dieses Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse war. ;) Ich werde berichten. Jetzt gibt es erst einmal Frühstück.

Der Bio-Rewe-Sauerkirschaufstrich ist so etwas von lecker!

Update 16.15 Uhr: 
"Darm mit Charme" habe ich heute Vormittag beendet, Merlin leistete mir dabei Gesellschaft und tretelte einige Zeit auf meinem Bauch herum - während ich gerade ein spannendes Kapitel über Toxoplasmen las


Ich fand das Sachbuch richtig gut und überlege, ob ich noch eine Nachlese dazu schreibe. 

Später am Tag gab es zu Mittag Reste von gestern. Ich habe es bislang nicht geschafft, die "richtige" Menge Spaghetti abzumessen und zu kochen, irgendwie landen immer zu viele im Topf. ;)

Und noch später bin ich in mein Lieblingscafe gefahren, habe meinen Milchkaffee getrunken und mich dieses Mal hauptsächlich durch die Leseproben auf meinem ebook-reader gelesen. Dummerweise lasen sich alle gut an:
- "Das Mädchen ohne Maske" von Frances Hardinge (die deutsche Übersetzung von "Face like Glass") hat mich mehr als die engl. Leseprobe vor einiger Zeit mitgenommen, vielleicht weil ich die unterirdischen Tunnel des Käsemeisters mit den interessanten Lampen und Käsesorten einfach besser auf deutsch erkunden kann.
- "Wo ein bisschen Zeit ist" von Emil Ostrovski handelt von einem Teenager, dem an seinem Geburtstag von seiner Exfreundin mitgeteilt wird, dass sie gerade sein Kind entbindet und es danach zur Adoption freigeben will, was zu einem Roadtrip führt.
- "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" von Franz Friedrich scheint eine Art Episodenroman mit einem verbindenden Element zu sein, irgendwie mochte ich die Erzählart in der Leseprobe. Es ist kein Buch, bei dem ich "jetzt sofort kaufen" denke, aber ich behalte die Leseprobe. ;)
Im Cafe habe ich auch ein wenig in "Der Tag der roten Nase" von Mikko Rimminen heingelesen, aber erst so 13 Seiten. Ich weiß auch noch nicht, ob ich mit diesem Buch gleich weitermachen werde oder mir "The Clocks" von Christie greife. Oder etwas ganz anderes. :)

Update 22.45 Uhr
Zwischen meinem letzten Update und meinem Abendessen habe ich nicht in Büchern, sondern in den Posts der anderen Teilnehmerinnen gelesen, außerdem habe ich eine Nachlese geschrieben -und mich über Blogspot geärgert. Entweder war es ein regionales Serverproblem oder es wird im Hintergrund wieder irgendetwas geändert, was die Serverkapazitäten lahm legte, jedenfalls hatte ich einige Probleme mit dem Speichern von Beiträgen. Dann noch hier und dort etwas kommentieren, und schon war es Zeit, die MuMs zu versorgen und mich selbst auch. Von diesem riesigen Salatkopf


 habe ich ca. 8 Blatt für mein Abendessen weiterverarbeitet, es kam noch eine Tomate hinzu und der einsame Rest Gurke. Das Dressing habe ich aus Öl, Zitrone, hellem Balsamico-Essig, Salz, Pfeffer, Milch und Agavensaft zusammengerührt - ich mochte es. :)

Danach bin ich dann wieder in das Wohnzimmer umgezogen und habe zunächst etwas am Tablet mit Numberama2 herumgespielt, bevor es mit "The Clocks" von Agatha Christie in den Lesesessel ging, netterweise haben die MuMs mich dann gleich etwas bekuschelt.


Eine Stenografin wird telefonisch angefordert und findet am Auftragsort zwar nicht ihre Auftraggeberin, aber einen männlichen Toten. Merkwürdig dabei ist nicht nur, dass diese (blinde) Auftraggeberin erst kurz nach der Stenografin erscheint und überrascht ist: Sowohl von der Leiche, als auch von der Steografin. Letztere wurde nämlich nicht von ihr angefordert. Und was sollen nur diese merkwürdigen Fragen des Inspektors nach den Uhren? Schließlich hat sie nur zwei und nicht sechs, wie der Inspektor behauptet  ... Ich bin derzeit auf S. 87 und momentan ist von Poirot noch nichts zu sehen oder zu hören, aber Mrs Ariadne Oliver wurde erwähnt. Keine Ahnung, ob letztere auch in diesem Roman eine aktive Rolle spielt. Das muss ich erst noch erlesen - allerdings werde ich darüber heute nicht mehr berichten. Ich werde wohl alsbald in das Schlafzimmer umziehen und mich in meine Koje begeben.

Ich verabschiede mich mit einem Foto des heutigen Abendhimmels und wir lesen uns morgen wieder hier in diesem Theater. :)