Sonntag, 14. Dezember 2014

Arianas Adventslesen #5

Ich wünsche Euch einen wunderschönen 3. Advent.

Ihr Lieben, seid nicht böse, wenn ich derzeit kaum  bzw. sehr spät kommentiere. Auf der Arbeit ist es weiter stressig, abends komme ich nach Hause, versorge die MuMs, versorge mich, lasse mir die Augen bei irgend etwas, das im TV oder auf DVD läuft, zufallen und gehe dann ins Bett. Unter der Woche habe ich privat kaum etwas gelesen, gerade mal in "Krampus" habe ich bei skoobe hineingeschaut und die Leseprobe beendet. Ich weiß noch nicht, ob ich diesem Brom weiterlesen, aber Krampus' "Vorwort" fand ich durchaus reizvoll. Allerdings habe ich auf den Fahrten zu und von der Arbeit "Der Doppelmord in der Rue Morgue" als "Meister der Angst"-Hörspiel, basierend auf der Geschichte von Edgar Allen Poe, gehört. Mir gefiel die Umsetzung recht gut (ich fand den Polizei-Inspektor etwas zu weichlich (stimmlich gesehen) und Pauline hätte gern noch emotionaler und unbeherrschter sein dürfen)).

Am Freitag hatten wir unsere Weihnachtsfeier, was auch bedeutete, dass trotz Aktenstapel der Tag um zwei Uhr arbeitstechnisch endete. Wir sind nach Osnabrück zum Weihnachtsmarkt gefahren - es war ziemlich nass, aber erträglich stürmisch.

Es gab viele Hütten, an denen man essen und/oder trinken konnte, aber es gab auch etwas z.B. vom Kunsthandwerk zu sehen wie Schnitzwerk, Thüringer Weihnachtsschmuck oder Strickwaren. Da mein Tag schon um fünf begann (aber erst ab 7 im Büro), bin ich um 22.00 Uhr, also relativ früh, wieder daheim gewesen - die Weihnachtsfeier ging noch weiter, aber ich war schlichtweg groggy. ;)



Gestern bin ich ein wenig in einer Nachbarstadt shoppen gewesen, was tatsächlich bedeutet, um kurz nach zehn noch recht entspannt durch die Läden zu schlendern. Ich habe meinen Vorrat an "Miniweihnachtskugelbeeren" - ein anderes Wort fällt mit dazu nicht ein - aufgestockt, die ich gerne im Weihnachtsbaum mit Draht an Zweigen befestige, um den Baum noch etwas mehr aufzuhellen. Lametta oder Engelshaar o.ä. sind im MuM-Haushalt tabu. ;) Eigentlich wollte ich mir als Weihnachtsgeschenk in einem Sport- und Outdoorladen eine neue warme Jacke kaufen, aber ich möchte keine mit Kunstfellbesatz an der Kapuze und die anderen gab es leider nicht mehr in meiner Größe. In dem nächsten Laden daddelte die englische Weihnachtsmusik so nervtötend, dass ich nach zwei Minuten die Flucht ergriffen habe. In dem in der Nähe gelegenenen kleinen - und stillen! - Buchladen habe ich mich durch die Auslage geblättert und bin bei "Die Romantherapie" schwach geworden. Sie kostet auch nur 10,00 EUR und dafür erhält man - laut Cover - "253 Bücher für ein besseres Leben". ;) Auf dem Heimweg habe ich auch gleich meinen Weihnachtsbaum ausgesucht und mitgenommen. Er ist nicht so hoch wie mein letzter, aber das ist auch völlig in Ordnung. Momentan steht er im kühlen Hausflur. Ich weiß noch nicht, wann ich ihn hineinhole. Heute, die nächste Woche oder am kommenden Samstag. ;)

Nach meiner traditionellen SamoccaTime, während der ich etwas in "Die Romantherapie" hineingeschnuppert habe - ich habe befürchtet, Leseanregungen zu finden und zwei Titel sind auch schon auf meiner gedankliche Merkliste gelandet -, habe ich noch ein paar Lebensmittel eingekauft und drei Päckchen aus der Packstation befreit (eigentlich Weihnachtsgeschenke an mich selbst, möglicherweise bin ich aber nicht in der Lage, sie so lange unbenutzt liegen zu lassen, *g*) Daheim ging es dann an das Backen meiner Fuggerbrot-Kleinversion.Das it ein Mischung aus Eiern, Zucker, klein gehackter Vollmich-Blockschokolade und Cranberries sowie etwas klein gehacken Haselnüssen + Mehl, die dann auf das Backpapier wie eine Art Blechkuchen gestrichen und abgebacken wird. Dazu habe ich weiter "The Graveyard Book" gehört - oh, dieser Mr. Frost!

Den Abend habe ich vor dem TV verbracht und mir zunächst die Aufnahme von "Alle unter einer Tanne" angeschaut. In dieser Version funktionierte die Geschichte für mich besser als in der Buchform, auch wenn mit Ausnahme von Elli formatbedingt die anderen Charaktere kaum "Hintergrund" hatten. Dann habe ich mir noch die zweite Folge von "Sleepy Hollow" ansgeschaut, bevor am Montag Nr. 3 ausgestrahlt wird, die Pilotfolge von "Elementary" auf deutsch und dann: Koje. Also wieder kaum Lektüre. ;) 

Ich habe mir als Lektüre für heute erneut Märchen herausgelegt, aber vermutlich werde ich mich auch etwas mit der Romantherapie beschäftigen, möglicherweise auch in Krampus noch einmal hineinschauen.

 (Start in den Tag. Ich mag die Zucker-Zimt-Zwieback-Brocken auf dem Obstsalat. )

Eine Aktualisierung dieses Beitrags werde ich erst heute Abend vornehmen (Uff, der Post ist ja jetzt schon recht lang!).

UPDATE 20.15 Uhr
Ich habe mit wenigen Unterbrechungen meinen Tag mit Lesen bzw. Hören verbracht. Großartig. :)

Zunächst hatte ich mir das Märchenbuch "Goldene Zeiten" gegriffen, in welchem moderne bulgarische Märchen versammelt sind. Nachdem ich drei gelesen hatte, habe ich das Buch aber wieder weggelegt. Klassische Märchen in dem Sinne, dass es das Gute siegt und das Böse verliert, hatte ich bis dahin nicht gefunden und irgendwie hatte ich auch keine Lust auf diese Art Geschichten, auch wenn sie grundsätzlich nicht schlecht waren. In der ersten unterhielten sich ein alter Rabe und ein alter Storch, der altersbedingt nicht mehr mit seinem Schwarm mitgeflogen ist, darüber, wie es ist im Alter allein zu sein. In einer anderen Geschichte ist ein Specht irritiert über die neuen steinernen Wälder, in deren Bäume kein Ameisen wohnen und die - so behauptet es die Katze - Elektrizität führen. Mit der Geschichte, in der Schornsteine versuchen, einen auf ihrem Dach befindlichen Burschen vor der das Haus umzingelnden Polizei zu beschützen und in der es zu einem Feuergefecht kommt, kam ich dagegen nicht zurecht: Es wurde in ihr nämlich nicht deutlich, warum die Polizei den jungen Mann verfolgt und wie die Schornsteine zu ihrer Schlussfolgerung am Ende kommen.

Wie gesagt, ich war nicht in der Stimmung für diese Art Geschichten und so habe ich mir dann mein Tablet geschnappt und über Skoobe "Krampus" weitergelesen. Und ich habe die Passagen, in denen es um Krampus, seine Belsnickel und die Mythologie geht, genossen bzw. ich genieße sie noch immer. Jesses Geschichte - Jesse gerät durch Zufall in die Auseinandersetzung zwischen Krampus und Nikolaus - begann mich erst später im Roman zu interessieren, ich möchte inzwischen auch wissen, wie die Geschichte seiner Lieben ausgeht. Krampus finde ich als Romanfigur faszinierend, St. Nikolaus zwar auch - aber bei Weitem nicht so interessant wie den Herrn der Julzeit. Ich bin neugierig, wie Brom Krampus' Geschichte zu einem Ende bringt. Mir fehlen noch ca. 20 % des ebooks, vielleicht schaffe ich sie ja heute noch. Die Geschichte ist sprachlich und stilistisch nicht fordernd, ein Kinderbuch ist es aber angesichts einiger brutaler Szenen nicht.

Zwischendurch habe ich es geschafft, "The Graveyard Book" von und mit Neil Gaiman zu Ende zu hören. Mir gefiel die Geschichte um den Jungen Bod, der auf dem Friedhof aufwächst und eigene Herausforderungen zu bestehen hat, sehr, gerade auch der Handlungsbogen um Scarlet. Neil Gaiman liest wirklich toll, ich könnte seinen Geschichten so vermutlich sehr sehr lange lauschen. ;)

(Stärkung am Nachmittag)

Ich werde jetzt noch ein paar Kommentare beantworten und vielleicht noch eine kleine Blogrunde drehen, bevor ich mich in meine Koje begebe. Die Nacht wird kurz, die Woche vermutlich schnell vorbeigehen und wir lesen uns spätestens nächstes Wochenende hier in diesen Theater. :)

 schläfrige Lesegesellschaft

Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Alle unter einer Tanne" von Lo Malinke

Am zweiten Adventswochenende habe ich "Alle unter einer Tanne" von Lo Malinke gelesen und seine Geschichte zündete bei mir leider nicht (was nicht am Lektoratsfehler lag, die falsche Schreibweise des doch recht bekannten Autors Stephen King übersehen zu haben).  Nachfolgend gibt es zwei, drei Minispoiler, die - soweit das Geschehen nicht sehr früh im Roman zur Sprache kommt - aber im Rahmen dieser Nachlese notwendig waren.

Die Ausgangssituation ist skurril: Elli und Robert sind nach langjähriger Ehe (incl. drei inzwischen erwachsenen Kindern, die teils selbst eine Familie gegründet haben) geschieden. Sie haben jeder einen neuen Partner, mit dem sie auch zusammen leben. Außer zu Weihnachten. Seit 3 Jahren räumt Ellis über 15 Jahre jüngere Freund Micha seine Sachen zu den Weihnachtsfeiertagen raus und Robert seine wieder hinein, während Roberts Freundin Chrissi allein in der gemeinsamen Wohnung bleibt. Elli und Robert haben ihren Kinder nicht gesagt, dass sie geschieden sind und wollen diese Schauspiel weiter aufrechterhalten. Dieses Weihnachten jedoch tritt Chrissi durch die Tür und weigert sich, zu gehen. Was dazu führt, dass auch Micha bleibt. Und die Kinder kommen...

Das Buch liest sich gut weg. Der Schreibstil des Autors ist eingängig, die Kapitel haben eine angenehme Länge. Übrigens wechselt der Autor pro Kapitel auch den Charakter, sodass man als Leser immer wieder in die Erinnerungs-, Gedanken- und Wahrnehmungswelt einer der acht erwachsenen Personen (Eltern, Partner, drei Kinder und der Ehemann der einen Tochter) eintaucht und so auch  mehr über diese Person erfährt. Ein wenig bremst das die Geschichte, die an einem Tag (dem 24.12.) spielt, allerdings aus, denn hier gibt es immer wieder mal Rückblicke und über längere Bereiche des Romans keine Gespräche oder Aktivitäten.

Wesentlich wichtigere Punkte sind aber, dass mir der Autor keinen vernünftigen Grund vermitteln konnte, weshalb Elli und Robert tun, was sie tun  und warum es drei Jahre braucht, bis zumindest einer der beiden neuen Partner sagte: So nicht mehr! Ja, im Verlauf der Geschichte wird Ellis Motivation klarer, aber weshalb Robert weiter mitspielte und weshalb Micha seelenruhig seine Sachen packte, erschließt sich mir nicht. Gab es in den Vorjahren zwischen den neuen Paaren keine (Streit-)Gespräche?

Dass ich mit Elli als Charakter nicht klar kam, machte die Angelegenheit natürlich auch nicht besser. ;) Die Art, wie sie verbissen, geradezu störrisch, versucht, alle Anwesenden zu kontrollieren, ihnen über den Mund fährt etc., hat mich mehr und mehr geärgert. Hier zeigte sich für mich auch der Nachteil, kapitelweise erzählerisch den Charakter zu wechseln: Meinen Ärger konnte ich zwar verringern, aber nur, weil ich mir immer wieder vor Augen führte, dass trotz all dem zwischenzeitlich Erzählten das Geschehen in Ellis Haus nur wenige Stunden umfasst, Elli also "wenig Zeit" hat.

Von Chrissi abgesehen, deren Aktivität meine Neugierde etwas weckte, konnte der Autor mir leider die übrigen Charaktere nicht nahebringen. Es gab bei mir trotz all den geschilderten Hintergründen weder ein emotionales Echo noch wirkliches Interesse daran, wie es ihnen auf Dauer ergeht.

Vielleicht muss ich die im Nachwort erwähnte Verfilmung sehen, um die Geschichte besser schätzen zu können.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Arianas Adventslesen #4

Ich hoffe, Ihr hattet - und habt noch - einen schönen zweiten Advent! Meiner startete geruhsam mit einem obstlastigen Frühstück und italienischen Märchen.

"Die verzauberte Hirschkuh und andere Märchen" aus dem "Pentameron" von Giambattista Basile hat mich heute bis in den frühen Nachmittag begleitet. Wie ich dem Nachwort entnehmen konnte, bedeutet "Pentameron" "Fünftagewerk". Im Orignal ist es eine italienische Märchensammlung, wobei jeweils 10 Geschichten über fünf Tage erzählt werden und diese Geschichten auch von einer Rahmenhandlung umgeben und miteinander verbunden sind. Das Werk stammt aus dem beginnenden 17. Jahrhundert und wurde von einem Felix Liebrecht, einem Zeitgenossen der Gebrüder Grimm, in 1846 verlegt. Für den Kinderbuchverlag - leider kann ich keine Lizenznummer oder Jahreszahl finden, aber es ist eines meiner Kindermärchenbücher, stammt also aus der damaligen DDR und meiner Kinderzeit, also von vor 1985, schätzungsweise ;) - wurde eine Auswahl getroffen und die barocke Sprache etwas entschlackt. Die Märchen waren nicht so exotisch wie die tuwinischen, was kein Wunder ist, da Italien doch zum westlichen und sogar europäischen Kulturkreis gehört. Der Aufbau und die Struktur waren gradliniger, wobei die Geschichten regelmäßig mit einer moralischen Einleitung beginnen (z.B. über den Wert der Freundschaft) und mit einem Sprichwort in Reimform enden (z.B.: "Bitter ist's, wenn du in Schaden durch die eigne Schuld geraten!"). Manche Märchenmotive waren mir vertraut: Sie tauchen regional immer wieder auf, vielleicht sind sie in unserem Unterbewusstsein verankert, vielleicht gibt es eine Ursprungsform, die regional durch mündliche Überlieferung verändert und angepasst wurde. So begegnete ich Petrosinella, deren Mutter in ihrer Schwangerschaft so heftigen Appetit auf Petersilie hatte, dass sie das Kraut aus dem Garten einer Hexe stahl. Die Tochter wurde von der Hexe als Wiedergutmachung verlangt und in einen Turm ohne Türen gesperrt, man kommt nur über die langen Flechten des Mädchens hinein. Eine Geschichte erinnerte mich an den gestiefelten Kater, in einer anderen ging es um sieben Brüder, die in Tauben verwandelt werden und deren Schwester zur Aufhebung des Zaubers in diesem Fall die Mutter der Zeit aufsuchen muss. Bei diesem Märchenbuch erinnerte ich mich im Gegensatz zu "Das leopardenscheckige Pferd" nicht an Teile des Inhalts, aber an die Illustrationen, die ich als Kind total merkwürdig und, ja, auch hässlich fand. Heute sehe ich die Illustrationen mit anderen Augen, ich finde sie nicht mehr hässlich, auch wenn sie nicht meinen Geschmack treffen. Hier (klick) habe ich im Netz eine Illustration aus meinem Kinderbuch gefunden, sie sind in diesem Stil gehalten, vgl. auch diese Zeichnung zu einem anderen Buch (klick).
(Edit: Hier finden sich auch etliche Illustrationen, sogar aus meinem Märchenbuch- die letzten auf der Seite -: Klick)

Einen Teil meines Nachmittages habe ich dann in der Küche verbracht, um nach dem Plätzchenrezept meiner Mutter noch ein paar "meine Klassiker" zu backen: einfache weiße Plätzchen, die ich mit Zitronen-Puderzucker und Schokostreuseln sowie Zitronen-Puderzucker mit einer Prise Zimt sowie einer LemonCurd-Whisky-Schokotropfen-Mischung verziert habe. Den restlichen Teig habe ich wie immer halbiert, einen Teil mit sehr gutem Backkakao versetzt und dann schwarz-weiße-Knöpfchen gebacken. Ich habe dieses Mal das Rezept meiner Mutter im Gegensatz zum letzten Jahr noch einmal halbiert (250 g Mehl); jetzt erscheint mir die Menge fast etwas zu gering - aber bis Heiligabend sehe ich das vielleicht anders. Clevererweise habe ich erst daran gedacht, dass ich KEIN Hörbuch auf den Ohren habe, als ich beim Dekorieren war. So habe ich heute beim Backen nicht Neil Gaiman und Bods Abenteuern gelauscht.

Mit meinem Tee und meiner Plätzchenauswahl habe ich mich dann in meinen Lesesessel gekuschelt und "Alle unter einer Tanne" von Lo Malinke weitergelesen. Elli und Robert sind die geschiedenen Eheleute mit den neuen Partnern. Und Elli geht mir auf die Nerven mit ihrer kontrollierenden Art: Sie bekommt es bislang immer wieder hin, dass das Trennungsthema vor den Kindern nicht angesprochen wird. Ich gehe davon aus, dass ich das Buch heute noch beenden werde. Mal sehen, ob ich  an anderer Stelle noch etwas zu diesem Buch schreibe. ;)

Ein weiteres Update dieses Beitrages wird es nicht geben. Heute abend werde ich wohl das Buch weiterlesen und ganz vielleicht noch einen Teil von der Märchenbraut schauen. Dann heißt es aber auch bald ab in die Koje, denn morgen ist das Wochenende überraschenderweise schon wieder vorbei. :)

Lesegesellschaft hatte ich heute teilweise auch - teilweise zogen die MuMs jedoch die offenbar mehr Wärme abgebende Heizung vor. ;)


Samstag, 6. Dezember 2014

Arianas Adventslesen 2014 #3

Eigentlich wollte ich ja erst morgen einen Post zum Adventslesen schreiben, aber ich fürchte, er würde dann einfach zu lang werden. ;)

Gestern abend habe ich den Nikolausmarkt in Tecklenburg besucht. Das stellt bereits eine kleine Tradition für mich dar (ähnlich dem Besuch der dortigen Freilichtbühne, wenn mich eine Vorstellung interessiert: Für das nächste Jahr bin ich da optimistisch. Es wird "Zorro" und "Cats" gespielt). Mit den Fachwerkhäusern, der Beleuchtung und dem (Kinder)Punsch kam ich sogar in Adventsstimmung.



Gelesen habe ich über die letzte Woche hinweg "Christmasland" von Joe Hill (über Skoobe). Der Bezug zu Weihnachten ist nicht nur im Titel gegeben: Mr. Manx ist auf einer Mission, er bringt Kinder in das Christmasland, wo immer Weihnachten ist und die Kinder immer glücklich sind (als Stephen King-Leserin beunruhigt mich allerdings ein "Christmasland", in welchem ein Ort namens Derry und ein Zirkus Pennywise existieren, doch sehr). Erwachsene haben es gar nicht leicht im Christmasland, nein, für sie sind andere Dinge vorgesehen. Aber die Kinder! Allerdings haben Mr. Manx und z.B. die Mütter der Kinder verschiedene Ansichten darüber, was für das betreffende Kind gut ist. Und eines Tages begegnet Mr. Manx dem Mädchen Victoria, auch genannt Vic oder "das Gör". Vic hat Ärger gesucht und bislang hat sie immer alles gefunden (einen Armreif oder eine Bibliothekarin mit mehr als nur einem Faible für Scrabble), was sie gesucht hat. So auch dieses Mal. Und dieses Aufeinandertreffen setzt Einiges in Gang.

Mich hat der Autor sehr schnell mit seiner Geschichte um Mr. Manx und Vic gefesselt. Joe Hill spielt mit Realität und Fantasie und hat mit Mr. Manx einen beunruhigend faszinierenden Charakter geschaffen, der mit seiner kreativen Vorstellungskraft und verdrehten Hingabe beängstigend ist. Ich bin mir noch nicht sicher, ob er schlimmer, genauso schlimm oder nicht so schlimm wie der Gasmaskenmann ist. Vic hat Joe Hill durchaus mit Ecken und Kanten und Zweifeln ausgestattet, wobei _ich_ gern noch etwas mehr über bestimmte Teile ihres Lebens nach dem Zusammentreffen mit Mr. Manx erfahren hätte (z.B. Entwicklung der Beziehung zu ihren Eltern, Therapie). Und eigentlich auch ... hm, will ich wirklich mehr darüber wissen, was noch so im Christmasland passiert? Vielleicht doch eher nicht. ;)

Übrigens hat der Autor in seiner Danksagung Kate Mulgrew erwähnt, die dieses Buch im Original als Hörbuch eingelesen hat. Ich habe mir die Hörprobe bei audible angehört und mir die englische Audioversion auf den Merkzettel gesetzt. In die deutsche Version habe ich auch hineingehört: Der Sprecher sagte mir mit seiner Lesart überhaupt nicht zu. Vielleicht lasse ich mir in Zukunft diesen Roman also noch einmal von Captain Janeway vorlesen. ;)

Als ich den Roman beendet hatte, bin ich in die Stadt in einen kleinen Laden, um mir einen Deko-Baum zu holen, um den ich bereits länger herumgeschlichen bin. Er ist innen hohl und kann mit einem Teelicht bestückt werden. Dann hieß es erst einmal Samocca-Time, in der ich "Alle unter eine Tanne" von Lo Malinke angelesen habe. Die Ausgangssituation ist skurril: Seit zwei (oder drei?) Jahren spielen die getrennt lebenden Eltern ihren erwachsenen (!) Kindern zu Weihnachten heile Welt und Familie vor, obwohl beide jemand Neues haben. Dieses Jahr scheint es jedoch ...problematisch zu werden. Der Erzählstil des in Berlin spielenden Romans gefällt mir, das Buch las sich ganz gut an.

Irgendwann war mein Milchkaffee ausgetrunken und ich bin nach Hause gefahren. Dort habe ich erst einmal den neuen Deko-Baum nicht mit einem Teelicht, sondern mit einer Mini-LED-Lichterkette (batteriebetrieben) kombiniert. Mir gefällt es.



Anschließend bin ich in der Küche verschwunden, weil ich am zweiten Advent selbst gebackene Plätzchen essen wollte. Die Rezepte für die Erdnuss-Cookies und dem Schoko-Zimt-Plätzchen habe ich beide vom Küchenzaubereien-Blog. Ich habe die Plätzchen bereits letztes Jahr ausgetestet und mochte sie sehr. Trotzdem habe ich das Erdnuss-Cookie-Rezept abgewandelt und die cremige Erdnussbutter genommen (ich mag sie einfach auf Brot lieber als die mit Stücken und ich muss den Rest ja aufbrauchen *g*), dafür habe ich ein paar gesalzene Erdnüsse mit dem Nudelholz zerkleinert und zur Masse gegeben und ebenso einen Tick Zimt. Außerdem habe ich H-Milch und Butter benutzt.



Während des Backens habe ich die ersten Kapitel von "The Graveyard Book" von Neil Gaiman gehört, und zwar die vom Autor selbst gelesene Version. Vor ein oder zwei Jahren hatte ich mal günstig die kindle-Version dieses Buches gekauft, aber noch nicht gelesen. Als ich die Hörprobe zu "Christmasland" hörte, sah ich bei Audible, dass die Neil-Gaiman-Lesung über WhisperSync aktuell im Angebot ist. Da ich das ebook bereits hatte, konnte ich tatsächlich das von Neil Gaiman eingelesene Audible-Hörbuch für den Schnäppchenpreis von 2,95 EUR dazu kaufen. Ich mag Neil Gaimans Lesart, seine sympathische Stimme und sehr gute Aussprache und die Art, wie er seine Geschichte vorträgt. Ich bin mir sicher, er hat seinen Kindern vorgelesen und sie fanden es bestimmt großartig. :)

Tja - und nun lasse ich hier im Lesesessel den Tag ausklingen, gönne mir eine Glas Rotwein und genieße den Anblick von auf der Heizung chillenden MuMs. ;) Vielleicht lese ich noch etwas in "Alle unter einer Tanne", vielleicht greife ich aber auch zu dem Buch mit den italienischen Märchen, das ich mir bereits herausgelegt habe. Euch wünsche ich noch einen schönen Nikolaus-Abend und wir lesen uns spätestens morgen hier in diesem Theater. :)