Montag, 27. Oktober 2014

für die Interessierten: noch einmal Printzugänge im Oktober








Blogger beschuldigen, die nächste Runde:
Dick Francis geht auf das gemeinsame Konto von Ariana u. der Winterkatze (Kommentarbereich)
"Öland" geht nur auf Winterkatzes Konto (Kommentarbereich) und
"Der viktorianische Vibrator" ist Kiya anzulasten.

Immer diese Verführungen *Händehochwirft*!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #14

Ich habe überlegt, ob sich dieser Post heute überhaupt lohnt, schließlich starte ich erst jetzt. Aber schließlich ist es der letzte Herbstlese-Tag 2014 der Winterkatze ..

Heute Vormittag habe ich mich ja mit Kolleginnen zum Frühstück getroffen, das eigentlich eher Brunch-Charakter hatte. Wir waren in einer urigen Pension, die Frühstücksbuffett anbietet und letzteres war vorwiegend deftig, gut bürgerlich, d.h. neben Rührei mit Speck (oh ja, das habe ich natürlich mitgenommen, meine Arterien wollen auch feiern) gab es u.a. Sülz- u. Blutwurst und Tartar. Aber es fanden sich auch einige Schnitt- und Camembertkäsesorten, etwas Obst, geräucherter Fisch und sogar Auberginen u. gefüllte Weinblätter (was leider beides so recht nichts für mich war) u. natürlich Süßes - zum Abschluss wurde eine Hühnersuppe gereicht, die neben Huhn auch Grießnocken und Maultauschen enthielt. Sie war lecker, hätte aber noch besser geschmeckt, wenn sie richtig heiß gewesen wäre. Das Frühstück war insgesamt gut und wir haben einen schönen entspannten Vormittag verbracht.


Vor dem Frühstück hatte ich zwar etwas in "Die Verlassenen" gelesen, sodass ich inzwischen bei ca. 70 % des ebooks bin, aber hauptsächlich habe ich mich durch meinen Feedreader gelesen und kommentiert. Gerade habe ich noch den Flurdienst erledigt und dabei etwas "Wuthering Hights" gehört (ich bin gerade an der Stelle von Nellys Erzählung, als Heathcliff nach dreijähriger Abwesenheit wieder auftaucht). An die Stimmlage und Sprechart der Sprecherin Emma Messenger habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ich werde allerdings gleich in den Lesesessel wandern und mir sowohl "The Clocks" als auch "Die Verlassenen" hinlegen. Mal sehen, wozu ich greife. :)

Es ist dann doch statt Poirot noch einmal "Die Verlassenen" geworden, weil ich wissen wollte, wie Tom Perrotta die Geschichte zu einem Abschluss bringt. Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Es las sich gut, keine Frage, aber ein emotionales Echo gab es bei mir nicht. Ich sage mal, es lief auf höfliches Interesse an dem Schicksal der Charaktere hinaus. Ich hatte bis zum Schluss auch das Gefühl, dass an der Geschichte etwas fehlt: bezüglich Nora, Laurie, einem Priester. Ich hatte auch erwartet, Details über wissenschaftliche Erforschung oder religiöse Anfeindungen, über die wirtschaftlichen Auswirkungen, möglicherweise auch Katastrophen, über die Politik innerstaatlich und global zu lesen, z.B. über Nachrichtensendungen, der Prolog und der eine Priester war mir da etwas zu wenig, die Kleinstadt dafür zu klein. Nun, das ist der Vorteil von Skoobe, ich konnte das Buch leihen und muss nicht ausgegebenes Geld bereuen. ;) Und außerdem hatte ich nette Lesegesellschaft - die erdet fast alles ;)



Ich muss mich noch mit der Winterzeit arrangieren - ich merke, dass es eigentlich schon neun ist und ich heute früh auch nach Sommer- und nicht nach Winterzeit aufgewacht und aufgestanden bin. Deswegen werd ich nachher mein Abendessen zu mir nehmen



und später noch etwas lesen - es wird dann endlich Poirot ;) -, aber diesen Beitrag nicht mehr aktualisieren. Dafür schaue ich noch bei Euch anderen Teilnehmern der Herbstlese-Aktion vorbei.

Liebe Winterkatze,
Du hattest eine großartige Idee Ende August und ich fand die gemeinsamen Herbstlese-Wochenenden im September und Oktober wunderbar. Sie waren für mich im Wesentlichen lesereich, sie waren anregend und voller Versuchungen (denen ich manchmal auch nicht widerstehen konnte), sie waren kommunikativ und entspannt. 
Danke!

Samstag, 25. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #13

Hier ist es also, das letzte Herbstlese-Wochenende der Winterkatze in diesem Jahr. Es wird für mich ein paar kleinere (Wohnung, Flurdienst) und eine größere Unterbrechung (Frühstück mit meinen Kolleginnen morgen) haben, aber im Übrigen bin ich von Kopf bis Fuß auf Lesen eingestellt. Besonders, da ich in der Woche so gar nicht dazu gekommen bin. Hauptsächlich hatte das mit der Arbeit zu tun, einmal Überstunden bis halb acht und im Übrigen immer pünktlichen Feierabend, aber dafür war die Arbeit so intensiv, dass ich abends nur vor mich hin glubschte und z.B. die aufgenommenen Folgen "Orphan Black" schaute. Diese Serie ist ja spät abends am Dienstag auf ZDFNeo gestartet und es werden immer zwei Folgen auf deutsch ausgestrahlt. Ich kenne die erste Staffel auf englisch und es ist entspannend, die Teile jetzt auf deutsch sehen zu können. Wer die Serie noch nicht kennt - schaut Euch den Pilotfilm an und entscheidet selbst, ich finde die erste Staffel klasse, die Hauptdarstellerin ist sehr wandlungsfähig und im Übrigen mag ich Felix total gern. ;)

Aber genug vom TV.

Ich möchte an diesem Wochenende gern meinen aktuellen Poirot (The Clocks) beenden, mit dem ich ja auch unter der Woche nicht weitergekommen bin, und im Übrigen lasse ich mich etwas treiben. Auch zu was ich gleich greifen werde, ist mir noch nicht klar (auf englisch habe ich noch keine Lust), aber ich werde berichten. :) Erst einmal Frühstück:

Update 15.00 Uhr
Skoobe ist furchtbar! Sobald dort neue Bücher in den Katalog aufgenommen werden, MUSS ich sie durchsehen und ständig wächst dadurch meine dortige Merkliste. Heute Vormittag habe ich mir dort "Die Verlassenen" von Tom Perrotta aufgerufen und zu lesen begonnen. An einem Tag verschwinden urplötzlich ohne irgendeine Vorwarnung Millionen von Menschen; in dem Roman geht es darum, wie die Zurückgelassenen damit klar kommen. Ich habe inzwischen ca. 20 % des Romans gelesen und der Autor kreist bislang um die Geschichte von Laura und Kevin Garvey und ihren zwei Kindern - aus dieser Familie wurde zwar niemand "entrückt", aber dennoch sind sie alle mehr oder minder davon betroffen, was zu Verschwinden auf einer anderen Art und Weise führt. Das Buch wurde übrigens als Serie ("The Leftovers") adaptiert, die ich allerdings nicht kenne.

Gegen 13.00 Uhr habe ich das Buch dann aber weggelegt und bin ins Cafe gefahren, wo mir nach meinem Mittagessen dann B.J. Novak mit ein paar seiner Kurzgeschichten Gesellschaft geleistet hat. Dieses Mal konnte ich mit seinen Geschichten auch etwas anfangen, so erzählt z.B. ein Mann seine Seite der Geschichte mit dem Sexroboter, den er zurückgegeben hat, oder es wird eine pfiffige Version geschildert, wie man sich wirklich so gegenüber potentiell Beziehungsinteressierten darstellt, wie man wirklich ist (ein rotes T-Shirt spielt eine Rolle und taucht in einer anderen Kurzgeschichte auch wieder auf).

Jetzt werde ich erst einmal checken, ob die Heizung noch einen Anstupser meines Vermieters braucht (wie heute früh), da die Anlage unten trotz "Anforderung" von hier oben der Ansicht war, überhaupt keine Wärme in diese Wohnung schicken zu müssen. Mein Vermieter hat das mit dem "Testfahrknopf" gelöst, der von Schornsteinfegern offenbar beim Testen der Heizung aktiviert wird u. die Heizung sozusagen zwangsweise hochfährt. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Danach wurde es oben auch warm. Allerdings ist der Raum und die Heizung jetzt, nachdem ich 2 1/2 Stunden außer Haus war, nicht warm ...

Update 19.00 Uhr
Tja... Also der Vermieter war vor 2,5 Stunden oben, hat hier alle Thermostate aufgedreht um zu schauen, ob die Heizung unten anspringt und nach ca. 20 Minuten wurden auch alle Zuläufe heiß. Ob er den Turboknopf gedrückt hat oder nicht, weiß ich allerdings nicht. Als ich begonnen habe, diese Update zu schreiben, war die Heizung meinem Eindruck nach nur am Abkühlen statt intervallartig zwischendurch aufzuheizen, aber ich habe gerade festgestellt (Merlin thront auf der Heizung), dass der Zulauf wieder warm wird (die Heizung stand die ganze Zeit auf 5). Ich werde mir das morgen weiter anschauen. Aber: Da mein Frühstück mit den Kolleginnen am Arbeitsort stattfindet und sich im Büro mein alter Heizlüfter befindet (das Büro des Juniorchefs wird auch nie richtig warm), werde ich mir diesen morgen mitnehmen, just in case. Ggf. war nämlich einfach mein Vermieter so nett (er denkt ja durchaus mit) und hat abends noch einmal die Heizungsanlage gecheckt u. vielleicht Test-Turboknopf noch einmal gedrückt, um nach dem Wochenende eine Fachfirma zu kontaktieren. Ich werde es merken; die Heizzeit ist ja da und er ist wie ich an Werktagen am Arbeiten. Wenn ich also am Montag in der Mittagspause in eine ausgekühlte Wohnung komme ... ;) Positiv gedacht: Lieber jetzt als bei Minusgraden!

Ich habe "Die Verlassenen" weitergelesen und bin ca. in der Mitte angelangt. Hauptpersonen sind weiterhin die Mitglieder der Familie Garvey, auch wenn ein, zwei weitere Personen hinzukommen, die aber eine Verbindung zur Familie haben. Das Buch lässt mich an "Ein plötzlicher Todesfall" von J.K. Rowling denken, ging es dort weniger um den Todesfall an sich, geht es hier auch weniger um die Entrückten. Es ist das emotionale Feedback und das soziale Geflecht um den/die Verschwundenen herum, von dem berichtet wird. Der Roman liest sich für mich zügig weg und ich bin interessiert daran, wie es mit den Charakteren weitergeht und wie der Autor das Romanende gestaltet.

Inzwischen habe ich mein Abendessen gemacht, es gibt einen Apfel-Avocado-Salat mit Pinienkernen (die Avocado musste weg), nur mit Zitronensaft und Kürbiskernöl abgeschmeckt, dazu etwas Ziegencamembert und Brot. Ich mag die experimentelle Mischung, lach.

Nachher schaue ich noch bei Euch vorbei, lese noch etwas und werde mir dann wohl die aktuelle Doctor-Who-Folge der 8. Staffel anschauen. Diesen Post werde ich auch nicht mehr aktualisieren, sondern mich morgen nach meiner Frühstücksverabredung mit einem neuen Beitrag melden. Wir lesen uns! :)


 (Lesegesellschaft am Nachmittag)

Dienstag, 21. Oktober 2014

"Darm mit Charme" von Giulia Enders

Soll das wirklich gehen? Kann mir wirklich auf charmante Art und Weise etwas über ein Organ erzählt werden, was ich eigentlich nur mit der Verdauung und der Entsorgung in Verbindung bringe. Und wird das nicht eklig?

Ich bin schon länger um das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders herumgeschlichen. Immer wieder habe ich es in den Läden stehen oder liegen gesehen mit der lustigen Zeichnung und der aufmunternd schauenden Autorin auf dem Cover. Und vor rund einer Woche war es dann soweit. Ich habe endlich das Buch in die Hand genommen und aufgeschlagen. Gelandet bin ich dabei auf den Seiten 120 und 121 - auf der Textseite ging es (noch) um Ursachen/Vermeidung von Verstopfung (u.a. Verletzung eines stillen (Arbeits)Abkommens mit dem Darm, der Angst vor dem Plumpsklo und Verdauungsnirvana) und was es mit dem Schaukelhocken auf sich hat. Auf der anderen Seite war das Schaukelhocken auf der Toilette dann mit witzigen Zeichnung (die übrigens von der Schwester Jill der Autorin stammen) illustriert. Tja, das Buch wanderte über die Bezahltheke in meine Tasche. Und mit der Lektüre wurde daheim dann auch in der nächsten ruhigen Stunde begonnen.

Inzwischen hat mir Giulia Enders unglaublich viel Neues über den Dünn-, Blind- und Dickdarm erzählt, über die Speiseröhre und den Magen. Dabei geht es nicht nur um die Organe an sich und welche Aufgaben sie wie erfüllen - TOOORTEEEE - als Beispiel ;).

Vielmehr finden sich für mich als Laien in dem Buch auch sehr gut aufbereitet Informationen z.B. zum Nervensystem des Darms. Die ganzen Ausführungen zu der Darm-Hirn-Achse fand ich absolut faszinierend. Während die Informationen über Auge, Ohr, Nase und Haut ins Bewusstsein gelangen, führen die vom Darm-Nervensystem gesammelten Informationen zum Innenleben in das Unterbewusstsein; schon die eigentlich noch in den Kinderschuhen steckende Erforschung liefert vielversprechende Ergebnisse bzw. Arbeitstheorien: So können sich positiv auf den Darm wirkende Bakterien auf die Gefühls- und Schmerzverarbeitung auswirken.

Auch die Kapitel zu den Mikroben, Darmbakterien, Antibiotika und die Auswirkungen von Desinfektionsmitteln auf unser Befinden fand ich spannend, zumal die letztgenannten Punkte auch immer wieder Gegenstand von Gesundheitsnachrichten sind. Das Urinexperiment mit Ratten im Zusammenhang mit Toxoplasmen war übrigens nicht nur interessant, sondern auch etwas beunruhigend.

Um auf meine Eingangsüberlegungen zurück zu kommen: Ja, es funktioniert. Giulia Enders kann mir charmant nicht nur etwas, sondern sehr viel über das Darmrohr-  in dem es ein ganze Universum von Abläufen und Leben zu entdecken gibt - mit seinen verschiedenen Abschnitten und seinen Wechselwirkungen mit unseren anderen Organen erzählen. Manches davon fand ich ein kleines bisschen derb und dabei trotzdem unterhaltsam und sogar humorvoll - selbst die kleine Abhandlung über Kot.

Allerdings gab es zwei Dinge, die mir auffielen.
Der erste Punkt ist ein nicht übersetztes englisches Zitat auf S. 243. Da ich dies aber auch bei "Stand Up" thematisiere, will ich es auch hier anführen: Warum wird der Satz in einem deutschen Buch einer deutschen Autorin für den deutschen Markt nicht in Klammern oder in einer Fußnote übersetzt?
Der zweite Punkt ist Folgender: An einer Stelle geht es darum, wie das Vorhandensein von Darmbakterien sich darauf auswirken kann, ob man z. B. Asthma bekommt. Hier wird von der Autorin auch ein Experiment mit Mäusen wiedergegeben (zunächst wird die Entwicklung von Asthma provoziert, dann durch Bakterien u. Zellübertragung gemildert). In diesem Zusammenhang führt die Autorin auch aus, dass die Zellübertragung sicherlich einfacher ist als den Mäusen den Gebrauch winziger Asthma-Sprays näherbringen zu wollen.  Es ist nichts Neues, dass (Er-)Forschung auf Tiere zurückgreift und so gern ich es anders hätte, es gibt nicht immer einen anderen Weg. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber nachdem man die Krankheit erst verursacht hat stößt mir ein "Witz" über Mäuse mit witzigen Asthma-Sprays sauer auf. Ich finde den Nachsatz überflüssig und nicht charmant. Das Buch im Übrigen aber schon.