Freitag, 15. August 2014

nach Ewigkeiten mal wieder ein Freitagsfüller by Barbara


Das ist so lange her, ich weiß aktuell nicht einmal, wo mein Füllfederhalter ist. :) Nun, es geht auch mit Kulli:


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Freitagsfüller (klick)


Sonntag, 3. August 2014

Lesesonntag #3

Ich habe mir tatsächlich nach der Beschäftigung mit der Unendlichkeit



zunächst meinem Abendessen (Stulle mit Brot *g*) und dann wieder den Hercule Poirot - Kurzgeschichten zugewandt.

(Und ja, hier lag Marlowe etwas auf Merlins Seite *denKopfschüttelt*)

Von "The Labours of Hercules" habe ich die Einleitung gelesen und erfahren, wie Poirot überhaupt auf die Idee kommt, sich mit diesen klassischen Sagen zu beschäftigen und daraufhin versucht, entsprechende Fälle, auszuwählen. Außerdem folgten die ersten beiden Stories: "The Nemean Lion" und "The Lernean Hydra". Nun, ich habe nicht viele Elemente der Geschichte um den Nemeischen Löwen, dessen Fell Herkules nahezu unverwundbar macht, in der ersten Story entdeckt, da half auch nicht, dass Poirot die Verbindung artikulierte. ;) In der zweiten Story wird die "Verbindung" zur neunköpfigen Hydra dem Leser nicht gerade subtil präsentiert, aber nun, sie passte jedenfalls besser als in der ersten Geschichte. Mal sehen, wie es mit den anderen Geschichten weitergeht. ;)

Ich werde mir zum Abschluss des Lesewochenendes wohl noch eine Hercule-Poirot-Kurzgeschichte ansehen. :)

Und zum Abschluss gibt es noch ein paar Fotos meiner heutigen Lesegesellschaft im Wohnzimmer bzw. auf dem Balkon:





Lesesonntag #2 "Kollision mit der Unendlichkeit" von Suzanne Segal

Nach meinem Morgenpost habe ich mir ein schmales Buch gegriffen, auf das ich im Rahmen des - ersten, glaube ich - 52-Bücher-Projektes des Fellmonsterchens gestoßen bin. Es heißt "Kollision mit der Unendlichkeit" von Suzanne Segal. 

Die US-Amerikanerin Suzanne Segal hat offenbar bereits als Kind intuitiv erste Meditationen durchgeführt und dann in jungen Jahren an Kursen und Schulungen in Transzendentaler Meditation (TM) teilgenommen, u.a. in der Schweiz, um selbst Lehrerin in TM zu werden. Obwohl sie das Diplom erhielt, wandte sie sich von der TM ab (nach dem Buch wohl wegen Machenschaften innerhalb der Institution, ich vermute, dass auch die der Trennung von ihrem damaligen Verlobten, der der Schule weiter anhängen wollte statt zu heiraten, eine Rolle spielte) und studierte Englische Literatur. Sie hängte ein Semester in Paris an, heiratete dort, wurde schwanger - und erlebte dann an einer Bushaltestelle die Auflösung ihrer eigenen Identität. Sie beschreibt es so, dass ihr Ich und eine Art "Beobachter" sich aus dem Körper lösten und - jedenfalls eine Zeit lang - hinter ihrem Körper blieben; nach einiger Zeit löste sich dieser "Beobachter" auf und mit ihm der "Haltepunkt" für das Ich. Das Ergebnis war - ich drücke es weiter mit meinen Worten aus, so wie ich es verstanden haben - , dass die mit Suzanne Segal bezeichnete Wesenheit nichts mehr enthielt, was Suzanne war - und auch keine andere Person, kein anderes "Ego".

Im Verlauf des Buches versucht die Autorin diese Erfahrung  nicht nur für den Leser zu artikulieren, sondern beschreibt auch, wie sie sch bemühte, diese Erfahrung ihrer Umgebung mitzuteilen und zu verdeutlichen, ihre mit dieser Erfahrung verbundenen Ängste ("Wer" "ist"?, "Wer" agiert gerade, "Wer" nimmt wahr oder geht eine Beziehung zur Tochter etc. ein, wenn es kein Ego, keine Person "in" dem Körper gibt) zu schildern und zu besiegen. In diesem Status mit all den Fragen und Ängsten und auf der Suche lebte die Autorin fast 10 Jahre. Sie berichtet von den Therapeuten, die sie aufsuchte (die in Richtung Depersonalisierung diagnostizierten), von ihrer eigenen Ausbildung zur Psychologin und ihren Ansichten zu bestimmten Therapieansätzen (das war in den ca. 1991) und wie sie später Antworten im Buddhismus fand.

Ich bin keine Psychologin, ich fürchte, ich bin auch kein besonders spiritueller Mensch und was die Autorin hier als Auflösung des Selbst beschreibt oder eine spirituelle Erleuchtung etc., habe ich auch nicht erlebt. Nichtsdestotrotz habe ich ihre Schilderungen mit Interesse  gelesen, denn unabhängig davon, ob es nun eine vollständige Auflösung des Selbst war oder eine langandauernde Depersonalisierung oder sonst etwas, fand ich das Eigenerleben (obwohl man das so ja dann nicht sagen kann, denn das "Ich" gab es ja nicht) und die Suche faszinierend. Und ich freue mich für sie, dass sie diesen langanhaltenden Zustand nach gut 10 Jahren aufgrund einer Erkenntnis "auflösen" konnte.

Zum Schluss des Buches hin erläutert sie ihre Erleuchtung, das Wesen der "Weite", der "Unendlichkeit". Ich habe es so verstanden: Die Erkenntnis ist ganz verkürzt gesagt, dass alles aus der gleichen Substanz besteht. Als sich das Selbst von Suzanne Segal auflöste blieb eine Leere (früher Selbst) zurück. Ihr Verstand, der durch -insbesondere westliche - Erziehung geprägt und geschult war, versuchte quasi über die Jahre immer wieder das Ego (wodurch die Ängste entstanden) und versuchte, den Zustand rationell zu entschlüsseln - und über die Psychotherapie zu ändern. Dagegen ist dieser Zustand der "richtige" und sogar ursprüngliche jedes Menschen, der die Weite immer in sich trägt.Und sie hat diesen Zustand der Einheit mit der Unendlichkeit erreicht. Im Grunde haben wir kein agierendes Selbst, es ist die unpersönliche Weite, die agiert.

Die Autorin führt aus:
"Mit den Augen der Unendlichkeit zu sehen - der Substanz von allem, die sich selbst durch jedes Partikel ihrer selbst mit dem eigenen Sinnesorgan wahrnimmt ..."
Und 
"Die Weite ist die Substanz aller Dinge und existiert überall gleichzeitig, wo Formen erscheinen ...Der menschliche Kreislauf besteht aus der gleichen Substanz. Nimmt er bewußt an dem Sinnesorgan teil, das die unendliche Weite immer benutzt, um sich selbst wahrzunehmen, dann wird sich der menschliche Kreislauf gewahr - nicht durch seine eigenen Sinnensorgane, sondern durch das Sinnesorgang der unendlichen Weite - daß die Substanz des Unendlichen sein natürlicher Zustand ist." Hieraus leitet sie dann ab:
 "Wenn deutlich wir, daß es keinen persönlichen Bezugspunkt gegeben gibt, dann wird auch klar, daß es niemals einen persönlichen Bezugspunkt gegeben hat, daß alles von einem unsichtbaren Handelnden ausgeführt wird und schon immer ausgeführt wurde." *

Ich wurde an ein Konzept erinnert, dem ich in der SciFi-Serie Babylon 5 begegnet bin (und welches vermutlich auf östlicher Philosophie beruht): "We are star stuff". Wir bestehen aus den gleichen Grundstoffen, wie die Sterne, wir sind alle dasselbe und vielleicht erforscht sich das Universum durch uns selbst.

Soweit, so gut. Es ist ein Ansatz, dem ich grundsätzlich folgen kann. Vielleicht bin ich zu sehr in der westlichen Tradition verwurzelt, vielleicht bin ich philosophisch und/oder spirituell zu festgefahren oder es ist einfach der Bauch, der ein Problem damit hat, dass es gar keinen persönlichen Bezugspunkt geben soll. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es gar kein "Ich" in mir gibt, es widerspricht vollständig meiner Eigenwahrnehmung. Es mag sein, dass mein Ich aus vielen Stimmen besteht - ich habe den Luise Reddemann-Vortrag zur Arbeit mit dem inneren Kind gehört ;) - und es mag auch sein, dass sich das Universum oder die Unendlichkeit durch uns selbst erforscht, aber selbst dann,hm, bevorzuge ich die Überzeugung, dass es dafür - neben anderen - das individuelle Bewusstsein - mich - "kreiert" hat.

Frau Segal spricht auch davon, dass "der Verstand" dazu tendiert, Dinge, die er nicht erfassen kann, abzulehnen und quasi zu bekämpfen, in ihrem Fall, indem er versuchte, die Leere des persönlichen Selbst zu pathologisieren und wieder loszuwerden. Ich kann nur mutmaßen, dass sie z.B. meint, dass dann, wenn  Depersonalisierung diagnostiert wurde und diese nach einer gewissen Zeit abklingt bzw. durch "traditionelle" Therapie beseitigt wird, "der Verstand" es geschafft hat, den natürlichen Zustand des Menschen (Leere des persönlichen Selbst) abzuwehren?

Hm.  Zur Diagnostik und Therapie etc. kann ich, wie erwähnt, nichts sagen. Aber mir erscheint es widersprüchlich, einerseits zu argumentieren, die Unendlichkeit sei die alles beinhaltende Substanz, erforsche sich durch ein Sinnesorgan (offenbar der Mensch, nicht die Sinnesorgane des Menschen) selbst und sei im Grunde der (unpersönlich) Agierende, andererseits aber "dem Verstand" quasi zu durch Unterstellung von Eigenmotiven zu personalisieren. Da er Teil des Menschen und damit der "Substanz" selbst ist, bedeutet das, dass sich die Unendlichkeit selbst Stöcke in den Weg zur Erkenntnis wirft?

Mir persönlich behagt auch nicht, was Suzanne Segal über ihren - nach ihrer  Erleuchtung - Ansatz in ihrer psychologischen Arbeit  erklärt, wonach sie nicht möchte, dass ihre Klienten ihre Gefühle verändern, sich durch Kindheitstraumata arbeiten oder Symptome loswerden, sondern wonach sie frei werden, indem sie erkennen, dass die Dinge lediglich das sind, was sie sind. Im Moment frage ich noch nicht einmal, ob das Ergebnis - dass wir alle eins sind und Ängste wie Emotionen existieren und "da" sind - für den Klienten hilfreich ist. Ich frage mich momentan erst einmal, wie sie traumatisierte Menschen erreicht und diese überhaupt zu dieser Erkenntnis bringt, sie nicht mal Erleichterung durch Symptombehandlung in Betracht zieht. Es mag ja sein, dass nach einem Unfall eine OP notwendig ist, aber sollte man den Patienten bis zum Krankenhaus nicht erst mal stabilisieren? Hm, und weil ein persönliches Selbst ja sowieso nicht existiert, folgt dann logischerweise, dass diese Art Behandlung "über den Kamm geschert" für jeden Klienten passt statt eine auf den Patienten individuell zugeschnittene, die vielleicht doch eine Aufarbeitung von Kindheitstrauma erforderlich macht? Ich will der Autorin hier aber nicht vorstehendes ohne Weiteres unterstellen, möglicherweise hat sie in dem vorliegenden Buch ihren Ansatz in der Therapie einfach nicht genug erläutert

Im Ergebnis fand ich die Darstellung und ihre Suche interessant, ihre Schlussfolgerungen und Ableitungen - ob nun die Erläuterungen zum "Verstand" oder die eigene psychologische Praxis - jedoch einiger Fragen und Überlegungen wert.

*Quelle: S. 142 u. 143 aus "Kollision mit der Unendlichkeit" von Suzanne Segal aus dem Context Verlag, ISBN 3-926257-30-X"

Lesesonntag by my own :) #1

Der gestrige von Neyasha initierte Lesesamstag hat mir in der spontan gebildeten kleinen Runde viel Freude gemacht, zumal ich Lesen, bei den übrigen Teilnehmern gucken und kommentieren gut unter den Hut bringen konnte. Jedenfalls habe ich mir überlegt, die "Aktion" auf den heutigen Sonntag auszudehnen. Der Sonntag startete wie der Samstag endete, mit Kurzgeschichten von Hercule Poirot. Am gestrigen Abend hatte ich mir noch die "The Adventure of Johnni Waverly" Verfilmung angeschaut. Ich mag das Gespann David Suchet und Hugh Frasier wirklich gern als Poirot und Hastings - es war die 3. Folge der ersten Poirot Season. Trotz crime & mystery haben diese frühen Folgen einen leichten humorvollen Ton und sind nah an den Stories. Die Sets und Kostüme, die Autos ... großartig. Aber ich schweife schon wieder etwas ab vom LESEN. ;)


Heute morgen habe ich im Kurzgeschichtenband weitergelesen. Poirot meditierte z.B. über das ewige Dreieck im Hinblick auf die menschlichen Verhaltensweise, musste sich auf seinem Weg nach Ägypten (also vor "Murder on the Nile") bereits auf einem Schiff mit einem kriminellen Problem herumschlagen und die Frage klären, ob ein wiederkehrender Traum prophetische Bedeutung hat.  Inzwischen bin ich so weit, dass ich nur noch die - thematisch zusammengehörenden  - Stories "The Labours of Hercules" in diesem Band zu lesen habe. Ich bin schon neugierig, wie Agatha Christie die zwölf dem Göttersohn Herkules gestellten Aufgaben thematisch Hercule Poirot zuträgt. Allerdings bin ich noch nicht sicher, ob ich sie wirklich heute lesen werde. Vielleicht mache ich wie gestern eine Poirot-Pause und greife zu einem anderen Buch. Ich werde berichten! :)